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Veröffentlicht am 30.06.2025

Ein letztes Versprechen

In tiefster Nacht
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Vor zweiundzwanzig Jahren hatte Sami Kierce eine traumatische Erfahrung, als er eines Morgens aufwachte und seine Begleitung tot neben sich auffand, in der eigenen Hand ein Messer voller Blut. Mittlerweile ...

Vor zweiundzwanzig Jahren hatte Sami Kierce eine traumatische Erfahrung, als er eines Morgens aufwachte und seine Begleitung tot neben sich auffand, in der eigenen Hand ein Messer voller Blut. Mittlerweile ist Kierce verheiratet, als Detective suspendiert und unterrichtet Kriminologie, als plötzlich das Mädchen von damals, nun eine erwachsene Frau, in seinem Kurs auftaucht und wieder verschwindet. Neben der Erleichterung darüber, dass Anna lebt, erwacht in Kierce das Verlangen danach, herauszufinden, was damals in Spanien geschah.

Seit Jahrzehnten ist Harlan Coben ein Garant für Thriller voller überraschender Wendungen und dafür, dass ich für seine Bücher gerne die Nacht zum Tag mache, weil ich sie nicht aus der Hand legen kann. Auch mit dem vorliegenden Buch war es nicht anders, der Autor ließ den sympathischen Sami erzählen und erhöhte die Spannung dadurch, dass dieser hier was wegließ, da etwas verschwieg und dort mit Absicht eine Kleinigkeit vergaß. Zusammen mit dem großartigen Humor ergab dies eine aufregende Geschichte, die mich in den Wahnsinn trieb, weil ich so dringend wissen wollte, was damals wirklich geschah. Der einzige Kritikpunkt ist der, dass Sami manchmal zu ausschweifend war. Insgesamt aber ein toller Thriller, nach dessen Ende es bei mir Diskussionsbedarf gab. Lesenswert!

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Mörderisch gut!

Outback – Niemand hört dich schreien
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Ein Pärchen aus Deutschland verschwindet im australischen Outback, Detective Sergeant Lucas Walker, der aus familiären Gründen in der Gegend ist, wird von seinem Chef beauftragt, die Vermissten zu suchen. ...

Ein Pärchen aus Deutschland verschwindet im australischen Outback, Detective Sergeant Lucas Walker, der aus familiären Gründen in der Gegend ist, wird von seinem Chef beauftragt, die Vermissten zu suchen. Rita Guerra, die Schwester der jungen Frau, reist ebenfalls an und mischt sich in die Ermittlungen ein. Zusammen mit Walker stößt sie auf die Spur weiterer vermisster Mädchen, was darauf schließen lässt, dass im Outback ein Serientäter sein Unwesen treibt.

Das Buch fing sehr gemächlich an, die Autorin baute nur langsam eine Spannung auf, es brauchte viele Seiten, bis es tatsächlich losging und noch ein bisschen länger, bis es so richtig knallt. Zum einen hing dies damit zusammen, dass es sich beim vorliegenden Thriller um den ersten Teil der Reihe mit DS Lukas Walker handelt, sodass der Charakter ausführlicher vorzustellen war. Zum anderen aber war die Geschichte keine, die schnell erzählt werden kann; die unwirtliche Gegend, die Dürre und die unglaubliche Hitze beanspruchten ihren Platz, dazu noch die vielen Schauplätze, die erkundet werden mussten, falsche Fährten inbegriffen, dies alles brauchte seine Zeit. Mir hat das nichts ausgemacht, denn Patricia Wolf hat ein Talent dafür, großartige Bilder vor meinen Augen entstehen zu lassen, die mich förmlich schwitzen ließen unter der Sonne Australiens, mich fühlen ließen, wie es sein muss, diesem Klima ausgesetzt zu sein.

Insgesamt ein toller Start der Buchreihe, der mich wunderbar unterhalten und mit der Auflösung punkten konnte. Für mich als riesiger Fan von Geschichten aus dem Outback genau das richtige Buch, sodass ich hoffe, dass es weitere Übersetzungen geben wird, zumal im Original demnächst bereits der vierte Band erscheint. Lesenswert!

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Veröffentlicht am 07.05.2025

Was vorher geschah

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Die reiche Familie Snæberg kommt in einem Hotel in Westisland zusammen, um den hundertjährigen Geburtstag des verstorbenen Firmengründers zu feiern. Die Familienmitglieder kommen mit dem jeweiligen Partner, ...

Die reiche Familie Snæberg kommt in einem Hotel in Westisland zusammen, um den hundertjährigen Geburtstag des verstorbenen Firmengründers zu feiern. Die Familienmitglieder kommen mit dem jeweiligen Partner, den Kindern sowie deren Nachwuchs, das gesamte Hotel wurde zu diesem Zweck angemietet. Bald schon bröckelt das makellose Bild der Familie, erste Streitigkeiten kommen auf, dann verschwindet eine Person und an Verdächtigen mangelt es nicht.

»Und gleich kommen sie alle hierher ins Hotel, und ich werde mit eigenen Augen sehen können, ob sie so perfekt sind, wie sie aussehen. Wahrscheinlich freue ich mich vor allem darauf, bei genauem Hinsehen die vielen kleinen Risse in der scheinbar perfekten Fassade zu sehen. Denn natürlich sind sie nicht perfekt.« (Seite 15)

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den vierten Band der großartigen Island-Krimi-Reihe, der zeitlich allerdings vor den ersten drei Teilen spielt. Man kann diesen Teil also in einer beliebigen Reihenfolge lesen, wozu ich bei den ersten drei Büchern nicht raten würde, um die Beziehungen der Personen zu- und untereinander zu verstehen, außerdem werden in den Folgebänden Dinge zu vergangenen Ereignissen verraten, besonders was die Fälle angeht. Beim neuesten Buch besteht diese Gefahr nicht.

Das Buch begann mit einem tragischen Ereignis, allerdings ließ die Autorin bis kurz vor dem Schluss offen, worum es sich dabei gehandelt hat, wer dabei zu Schaden kam und wie. Dies ermöglichte es mir, bis zur Auflösung mitzuraten, was passiert sein könnte und warum. Dieser Umstand half mir über einige langatmige Passagen hinweg, insgesamt jedoch war die Handlung sehr interessant und hatte viele spannende Momente. Nichts war wie es scheint, viele sprichwörtliche Leichen gab es im Keller und Geheimnisse fast hinter jeder Tür. Ein etwas schwächerer Teil, der mich dennoch voller Vorfreude auf die Fortsetzung warten lässt. Lesenswert!

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Es war alles anders. Vielleicht aber auch nicht

Jenseits aller Zeit
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Der pensionierte Kriminalbeamte Tom Kettle wird von zwei ehemaligen Kollegen aufgesucht, die ihn zu einem weit in der Vergangenheit zurückliegenden Mordfall befragen wollen. Anfangs ist Tom nicht begeistert, ...

Der pensionierte Kriminalbeamte Tom Kettle wird von zwei ehemaligen Kollegen aufgesucht, die ihn zu einem weit in der Vergangenheit zurückliegenden Mordfall befragen wollen. Anfangs ist Tom nicht begeistert, hat er doch die meisten Einzelheiten verdrängt oder zu vergessen versucht. Die Wahrheit aber soll ans Licht.

»Das war für ihn Sinn und Zweck des Ruhestands, des Daseins überhaupt - unbewegt dazusitzen, glücklich und nutzlos zu sein.« (Seite 10)

Das Thema des vorliegenden Buches ist der Missbrauch durch kirchliche Institutionen in Irland, Sebastian Barry holt zusätzlich Tom Kettle hinzu, der durch seine Erinnerungen und Erzählungen aus dem eigenen Leben ein bisschen Leichtigkeit in diese schlimme und schwere Thematik bringt, sein irischer Humor tut das Übrige. Für mich funktionierte dies zu Beginn nur bis zu einem gewissen Grad, denn das Buch ist sehr anspruchsvoll, wobei ich nicht sicher bin, ob dies am Original oder der Übersetzung liegt. Lange Sätze und kaum vorhandene Absätze führten dazu, dass ich mich permanent konzentrieren musste und oft mit dem Finger auf der Zeile geblieben bin. Nach einer Weile gewöhnte ich mich daran und konnte mich ab da voll auf die Geschichte einlassen.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte mich das Buch voll in seinen Bann ziehen, die Suche nach der Wahrheit und die Bearbeitung des Falls führten zur Auflösung, bei der ich tatsächlich ganz kurz sprachlos wurde. Insgesamt ein Stück historischer Schande, bei deren Aufarbeitung ich Zeuge geworden bin. Lesenswert!

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Lange Vorlaufzeit, dann aber gehts rasant zur Sache

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
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Als Dawn nicht im Büro auftaucht, macht ihre Kollegin Natalie sich Sorgen, schließlich kam Dawn noch nie zu spät zur Arbeit, geschweige denn gar nicht. Ein verstörender Anruf bestätigt ihr schlechtes Gefühl, ...

Als Dawn nicht im Büro auftaucht, macht ihre Kollegin Natalie sich Sorgen, schließlich kam Dawn noch nie zu spät zur Arbeit, geschweige denn gar nicht. Ein verstörender Anruf bestätigt ihr schlechtes Gefühl, eine Frau bittet mit zitternder Stimme um Hilfe und klingt dabei wie die Vermisste. Natalie fährt zur Dawns Wohnung und was sie da vorfindet, lässt auf ein Verbrechen schließen.

»Ich weiß nicht wie, aber irgendjemand hat mir etwas angehängt und dabei richtig gute Arbeit geleistet. Mein Leben, wie ich es kannte, ist offiziell vorbei.« (Seite 272)

Vor über zwei Jahren landete die Autorin mit ihrem Buch »Wenn sie wüsste« einen riesigen Erfolg, die Geschichte hatte auch mich damals begeistert. Einige Bücher weiter erschien nun ihr neuestes Werk, nämlich das vorliegende Buch mit dem Titel »Die Kollegin«. Groß war meine Vorfreude, aber ebenso groß, wenn nicht noch ein bisschen größer, die Ernüchterung nach den ersten hundert Seiten. Die erste Hälfte über fragte ich mich, wann es endlich losgeht, suchte vergeblich nach den meisterhaften Twists. Plötzlich aber war er endlich da, der ersehnte Nervenkitzel, und dann ging es Schlag auf Schlag!

Nach einem eher gemächlichen Start, der für meine Begriffe definitiv zu lange gemächlich blieb, entfaltete die Geschichte ihren Charme, die Ereignisse überschlugen sich nicht nur, sie machten förmlich einen Purzelbaum nach dem anderen und das gefühlt ohne Pause, bis das Ende kam. Warum nicht gleich so, dachte ich, und klebte am Buch wie die Fliege am Spinnennetz, legte es nicht mehr aus der Hand. Welch ein Einfallsreichtum, wie perfide und böse und dazu äußerst raffiniert! Ein extra Sternchen gibts nicht und auch ein Highlight wurde nicht daraus, aber insgesamt eine lesenswerte, wendungsreiche und wirklich unerwartete Story, die mich großartig unterhalten hat.

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