Platzhalter für Profilbild

Michelleshde

aktives Lesejury-Mitglied
offline

Michelleshde ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Michelleshde über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.08.2025

Ein sicherer Raum für alle Gefühle

feeling lost (and other weird feelings)
0

„Feeling Lost“ von Vanessa Ihmann ist für mich wie ein ehrliches Gespräch mit einer guten Freundin, die einen versteht, ohne zu urteilen. Die Texte sind kurz, intensiv und treffen mitten ins Herz – manchmal ...

„Feeling Lost“ von Vanessa Ihmann ist für mich wie ein ehrliches Gespräch mit einer guten Freundin, die einen versteht, ohne zu urteilen. Die Texte sind kurz, intensiv und treffen mitten ins Herz – manchmal witzig, oft berührend, immer absolut authentisch. Ich habe beim Lesen immer wieder innegehalten, weil ein Satz oder eine Reflexion genau das ausdrückte, was ich selbst schon gefühlt, aber nie so klar benennen konnte.

Was ich besonders stark fand, ist die Mischung aus Leichtigkeit und Tiefe. Vanessa schafft es, schwierige Themen wie Selbstzweifel, Depressionen oder das Gefühl, sich selbst zu verlieren, ohne Schwere oder Pathos zu behandeln. Gleichzeitig erinnern die Texte daran, dass all diese Gefühle okay sind und dass man sich selbst Raum geben darf. Es ist fast, als würde man beim Lesen Stück für Stück wieder Ordnung in das eigene Chaos bringen.

Für mich war das Buch nicht nur inspirierend, sondern auch tröstlich. Es hat mich daran erinnert, dass man mit seinen Gefühlen nicht allein ist und dass es völlig normal ist, manchmal verloren zu sein. „Feeling Lost“ ist ein Buch, das man immer wieder aufschlagen kann, wenn man einen Moment zum Durchatmen, Reflektieren oder einfach nur zum Fühlen braucht.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Themen
Veröffentlicht am 30.06.2025

Ein Thriller, der die Regeln neu schreibt: „Blindspiel“ von Max Seeck

Blindspiel
4

Max Seeck beweist mit „Blindspiel“ einmal mehr, warum er zu den derzeit spannendsten Autoren im skandinavischen Krimigenre gehört. Bereits auf den ersten Seiten zieht der Thriller den Leser tief in eine ...

Max Seeck beweist mit „Blindspiel“ einmal mehr, warum er zu den derzeit spannendsten Autoren im skandinavischen Krimigenre gehört. Bereits auf den ersten Seiten zieht der Thriller den Leser tief in eine Handlung hinein, die ebenso mysteriös wie verstörend ist. Ein junger Mann stiehlt eine Aktentasche – ein scheinbar harmloses Vergehen. Doch als sich herausstellt, dass sie einem Serienmörder gehört und der Dieb kurz darauf stirbt, nimmt die Geschichte eine unheilvolle Wendung. Besonders beunruhigend ist das zweite Opfer, das weiß bemalt und sorgfältig inszeniert aufgefunden wird. Die Polizei steht vor einem Rätsel, und die bedrohliche Stimmung, die sich durch den gesamten Roman zieht, baut sich bereits hier mit intensiver Kraft auf.

In diese undurchsichtige Lage wird Profiler Milo hineingezogen, dessen persönliche Geschichte die Handlung um eine tiefere emotionale Ebene bereichert. Als er eine verschlüsselte Nachricht in Schachnotation erhält, wird klar, dass er nicht nur beruflich, sondern auch ganz persönlich in das tödliche Spiel hineingezogen wird. Der Thriller entfaltet sich fortan wie ein Schachspiel: strategisch, unvorhersehbar und mit einem ständigen Gefühl von Bedrohung. Besonders eindrucksvoll ist die Dynamik zwischen Milo und dem Ex-Partner seiner Mutter, einem brillanten, aber ungeliebten Schachspieler. Die zerrüttete Beziehung der beiden ist nicht nur spannungsgeladen, sondern verleiht der Geschichte eine psychologische Tiefe, die weit über das übliche Thriller-Niveau hinausgeht.

Seecks Stil ist präzise und atmosphärisch dicht. Die finnische Kulisse wirkt kühl, fast abweisend – eine perfekte Bühne für ein Verbrechen, das ebenso durchdacht wie grausam ist. Die Inszenierung der Morde, das Spiel mit Andeutungen und Symbolik, aber auch die zwischenmenschlichen Spannungen machen „Blindspiel“ zu einem Kriminalroman, der Intelligenz mit Spannung verbindet. Statt reiner Action lebt die Geschichte von psychologischer Raffinesse, clever gesetzten Wendungen und dem Gefühl, dass hinter jedem Zug eine tiefere Bedeutung lauert.

Mit diesem Roman gelingt Max Seeck nicht nur ein starker Reihenauftakt, sondern auch ein Werk, das sich in der Flut nordischer Krimis deutlich abhebt. „Blindspiel“ ist kein einfacher Pageturner – es ist ein Thriller, der fordert, fesselt und lange nachhallt.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 05.05.2025

Farben entdecken mit Spaß – Ein liebevolles Mitmachbuch für die Kleinsten

Farben lernen mit dem Blätterdieb
1

Mit „Farben lernen mit dem Blätterdieb“ liefert Autorin Alice Hemming ein ebenso charmantes wie lehrreiches Pappbilderbuch, das Kinder ab zwei Jahren spielerisch an die bunte Welt der Farben heranführt. ...

Mit „Farben lernen mit dem Blätterdieb“ liefert Autorin Alice Hemming ein ebenso charmantes wie lehrreiches Pappbilderbuch, das Kinder ab zwei Jahren spielerisch an die bunte Welt der Farben heranführt. In Begleitung des liebgewonnenen Eichhörnchens und seines Freundes, dem Vogel, erkunden kleine Leser:innen eine farbenfrohe Welt voller Überraschungen – perfekt verpackt in extragroßen Klappen zum Mitmachen und Staunen.

Die detailverliebten Illustrationen von Nicola Slater bringen jede Szene lebendig zur Geltung und schaffen eine fröhliche, kindgerechte Atmosphäre. Besonders hervorzuheben ist der interaktive Ansatz: Durch das Öffnen der Klappen werden nicht nur Farben entdeckt, sondern auch kleine Rätsel gelöst, was die Neugier und das Mitdenken fördert.

Sprachlich bleibt das Buch auf Augenhöhe mit seinem jungen Publikum, ohne belehrend zu wirken. Die Fragen laden zum Mitreden ein, und die Handlung rund um die beiden tierischen Freunde hält selbst die Kleinsten bei der Stange. Die Reise durch die Farben mündet schließlich in einer liebevollen Gutenacht-Szene – ein schönes Ende für eine Vorleserunde am Abend.

Fazit:
„Farben lernen mit dem Blätterdieb“ ist ein wunderbares Bilderbuch für die allererste Bibliothek. Es vereint Spiel, Spaß und Lernen in einem stabilen, handgerechten Format. Für Fans des Originals „Der Blätterdieb“ ebenso wie für neue Leser:innen ein absolutes Muss – und ein tolles Geschenk für neugierige Kinderhände.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 28.04.2025

Zusammen backt es sich am besten: Schokotorte für alle!

Schokotorte für alle!
0

Pina Gertenbach ist mit Schokotorte für alle! ein warmherziges, charmantes Bilderbuch gelungen, das kleine und große Leser*innen gleichermaßen begeistert. Die Geschichte rund um Toni, der eigentlich nur ...

Pina Gertenbach ist mit Schokotorte für alle! ein warmherziges, charmantes Bilderbuch gelungen, das kleine und große Leser*innen gleichermaßen begeistert. Die Geschichte rund um Toni, der eigentlich nur eine Schokotorte backen möchte und stattdessen eine wunderbare Gemeinschaftserfahrung erlebt, vermittelt auf liebevolle Weise wichtige Werte wie Zusammenhalt, Optimismus und Hilfsbereitschaft.

Schon die Ausgangssituation ist herrlich alltagsnah und lädt Kinder ab 4 Jahren sofort zum Mitfiebern ein: Toni hat einen riesigen Hunger auf Schokotorte, doch ausgerechnet die Schokolade fehlt! Anstatt aufzugeben, beginnt Toni eine kleine Entdeckungstour durch das große blaue Haus – und lernt dabei nicht nur viele nette Nachbarn kennen, sondern erlebt auch, wie schön es sein kann, gemeinsam etwas zu schaffen.

Die Illustrationen sind detailreich, farbenfroh und strahlen eine große Herzlichkeit aus. Jede Seite ist eine kleine Entdeckungsreise voller liebevoller Kleinigkeiten, die Kinder zum Staunen und Erzählen anregen. Besonders schön: Trotz des Problems bleibt die Stimmung stets fröhlich und zuversichtlich, was das Buch zu einer perfekten Vorlesegeschichte für jede Tageszeit macht.

Ein besonderes Extra ist das beigelegte Rezept für schokofreie Hundekekse – eine witzige Idee, die Lust auf eigenes Backen und Kreativität weckt.

Fazit:
Schokotorte für alle! ist eine zauberhafte Hommage an Gemeinschaft, Freundschaft und die kleinen Freuden des Alltags. Ein tolles Buch für alle Familien, die Wert auf positive Botschaften und wunderschöne Illustrationen legen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 15.04.2026

Ein Netz aus Lügen und Manipulation

Very Bad Liars
0

Dieser Band markiert einen Wendepunkt, denn hier stehen Täuschung und Wahrheit im Zentrum. Niemand scheint mehr ehrlich zu sein, und genau das erzeugt eine konstante Unsicherheit. Jane S. Wonda nutzt Lügen ...

Dieser Band markiert einen Wendepunkt, denn hier stehen Täuschung und Wahrheit im Zentrum. Niemand scheint mehr ehrlich zu sein, und genau das erzeugt eine konstante Unsicherheit. Jane S. Wonda nutzt Lügen als zentrales erzählerisches Element und baut damit eine dichte, fast paranoide Atmosphäre auf. Die Figuren gewinnen an Tiefe, weil ihre Motive nicht mehr eindeutig sind. Leser:innen werden gezwungen, alles zu hinterfragen. Besonders stark ist die emotionale Zerrissenheit der Protagonistin, die zwischen Vertrauen und Misstrauen schwankt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere