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Bisco

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2025

Jung sein um jeden Preis, auch wenn deine Kinder drunter leiden?

Das Jungblut-Serum
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Ewige Jugend, ein Traum den schon die Menschen vor Jahrhunderten hatten. Was ist, wenn dieser Traum war werden kann aber mit dem Ergebnis, dass deine Töchter keine Kinder mehr bekommen kann? Zwei Generationen ...

Ewige Jugend, ein Traum den schon die Menschen vor Jahrhunderten hatten. Was ist, wenn dieser Traum war werden kann aber mit dem Ergebnis, dass deine Töchter keine Kinder mehr bekommen kann? Zwei Generationen und dann ist Ende.

So wir die Biologin Lena Bondroit auf eine kleine abgelegene Insel von Schweden geholt, um dort das deutsche Pharmaunternehmen Rehabitex mit seinem Mittel Insovital als Schuldigen für die Unfruchtbarkeit bloßzustellen.

Aber ist es so einfach? Die Mütter nahmen alle das Mittel und die Töchter sind unfruchtbar. Ein Unternehmen welches Jahrelang Studien angestellt hat und kurz davor ist an die Börse zu gehen. Ein Bürgermeister der das schnelle Geld in der Stadtkasse sieht und die ewige Jugend. Wer ist hier Täter und wer ist Opfer? Ist es das Medikament schuld oder steckt mehr dahinter?

Lena wirkt sofort sympathisch auf mich und ich finde ihren Drang herauszufinden was nun Schuld an der Unfruchtbarkeit ist super. Das sie spontan nach Schweden mitkommt um dann auf Widerstand zu treffen. Die betroffenen Frauen wollen hören das es am Mittel liegt, die Alten natürlich nicht, ist immerhin ihr Wundermittel.

Der Autor schafft es den Leser in die Thematik, Epigenetik einzubinden und diesem einfach zu erklären, wie Vererbung sich auch auf das Verhalten und die Veränderung der Gene auswirkt. Ein Thema welches für mich noch neu aber sehr aufschlussreich gewesen ist.

So fiebert man mit Lena mit, den schnell merkt man das ihre Anwesenheit nicht gewünscht ist. Ihr Plan die Insel zeitig zu verlassen scheitert mehr als einmal und man spürt wie sehr die Bewohner der Insel ihr Geheimnis für sich behalten wollen.

Die welche Antworten wollen, gegen die welche sie nicht preisgeben wollen. Auf Leben und Tod spielt der Thriller langsam, aber fortwehrend hin, während man miträtselt wer auf welcher Seite steht. Denn bei der kleinen Anzahl an Beteiligten Personen und den sehr verschiedenen Gründen für eine Seite zu sein, kann man sich bei niemanden sicher sein.

Ein interessantes Buch mit einem richtig tollen Cover. Das Blut ist weicher, glatter gedruckt und daher recht heftig im Licht am leuchten und wirkt daher sehr realistisch.

Für mich eine interessante Geschichte, welche mich noch nachträglich über das Thema nachdenken lässt.

Veröffentlicht am 05.05.2025

Was Frau alles kann aber nicht muss - Hilfe fürs eigene Ich

Ich dachte, zu zweit muss man nicht alles selber machen
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Wenn wir Frauen im Leben etwas früh lernen, dann das gefühlt wir immer nach benachteiligt werden. Von Statistiken die zeigen das es in der Schule schon losgeht wenn Mädchen schlechter in den Naturwissenschaften ...

Wenn wir Frauen im Leben etwas früh lernen, dann das gefühlt wir immer nach benachteiligt werden. Von Statistiken die zeigen das es in der Schule schon losgeht wenn Mädchen schlechter in den Naturwissenschaften gefördert werden als die Jungs, im Berufsleben bei gleichem Job und Qualifizierung wir weniger verdienen (wie gut das ich das im öffentlichen Dienst bei mir nicht erlebe), wir im Familienalltag die sind welche alles managen um dann bei der Renten angekommen denken: was ist da bloß schief gelaufen.

So hat sich das Autorenduo um Heike Abidi und Lucinde Hutzenlaub genau dieser Themen aus dem Erwachsenenalltag angenommen. In einer schönen Mischung aus eigenen Erfahrungen, die anderer Frauen und Statistiken zeigen sie, wie sehr Frauen unter der Last der Verantwortung leiden können um dann im Mental Load zu landen. Denn irgendwann ist alles zu viel.

Dabei muss es gar nicht soweit kommen. Ja, wir sind Mütter, Ehefrauen, Haushaltskraft, Pflegekraft, Tierhalterin und so einige von uns auch noch Arbeitnehmerin, sei es in Voll- oder Teilzeit. Aber müssen wir das denn alles sein?

Nein.

Denn wenn man Kinder und/oder einen Partner/in daheim hat, so kann man doch auch Hilfe erwarten. In vielen Geschichten um die Erfahrungen der Autorinnen oder anderer Frauen, lernen wir Möglichkeiten wie man sich besser organisieren kann, sich Hilfe dazu holt, Situationen ändert und das so, dass doch das Geschenkt da ist, der Termin geplant, dass Auto durch den Tüv gekommen ist und das Kind saubere Sachen im Schrank hat.

Das Buch beinhaltet viele Tipps und Herangehensweisen vom privaten über den beruflichen über den menschlichen Stress, diesen abzubauen oder zu verhindern.

Auch wichtige Themen wie Unterschiede der Gehälter, Vorstellung von Arbeitsverteilung, Rentenarmut bei Frauen und Gesundheit sind mit dabei.

Das Buch ist nicht zwingend nur für Frauen gedacht, denn auch so mancher Mann kann daraus noch nützliches ziehen. Vor allem vielleicht verstehen, warum die eigene Frau mal was genervter ist.

Ich finde das Buch informativ, humorvoll und nah am Leben. Ein Sachbuch welches herzlich ist und verständlich, vielfältig und wunderbar weiblich und authentisch.

Veröffentlicht am 05.05.2025

Es ist für mich wie ein Game, welches ruhig anfängt, sich unheimlich stark steigert und dann aber der Sättigungszeitpunkt erreicht ist und man dann nur noch dem Ende entgegensieht.

Morgen, morgen und wieder morgen
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Was für ein Buch. Wie ich vom Buch erfahren habe, sagte ich mir das ich es lesen muss. Als Kind der 90er, die ich gerne zocke und neben Erinnerungen an damals auch Einblicke in die Spieleentwicklung erhalte ...

Was für ein Buch. Wie ich vom Buch erfahren habe, sagte ich mir das ich es lesen muss. Als Kind der 90er, die ich gerne zocke und neben Erinnerungen an damals auch Einblicke in die Spieleentwicklung erhalte im Gewand einer Freundschaft und deren Entwicklung.

Mit der Freundschaft von Sadie und Sam nahm für mich das Buch auch eine guten Start auf. Wie die beiden sich in einem Krankenhaus kennen gelernt haben und dann mit Anfang 20, beide studierend, wieder aufeinandertreffen. Gemeinsam ist von Anfang an die Leidenschaft zum Spielen.

Und so fand ich mich auch in manchem Titel der 90er wieder und hatte direkt für mich den Bezug zum Buch gefunden und freute mich wie die beiden noch Kumpel Marx hinzu bekamen und es nicht lange dauerte bis der Erfolg des ersten Spiels zustande kommt.

Im Weiteren erfahren wir wie erfolgreich, aber auch Misserfolge die drei in der Spielebranche sie erleben wissen. Aber auch die persönliche Ebene kommt nicht zu kurz. Liebe, Eifersucht, Dramen, Affären und Schicksäle sind Bestandteil der Geschichte. Gerade die Frage warum Sam eine Gehbehinderung hat und wie seine Vergangenheit aussieht, wird Schritt für Schritt aufgedeckt.

Das Buch ist mit 560 Seiten sicherlich kein Leichtgewicht und auch die Geschichte ist nicht mal eben so in zwei, drei Tagen durchzulesen, sondern sie braucht Zeit um zu sacken. Die Autorin hat keinen klassischen Roman geschrieben der in seinem Stil immer gleichbleibend ist. Wir erleben Rückblenden, Einsicht in Interviews welche in der Zukunft spielen und somit spoilern wie das aktuelle Spiel aufgenommen wird, erfahren im Vorfeld das negative Ereignisse folgen werden. Wir lesen aus Spielszenen von Spielen. Haben die Themen wie Freundschaft, Liebe, Familie, Politik und Unternehmensgründung.

Es ist viel und manchmal auch zu viel. Aber eines ist definitiv zu wenig und das ist die Basis des ganzen Buches. Die fehlende Kommunikation zwischen den dreien, kurz SMS (SamMarzSadie). Denn es kommt zu so vielen unausgesprochenen Worten und Taten. Es wird verschwiegen und auch schonmal gelogen. Zu Gefühlen wird nicht gestanden und wichtiges verheimlicht. Die Freundschaft welche am Anfang noch so stabil und toll wirkte, baut währen der Geschichte immer mehr ab. Leider nicht zu guten, da es ab einem gewissen Punkt zu zäh wurde man gewisse Charaktere einfach nur noch unsympathisch und egoistisch fand.

Für Freunde der 90er und Gamer die sich dem ein oder anderen Spiel und der Idee des Buches erfreuen können, ist es eine gute Geschichte. Aber leider kein Highlight für mich was fünf Sterne verdient hätte. Dafür ist es zu unstrukturiert, zu unsympathisch, zu oft in den Dauerschleifen am hängen und am Ende wie ein Game Over gewesen.

Veröffentlicht am 05.05.2025

Ich bin mehr als mein Zyklus - und wie der Glaube einen unterstützen kann

Eine Zyklus-Theologie (ja, echt!)
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Der Zyklus der uns (regelmäßig) einen großen Teil unseres Lebens begleitet und der theologische Ansatz, was Gott sich dabei dachte. Die folgende Rezension schreibe ich unter der Ansicht einer Atheistin, ...

Der Zyklus der uns (regelmäßig) einen großen Teil unseres Lebens begleitet und der theologische Ansatz, was Gott sich dabei dachte. Die folgende Rezension schreibe ich unter der Ansicht einer Atheistin, welche aber offen für Glaubensansätze ist aber auch allen Wissenschaften gegenüber offensteht.

Die Autorin hat auf 144 Seiten und 6 Kapiteln, wie einem Anhang mit Fragen (Hatte Eva im Garten Eden ihre Periode?), einer Danksagung und einer Übersicht über Christliche und Säkulare Bücher.

Wie der Titel und auch der Klappentext schon sagen, gibt es eine biblische Sicht auf die Periode und der Wissenschaftliche ist eher zweitrangig. Fragen wie: Warum habe ich als Mensch meine Tage jeden Monat, wenn Tiere geschaffen wurden, die sie nur einmal im Jahr haben. Warum haben wir Schmerzen und warum spricht die Bibel vom Sünder, wenn es um Blut geht. Warum müssen wir mit Schmerzen und PMS umgehen.

Die Autorin ist bemüht, auf alle gängigen Fragen einzugehen und findet Vergleiche, Metaphern und Zitate aus der Bibel um Verständnis zu schaffen und der Leserin Kraft zu geben. Hierfür muss man nicht zwingend gläubig sein, aber man kann versuchen dem mehr Raum und Akzeptanz zu lassen.

Sehr schöne Vergleiche wie eine Eisdiele und einem Kapitel zum Thema Geduld sind hierbei für jede lesende Person interessant.

Auch wenn im Voraus klar geäußert wurde, dass es keine biologische Aufarbeitung ist, fehlt mir ein Aspekt besonders, da die Autorin auf die Wechseljahre und die damit verbundene Menopause ausgeht. Und zwar der Tatsachte das es ab dem 37. Lebensjahr schon die Prämenopause gibt und wir nicht erst bis zum 50. Lebensjahr damit warten müssen.

So habe ich selbst erst am Rande zufällig davon erfahren und mit meinen 38. Lebensjahren schon an eine Schwangerschaft gedacht und es ist dabei ein erstes Zeichen der Prämenopause gewesen. Die Autorin hat zwar keinen Aufklärungszwang, aber gerne hätte ich diesen Aspekt gelesen.

Veröffentlicht am 05.05.2025

Weniger Thriller als eine Kaffeklatschrunde für einen gemächlichen Krimi

Murder in the Family
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„Murder in the Family“ ist eine unfassbar interessante Idee, einen Mordfall in einen Roman zu bringen. Das der Mordfall an Luke Ryder nach 20 Jahren immer noch ungeklärt ist, lässt den Stiefsohn und heute ...

„Murder in the Family“ ist eine unfassbar interessante Idee, einen Mordfall in einen Roman zu bringen. Das der Mordfall an Luke Ryder nach 20 Jahren immer noch ungeklärt ist, lässt den Stiefsohn und heute Regisseur Guy Howard nicht los. Zusammen mit dem Produzenten Nick Vincent und einen Team voller Experten, von der Polizei bis hin zur Psychologin, sollen in der der berühmten mehrteiligen Serie Infamous« den Cold Case Fall auflösen. Für diejenigen welche den Begriff Cold Case nicht kennen, so kann man es im deutschen mit der Serie „Aktenzeichen xy“ gleichsetzen.

Die Geschichte wird nun nicht einfach nur runtergeschrieben und mit Dialogen und Erinnerungen an die Vergangenheit gefüllt, sondern wir verfolgen die Dreharbeiten zu jeder einzelnen Folge. So erfahren wir am Anfang des Buches, dass ein Zeitungsautor jede Folge nochmals kurz zusammenfassen wird. Der Start des Buches macht dabei eine 10-monatige Sicht in die Zukunft, die den Lesern bereits offenbart, dass das Team die mordende Person gefunden hat.

Dann springt die Geschichte zurück auf den ersten Drehtag. Wir lesen es in Format von Drehbüchern und Regiehinweisen, welche Kleidung die Person trägt und in welcher Räumlichkeit sie sitzt. Wir lesen den Dialog zwischen den Experten und Interviews mit Beteiligten der Familie, ehemalige Freunde und so manche Verdächtige.

Dabei bröselt die monotone Auflistung der Gespräche der ein oder andere Zeitungsartikel oder Landkarte auf. Man muss sich die Kapitel vorstellen wie eine Aufnahme durch die Produktion: Titelbild der Folge, Zeitungsartikel, Regieplan, dann der offene Dialog/Interviews, welche keine festen Vorgaben haben und das vorlegen neuer Beweise und Erfahrungen, am Ende gibt es noch einen E-Mailaustausch und ein Forum wo sich die Zuschauer unterhalten.

Leider hat mich diese feste Vorgabe und dann doch weniger Hinweise und Besonderheiten dabei zu haben etwas enttäuscht.

Was das die Geschichte super konnte, war zum Ende jeder Folge dem Team und dem Zuschauer einen fetten Cliffhanger reinzuwürgen. (Denkt einfach an die Daylisoaps wo jmd. halb tot ist und erst in der nächsten Folge erfahrt ihr ob er überlebt hat). Aber auch die ständig neuen Enthüllungen waren schon heftig. Teilweise waren es dann etwas zu viele Personen, welche in die Geschichte gezogen wurden.

Ein weiterer Minuspunkt war dann für mich gegeben, wie man etwas mehr über die Experten erfahren hat und was für Zufälle dabei gewesen sind, wer es wurde. Da war die Geschichte, welche ohnehin schon sehr stark an einen Fantasy-Thriller erinnert etwas zu unglaubwürdig geworden.

Und so war das Buch für mich kein Thriller, sondern eher eine Krimi-Dialog-Runde, welche immerhin noch 3,5 Sterne für die originelle Idee erhalten hat. Denn ein Thriller hat andere Schwerpunkte als es das Buch hat.

Alles in allem ist es aber einer interessante Grundidee und mit seinen Wendungen alles andere als Langweilig, nur ein bisschen langatmig gewesen. Und ich war recht früh überzeugt zu wissen wer der Täter war und wurde daher nicht von dem Ausgang überrascht, aber manchmal hat man den direkten Hinweis, schon vor der eigenen Nase, ohne es zu merken…

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