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Veröffentlicht am 05.05.2025

Psychologische Kriegsführung in einer toxischen Schwesternbeziehung

SCHWEIG!
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Wie ein Zuschauer in einem Theater sehen wir das Drama zwischen zweien Schwestern, welche beide das ihre Leben als das perfekte ansehen.

Da wäre Esther, welche in der Kindheit „die Hübsche“ gewesen ist ...

Wie ein Zuschauer in einem Theater sehen wir das Drama zwischen zweien Schwestern, welche beide das ihre Leben als das perfekte ansehen.

Da wäre Esther, welche in der Kindheit „die Hübsche“ gewesen ist und hat heute ihren Mann und die zwei Kinder hat. Sie müssen viel arbeiten um ihre Wohnung zu bezahlen und einmal im Jahr einen überschaubaren Urlaub zu schaffen. Da ist der Neid auf die Schwester Sue, mit ihrem villenartigen Haus mitten im Wald, weit weg vom Stress der Arbeit, der Autobahn und den Schulaufführungen.

Aber auch das Mitleid. Sie ist Single, hat keine Kinder. So möchte Esther dann doch nicht leben. Und somit ist klar, dass sie ihre Schwester zu Weihnachten mit nach Hause nehmen möchte. Immerhin soll sie doch sehen, wie eine perfekte und überaus glückliche Familie sein kann, wenn sie diese schon nicht hat.

Sue, als Kind „die Kluge“, liebt ihr Leben. Ihr Haus, mitten im Wald. Keine Nachbarn, kein Lärm, die Stille die sie genießt. Ihre Küche, sauber und nur mit dem nötigsten bestückt. Sie vermisst nichts.

Doch da steht dann Esther vor ihrer Tür und will sie mit aller Gewalt zu sich holen. Denn wer möchte denn Weihnachten schon alleine sein. So trinkt man Tee, redet und beide wünschen sich die Szene und das Kammerspiel dieser beenden zu können. Denn Sue möchte ihre Ruhe und Esther, Esther ist besonders. So sehr sie ihre Schwester mitnehmen will, flüchten von diesem komischen Ort, mit in ihre chaotische aber liebevolle Wohnung. Zu ihren tollen Kindern und ihren tollen Mann. Ja, da gibt es nur ein Problem. Die Gedanken an das Weihnachtsfest aus dem Vorjahr….

Das Buch beginnt im Wechsel mit Sue und Esther, wir erleben zwei Schwestern mit vollkommen unterschiedlichen Lebensstilen und Ansichten wie sie die Feiertage und ihr Leben generell verbringen möchten. Der Neid, der Frust, die Aggressionen, das Unausgesprochene von der Kindheit bis heute soll sich nach und nach zeigen. So springt der Leser gerade im ersten drittel des Buches immer zwischen den beiden Frauen hin und her und überlegt welche nicht psychisch angeknackst ist und in ihren Gedankengang noch normal erscheint. So wechselt auch die Sympathie von Kapitel zu Kapitel.

Mit dem mittleren Teil erfährt der Leser die Ansichten von Martin und rutscht immer tiefer in das Familiendrama, welches schon in der Kindheit der beiden damaligen Mädchen begonnen hat. Doch es ist alles, aber nicht schwarz und weiß. Denn immer neue Geheimnisse und Geständnisse führen zu einem immensen Druck im Buch, bis es zum großen Knall kommen musste.

Es ist sehr schnell und flüssig zu lesen, die Kapitel teilweise nur zwei Seiten lang, so dass man durch die damit verbundene Spannung und der Neugier der Entwicklung dies kaum aus den Händen geben will. Alles in allem ist es eine tolle und spannende Geschichte, wie weit die toxische Beziehung zweier Schwestern gehen kann. Aber ein Thriller ist es leider nicht. Hierfür fehlen die nötigen Aspekte. Ich kann dennoch eine Leseempfehlung aussprechen, denn Mord und Misshandlung, welche oftmals Teil eines Thrillers sind, können auch auf psychologischer Ebene stattfinden und dies hat die Autorin hier sehr gut rübergebracht.

Veröffentlicht am 05.05.2025

Horror des Surrealismus

Arkham Horror: Dunkle Ursprünge 1 - Collector's Edition
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Anfang des 20. Jahrhunderts, die Zeit wo Houdinis Zaubershows die Welt verzücken, wird der spanische Künstler Juan Hugo Balthazarr für seine surrealistischen Bilder gefeiert. So ist auch der Maler Alden ...

Anfang des 20. Jahrhunderts, die Zeit wo Houdinis Zaubershows die Welt verzücken, wird der spanische Künstler Juan Hugo Balthazarr für seine surrealistischen Bilder gefeiert. So ist auch der Maler Alden Oakes, welcher noch am Anfang steht, ein großer Fan von ihm und sucht auch bei ihm Inspirationen.

Doch Alden hat nicht nur gutes erfahren, so beginnt das Buch damit das er einem Autor die Geschichte erzählen soll, welche sich in Arkham ereignet hat.

Alden beginnt eine Reise durch Europa und erlebt dort eine etwas andere Party in Spanien als wie er es gewohnt ist. Der Alkohol war ziemlich heftig, denn Bilder von Pupen die verbrannt wurden und dabei geschrien haben gehen ihm nicht aus dem Kopf. Zu Hause angekommen erfährt er, dass seine Ex Minnie seinen Kumpel Preston heiraten will. Er lernt dann die interessante Nina kennen, welche sich mit merkwürdigen Todesfällen in Arkham beschäftigt.

Die Spuren führen in die Künstlerkommune von Arkham, wo auch Balthazarr bald auftaucht. Es beginnen heftige Partys, Rauschzustände, Visionen und mehr Menschen die verschwinden und teilweise tot aufgefunden werden. Alden und Nina merken, dass die surrealistische Kunst mit seinen verstörenden Ideen mehr als nur dies ist.

Das Buch hat eine Hand voll Tote, aber der Horror ist eher schleichend und bedrückend. Der Spaziergang im Dunkeln mit dem Gefühl verfolgt zu werden. Gegenstände die lebendig werden. Menschen die einem Angst machen und das Gefühl von Gänsehaut alle paar Seiten.

Der Horror ist nicht offensichtlich, sondern geheimnisvoll. Nach und nach werden kleine Puzzleteile aufgedeckt und der Leser versteht es schneller als Alden und Nina, wobei wir immer nur Aldens Sichtweise lesen. Aber dennoch bleibt es bis zur letzten Seite spannend. Das Ende ist dann nochmal richtig überraschend gewesen.

Die Schreibweise ist dem Zeitalter passend manchmal etwas älter aber doch absolut passend und verständlich geschrieben. Die Kapitel sind nicht zu lang und alles in allem war es nie langweilig. Für mich eine interessante Erfahrung aus dem Universum des Arkham.

Veröffentlicht am 05.05.2025

Interessante Version der Muttergeschichte von Robert Louis Stevenson

Der geheimnisvolle Mr. Hyde
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Im folgenden Buch erzählt Edward Hyde seinem Freund Robert Louis Stevenson eine unglaubliche Geschichte. Dieser ist in unserer realen Welt bekannt als der Geschichtenvater von „Der seltsame Fall des Dr. ...

Im folgenden Buch erzählt Edward Hyde seinem Freund Robert Louis Stevenson eine unglaubliche Geschichte. Dieser ist in unserer realen Welt bekannt als der Geschichtenvater von „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“.

In seiner Erzählung geht Hyde in die Vergangenheit und erklärt ihm, dass folgendes zwei Jahre zuvor passiert ist. Er war damals Capitain der Edinburgher Polizei und diese wurde damals von verschiedenen Vorfällen geplagt. Ein Toter, zeremoniell getötet, eine bekannte Tochter der Stadt verschwunden, Okkultismus und der Hang zum Teufel sind präsent.

In all diesem Geschehen gibt es die persönliche Geschichte von Mr. Hyde. Dieser hat immer wieder Gedächtnislücken und phantastische Träume voller Gewalt und mit dem Blick auf Verstorbene. Um sich hier helfen zu lassen, holt er sich Hilfe beim Arzt Dr. Samuel Porteous. Dieser gibt ihm Medikamente und bezeichnet seine Aussetzer als Epilepsie. Doch Hyde will dieser Diagnose nicht glauben und begibt sich auf die Suche nach Antworten. Vor allem da der Doktor getötet wird und er mit als einer von zwei Verdächtigen gilt.

Die Geschichte ist nicht neu und hat mit Robert Louis Stevenson sein Leben gefunden. Doch Craig Russel gibt diesem ein neues Gewand. Die Sprache von der jetzigen Gegenwart bis hin zu der damaligen ist alles mit dabei, manchmal muss man sich umstellen um dabei nicht den Faden zu verlieren. Passagenweise ist das Buch etwas träge im Großen und Ganzen lass es sich jedoch sehr gut.

Sehr gut gefallen haben mir die Andeutungen an Geschehnisse und Personen von damals. So hat auch der ehemalige Assistent Dr. Canon Doyle seinen Beruf an den Nagel gehängt und sich dazu entschieden Romane zu schreiben. Sehr erfolgreich, wenn man weiß wessen Bücher von ihm stammen. So bin ich ebenfalls sehr positiv von der Rolle der Dr. Burr als weibliche Ärztin angetan gewesen.

Dr. Hyde selbst war für mich etwas trocken in seinem Charakter und auch etwas blass. Man versteht seine Sorgen und seine zurückhaltende Art gegenüber anderen Menschen, mir fiel es aber schon etwas schwer ihn näher an mich ran zu lassen.

Das Buch erfindet das Rad nicht neu und wenn man das Original kennt ist es vielleicht etwas langweilig, aber darüber hinaus ist es für mich ein Historischer Krimiroman mit interessanten Ideen und einer guten Aufarbeitung der Originalfassung.

Veröffentlicht am 05.05.2025

Die Geschichte zum Koffer aus Animant Crumbs Staubchronik

Elisa Hemmiltons Kofferkrimi
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„Elisa Hemmiltons Kofferkrimi“ bringt uns zurück in die Welt von Animant Crumbs Staubchronik. Wo

Im Hauptbuch ein Koffer durch das Bibliotheksdach gefallen ist und im weiteren Buch gar keine Beachtung ...

„Elisa Hemmiltons Kofferkrimi“ bringt uns zurück in die Welt von Animant Crumbs Staubchronik. Wo

Im Hauptbuch ein Koffer durch das Bibliotheksdach gefallen ist und im weiteren Buch gar keine Beachtung mehr erhalten hatte.

In diesem Buch erleben wir die weiteren Geschehnisse in Form eines Berichtes an die Polizei von Elisa und Jamie, welche berichten wie diese den Fall des Koffers selbständig gelöst haben. Der Fall „David Brighton“ bringt uns näher an die Nebencharaktere, welche wir bei Animant bereits kennen gelernt haben.

So ist Elisa nach wie vor die junge, weibliche Studentin welche gefördert wird und nicht auf den Mund gefallen ist. Sie weiß um die richtigen Manieren aber oft genug möchte sie die Menschen schockieren und reizen aus ihrer starren Haltung herauszubrechen. So ist sie ein schlauer Kopf und dazu die offene und direkte Art. Der Bericht wird von ihr verfasst und hat vereinzelt Anmerkungen, welche mit Nummern versehen sind und am Ende des Buches stehen. Von kleinen Anmerkungen der Erklärung bis hin zur Kabbelei mit Jamie ist alles dabei.

Jamie ist die zweite wichtige Person in diesem Buch, denn er geht mit Elisa auf die Suche nach dem Täter. Als Uhrmacher weiß er Baupläne zu lesen und ist daher interessiert daran, welche Maschine auf dem Papier existiert und dafür sorgte das David Brighton sterben musste.

Die Geschichte spielt in der gleichen zeitlichen Schiene wie die Hauptstory, nur das Animant zu diesem Zeitpunkt gerade bei ihrer Familie ist und den Abstand zu Reed gesucht hat. So dass sie immer nur am Rande erscheint, aber eher eine sehr kleine Nebenrolle einnimmt.

Das Buch hat den gleichen Sprachstil wie es bereits von der Staubchronik bekannt ist und die Charaktere bekommen mehr Raum und Zeit sich zu entfalten. Der rote Faden liegt vor und man erfährt nach und nach was es mit dem Koffer und dem Mord auf sich hat.

Für mich eine schöne, wenn auch umfangreiche Nebenstory, welche interessant für Fans der Hauptgeschichte ist.

Veröffentlicht am 05.05.2025

Minimalismus für den Anfänger in uns

Mehr vom Weniger
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"Mehr vom weniger - Minimalismus für Anfänger" von Jelena Weber ist ein sehr schönes Einstiegsbuch für alle, welche sich mit dem Thema Minimalismus für Anfänger beschäftigen wollen.

Die Autorin führt ...

"Mehr vom weniger - Minimalismus für Anfänger" von Jelena Weber ist ein sehr schönes Einstiegsbuch für alle, welche sich mit dem Thema Minimalismus für Anfänger beschäftigen wollen.

Die Autorin führt die Leser dabei durch verschiedene Bereiche des Lebens und nicht nur durch das physikalische Wohnen. Wichtig ist ihr dabei immer ganz klar zu betonen, dass man diese Entscheidung selbst treffen muss, es ohne Druck und mit der eigenen Vorstellung von Minimalismus verbinden sollte.

So gibt es ein Kapitel welches sehr gut aufzeigt, welche Vorteile Minimalismus im Kleiderschrank bringen. Vom eigenen Geldbeutel der genauso geschont wird, wie die Umwelt. Den Minimalismus kann man hierbei in allen Räumen der Wohnung nutzen um zum einen Platz zu schaffen, Freie Stauräume nicht als solche zu nutzen und zugleich auch in manchen Aspekten der Umwelt aber auch der eigenen Seele etwas Gutes tun. So finden sich auch Kapitel über Minimalismus zum Thema Arbeit und Social Media.

Die Kapitel sind übersichtlich und haben viele Tipps und Übersichtslisten wo man anfangen kann dies umzusetzen. In Interviews mit Menschen, welche sich auf ihren Gebieten schon länger mit dem Thema vertraut machen, erfährt man wie man den Einstieg dahin finden kann oder zum Beispiel über deren YouTube-Kanäle informiert werden kann.

Das Buch ist für jemanden der neu in diese Thematik hineinkommt wirklich gut, da es nicht überfordert, sondern in kleinen Schritten arbeitet. So manches Thema ist dabei vielleicht nicht für jeden interessant oder auch mal etwas zu schlank gehalten. Sehr gerne hat die Autorin im Buch immer wieder auf ihr erstes Buch verwiesen, wo das Thema Aufräumen und Ausmisten im Vordergrund steht. Denn diese Kernaufgabe ist nun einmal Bestandteil des Minimalismus und geht daher Hand in Hand über.

Wer sich mit dem Thema beschäftigen will, kann sich das Buch guten Gewissens kaufen oder hat sogar jemanden wo er es leihen kann um an dieser Stelle direkt mit dem Minimalismus im Bücherregal anzufangen.