Tolle Protagonisten mit Hang zur Selbstzerstörung, aber interessant und aufregend!
The Wind Weaver (Wind Weaver 1)„The Wind Weaver – Sturmverführt“ ist mein erster Roman der Autorin Julie Johnson und ich war so gespannt darauf, was da alles auf mich zukommen würde. Das Cover ist einfach der Hammer, es gefällt mir ...
„The Wind Weaver – Sturmverführt“ ist mein erster Roman der Autorin Julie Johnson und ich war so gespannt darauf, was da alles auf mich zukommen würde. Das Cover ist einfach der Hammer, es gefällt mir außerordentlich gut. Die Farben, der Phönix, toll. Was mir daran aufstößt, es hat nichts mit der Geschichte zu tun. Es gibt keinen Phönix, und die Hauptprotagonistin ist eine Windweberin, und für mich stellt ein Phönix Feuer dar. Man könnte sagen, dass sie nach langer Zeit „wiederaufersteht“, ihre Kräfte annimmt und der Phönix ja fliegen kann, ist aber doch weit hergeholt und für mich nicht schlüssig.
Zum Aufbau des eBooks. Es gibt ein Glossar und auch eine Landkarte, welche sehr wichtig wäre, wenn das eBook diese auch richtig anzeigen würde. Ich habe alles ausprobiert, Größen ändern, Querformat, aber die Landkarte wird einfach nie ganz angezeigt und hat so ihren Sinn beim eBook komplett verfehlt. Bitte korrigieren, wenn möglich! Ich musste mir aus der Leseprobe die Karte abfotografieren, denn ich brauchte ein wenig um in die Karte und das Land eintauchen zu können. Die Geschichte wird nur aus der Sicht von Rhya erzählt und hat einen äußerst flüssigen und leichten Erzählstil, sodass man wunderbar durch das ganze Geschehen kommt.
In dem Buch geht es um die Halbfae Rhya, welche von Soldaten gefangen wurde und ihre Hinrichtung erwartet. Da wird sie jedoch zu ihrer Verwunderung von dem mysteriösen General Scythe gerettet, welcher für sie seine eigenen Leute meuchelt. Mit ihr auf der Flucht, da sie von Soldaten verfolgt werden, brennt in ihr eine neue Kraft, welche die Rettung des Landes bedeuten könnte.
Die Geschichte nimmt gleich zu Anfang einen düsteren Anfang und zeigt wie grässlich diese Welt sein kann. Rhya ist schlau, mutig und im Zwiespalt mit ihren Kräften. Ich finde es klasse, dass man sieht, wie sie erst mit ihren Kräften umzugehen lernen muss, dass es nicht so leicht ist, wie erwartet, und diese sie auch zerstören könnten. Nach und nach versucht sie damit umzugehen, macht Fehler und lernt. Sie ist eine Person mit Fehlern, ist Heilerin und möchte niemandem wehtun, hat aber auch nichts dagegen sich zu verteidigen, wenn nötig. Auch hat sie ein großes Mundwerk und weiß sich zu behaupten, was mir sehr gefällt.
Scythe ist anfangs ja vielleicht ein Rüpel und ungehobelt in seinem Benehmen, was ich eigentlich nicht ganz verstehe. Der Trope ist ja Enemies to Lovers, was aber nicht zutrifft, denn er war nie ihr Feind. Man kann verstehen, wieso man das denkt, denn er benimmt sich wirklich wie ein Grobian und führt sich äußerst gemein auf. Scythe ist anfangs sehr mysteriös, aber nach und nach, mehr in die Story verstrickt, erkennt man, wieso er so ist, was er alles durchmachen musste um Rhya zu finden, um sie am Leben zu erhalten. Das entschuldigt aber noch lange nicht sein Verhalten. Anfangs war er wie gesagt sehr grob und fast schon gleichgültig, danach kontrollierend und sehr beschützerisch. Zwischenzeitlich erkennt man, das ihm wirklich an ihr liegt, aber bei seinen Gefühlen kriegt man schon fast ein Schleudertrauma.
Es ist eine Slow Burn, Spice gibt es nicht viel, und das hat alles gut zusammengepasst. Beide haben in ihrem Leben schon viel erlebt und mitmachen müssen. Sie versuchen die Scherben und ihre Leben und wieder zusammenzusetzen. Und wie sollte es besser gehen als zu zweit? Die Geschichte hat auch recht viel Spannung, immer gibt es einen Angriff, man muss sich wehren, dabei lernt man immer wieder Neues kennen. Neue Landschaften, neue Personen, neue Feinde, ob menschlich, tierisch oder magisch. Scythes Freunde sind auch meine Freunde geworden, jeder hat seinen ganz eigenen Charme und sind tolle Menschen, bringen Witz und Humor mithinein. Alle miteinander haben viel erlebt.
Das Buch an sich war sehr gut, gutes Tempo, flüssiger Schreibstil, wenn mir auch die Landschaft und deren Städte und das drumherum noch immer schwerfällt, war es doch eine spannende und aufregende Geschichte, welche ich auch schnellstmöglich zu Ende lesen wollte. Aber trotzdem ist bei mir der Funke nicht so richtig übergesprungen. Die Protagonisten sind alle toll, die Story interessant, aber es fehlte mir etwas. Die Liebesbeziehung zwischen Scythe und Rhya hätte ein wenig mehr Romantik und weniger toxisch sein können, es war öfters anstrengend den beiden zu folgen. Ich hätte gerne wahnsinnig mehr über die Magie erfahren und warum es immer nur vier Verbliebene sein können usw. Das Ende des Buches war grauenvoll, fesselnd und auch ein wenig chaotisch. Jetzt wissen wir aber, was uns im zweiten Band erwarten kann, und ich bin auch darauf gespannt. Ein gutes Buch, was mich super unterhalten hat.
Hiermit möchte ich mich noch recht herzlich bei Forever by Ullstein und NetGalleyDE für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars bedanken, wobei meine Meinung jedoch in keinster Weise beeinflusst wurde.