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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.09.2025

Positiv überrascht

Shield of Sparrows
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Der Markt an Romantasy Büchern ist im Moment groß und kaum überschaubar. Da die Inhalte oft ähnlich klingen, sind meine Erwartungen oft eher zurückhaltend. Dieser Roman hat mich aber sehr überrascht und ...

Der Markt an Romantasy Büchern ist im Moment groß und kaum überschaubar. Da die Inhalte oft ähnlich klingen, sind meine Erwartungen oft eher zurückhaltend. Dieser Roman hat mich aber sehr überrascht und das positiv.
Die Geschichte beginnt langsam und auch die Protagonistin Odessa konnte mich zu Beginn nicht überzeugen, zu sehr lässt sie sich von ihren Eltern und ihrer Schwester herumschubsen. Erst mit der überraschenden Zwangsheirat kann man als Leser erleben, wieviel stärker Odessa ist. Der langsame Aufbau lässt Platz für Odessas innere Entwicklung und gibt der Autorin die Möglichkeit für ein atmosphärisch dichtes Worldbuilding. Dazu kommt eine sehr langsam aufkeimende Liebesgeschichte, die zwar nicht wirklich überraschend war, aber mir dennoch sehr gefallen hat, da sie nicht zu kitschig wurde.
Mir hat besonders gefallen, dass der Roman immer wieder überraschende Wendungen hatte und ich als Leserin bei der Vielzahl an Geheimnissen mit der Protagonistin miträtseln konnte. Die Geschichte nahm immer mehr an Spannung und Geschwindigkeit zu. Zum Teil wurde es brutal, es passte aber zur Geschichte.
Für mich ein spannungsgeladener Roman, der zwar aber einen langsamen Aufbau hat, aber dennoch nicht langatmig ist. Die Protagonisten sind mir sympathisch und ihre Entwicklung ist schlüssig. Zu den Nebencharakteren hätte ich gerne mehr erfahren, aber vielleicht kommt dies noch in den Folgebänden. Das Worldbuilding ist sehr gelungen, ich konnte mir die verschiedenen Handlungsorte und auch die Monster sehr gut vorstellen. Ich kann es kaum erwarten den Folgeband zu Lesen, da das Ende auch noch so viele Fragen offenließ.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Eine wunderbare Satire

Das Geschenk
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Als 2024 der botswanische Präsident gedroht hatte Elefanten nach Deutschland zu schicken, als Revanche, weil Deutschland die Einfuhr von Jagdtrophäen verboten hatte, dachte ich das geschieht der scheinheiligen ...

Als 2024 der botswanische Präsident gedroht hatte Elefanten nach Deutschland zu schicken, als Revanche, weil Deutschland die Einfuhr von Jagdtrophäen verboten hatte, dachte ich das geschieht der scheinheiligen westlichen Welt gerade recht. Ich bin kein Freund von Jagen als Sport, aber ich kann verstehen, dass ein afrikanischer Präsident es anmaßend findet, dass hier in Deutschland entschieden wird, mit getöteten Elefanten darf kein Geld verdient werden. Denn hier in Deutschland muss man sich auch nicht mit den Auswirkungen von Großtieren auseinandersetzen. Hier ist das Geschrei schon groß, wenn ein Wolf auftaucht, wie wäre es erst, wenn hier wieder Bisons und Großbären rumliefen.
Umso erfreuter war ich, dass sich Gaea Schoeter diesem Thema angenommen hat und das in wunderbarer satirischer Form. In ihrem Roman macht der botswanische Präsident ernst und schickt die Elefanten wirklich nach Deutschland. Erst nach und nach wird den Regierenden und der Bevölkerung bewusst, was das bedeutet. Der fiktive Bundeskanzler Hans Christian Winkler manövriert sich in der Folge durch medienwirksame PR-Auftritte und politische Floskeln. Dabei offenbart sich eine Gesellschaft, die zwischen Sensationslust, Mitgefühl, Fremdenfeindlichkeit und ökologischem Wunschdenken hin- und hergerissen ist. Wie so oft werden Elefantenbabys wegen ihrer Niedlichkeit bejubelt, aber ein Elefant, der den Vorgarten zertrampelt, verdammt.
Mir hat besonders gefallen, wie die Autorin gekonnt den Finger auf die Selbstgerechtigkeit der westlichen Welt zeigt. Dabei bleibt das Buch leicht und locker mit viel trockenem Humor. Es macht Freude es zu lesen. Ein schmales, humorvolles Buch für zwischendurch, welches aber auch zum Nachdenken anregt und vielleicht dafür sorgt, die Probleme der Welt nicht immer vom westlichen Von-oben-herab-Blick zu betrachten.

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Rätseln bis zum überraschenden Ende

Das heimliche Zimmer: Thriller
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Trotz, dass es bereits der 10. Teil der Reihe um die Kommissarin Laura Kern ist, kann der Roman auch gut unabhängig voneinander gelesen werden, da die Geschichte in sich abgeschlossen ist. Nur wenn man ...

Trotz, dass es bereits der 10. Teil der Reihe um die Kommissarin Laura Kern ist, kann der Roman auch gut unabhängig voneinander gelesen werden, da die Geschichte in sich abgeschlossen ist. Nur wenn man auch mehr an der Entwicklung der Protagonisten und ihre privaten Verwicklungen interessiert ist, ist es sinnvoll die Reihe chronologisch zu lesen.
Die Thriller von Catherine Shepherd beginnen oft aus der Sicht des Opfers, so dass ich als Leserin sofort emotional im Verbrechen dabei bin. Diesmal startete der Roman aus Sicht eines Freundes des Opfers oder seinen Mörder, man weiß es nicht oder besser er weiß es selbst nicht. Sehr geschickt der Einstieg, denn damit beginnt das Ratespiel.
Eine große Stärke der Romane der Autorin ist es, dass sie es schafft falsche Fährten, überraschende Wendungen und ein ständiges Gefühl der Bedrohung durchgängig im Roman abzubilden. Dazu ist der Erzählstil gewohnt packend: kurze Kapitel und wechselnde Perspektiven sorgen dafür, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Auch die Charakterzeichnung ist gelungen. In diesem Teil sind die privaten Probleme der Ermittler eher im Hintergrund, was mir gut gefiel, aber dennoch ist die Charakterzeichnung nicht oberflächlich. Die Ermittler haben Ecken und Kanten und wirken damit umso menschlicher.
Mich hat dieser Teil wieder mehr überzeugt als der Vorgängerband, da die Geschichte für mich noch überraschender gestaltet war.

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Veröffentlicht am 07.08.2025

Spannende Geschichte für Erstleser

Andor Junior, Bücherhelden 1. Klasse, Die geheime Botschaft
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Mein Sohn hat große Schwierigkeiten beim Lesen lernen, weshalb ich immer wieder auf der Suche nach Büchern, die spannend sind, aber gleichzeitig auch einfach zu lesen. Diese Kombination ist nicht einfach. ...

Mein Sohn hat große Schwierigkeiten beim Lesen lernen, weshalb ich immer wieder auf der Suche nach Büchern, die spannend sind, aber gleichzeitig auch einfach zu lesen. Diese Kombination ist nicht einfach. Dieser Roman versprach schon mal ein passendes Thema für meinen abenteuerlustigen Sohn.
Zu Beginn des Buches, werden alle Protagonisten kurz vorgestellt, das macht es einfacher direkt mit der Geschichte zu starten. Die Geschichte ist einfach, aber spannend. Jede Seite ist farbig illustriert Sie begleiten die Geschichte und helfen dabei, das Gelesene visuell zu erfassen. Die Bilder sind detailreich, bunt und laden zum Entdecken ein echter Pluspunkt für Kinder, die noch nicht viel Leseerfahrung haben.
Auch sprachlich ist das Buch hervorragend auf Erstleser abgestimmt. Die Sätze sind kurz, klar und gut verständlich. Dadurch wird der Lesefluss erleichtert, und Kinder können schnell erste Erfolgserlebnisse beim Lesen haben. Die Schrift ist groß und übersichtlich gesetzt, was zusätzlich unterstützt.
Sehr positiv fiel mir auf, dass es immer wieder Rätsel gibt, die zur Geschichte passen. Rätsel und/oder Fragen gibt es zwar oft in Leseanfängerbüchern, aber die stehen oft am Ende des Buches, hier sind sie praktisch integriert.
Fazit:
Ein rundum gelungenes Kinderbuch, das mit schönen Illustrationen und einfacher Sprache überzeugt.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Ein wunderbarer Wohlfühlroman ohne Kitsch

Anne in Avonlea
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Auch wenn ich von dem Klassiker Anne of Green Gables bereits gehört habe, habe ich Anne erst durch die Netflixserie kennengelernt. Umso so gespannter war ich auf eine Fortsetzung, um noch mehr über Annes ...

Auch wenn ich von dem Klassiker Anne of Green Gables bereits gehört habe, habe ich Anne erst durch die Netflixserie kennengelernt. Umso so gespannter war ich auf eine Fortsetzung, um noch mehr über Annes Leben zu erfahren.
L. M. Montgomery schafft es erneut, mit viel Feingefühl und einem Hauch Poesie eine Welt zum Leben zu erwecken, die man am liebsten nie verlassen möchte. Anne ist älter geworden, aber kein bisschen weniger charmant – klug, herzlich und immer noch voller Fantasie. Als frischgebackene Lehrerin begegnet sie neuen Herausforderungen, bleibt dabei aber ganz sie selbst: neugierig, mitfühlend und voller Ideen.
Besonders schön sind die zahlreichen liebevoll gezeichneten Nebenfiguren, etwa der mürrische Mr. Harrison oder die lebhaften Zwillinge Davy und Dora, die Anne ordentlich auf Trab halten. Auch Marilla wächst einem in ihrer stillen, pragmatischen Art noch mehr ans Herz. Die ländliche Kulisse von Avonlea ist detailreich beschrieben – man kann den Duft der Apfelblüten fast riechen und das Rascheln der Blätter hören.
Montgomerys Schreibstil ist ruhig, bildhaft und sehr atmosphärisch. Sie versteht es meisterhaft, kleine Alltagsmomente bedeutungsvoll und berührend zu gestalten. Anne in Avonlea ist ein liebevoll erzählter Wohlfühlroman, der einen daran erinnert, wie viel Schönheit im Alltag und in echten menschlichen Verbindungen liegt.
Das Buch hat ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis, von der Gestaltung her, könnte es etwas moderner und mutiger sein. Die gedeckten Farben passen nicht so richtig zur Lebensfreude von Anne.

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