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Veröffentlicht am 08.05.2025

Spannende Krimis mit viel Lokalkolorit

Wer mordet schon in Köln?
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„Wer mordet schon in Köln?“ ist eine Sammlung von elf Kriminalgeschichten aus der Feder von Regina Schleheck. Teilweise spielen die Geschichten in der Gegenwart, teilweise in der Vergangenheit; Handlungsort ...

„Wer mordet schon in Köln?“ ist eine Sammlung von elf Kriminalgeschichten aus der Feder von Regina Schleheck. Teilweise spielen die Geschichten in der Gegenwart, teilweise in der Vergangenheit; Handlungsort ist – wie der Titel schon nahelegt – immer Köln. Es würde den Rahmen einer Rezension sprengen, alle Geschichten detailliert vorzustellen, daher hier nur ein kurzer Teaser der Inhalte der Geschichten: Eine junge Frau trifft einen Fremden an Karneval, was ihrer Familie missfällt; 1867 findet ein Mord im Schauspielermilieu statt; eine junge Frau geht eine Beziehung mit ungeahnten Folgen ein; eine jüdische Schule in Köln wird von den Nationalsozialisten bedrängt; ein Obdachloser geht auf einen Rachefeldzug; ein Mann muss sich seiner Familiengeschichte stellen; ein Schulausflug verläuft anders als geplant; eine Entführung rund um den Effzeh geht schief; ein Nachbarschaftsstreit eskaliert; ein Mann erfährt etwas über seine Kindheit und ein Sohn will den Tod seines Vaters und Großvaters rächen. Man merkt schon: Inhaltlich sind die Geschichten sehr vielfältig. Was sie eint, ist der Handlungsort Köln: So spazieren wir durchs Eigelstein-Viertel, begeben uns nach Deutz, besuchen das Römisch-Germanische Museum, die Hohenzollernbrücke und die Goldene Kammer in St. Ursula. Einzelne Handlungsorte und Hintergrundinformationen sind in allen Geschichten fundiert recherchiert und werden jeweils nach den Geschichten in 125 sog. „Freizeittipps“ erläutert (Der Begriff Freizeittipp ist hier weit gefasst und beinhaltet eher Informationen zur Geschichte Kölner Orte (z. B. zum Hauptbahnhof, Museen oder dem Volksgarten)). Die Erzählperspektive der einzelnen Geschichten differiert: So finden sich neben Er-/Sie- und Ich-Erzähler auch allwissende Erzählinstanzen und ein Du-Erzähler. Tempomäßig werden die Geschichten spannungsreich und durchdacht erzählt, wobei auch mit Lesegewohnheiten gespielt wird (insbesondere „Vatermörder“ ist hier hervorzuheben). Insgesamt ist „Wer mordet schon in Köln?“ eine spannende Kriminalgeschichten-Anthologie mit viel Lokalkolorit.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Ein schöner Fantasyroman

Der Palast im Himmel
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Inhalt: Der junge Abdullah führt ein ruhiges Leben als Teppichhändler im Sultanat Rashput – bis ein Fremder erscheint, der ihm einen fliegenden Teppich verkauft. Dieser führt Abdullah nächtens in einen ...

Inhalt: Der junge Abdullah führt ein ruhiges Leben als Teppichhändler im Sultanat Rashput – bis ein Fremder erscheint, der ihm einen fliegenden Teppich verkauft. Dieser führt Abdullah nächtens in einen prachtvollen Garten, in dem er der Prinzessin Blume-in-der-Nacht begegnet. Beide verlieben sich augenblicklich ineinander, doch gerade, als sie Pläne für ihre Zukunft schmieden, erscheint ein Djinn, der die Prinzessin entführt…

Persönliche Meinung: „Der Palast im Himmel“ ist ein Fantasyroman von Diana Wynne Jones. Er spielt in der Welt von „Das wandelnde Schloss“, weshalb es sinnvoll ist, zuerst den ersten Teil der Reihe zu lesen. Erzählt wird die Handlung von einem allwissenden Erzähler, der meist in die Perspektive von Abdullah schlüpft. Gerade der Beginn der Handlung ist von den „Geschichten aus tausendundeiner Nacht“ inspiriert: Abdullah muss, ausgestattet mit einem magischen Teppich sowie einem Flaschengeist, einige Abenteuer bestehen, um Blume-in-der-Nacht wiederzusehen (wie bspw. einen Banditenüberfall); märchenhafte Elemente besitzen besonders Blume-in-der-Nacht und ihr Garten. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto deutlicher wird aber, dass „Der Palast im Himmel“ in der gleichen Welt wie „Das wandelnde Schloss“ spielt. So sucht Abdullah Handlungsorte aus dem Vorgängerroman auf und trifft auf bereits bekannte Figuren (wie z. B. Sophie oder Howl). Dabei ist die Einbindung der „Das wandelnde Schloss“-Figuren schön durchdacht und mit der ein oder anderen überraschenden Wendung verbunden (hierzu würde ich gerne viel mehr schreiben, weil ich das wirklich klasse fand, aber dadurch würde ich zu viel spoilern). Der Erzählstil ist anschaulich und detailliert, sodass beim Lesen unweigerlich ein Kopfkino entsteht. Auch ist „Der Palast im Himmel“ eine humorvolle Erzählung: Einerseits wird häufig ein ironischer Ton angeschlagen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Abdullah spricht mit ausgesuchter Höflichkeit, was bisweilen zu humorvollen Anreden führt. Andererseits bricht der Roman im großen Finale mit dem zu Beginn der Handlung anzitierten „damsel in distress“-Trope, was zu einigen lustigen Szenen führt. Insgesamt ist „Der Palast im Himmel“ ein flüssig zu lesender Fantasyroman mit einigen schönen Wendungen.

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Ein hochspannender Thriller

Die Therapie
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Inhalt: Vor vier Jahren verschwand die Josephine, die Tochter des Psychiaters Viktor Larenz, unter mysteriösen Umständen spurlos: Viktor sah sie in das Sprechstundenzimmer eines Arztes gehen, doch dieser ...

Inhalt: Vor vier Jahren verschwand die Josephine, die Tochter des Psychiaters Viktor Larenz, unter mysteriösen Umständen spurlos: Viktor sah sie in das Sprechstundenzimmer eines Arztes gehen, doch dieser behauptet, nie mit Josephine gesprochen zu haben. Nun, vier Jahre später, zieht sich der trauernde Viktor auf eine abgelegene Nordseeinsel zurück, um den Verlust der Tochter zu verarbeiten. Doch plötzlich klopft Anna, eine junge Frau, an seine Türe und möchte Therapietermine bei ihm nehmen. Sie ist Kinderbuchautorin und behauptet, Figuren, über sie sie schreibt, würden lebendig werden. Als wäre dies nicht schon irritierend genug, erzählt sie zudem die Geschichte eines kleinen Mädchens, deren Verschwinden Josephines verdächtig gleicht…

Persönliche Meinung: „Die Therapie“ ist ein Thriller von Sebastian Fitzek. Erzählt wird er von einem auktorialen Erzähler, der meist in die Perspektive von Viktor schlüpft. Die Handlung ist ungemein fesselnd. Dies hängt einerseits mit den Figuren zusammen. Sowohl Viktor als auch Anna sind undurchsichtig, scheinen irgendetwas zu verbergen. Andererseits sorgt der Handlungsort Parkum für Spannungsmomente: Dinge verschwinden von der Insel, in Viktors Ferienhaus erscheinen ungebetene Gäste und die Inselbewohner können sich nicht mehr an Dinge erinnern, die sie zuvor noch zu Viktor gesagt haben. Bisweilen hat man hier daher das Gefühl, Mystery bzw. Horror zu lesen, was mir sehr gefallen hat. Jedes Kapitel endet zudem mit einem Cliffhanger, sodass man unbedingt weiterlesen möchte. Auch die Auflösung der Handlung hat mir sehr gut gefallen, da hier schöne Twists eingebaut werden, mit denen man kaum rechnen konnte. Insgesamt ist „Die Therapie“ ein fesselnder, wendungsreicher Thriller mit einer permanent hohen Spannungskurve.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Abwechslungsreiche Geschichten aus dem Mumintal

Die Mumins. Geschichten aus dem Mumintal
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„Geschichten aus dem Mumintal“, verfasst von Tove Jansson, ist eine Sammlung von neun, voneinander unabhängigen Erzählungen, in denen verschiedene Figuren aus der Muminwelt auftreten. Den Auftakt bildet ...

„Geschichten aus dem Mumintal“, verfasst von Tove Jansson, ist eine Sammlung von neun, voneinander unabhängigen Erzählungen, in denen verschiedene Figuren aus der Muminwelt auftreten. Den Auftakt bildet „Die Frühlingsmelodie“. Protagonist der Erzählung ist der Schnupferich, der nach einer Wanderung eine Melodie für Mumin komponieren möchte, dabei aber von einem kleinen Tier gestört wird. In „Ein schrecklicher Tag“ bieten sich ein kleiner Homsa sowie die kleine Mü einen Dichterwettstreit, wer die gruseligere Geschichte erzählen kann. Die dritte Geschichte „Die Filifjonka, die an Katastrophen glaubt“ handelt von einer Filifjonka, die sich permanent davor fürchtet, ihre Besitztümer zu verlieren, was sie sehr einengt. In „Die Geschichte vom letzten Drachen auf der Welt“ entdeckt Mumin einen kleinen Drachen. „Der Hemul, der die Stille liebte“ erzählt die Geschichte eines Hemuls, der mit seiner Arbeit im Vergnügungspark unzufrieden ist. Die folgende „Geschichte vom unsichtbaren Kind“ handelt von Ninni, einem Mädchen, das aufgrund des Spotts durch ihre Tante unsichtbar geworden ist. Bei den Mumins lernt sie Wertschätzung, sodass sie schrittweise sichtbar wird. In „Das Geheimnis der Hatifnatten“ versucht Muminvater die Ursprünge der permanent umherreisenden Hatifnatten zu ergründen. „Cedric“ ist eine moralische Erzählung um die Last des (übermäßigen) Besitzes. Den Abschluss bildet „Der Tannenbaum“, eine, wie der Titel schon andeutet, Weihnachtserzählung mit humorvoller Note: Am Weihnachtstag werden die Mumins aus ihrem Winterschlaf geweckt, wissen gar nicht, was Weihnachten ist, und vermuten in dem Fest eine herannahende Katastrophe. Man merkt schon: Die Geschichten sind sehr abwechslungsreich. Geeint werden sie aber dadurch, dass sie, obwohl vordergründig für Kinder geschrieben, tiefsinnige, existentielle Problemlagen des Menschseins wie Verlustängste, Erkennen/Artikulieren von Bedürfnissen, Einsamkeit oder Sehn- und Eifersucht behandeln. Mir persönlich haben die Geschichten am besten gefallen, in denen die Kernfiguren (die Muminfamilie, Schnupferich etc.) vorkommen – was aber nicht bedeutet, dass die anderen Geschichten „schlecht“ sind, sondern eher damit zusammenhängt, dass mich die Erlebnisse der Kernfiguren mehr interessierten.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Ein spannungsgelqdener vierter Fall für Wim und Co.

Teufelsspring
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Inhalt: Ein neuer Fall für die Braunschweiger Ermittler Wim Schneider und Rosalie Helmer: Die Leiche der 20-jährigen Joelle Winter wird im Museumspark aufgefunden. Während Wim und Rosalie sich tiefer in ...

Inhalt: Ein neuer Fall für die Braunschweiger Ermittler Wim Schneider und Rosalie Helmer: Die Leiche der 20-jährigen Joelle Winter wird im Museumspark aufgefunden. Während Wim und Rosalie sich tiefer in die – nicht einfache – Vergangenheit von Joelle graben, erhalten sie unverhofft einen Anruf von Wims ehemaliger Kollegin Biggi Höfgens (die jüngst vorläufig den Kontakt zu Wim abgebrochen hatte): Zufällig ist sie auf einen bereits seit 30 Jahren ungelösten Cold Case gestoßen, der sich im Braunschweiger Land zugetragen hat und auffällige Ähnlichkeiten zum aktuellen Mordfall aufweist…

Persönliche Meinung: „Teufelsspring“ ist der vierte Niedersachen-Krimi von Mario Bekeschus, der sich um den Ermittler Wim Schneider dreht. Die einzelnen Fälle der Bände sind in sich abgeschlossen, sodass sich die Krimis unabhängig voneinander lesen lassen. Da in der Reihe aber das Privatleben der auftretenden Figuren eine große Rolle spielt, ist es für ein besseres Verständnis sinnvoll, die Reihe chronologisch zu lesen. Die Handlung besteht aus mehreren Erzählsträngen: einerseits die Ermittlung im aktuellen Mordfall um Joelle, andererseits die Ermittlungen im Cold Case. Daneben findet ein weiterer Strang in der Seniorenresidenz „Leugärten“ statt, in der – während Wims Schwester dort temporär untergebracht ist – Merkwürdiges geschieht. Alle drei Erzählstränge haben ihren ganz eigenen Spannungsbogen und besonderen Reiz, sodass „Teufelsspring“ eine abwechslungsreiche und kurzweilige Lektüre ist. Erzählt wird die Handlung aus einer Vielzahl von Perspektiven, was für ein schönes Tempo sorgt: Neben Wim, Rosalie und Biggi kommen u.a. Mads (ein Polizeianwärter), Hinnerk (ein Bekannter von Mads) und verschiedene Angestellte der Seniorenresidenz zu Wort. Dabei scheinen einzelne Figuren mehr zu Wissen, als sie preisgeben, wodurch weiter Spannung entsteht. Die Handlung generell ist fesselnd und endet mit kaum zu erwartenden Aufdeckungen. Insgesamt ist „Teufelsspring“ ein spannender und unterhaltsamer Kriminalroman, der für einige kurzweilige Stunden sorgt.

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