Platzhalter für Profilbild

Venatrix

Lesejury Star
offline

Venatrix ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Venatrix über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2025

Technik für Anfänger

Wie Technik Geschichte macht
0

Ich kenne Ronald D. Gerste bereits aus den „Die Queen“ und und „Die Heilung der Welt“ sowie den beiden Büchern aus der Reihe „Wie XXX Geschichte macht“ (Krankheiten und Wetter). Diesem bewährten Konzept ...

Ich kenne Ronald D. Gerste bereits aus den „Die Queen“ und und „Die Heilung der Welt“ sowie den beiden Büchern aus der Reihe „Wie XXX Geschichte macht“ (Krankheiten und Wetter). Diesem bewährten Konzept der Reihe ist er auch in diesem dritten Buch treu geblieben. So gibt es hier neben dem Prolog zwölf Kapitel, in denen sich der Autor mit bahnbrechenden Erfindungen und ihren Schöpferinnen und Schöpfern beschäftigt. Im Epilog hängt Ronald D. Gerste den Gedanken nach, das nicht alles, was erfunden wird, ausschließlich friedlichen Zwecken gewidmet ist.

Prolog - Rauchende Schlote
Energie I - Und es ward Licht
Mobilität I - Unter Dampf
Kommunikation I - In Echtzeit
Mobilität II - Der Traum vom Fliegen
Kommunikation II - Die Macht des Fernsehens
Wellen I - Finest Hour
Wellen II - „Red Hot“
Energie II - Spaltende Kerne
Weltall
Leben - Herzschläge
Algorithmen - Frühe Webereiter der Digitalisierung
Epilog - Segen und Fluch

Die wohl größte und nützlichste Erfindung ist wohl jene des Buchdrucks mittels beweglichen Lettern, die untrennbar mit dem Namen Johannes Gutenberg verbunden ist, obwohl er nicht der einzige war, der sich mit der Materie beschäftigt hat.

Die Kapitel müssen nicht in chronologischer Reihenfolge gelesen werden. Jedes Kapitel ist durch die Titelüberschrift, in dem Thema und Namen der Forscher und Erfinder genannt werden, leicht identifizierbar. Man kann deshalb eine Auswahl treffen, ob dieses Kapitel gelesen werden soll oder nicht.

Wie immer, wenn es um Technik und Wissenschaft geht, sind Frauen unterrepräsentiert. Es werde hier Namen wie Lise Meitner, Hedy Lamarr und Ada Lovelance genannt. Wer etwas über die zahlreichen anderen Wissenschaftlerinnen, die maßgeblich an Erfindungen geforscht haben, lesen will, muss zu den Einzelbiografien greifen, von denen es nun einige gibt.

Ronald D. Gerstes Schreibstil ist flott und flüssig zu lesen. Durch seine durchaus humorvolle Sicht eignet sich das Buch als Einstig in die Welt der Technik und Wissenschaft auch für jene Leser, die wenig technikaffin sind und über keine vertiefenden physikalischen Kenntnisse verfügen.

Resümee:

Ein informatives und sehr gut verständliches Sachbuch, das auch Lesern, die sich bislang wenig mit der Geschichte der Technik beschäftigt haben, Freude bereiten kann. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 09.05.2025

Eine klare Leseempfehlung!

Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung
0

Dieser historische Roman, der 1946 im zerstörten Wien spielt, ist der erste Teil eine Dilogie, die aufzeigt, dass es den vertriebenen Jüdinnen und Juden nicht leicht gemacht worden ist, in ihre Heimatstadt ...

Dieser historische Roman, der 1946 im zerstörten Wien spielt, ist der erste Teil eine Dilogie, die aufzeigt, dass es den vertriebenen Jüdinnen und Juden nicht leicht gemacht worden ist, in ihre Heimatstadt zurückzukehren. Es sind nicht nur die materiellen Schäden sondern vor allem die Nazi-Ideologie, der nach wie vor sehr viele Menschen anhängen, die Stella Herzig, einer Lehrerin, die den Krieg in England verbracht hat, das Leben schwer machen.

Beate Maly beschreibt die bangen und doch hoffnungsfrohen Stunden und Tage von Stellas Rückkehr. Die Freude über die Anstellung im Lindengymnasium wird recht schnell durch die Ablehnung einiger ihrer Kolleginnen und Kollegen getrübt, die aus ihrer Ablehnung einer Jüdin keinen Hehl machen. Es sind auch genau diese Lehrkräfte, die den Schülern, die aus ärmlichen Verhältnissen stammend, aus Platzgründen statt in die Hauptschule im Gymnasium unterrichtet werden, das (Schüler)Leben zur Hölle machen. Grundlos werden die Schüler mit dem Rohrstaberl gezüchtigt, wird ihnen Lernwille und Fleiß abgesprochen und ihnen ständig mit dem Hinauswurf gedroht. Genau diesen Schülerinnen und Schülern widmet Stella ihre besondere Aufmerksamkeit.

Unterstützt wird sie vom Direktor der Schule, der einen oder anderen Lehrkraft sowie ihrer besten Freundin Felicitas, die als Sekretärin in der Schule arbeitet. Doch Feli, wie sie genannt wird, hat ihren eigenen Kummer.

Als ein besonders begabtes Mädchen die Schule verlassen soll, um eine Lehrstelle als Schneiderin anzutreten, um zum Familienunterhalt beizutragen, überwindet sich Stella und macht einen Hausbesuch. Eine persönliche Herausforderung, denn die Familie lebt in der ehemalige Wohnung von Stellas Eltern, aus der die Familie vertrieben worden ist .....

Meine Meinung:

Beate Maly ist es eindrucksvoll gelungen, die Stimmung im Wien der Nachkriegszeit einzufangen. Das braune Gedankengut ist so schnell nicht aus den Köpfen der Menschen herauszubekommen. Das zeigt sich auch noch in meiner Gymnasialzeit in den 1970er-Jahren. Auch noch fünfundzwanzig (und mehr) Jahre nach Kriegsende unterrichten Lehrkräfte, die entweder als Soldaten an der Front waren oder aus NS-Familien stammen.

Autorin Beate Maly beschreibt Stellas Bemühungen auf die Kinder zuzugehen, neue fortschrittliche Unterrichtsmethoden zu verwenden. Es sind vor allem die vielen kleinen bösartigen Vorkommnisse in der Schule, die Stella manchmal daran zweifeln lassen, ob ihre Entscheidung, in ihr geliebtes Wien zurückzukehren, richtig ist. Denn das Wien, wie sie es gekannt hat, gibt es nicht mehr, was aber nicht nur an den zerstörten Gebäuden liegt.

Geschickt verknüpft Beate Maly Fakten und Fiktion, den dieser zweiteilige historische Roman basiert auf den Lebenserinnerungen der österreichischen Pädagogin Stella Klein-Löw (1904-1986). Wie wir es von Beate Maly gewöhnt sind, sind die Charaktere, die guten wie die bösen, vielschichtg und authentisch angelehnt.

Als Wienerin, die im zweiten Bezirk, der Leopoldstadt, die vor dem Zweiten Weltkrieg der Inbegriff eines florierenden jüdischen Lebens gewesen ist, aufgewachsen ist, kann ich mich hier sehr gut einfühlen.

Das Buch endet mit einem fiesen Cliffhanger und so bleibt mir nur, auf die Fortsetzung zu warten.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem historischen Roman, der auf der Lebensgeschichte einer realen Persönlichkeit beruht, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 08.05.2025

Eine gelungene Fortsetzung

OTTO fährt los – Ein Sommer in den Bergen
0

In seinem dritten Reise-Abenteuer fährt der kleine Campingbus Otto in die Berge. Er reist mit seiner neuen Urlaubsfamilie quer über und durch die Alpen, besucht mit ihnen gemeinsam Städte in Deutschland, ...

In seinem dritten Reise-Abenteuer fährt der kleine Campingbus Otto in die Berge. Er reist mit seiner neuen Urlaubsfamilie quer über und durch die Alpen, besucht mit ihnen gemeinsam Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Truppe entdeckt Schlösser und andere Sehenswürdigkeiten sowie Almen mit Kühen. Als dann ein Kälbchen ausgebüxt ist, ist Otto zur Stelle und hilft mit, das Tier zu finden.

Wie schon in den beiden Vorgängern ist auch diese Reise für ca. Vierjährige gedacht. Die Texte sind kindgerecht und die Illustrationen von Stephanie Reich zauberhaft. Die Geschichte ist spannend und lässt die lieben Kleinen zahlreiche gezeichnete Details entdecken.

Zum Vorlesen für für Kids ab vier Jahren, Leseanfänger können die Texte gut selbst lesen.

Fazit:

Ein must-have für jede Reise mit Kindern. Gerne gebe ich hier wieder 5 Sterne.

Veröffentlicht am 04.05.2025

Erleuchtung oder Tod?

Echnatons Fluch
0

Nach der Aufklärung ihres ersten gemeinsamen Falles Kleopatras Grab und der Zerschlagung eines Verschwörerringes in dem auch hochrangige Politiker verstrickt waren, fristet der degradierte Polizist Fadi ...

Nach der Aufklärung ihres ersten gemeinsamen Falles Kleopatras Grab und der Zerschlagung eines Verschwörerringes in dem auch hochrangige Politiker verstrickt waren, fristet der degradierte Polizist Fadi al Sawi ein Leben in einer fensterlosen Abstellkammer, um Strafbescheide gegen Tempo- und Parksünder auszustellen. Theodora Costanda befindet sich in einem 300 km südlich von Kairo gelegenen Yoga-Retreat, um über ihre Zukunft nachzudenken. In Ägypten, der Heimat ihrer Mutter bleiben oder nach Belgien zurückkehren?

Die Antwort auf ihre Fragen wird ihr quasi vom Schicksal abgenommen, denn beim Besuch eines Marktes trifft sie auf eine Gruppe gelb gekleideter Menschen, die sich auffällig benehmen. Sie beginnt Fragen zu stellen und erfährt, dass diese Personen Anhänger des Sonnengottes Aton sind und ihm in einem Tempel in der Nähe huldigen. Als Theo wenig später in jenem Grab, das als Echnatons gilt, eine geheime Kammer und Blutspuren entdeckt, , ist es mit Entspannung und Yoga endgültig vorbei und die Ermittlerin in Theo erwacht abermals. Sie lernt eine besorgte Mutter, deren Tochter dieser Gruppe angehören soll und händeringend um Hilfe bittet, kennen. Denn niemand, der sich diesen Aton-Anhängern angeschlossen hat, ist jemals wieder aufgetaucht...

Gleichzeitig sorgt sich Theo um ihre Mutter, die sie seit einigen Tagen nicht mehr erreichen kann. Sie bitte aIso Fadi, erstens bei ihrer Mutter vorbei zu schauen und zweitens, Informationen über diese Aton-Fans zu herauszubekommen.

Was sie damit auslöst, müsst ihr schon selbst lesen ....

Meine Meinung:

In seinem zweiten Fall für Theo Costanda und Fadi al Sawi lässt sich Autor Constantin Schreiber mit einem ziemlich umstrittenen Herrscher ein - mit Echnaton, Gemahl der Nofretete, der zunächst seinem Vater Amenophis III. als Amenophis IV. folgt, um wenig später dem Polytheismus abzuschwören und Aton, den Sonnengott als alleinige Gottheit einzuführen. Weder das Volk noch die entmachteten Priestern der bisherigen Götter sind mit dem neuen Monotheismus einverstanden. Rücksichtslos setzt sich Echnaton, wie sich Amenophis IV. nun nennt, durch. Nach seinem bislang ungeklärten Tod erfolgt die Rückkehr zu den alten Göttern.

Klar, dass so eine interessante und umstrittene Herrscherpersönlichkeit die Fantasie zahlreicher Autoren anspornt. Diese historischen Details sind sehr gut recherchiert und gut in den Krimi integriert, der sich flott lesen lässt.

Und hier liegt auch schon mein kleiner persönlicher Kritikpunkt: Für mich hätten es gern ein paar Seiten mehr sein können.

Was zunächst nur wie eine der zahlreichen Menschen fangenden Sekten beginnt, entwickelt sich zu einem fesselnden Krimi, der sich mit Wunderheilern und illegalen Experimenten auswächst. Der Glaube an Wunder, die unheilbar Kranke wieder gesund machen, ist so alt wie die Menschheit selbst. Die damit verbundenen Experimente sowie Heilsversprechen und Scharlatanen, ebenso.

Fazit:

Eine gelungene Fortsetzung, der ich gerne 5 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 27.04.2025

Raffinierte Psychospiele

Blaues Wunder
0

Der Chef der Privatbank Bronstein & Söhne lädt zwei seiner besten Mitarbeiter Kilian und Ferdinand samt Ehefrauen auf eine mehrtägige Schiffsreise auf seiner Privatyacht ein. Auch Walters erwachsener Sohn ...

Der Chef der Privatbank Bronstein & Söhne lädt zwei seiner besten Mitarbeiter Kilian und Ferdinand samt Ehefrauen auf eine mehrtägige Schiffsreise auf seiner Privatyacht ein. Auch Walters erwachsener Sohn David ist mit dabei.

Es sollen, so wird gemunkelt, die Weichen für die Zukunft der Bank gestellt werden. Das hat zur Folge, dass seitens der beiden möglichen Nachfolger, Kilian und Ferdinand geschleimt wird, was das Zeug hält. Auch die Ehefrauen sind angehalten, sich dem Chef gegenüber von ihrer besten Seite zu zeigen, und die Spielchen, die Walter mit allen treibt, hinzunehmen.

Der Trip auf der Yacht wird vor allem für die Ehefrauen zu einem Erlebnis der besonderen Art, da sich auf dem Mikrokosmos Schiff nicht alles verbergen lässt. Am Ende der Reise ist nichts mehr so wie es vorher war. So mancher hat sein oder ihr blaues Wunder erlebt.

Meine Meinung:

Anne Freytag wählt für ihre Erzählperspektive einen interessanten Kunstkniff: Obwohl die Frauen auf dieser Reise nur als Anhängsel ihrer Männer gedacht sind, wird die Geschichte ausschließlich aus deren Sicht erzählt. Die Perspektive der Männer wird kaum berücksichtigt, obwohl es scheinbar um deren Position in der Bank gehen soll. Walter, der Initiator der Reise und Chef der Privatbank, schwebt wie ein dunkler Schatten über allem und tritt als Potentat auf. Er provoziert und kaum jemand lehnt sich gegen seine Unverschämtheiten auf. Als es dann doch eine der Ehefrau wagt, einen spielerisch vorgetragenen, aber demütigenden Befehl nachzukommen, halten die anderen entsetzt die Luft an.

Fazit:

Die Geschichte, die ausschließlich auf der Yacht spielt, ist von psychologischer Raffinesse. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.