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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.05.2025

Zu unspektakulär und simpel

The One I Left Behind
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Worum geht es?
Vor vierzehn Jahren hat Ben Noughton Willowbrook verlassen, um seinen Traum zu leben. Doch nun, nach dem Karriereende als Profi-Footballer kehrt er zurück auf die Ranch seiner Familie. Zurück ...

Worum geht es?
Vor vierzehn Jahren hat Ben Noughton Willowbrook verlassen, um seinen Traum zu leben. Doch nun, nach dem Karriereende als Profi-Footballer kehrt er zurück auf die Ranch seiner Familie. Zurück in die Kleinstadt, die ihm fremdgeworden ist. Und zurück zu seiner ersten großen Liebe Gillian, die er für den Sport verlassen hat.
Naja, nicht wirklich zurück zu ihr, aber in der Kleinstadt ist es unvermeidbar, sich ständig über den Weg zu laufen. Obwohl Gillian alles versucht, ihm aus dem Weg zu gehen. Aber das kann Ben unmöglich zulassen. Schließlich muss er doch herausfinden, weshalb es sich nicht anfühlt als würden vierzehn Jahre Trennung zwischen ihnen stehen, wann immer er Gillian sieht.

Meine Meinung:
Da ich Kleinstadt-Charme, herzliche Großfamilien und Spice liebe, ist es wohl schon ein kleines Wunder, dass ich bisher noch kein einziges Buch von Piper Rayne gelesen habe. Das ein oder andere Buch des Duos schlummert zwar bereits auf meinem SUB, aber THE ONE I LEFT BEHIND war nun endlich die Geschichte die meine „Bildungslücke“ schließen sollte. Piper Raynes Bücher sind allgemein ziemlich populär und ich habe mich deshalb sehr auf diesen Roman gefreut. Und ich habe dieses Buch auch wirklich gernhaben wollen. Aber irgendwie ...
Überzeugen konnte mich der Roman nicht. Was nicht heißen soll, dass das Buch schlecht ist. Die Story ist nur schlichtweg zu fad.

Als ich das Buch zum ersten Mal in den Händen hielt, war ich überrascht, dass es nur knapp 300 Seiten hat. Das erinnert mich an den präzisen Stil von Lily Lucas, deren Bücher ich sehr liebe dafür, dass sie so kurzweilig sind. Wie sich aber herausstellte, bedeutet die geringe Länge bei diesem Buch hingegen, dass es nicht viel eigenen Charakter besitzt.
THE ONE I LEFT BEHIND ist die klassischste Second Chance-Geschichte, die man sich denken kann, die völlig simpel und schnörkellos eine schlichte Storyline erzählt: Single Mom Gillian trifft ihre Jugendliebe Ben wieder und ihre Liebe ist immer noch da. Sie sind wieder zusammen. Ende. Mehr passiert nicht. Keine Steine im Weg, keine Wendungen. Von einer kurzen Passage am Schluss mal abgesehen (für die ich aber durchaus sehr dankbar war, weil sie zumindest etwas Spannung erzeugt), gab es keine Turbulenzen. Statt Kurzweiligkeit bedeutete dieses Buch trotz des geringen Umfangs deshalb Langeweile und Langatmigkeit für mich.

Die Haupthandlung rund um Gillian und Ben ist nichts Besonderes, nichts was ich nicht schon hundertmal mit deutlich mehr Eigenheiten gelesen hätte. Gefallen hat mir an der Geschichte eher der Rahmen. Die liebenswerte Kleinstadt, die zusammenhält. Die große, eigensinnige Noughton-Familie. Die vielen Nebencharaktere.

Was ich außerdem noch anmerken möchte, ist der eher platte Schreibstil, was ich aber mehr auf die Übersetzung als auf die Erzählung der Autorinnen zurückführe. Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig, aber mit den sehr kurzen Sätzen in Kombination mit wenigen Variationen in den Worten manchmal zu leicht.

Mein Fazit:
Mein erstes Buch von Piper Rayne hat mich leider nicht überzeugen können und da ich schon bessere Cowboy/Smalltown-Romances gelesen habe und mir generell mehr Spannung und Feuer durch den Second Chance-Trope gewünscht habe, bin ich enttäuscht. Mir fehlte ehrlich gesagt das Gefühl, dass Piper Rayne wirklich Herzblut und Liebe ins Buch gesteckt und nicht einfach die simpelste Version niedergeschrieben haben.
Für diesen durchschnittlichen ersten Band der Plain Daisy Ranch-Reihe vergebe ich 3 von 5 Sternen und ich bin mir noch nicht sicher, ob ich die Reihe weiterverfolgen werde. Einerseits habe ich die zukünftigen Protagonist:innen bereits liebgewonnen und ihre Geschichten klingen vielversprechend. Andererseits hatte ich mir von THE ONE I LEFT BEHIND ebenfalls viel versprochen.

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Diese Found Family-Geschichte ist zwar sehr cute, konnte mich aber nicht genug packen

Nanny for the Neighbors (Why Choose 3)
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Worum geht es?
Beth ist schon seit ihrem Einzug vor zwei Jahren in ihren Nachbarn Jack verknallt. Doch den ruhigen, attraktiven Nerd anzusprechen, würde sie sich nie trauen. Deshalb kann sie ihr Glück ...

Worum geht es?
Beth ist schon seit ihrem Einzug vor zwei Jahren in ihren Nachbarn Jack verknallt. Doch den ruhigen, attraktiven Nerd anzusprechen, würde sie sich nie trauen. Deshalb kann sie ihr Glück kaum fassen, als Jack an ihrer Tür klopft und sie um Hilfe bittet. Seine Bitte kommt zudem zur genau richtigen Zeit, denn Beth ist als Nanny schon lange arbeitslos und ihrem Nachbarn mit dem bei ihm abgegebenen Baby zu helfen klingt nach der perfekten Aufgabe. Wenn da nur nicht die Tatsache wäre, dass Jack und seine beiden Mitbewohner Cyrus und Sebastian viel zu heiß sind, um sich nur auf den Job zu konzentrieren.
Die Jungs wirbeln Beths Gefühlswelt kräftig durcheinander, dabei ist sie doch bloß die Nanny, oder?

Meine Meinung:
NANNY FOR THE NEIGHBORS ist nach TRIPLE DUTY BODYGUARDS und THREE SWEDISH MOUNTAIN MEN bereits das dritte Buch, welches ich von Lily Gold gelesen habe. Ich wusste also schon, was für eine Art von Geschichte auf mich zukommen wird: Golds Romane sind in erster Linie hot und spicy, leicht, romantisch und unterhaltsam. Bei jedem ihrer Bücher ist ein anderer Aspekt ausgeprägt. Bei den Bodyguards war es die Spannung, die Action. In der schwedischen Berghütte war die Atmosphäre sehr süß und gemütlich. Und bei Beth und ihren Nachbarn geht es nun ums Familienleben und die Geschichte, das Gefühl, welches die Hauptfiguren jeweils mit ihren Familien verbinden. Entsprechend erfahren wir einiges an Hintergrundwissen zu den Figuren. Wie sie aufgewachsen sind. In welcher Form ihre Familien sie geprägt haben. In dieser Hinsicht zeigte der Roman viel Tiefe und diverse, interessante Themen.

Allerdings ist es bei Lily Gold auch so, dass ihre Geschichten eher einseitig sind. Der Fokus liegt stark auf diesem einen Aspekt und der Rest geht dabei etwas unter. Das sorgte beim Lesen dafür, dass mir immer irgendetwas fehlt. Bei diesem Buch fehlte mir vor allem die Spannung. Nicht im Sinne von Action, sondern einfach, dass die Geschichte nicht nur vor sich hinplätschert und man fast jede Wendung schon lange vorhersehen kann. Deshalb war mein Lesevergnügen ein permanenter Wechsel zwischen Interesse an der Geschichte und dann wieder ein Kampf durch die langatmigen Passagen. Die ersten hundertfünfzig sind direkt sehr handlungsreich, gerade auch was die Lovestory betrifft. Das heißt aber umgekehrt auch, dass ich nach hundertfünfzig Seiten die Aussicht auf weitere 300 Seiten nicht mehr so spannend und eher öde fand.

Ich mag es, dass Golds Geschichten aus vier Perspektiven erzählt werden und das ist wirklich etwas, das sie sehr gut beherrscht. Die vielen Perspektiven machen die Erzählung interessant und jede Figur ist gut ausgearbeitet. Wobei ich bei dieser Geschichte nicht jede Figur gleichermaßen greifbar fand. Beth ist eine starke Protagonistin, die ich mochte. Anfangs erschien sie mir lange zu perfekt, bei ihr wirkt alles so mühelos. Aber zum Ende hin erhält sie ihre Ecken und Kanten. Cyrus erschien mir zu Beginn der Geschichte sehr rätselhaft und zunächst dachte ich, ich würde ihn nie so recht verstehen können. Aber das hat sich komplett geändert und am Ende war er sogar mein liebster Charakter, so herzlich und sonnig. Während Sebastian anfangs lange außen vor bleibt, ist Jack derjenige von den Jungs, den wir als erstes wirklich kennenlernen. Ich fand ihn sehr süß, aber im Laufe der Geschichte geht er ziemlich unter und ich verlor den Draht zu ihm. Hinzu kommt, dass er und Seb (der eine tolle Entwicklung durchlebt) diese zwei Momente in der Geschichte haben, an denen sie sich richtig kalt verhalten, was ich ziemlich unpassend für die Geschichte fand.

Mein Fazit:
NANNY FOR THE NEIGHBORS ist eine sehr süße, romantische Liebesgeschichte, welche die Diversität feiert und absolutes Soulfood für Fans von Found Family sind. Doch abseits dieser klaren Schwerpunkte der Story wirken viele Aspekte eher platt und oberflächlich. Ich vergebe 3 von 5 Sternen und kann die anderen Why-Choose-Bücher der Autorin mehr empfehlen. Mich hat dieser Roman einfach nicht genug gepackt.

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Veröffentlicht am 14.03.2025

Abschaltmomente für alle durch-und-durch-Romantiker:innen

Always Been You - Herzklopfen in Blossomville
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Darum geht es:
Vor zwölf Jahren hat Olivia ihre Heimatstadt Blossomville fluchtartig verlassen und ihrer ersten Liebe Grayson das Herz gebrochen. Sie hatte geplant, niemals wieder einen Fuß in die Kleinstadt ...

Darum geht es:
Vor zwölf Jahren hat Olivia ihre Heimatstadt Blossomville fluchtartig verlassen und ihrer ersten Liebe Grayson das Herz gebrochen. Sie hatte geplant, niemals wieder einen Fuß in die Kleinstadt zu setzen - bis der Tod ihrer letzten Verwandten sie zur Rückkehr zwingt. Aber es ist eine Rückkehr auf Zeit, das schwört Liv sich. Schließlich steht sie kurz vor dem wichtigsten Schritt ihrer Karriere, auf den sie all die Jahre hingearbeitet hat.
Doch die erste Person, der Liv in Blossomville begegnet, ist ausgerechnet Grayson!
Bald muss Liv sich entscheiden – zwischen ihrem Herzen, das noch immer für Blossomville schlägt, und ihrem Kopf, der sie zurück in das hart erarbeitete Leben in New York ruft.

Meine Meinung:
ALWAYS BEEN YOU ist der erste Band einer Trilogie rund um die heimelige, malerisch schöne Kleinstadt Blossomville. Die Pärchen wechseln nach jedem Band, doch nach Blossomville kehrt man immer wieder zurück. Was schön ist, denn nach diesem ersten Band habe ich die Kleinstadt mit ihren eigensinnigen, lieben Bewohner:innen und dem Kleinstadtcharme „wie aus dem Buche“ liebgewonnen. Von mir aus hätte man sogar noch viel mehr von der Kleinstadt sehen und erleben können.

Neben dem hübschen Setting sind bei einer Smalltown-Romance natürlich die herzlich schrulligen Figuren ein wichtiger Aspekt. ALWAYS BEEN YOU ist hierbei gut ausgestattet mit einer eingeschworenen Kleinstadt-Gemeinschaft und besonders lieben Nebenfiguren.
Und die Hauptfiguren selbst? Der Roman wird mit wechselnder Perspektive erzählt, was mir sehr gefallen hat. Grayson hat mir von Kapitel eins an das Herz gestohlen. Er ist ein ganz loyaler, großherziger Kerl und als fürsorglicher Tierarzt und Hundepapa muss man ihn einfach gernhaben.
Mit Olivia als sein Gegenstück habe ich mich dagegen schwerer getan. Sie ist mit ihrem strengen, ambitionierten, teilweise sogar engstirnigen Ehrgeiz ziemlich verschlossen, was es auch mir als Leserin schwer gemacht hat, sie wirklich kennenzulernen und sie gernzuhaben. Als krasses Gegenteil zu Grayson, der nur seinem Herzen zu folgen scheint, ist die Dynamik zwischen den beiden zwar echt spannend, aber Liv selbst ist mir bis zum Ende nicht wirklich ans Herz gewachsen.

Die Storyline hält wenig Überraschungen bereit und zumindest mir ging es so, dass ich mit allen Wendungen, Problemen und Lösungen gerechnet habe. Trotzdem habe ich den Roman gerne gelesen, weil er einfach perfekt zum Abschalten ist. Doch selbst für einen Wohlfühlroman gibt es Luft nach oben. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, dass man an vielen Stellen in die Tiefe hätte gehen können. Damit meine ich nicht extremen Tiefgang, denn der leichte Charakter der Geschichte war perfekt. Aber die Story kratzte einfach oft an der Oberfläche. Ob es nun die Nebenfiguren waren, die gerne noch mehr Auftritte hätten haben können oder der Berufsalltag von Olivia und Grayson, der nur angeschnitten wurde. Die Lovestory fand ich ebenfalls knapp, weil sie erst langsam anläuft und dann alles sehr schnell geht. Ebenso plötzlich kam für mich das Ende mit all den Lösungen, die ich so zwar erwartet hatte, die aber eben viel auf einmal waren. Der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen, deshalb hätte ich nichts gegen noch ein paar Kapitel mehr gehabt ;)

Fazit:
Ich würde ALWAYS BEEN YOU als eine kurze Verschnaufpause für alle durch-und-durch-Romantiker:innen bezeichnen. Denn es gibt gewisse Flüchtigkeiten, über die man womöglich etwas lieber hinwegsieht, wenn man sich einfach auf die Süße der Geschichte freut. Doch selbst dann muss ich sagen, dass das Buch neben anderen Second-Chance- oder Kleistadt-Romances nicht hervorsticht, weil alles eher knapp gehalten ist. Alles in allem vergebe ich somit 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Eine schöne Geschichte, doch so hell wie der Broadway strahlt sie nicht

Broadway Lights 1: Broken Shine
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Darum geht es:
Die junge Musical-Darstellerin Cassie setzt bei ihrem Neuanfang in New York alles auf eine Karte. Bei ihrer Audition muss sie unbedingt eine Rolle ergattern, denn sonst sitzt sie ohne Job, ...

Darum geht es:
Die junge Musical-Darstellerin Cassie setzt bei ihrem Neuanfang in New York alles auf eine Karte. Bei ihrer Audition muss sie unbedingt eine Rolle ergattern, denn sonst sitzt sie ohne Job, ohne Wohnung und ohne Geld bald aussichtslos auf der Straße. Leider stehen die Sterne nicht gut für Cassie, denn um die Rolle zu bekommen, muss sie bei der Audition ausgerechnet mit Jake zusammenarbeiten – dem Kerl, der wenige Minuten zuvor, mitten auf der Straße seinen Frust an ihr ausgelassen hat. Der Kerl, mit dem sie die hitzigen Diskussionen leider zu sehr genießt. Der Kerl, dessen Körper sich beim gemeinsamen Tanzen zu gut an ihrem anfühlt ...

Meine Meinung:
BROKEN SHINE ist der erste, in sich abgeschlossene Band der Broadway Lights-Reihe von Elle Ellis und war zugleich mein erstes Buch der Autorin. Der Einstieg fiel mir aufgrund des mir neuen Schreibstils entsprechend nicht ganz so leicht. Ihr Stil neigt zur Poesie und besteht zudem aus ganz vielen Wiederholungen – sowohl inhaltlich als auch sprachlich. Mit den vielen, vielen Wiederholungen als Stilmittel konnte ich mich leider bis zum Schluss nicht anfreunden, weil es ein zu simples und übernutztes Stilmittel für mich ist. Diese Stellen bildeten beim Lesen für mich daher kleine Stolpersteine, davon abgesehen konnte ich den Großteil des Buches zügig lesen.

Das erste Drittel vom Buch hat mir super gefallen. Ich habe es genossen, zusammen mit der Protagonistin Cassie in New York anzukommen und den Broadway kennenzulernen. Cassie finde ich eine sehr mutige, starke Person, die beweist, dass man immer wieder auf die Beine kommen kann. Ihre Kapitel wechseln sich mit Kapiteln aus Jakes Perspektive ab, mit dem ich erst warmwerden muss. Jake war bis zum Schluss nicht so greifbar für mich wie Cassie und am Anfang fand ich seine grummelige Playboy-Art ziemlich anstrengend. Den wahren Jake hinter seinen Mauern habe ich bis zum Schluss nicht genug zu Gesicht bekommen, um ihn für seine Art zu mögen.

Auch das zweite Drittel habe ich noch gerne gelesen. Doch mir fielen ab hier die ein oder anderen Dinge auf, welche mich zunehmend störten.
Es ist so, dass beide Hauptfiguren einen großen Haufen Ballast mit sich herumschleppen, was zu einer Tiefe führt, die ich gut finde. Allerdings hatten alle Nebenfiguren ebenfalls so viel Dunkelheit in ihrem Leben, dass es mir zu viel und schwerfällig wurde. Das Setting von New York mit Jakes wundervoller, lieber WG lädt so sehr zum Wohlfühlen ein, aber durch die ganze Schwere konnte ich das gar nicht recht genießen.

Mein Hauptkritikpunkt ist, dass mir die Storyline insgesamt nicht gut genug durchdacht erschien. Vieles wirkte nicht ganz realistisch und für die Geschichte zurechtgebogen. Außerdem fehlte mir hier die Liebe zum Detail, welche die Autorin bei den Charakteren und dem Setting beweist. Das heißt, die Storyline erschien mir flüchtig, überstürzt, aufs große Ganze, nicht aber auf alle Hintergründe, Kontexte und Übergänge bedacht.

Mein Fazit:
BROKEN SHINE hinterlässt bei mir den Eindruck eines erwachsen werdenden Teenie-Dramas. Das meine ich nicht abwertend. Aber es ist einfach nicht mein Story-Geschmack mit all dem Drama und Problematiken, die man schon lange vorhersehen kann. Wie liebevoll die New Yorker Gegend und die Figuren gestaltet waren, hat mir hingegen sehr gefallen und die Autorin behandelt mit Cassies Vorgeschichte ein wirklich starkes Thema, das mehr Gehör verdient hat. Alles in allem habe ich mich entschieden, der Geschichte 3 von 5 Sternen zu geben. Anstatt einer Leseempfehlung verweise ich auf meine Meinung von oben, die euch hoffentlich bei der Entscheidungsfindung hilft, ob dieser Roman etwas für euch ist.

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Veröffentlicht am 03.02.2025

Poetische Spannung, doch das Buch hätte so viel mehr sein können

Our Infinite Fates
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Darum geht es:
Branwen Blythe ist siebzehn, lebt in Wales und hat eine krebskranke Schwester. Doch was niemand weiß: In Wirklichkeit ist Branwen eine Seele namens Evelyn und nicht siebzehn, sondern über ...

Darum geht es:
Branwen Blythe ist siebzehn, lebt in Wales und hat eine krebskranke Schwester. Doch was niemand weiß: In Wirklichkeit ist Branwen eine Seele namens Evelyn und nicht siebzehn, sondern über tausend Jahre alt. Wobei es durchaus jemanden gibt, der über Evelyns wahre Existenz Bescheid weiß. Arden. Eine ebenso unsterbliche Seele und der Grund dafür, dass Evelyn niemals ihren achtzehnten Geburtstag erlebt.
Doch dieses Leben soll anders werden. Kein weiteres Mal möchte Evelyn auf Arden hereinfallen, der nicht nur ein kaltblütiger Killer ist, sondern auch die Liebe ihres Lebens.

Aber wie nimmt man sich vor einer Seele in Acht, von der man nicht weiß, in welchem Menschen sie in diesem Leben wohnt? Und wie kann Evelyn ihrem Schicksal endlich entkommen, wenn nur Arden die Wahrheit darüber kennt?

Meine Meinung:
Ich war ziemlich schnell von OUR INFINITE FATES begeistert. Vielleicht nicht gleich nach dem Prolog, denn der war mit seinem Erzählstil wenig greifbar und macht erst rückblickend wirklich Sinn. Aber als der Roman dann wirklich begann, wir Evelyn kennenlernen und klar wird, dass die Geschichte in der Ich-Erzählung und komplett aus ihrer Perspektive geschrieben ist, war ich schnell im Bann der Story.
Leider hielt die Begeisterung nicht ewig an. Etwa ab der Hälfte des Buches gesellten sich die ersten Zweifel hinzu. Und zum Ende hin überwogen sie.

Das absolute Highlight dieses Buches waren für mich die Zeitsprünge. Etwa die Hälfte der Kapitel spielt in der Gegenwart in Wales, die restlichen Kapitel sind Einblicken in die zahlreichen bisherigen Leben von Evelyn und Arden. Es wechselt sich meist ein Kapitel aus Wales mit einem Kapitel aus einer vergangenen Zeit ab. Das Spannende ist, dass es immer nur ein Kapitel pro vergangenes Leben gibt und diese Kapitel fühlen sich wie eine Art Kurzgeschichte innerhalb des Romans an, denn die Autorin schafft es, in nur einem Kapitel so viel Atmosphäre und Gefühl und schlichtweg Greifbarkeit zu vermitteln, dass man alles begreifen kann, was dieses Leben ausgemacht hat. Außerdem fand jedes Leben an einem anderen Ort statt. Mal sind Evelyn und Arden reich, mal arm. Mal sind sie gleichgeschlechtlich, dann wieder nicht. Mal ist Evelyn ein Junge, mal ein Mädchen. Mal leben sie in der Stadt, mal in der Wildnis. Auch geschichtliche Kontexte werden perfekt eingeflochten. Und so behandelt das Buch eine Vielzahl und Vielfalt an Themen und regt immer wieder zum Nachdenken an.

Leider hat mir die Gegenwartshandlung weitaus weniger gefallen als die Vergangenheitsgeschichten. Evelyn beziehungsweise Branwen war für mich kein völlig glaubhafter Charakter, denn im Gegensatz zu Arden merkt man ihr nicht an, dass sie schon so viele Leben und Schicksale gesammelt hat. Auch war sie total passiv bezüglich ihres besonderen, tragischen Schicksals, was nicht logisch ist. Und dieser nicht ganz stimmige Charakter von Evelyn zeigt ein Grundproblem, das mir beim Lesen aufgefallen ist: Die Ideen von der Autorin sind genial, aber sie wurden nicht zu Ende gedacht. Vieles wirkt nicht ausgereift, nicht von allen Seiten bedacht und so kratzt das Buch insgesamt nur an der Oberfläche.
Sehr gefehlt hat mir auch Ardens Perspektive. Er bleibt ein völlig fremder Charakter für mich, den man schwer einschätzen kann. Dass er so dargestellt wird, mag zwar als Spannungselement gedacht sein, aber das hätte trotzdem anders, besser gelöst werden können. Auch die Romanze zwischen den beiden Hauptfiguren war überhaupt nicht greifbar, weil man Arden nicht genug kannte, um ihm zu trauen und auch, weil die Handlung zu temporeich ist. Die Dinge entwickeln sich nicht allmählich, sondern verändern sich innerhalb eines Kapitels komplett, sodass man die Geschichte nicht miterlebt, sondern als stiller Beobachter hinterherhängt.

Mein Fazit:
Ich habe OUR INFINITE FATES wirklich schnell gelesen, weil ich all die Einblicke in vergangene Leben geliebt habe und so gespannt auf die Auflösung hinter dem Schicksal von Evelyn und Arden war. Dabei fand ich den Roman unterhaltsam und diese leise Poesie im Schreibstil passt perfekt zu der übernatürlichen Handlung und dem Charakter der Figuren.
All diese tollen Ansätze hätten das Buch wirklich zu einem Highlight machen können, wäre nicht alles so knapp und zügig gehalten. Der Roman hätte eine zweite Perspektive gebraucht. Und mindestens die Doppelte Länge. Das hätte mehr Tiefe gebracht und die Handlung entschleunigt, damit sich die Wirkung der Geschichte so ausfalten kann, wie sie es verdient hat.
In diesem Sinne: Netter Versuch, aber mehr als 3 Sterne kann ich dafür nicht geben.

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