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Veröffentlicht am 27.09.2025

Abschluss der Trilogie

Das Erbe der Greiffenbergs - Hoffnungsvolle Aussichten
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„Hoffnungsvolle Aussichten“ ist der dritte und letzte Band der Saga um die Familie Greiffenberg. Die Geschichte knüpft nahtlos an den Vorgänger an und ich empfehle, die Bücher in der Reihenfolge zu lesen, ...

„Hoffnungsvolle Aussichten“ ist der dritte und letzte Band der Saga um die Familie Greiffenberg. Die Geschichte knüpft nahtlos an den Vorgänger an und ich empfehle, die Bücher in der Reihenfolge zu lesen, da es sonst zu viele Informationen fehlen.

Ludwig von Greiffenberg ist von den Toten auferstanden und reißt das Zepter wieder an sich. Insbesondere seine Tochter Pauline ist frustriert, dass all ihre Erfolge klein geredet werden. Als sich die Indizien verdichten, dass Feinkost Greiffenberg in einen Umweltskandal verwickelt ist, steht die Familie vor einer ganz neuen Herausforderung.

An Band eins kam keiner der beiden anderen Teile heran, aber insgesamt hat mir „Hoffnungsvolle Aussichten“ wieder gut gefallen. Wer gerne mal einen ZDF Sonntagsfilm schaut, wird auch an den Greiffenbergs Freude haben.

Neben dem Skandal in der Firma nehmen vor allem Liebesdramen den restlichen Raum ein. Egal ob Pauline, Therese oder Ferdinand, jeder schlägt sich mit Fragen zur Zukunft herum und überall scheint es zu kriseln.
Die Handlung blieb trotz teilweiser Vorhersehbarkeit kurzweilig und lässt sich durch Isabell Schönhoffs flüssigen Schreibstil gut lesen.

Der Roman war kein Highlight, aber ein nettes Buch, bei dem man gut entspannen kann.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Eine Polizistin und ihr persönlichster Fall

Dunkle Sühne
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Ich war sehr neugierig, als ich gesehen habe, dass Karin Slaughter eine neue Serie beginnt. „Dunkle Sühne“ ist mit 550 eng beschriebenen Seiten ein ziemlicher Wälzer aber die Autorin hat ein Händchen für ...

Ich war sehr neugierig, als ich gesehen habe, dass Karin Slaughter eine neue Serie beginnt. „Dunkle Sühne“ ist mit 550 eng beschriebenen Seiten ein ziemlicher Wälzer aber die Autorin hat ein Händchen für lange Geschichten und schafft eine kontinuierliche Spannung, so dass es für mich keine Längen gab.
Es handelt sich hier um einen Ermittlerkrimi, der sich exklusiv auf die Polizeiarbeit und Vernehmungen konzentriert. Es gibt keine Kapitel aus Täter- oder Opfersicht, dafür gibt es detaillierte Einblicke in die schwierige Arbeit eines Ermittlers.

Zu Beginn der Geschichte lernen wir Emmy kennen, eine Polizistin mit Eheproblemen. Als die Tochter ihrer besten Freundin ermordet wird, gib sie sich selbst die Schuld.
12 Jahre später ist der Mann, der als Täter verurteilt wurde, wieder auf freiem Fuß und plötzlich verschwindet ein weiteres Mädchen.

Emmy habe ich als sehr strukturiert empfunden. Sie weiß über sämtliche Statistiken Bescheid und betet diese in Stresssituationen gebetsmühlenartig herunter. Auch steigert sie sich über Jahre in ihre Schuldgefühle hinein, dabei hat sie an Madisons Schicksal nicht wirklich Schuld. Mir hat es leid getan, dass ihr Umfeld es all die Jahre versäumt hat, ihr dies klar zu machen.
Emmy ist grundsätzlich ein lieber, engagierter Mensch, ab so richtig connecten konnte ich nicht mit ihr.
Ein ziemlich cooler Charakter ist Jude, eine FBI Psychologin, die gerade in Rente gegangen ist. Jude nimmt kein Blatt vor den Mund und hat ihre ganz eigene Art, um an Informationen kommen. Optisch wird sie wie Courtney Love beschrieben. Sie hat auf jeden Fall etwas sehr individuelles und ist ein krasser Kontrast zu der strukturierten Emmy.
Beide zusammen sind ein interessantes Duo und ich möchte gerne noch mehr von ihnen sehen. Wobei es mich tatsächlich auch etwas wundert, dass dies eine Reihe werden soll, denn der Fall in „Dunkle Sühne“ ist sehr persönlich und es geht viel um das Privatleben und die Vergangenheit der Charaktere. Hier lässt die Autorin am Ende eine Bombe platzen, auf deren Fortführung ich in einem weiteren Band schon jetzt gespannt bin.

Die Geschichte um die Mädchen war spannend und hat den Leser immer wieder zweifeln lassen, ob der richtige Täter verurteilt wurde. Mit der Auflösung konnte mich Karen Slaughter überraschen, da ich diese so nicht habe kommen sehen.

„Dunkle Sühne“ war für mich ein spannender Thriller, der mich gut unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Endlich Band 2

Eisenblume
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Endlich geht die Krimireihe um Fredrika Storm in Deutschland weiter! Nachdem mir „Schwarzvogel“ 2023 so sehr gut gefallen hatte, habe ich gelauert, dass endlich mehr Bücher erscheinen, zumal in Schweden ...

Endlich geht die Krimireihe um Fredrika Storm in Deutschland weiter! Nachdem mir „Schwarzvogel“ 2023 so sehr gut gefallen hatte, habe ich gelauert, dass endlich mehr Bücher erscheinen, zumal in Schweden schon 4 Stück veröffentlicht wurden.

Diesmal geht es um einen Cold Case, in den durch Zufall wieder Bewegung kommt. Zwei Jugendliche verschaffen sich Zugang zu einer alten psychiatrischen Klinik und machen eine grausige Entdeckung.
Die Polizei rollt daraufhin den Fall um zwei junge Patienten, die in den 80er Jahren aus der Klinik verschwunden sind, neu auf. Doch die Ermittlungen gestalten sich mehr als zäh. Die Unterlagen von damals geben wenig her und die Zeugen hüllen sich entweder in Unwissenheit oder sind unauffindbar.

Der Fall war nicht nur für die Protagonisten undurchsichtig, sondern auch für mich. Ich hatte eine wage Idee, aber keine wirkliche Theorie, außer, dass viele Leute an dieser Vertuschung beteiligt sein müssen. Ich konnte sehr gut nachempfinden, wie zermürbend es für die Ermittler war, an diesem Fall zu arbeiten, bei dem einfach nichts vorwärts gehen wollte. Tatsächlich hätte ich mir gewünscht, dass es die ein oder andere kleine Enthüllung zwischendurch doch schon mal geben würde. Insbesondere den Arbeitsstil der Rechtsmedizinerin fand ich ausgesprochen nervig. Sicherlich wird die Geschwindigkeit, mit der erste Aussagen getroffen werden, in Krimis häufig unrealistisch schnell dargestellt. Aber diese Rechtsmedizinerin benötigt ungefähr eine Woche / das halbe Buch, um überhaupt das Geschlecht der Leiche festzustellen. Das hat mich halb in den Wahnsinn getrieben.

Sowohl Fredrika als auch Henry mochte ich wieder ausgesprochen gerne. Beim Lesen bin ich immer wieder aufs Neue überrascht, dass Henry Polizist ist, denn durch sein wohlhabender Gentleman Auftreten wirkt er für mich eher wie ein Privatdetektiv im Stil von Sherlock Holmes.
Ich hoffe, dass wir Fredrikas Freund Jonas bald loswerden und auf eine Romanze zwischen Fredrika und Henry hoffen dürfen.

Insgesamt hat mir „Eisenblume“ gut gefallen. Das Setting mit der alten psychiatrischen Anstalt war interessant. Trotz des sehr ruhigen Erzähltempos war mir zu keiner Zeit langweilig, dennoch hätte ich mir etwas mehr Spannung gewünscht. Deswegen gibt es von mir nur 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 20.05.2025

Mysteriöser Thriller

Die Bucht
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„Die Bucht“ ist ein sehr kurzweiliger und mysteriöser Thriller, der sich durch den fesselnden Schreibstil sehr leicht lesen lässt. Mich hat die Geschichte von Anfang an gepackt und bis zum Schluss nicht ...

„Die Bucht“ ist ein sehr kurzweiliger und mysteriöser Thriller, der sich durch den fesselnden Schreibstil sehr leicht lesen lässt. Mich hat die Geschichte von Anfang an gepackt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen.

Das Paar Nancy und Calder wagt einen kompletten Neuanfang. Sie ziehen vom wuseligen London auf eine abgelegene schottische Insel. Die Leute dort sind freundlich, haben aber auch viele Traditionen, die für Zugezogene sehr eigentümlich wirken.
Wir lernen Nancy und Calder als Liebespaar kennen. Sie sind zwei Charaktere, die auf den ersten Blick sympathisch wirken. Doch dann hat Calder einen Unfall, bei dem er fast stirbt und kehrt komplett verändert unter die Lebenden zurück.
Diesen Teil fand ich ausgesprochen spannend. Die Autorin baut sehr geschickt ein Mysterium auf, so dass man sich nicht sicher ist, ob es sich hier vielleicht um einen Thriller mit übersinnlichen Elementen handeln könnte.

Auch Nancy verändert sich im Laufe der Handlung und wurde immer weniger sympathisch. Man merkte, dass sie einiges verbirgt. Teilweise verhält sie sich allerdings ziemlich idiotisch (wer rennt bitte im Dunkeln einen ungesicherten Hang hinauf), aber genau dieses Verhalten trägt auch zur Spannung bei.
Eine offensichtliche Lösung wird präsentiert aber alle Charaktere, allen voran auch der Pfarrer Arran, wirken auf ihre Art so verdächtig, dass ich parallel diverse Theorien in Gedanken durchgespielt habe. Der naheliegenste Twist hat sich letztendlich bewahrheitet und ich war etwas enttäuscht, dass es am Schluss nicht noch einen großen wtf Moment gibt. Das wäre das Tüpfelchen auf dem i und der 5. Stern gewesen.
So vergebe ich 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Keine perfekte Ehe

Die Frau des Serienkillers
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Beth und Tom führen ein glückliches Leben. Sie sind in ein tolles Haus auf dem Land umgezogen und Beth konnte sich den Traum vom eigenen Cafè erfüllen. Doch eines Tages steht die Polizei vor der Tür. Tom ...

Beth und Tom führen ein glückliches Leben. Sie sind in ein tolles Haus auf dem Land umgezogen und Beth konnte sich den Traum vom eigenen Cafè erfüllen. Doch eines Tages steht die Polizei vor der Tür. Tom wird mit dem Verschwinden seiner Exfreundin Kathie in Verbindung gebracht.

„Die Frau des Serienkillers“ wird überwiegend in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Beth erzählt. Zwischendurch gibt es Kapitel aus Sicht von Tom sowie von anderen Frauen. Der Schreibstil von Alice Hunter hat mir sehr gut gefallen. Der Thriller lässt sich leicht lesen und ich war wirklich interessiert, mehr herauszufinden.

Das Tom ein Mörder ist, sagt schon der Titel. Der deutlich spannendere Charakter war für mich Beth. Obwohl der Hauptfokus der Geschichte auf ihr lag, blieb sie mir lange rätselhaft, was aber wohl so gewollt ist. Sie wird als sympathische Cafèbesitzerin vorgestellt (tolle Idee übrigens mit dem Keramikcafé), wird im Lauf der Handlung allerdings immer ominöser. Die Vorwürfe gegen ihren Mann scheinen sie wenig zu berühren. Sie beginnt sogar zu daten, kaum dass Tom in U-Haft sitzt. Das fand ich alles sehr seltsam. Ich finde allerdings, es hätte der Spannung gut getan, wenn es schon im Mittelteil die ein oder andere Enthüllung gegeben hätte. Leider gab es nämlich bis zur Auflösung nie einen Twist, was ich für einen Thriller etwas mau finde.
Das Ende hatte ich so in der Art nicht vorhergesehen und fand es böse und gelungen, auch wenn ich Beths Verhalten schon äußerst überspannt finde. Man hätte die Probleme auch einfacher lösen können.

„Die Frau des Serienkillers“ hat mich gut unterhalten und ich bin auf die weiteren Bücher der Autorin gespannt.

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