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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.05.2025

Ein Buch, durchtränkt von Literatur

Roberto und ich
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Anna Katharina Fröhlich hat ein Buch über ihren Freund Roberto Calasso, italienischer Verleger und die Literaturwelt gemacht.
Es ist ein bewunderndes Buch, das Calassos Bedeutung als Kulturschaffender ...

Anna Katharina Fröhlich hat ein Buch über ihren Freund Roberto Calasso, italienischer Verleger und die Literaturwelt gemacht.
Es ist ein bewunderndes Buch, das Calassos Bedeutung als Kulturschaffender heraustreicht. Sie hatten sich 1995 auf einer Buchmesse kennen gelernt und schließlich verliebt. Sie reisten auch zusammen. Es gibt einige bemerkenswerte Passagen über Orte in Italien, streckenweise sind sie auf den Spuren von Joseph Brodsky, mit dem Calasso befreundet war und der 1996 starb.

Man spürt, wie die Autorin Kultur und bedeutende Literatur mit einem Mann in Verbindung bringt.
Anna Katharina Fröhlich hat ein Talent für Details, wenn auch leicht überfrachtet eingesetzt und es dürfte interessant sein, auch ihre Romane zu lesen.

Veröffentlicht am 24.04.2025

Thomas Mann und sein Verlag

»... ich will Euch niemals verlassen«
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Dieses Buch ist bei Fischer erschienen. Kein Wunder, ist dies doch der Verlag, der Thomas Mann stets herausgegeben hatte. Von den Buddenbrooks ab alle Bücher des Autors bis zu dessen Tod und darüber hinaus. ...

Dieses Buch ist bei Fischer erschienen. Kein Wunder, ist dies doch der Verlag, der Thomas Mann stets herausgegeben hatte. Von den Buddenbrooks ab alle Bücher des Autors bis zu dessen Tod und darüber hinaus. Das war beiderseitige Treue, aber auch von Vorteil für beide Seiten. Es gibt viele interessante Details, aber manchmal wirkt das Buch zu gerafft. Es ist auch ziemlich kurz.

Barbara Hoffmeister hat schon eine Biografie über Samuel Fischer geschrieben und arbeitet auch in diesem Werk gut heraus, wie wichtig dieser Verleger für Thomas Mann war.

Es ist ein interessantes Buch, das viel über die Verlagswelt und Verhältnis zwischen Autor und Verlag erzählt und es macht Lust, mehr über Samuel Fischer zu lesen.

Veröffentlicht am 24.04.2025

Weder Top noch Flop

Great Big Beautiful Life
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Das Buch hat mich streckenweise gelangweilt. Aber daran bin ich zum Teil selbst schuld, denn dieses Buch ist eine Romantic Comedy. Ein Genre, das ich normalerweise meide, doch mich lockte die Grundidee. ...

Das Buch hat mich streckenweise gelangweilt. Aber daran bin ich zum Teil selbst schuld, denn dieses Buch ist eine Romantic Comedy. Ein Genre, das ich normalerweise meide, doch mich lockte die Grundidee. Alice und Hayden, zwei Journalisten, die beide die Biografie von Marvaret Ives, einer ehemaligen Promi, schreiben wollen. Margaret erzählt beiden getrennt voneinander ihre komplizierte Lebens- und Familiengeschichte. Und es gibt die Version der anderen und ihre Version. Warum die alte Dame das so umständlich macht, erschien mir lange Zeit nicht ganz plausibel.
Dann sind die Dialoge zwischen Alice und Hayden nicht originell oder schlagfertig genug.
Und warum wird nur aus Alice Perspektive erzählt? Das schwächt Hayden als Figur.
Das Ende ist aber gelungen und das versöhnt mit dem Buch.

Great big beautiful life ist kein Flop, da Margarets Geschichte interessant genug ist.

Veröffentlicht am 24.04.2025

Noah und Camilla

Wut und Liebe
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Martin Suter hat schon viele Bücher geschrieben und er hält ein gewissen Niveau, welches er auch nicht überschreiten kann oder will.
Doch immer erzählt er eine interessante Story.
Noah ist Künstler, jedoch ...

Martin Suter hat schon viele Bücher geschrieben und er hält ein gewissen Niveau, welches er auch nicht überschreiten kann oder will.
Doch immer erzählt er eine interessante Story.
Noah ist Künstler, jedoch ohne monetären Erfolg bisher. Seine Freundin Camilla leidet darunter und will sich trennen. Für Noah sehr schmerzhaft. Er will etwas ändern und als er durch Zufall mit Betty eine Frau kennenlernt, die ihm etwas vorschlägt, überlegt er zum Mörder zu werden.
Hier geht es um eine schwierige Beziehung. Hinzu kommt ein Thrillerplot, der an Alfred Hitchcock erinnert, ohne dass das Buch dadurch zu einem Krimi wird. Es bleibt Suter pur.
Insgesamt halte ich Wut und Liebe aber für schwächer als Martin Suter Roman aus dem letzte Jahr, Melody. Hauptgrund ist ein zu verhaltenes Tempo und auch dem Plot ist leicht enttäuschend.
Gert Heidenreich ist der Sprecher des Hörbuchs und er liest ruhig und passend, für meinen Geschmack aber zu langsam.
Ich gebe dem Buch 3,5 Sterne aufgerundet zu vier.

Veröffentlicht am 18.04.2025

Debütroman

Prinzip Ungefähr
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Prinzip ungefähr ist ein kleiner, lustiger Roman über ein leicht ausgeflipptes Paar. Die Icherzählerin Masha und Iggy lernen sich im ICE kennen und mögen sich auf Anhieb. Sie sind unterschiedlich, haben ...

Prinzip ungefähr ist ein kleiner, lustiger Roman über ein leicht ausgeflipptes Paar. Die Icherzählerin Masha und Iggy lernen sich im ICE kennen und mögen sich auf Anhieb. Sie sind unterschiedlich, haben aber auch Gemeinsamkeiten.
Das Buch ist stark geprägt von der Selbstironie der Ich-Erzählerin, der sich überwiegend durch ihre Gedanken mitteilt, aber auch durch die witzigen, pointierten Dialoge. Dennoch, so ganz nahe fühlte ich mich den beiden nicht. Der Handlungsverlauf war mir manchmal zu übertrieben, die Gags auch zu platt, anderes zu oberflächlich. Nicht jeder Einfall trifft ins Schwarze. Auffällig das Ausmaß an Namedropping mit Referenzen auf Filme und Literatur.
Aber eigentlich schon ein beachtlicher Debütroman. Mal sehen, was von Caspar-Maria Russo noch folgen wird.