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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.05.2025

Die Sterne sind unverrückbar

Atmosphere
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Bei Taylor Jenkins Reid hatte mich Carrie Soto is back beeindruckt. Der neue Roman Atmosphere hat ein wenig davon, wobei die Leidenschaft für Sport hier für den Weltraum einnimmt.
Zwei Frauen (Joan und ...

Bei Taylor Jenkins Reid hatte mich Carrie Soto is back beeindruckt. Der neue Roman Atmosphere hat ein wenig davon, wobei die Leidenschaft für Sport hier für den Weltraum einnimmt.
Zwei Frauen (Joan und Vanessa) und ihre Beziehung stehen im Mittelpunkt. Sie verbindet einiges und beide wollen Astronautinnen sein.
Die Autorin arbeitet die Unterschiedlichen Charakteren der beiden gut heraus. Hinzu kommt die rührende Beziehung von Joan zu ihrer Nichte. Das wird vielleicht ein wenig zu idealistisch geschildert, auch ist die Liebesgeschichte und ihr Verlauf zu pathetisch gehalten.
Die Autorin legt die Handlung in die frühen Achtziger Jahre, was gut funktioniert. Geschickt baut sie zwei Handlungsstränge auf, so bleibt eine gewisse Spannung kontinuierlich aufrechterhalten.
Das Buch liest sich und flott wie es nur gute Unterhaltungsromane schaffen. Ich würde das Buch in die Nähe von Eine Frage der Chemie rücken, obwohl es nicht ganz darankommt.

Veröffentlicht am 28.05.2025

Novelle

Lorna
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Der berühmte Kinderbuchautor Paul Maar, inzwischen 87 Jahre alt, legt hier eine vollendete Novelle über eine Frau vor.
Wichtig ist die Erzählperspektive. Die liegt bei einem Freund von Lorna, der einfühlsam ...

Der berühmte Kinderbuchautor Paul Maar, inzwischen 87 Jahre alt, legt hier eine vollendete Novelle über eine Frau vor.
Wichtig ist die Erzählperspektive. Die liegt bei einem Freund von Lorna, der einfühlsam und streckenweise bewundernd über Lorna und ihr Leben schreibt. Sie waren Kinderfreunde, später ein Paar. Aber Lorna entwickelte erst ein Helfersyndrom, später eine Manie und eine psychische Störung, mit der schwer zurecht zu kommen ist.
Es ist eine tragische Geschichte, aber unbedingt lesenswert.

Veröffentlicht am 17.05.2025

Adas Weg

Für uns gibt es keinen Namen
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Für uns gibt es keinen Namen ist ein Roman über eine Frau im zeitgenössischen Italien. Ada arbeitet in Mailand in einer Werbeagentur und ist ziemlich verschlossen. Sie ist noch jung, erst 26, aber hat ...

Für uns gibt es keinen Namen ist ein Roman über eine Frau im zeitgenössischen Italien. Ada arbeitet in Mailand in einer Werbeagentur und ist ziemlich verschlossen. Sie ist noch jung, erst 26, aber hat schon eine neunjährige Tochter. Von der erzählt sie in Mailand nicht. Die Tochter lebt bei Adas Eltern.
Es wird ein langer Weg für Ada, sich zu ihrer Tochter zu bekennen, von der sie anfangs mal sagte, sie sei ihre Schwester.
Das Thema des Buches ist Beziehungen. Zu ihrer Tochter und den Eltern und zu Alessio, mit dem sie zusammenarbeitet und teilweise sogar mit ihm lebt.
Gaia Manzini schreibt in einem ruhigen, verhaltenen Ton, in einer durchaus ansprechenden Sprache. So kann sie ein ehrliches Porträt einer Frau zeichnen, die ihren Weg finden muss.

Veröffentlicht am 10.05.2025

China in den Achtziger Jahren

Himmlischer Frieden
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Das Buch von Lai Wei ist fiktiv, aber stark autobiografisch gefärbt und zeigt ein Leben in China der Achtziger Jahre. Es wird aus der Perspektive der Erzählerin erzählt, daher ist man relativ nah bei der ...

Das Buch von Lai Wei ist fiktiv, aber stark autobiografisch gefärbt und zeigt ein Leben in China der Achtziger Jahre. Es wird aus der Perspektive der Erzählerin erzählt, daher ist man relativ nah bei der Figur.
Stilistisch ist es relativ einfach gehalten.
Das Buch ist anfangs weniger politisch als erwartet, obwohl das natürlichs chon eine große Rolle spielt. Zunächst sehen wir aber einen Text über familien- und Machtstrukturen.
Eine ganz starke Nebenfigur ist Lais Großmutter, eine starke persönlichkeit und sie standen sich sehr nahe, bis die Demenz Lai diese Frau stück und stück raubt.
Hinzu kommen Szenen mit ihrem Freudn Gen. Das zusammen ergibt auch ein Coming-of-Age. Schließlich folgen die Jahre auf der Universität. Da verbindet sie mit der unkonventionellen Anna eine innige Freundschaft. Schließlich wird sie Teil der Protestbewegeung.
Ich denke, es sind ca. 15 Jahre, die gezeigt werden.

Insgesamt fand ich das Buch mittel bis gut. Es gibt viele emotionale Passagen und man fühlt für Lai. Aber viele wichtige Details, die ich erwartet hatte, wurden zu wenig ausgearbeitet.
Dennoch ist es natürlich ein lesenswerter Roman.

Veröffentlicht am 24.04.2025

Tagebuch mit Kommentaren

»Ich will lieber schweigen«
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Will Quadflieg war ein bedeutender Theater- und Filmschauspieler, dessen erste Erfolge in die Kriegszeit fielen.

Roswitha Quadflieg hat ihr Buch aufgrund gefundener Briefe und einem Tagebuch aus den Jahren ...

Will Quadflieg war ein bedeutender Theater- und Filmschauspieler, dessen erste Erfolge in die Kriegszeit fielen.

Roswitha Quadflieg hat ihr Buch aufgrund gefundener Briefe und einem Tagebuch aus den Jahren 1945/46 ihres Vaters geschrieben. Die Abschnitte des Tagebuches werden von Roswitha Quadflieg unmittelbar kommentiert und diskutiert.
Durch diese Form hat man als Leser wenig den Eindruck eines kompletten Tagebuchs, das ich eigentlich auch gerne am Stück gelesen hätte. Aber es ist verständlich, dass Roswitha Quadflieg so vorgeht, denn sie will ihren überwiegend fremden Vater dadurch ein Stück verstehen. Es ist der Versuch eines Gesprächs.
Wills stimmungsvollen Tagebuchtext sind Roswitha eher nüchterne Bemerkungen entgegengesetzt. Auch eine Spur Bitterkeit ist zu spüren.
Es ist ein nachdenkliches Buch, dass ich mit Interesse gelesen habe.