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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.07.2025

Liebe, Mut und Menschlichkeit

Maikäferjahre
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Ich habe schon viele Bücher über diese schlimme Zeit gelesen und bin jedes Mal aufs Neue erschüttert und tief berührt.

Im Frühjahr 1945 ist Europa von Krieg und Zerstörung gezeichnet. Anni flieht gemeinsam ...

Ich habe schon viele Bücher über diese schlimme Zeit gelesen und bin jedes Mal aufs Neue erschüttert und tief berührt.

Im Frühjahr 1945 ist Europa von Krieg und Zerstörung gezeichnet. Anni flieht gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter und dem halbjüdischen Geiger Adam aus dem brennenden Dresden. Ihr Weg ist gefährlich und führt sie durch das von Besatzungsmächten durchzogene Deutschland bis zu ihrer Schwiegerfamilie nach Tirol. Dort stehen die drei vor einer schweren Entscheidung: Wenn Anni bleiben will, muss Adam gehen.

Währenddessen entkommt Annis Zwillingsbruder Tristan nur knapp dem Tod und gerät in britische Kriegsgefangenschaft. Trotz heftiger Anfeindungen pflegt ihn dort die britische Krankenschwester Rosalie. Zwischen ihnen entsteht eine Liebe, die nicht nur durch das Gesetz, sondern auch durch Rosalies schottische Familie verboten ist.

Die Zerstörung Dresdens in nur einer Nacht, die Verzweiflung und die Ablehnung der Menschen werden anschaulich geschildert. Ebenso gelingt es der Autorin, die ein feines Gespür für historische Details an den Tag legt, die Atmosphäre in Deutschland und Großbritannien lebendig einzufangen. Und immer wieder erscheinen kluge Menschen, die durch ihre Haltung das Leid lindern und Hoffnung geben: „Nur Sieger, die fähig sind, ihre einstigen Feinde zu umarmen, haben ihren Sieg wirklich verdient.“ So ein schöner und wahrer Satz! Der Roman ist geprägt von dramatischen Szenen und Momenten, die tief berühren und Hoffnung geben.

Der Schreibstil zeichnet sich aus durch die klare, schnörkellose Sprache, die dennoch immer wieder poetische Bilder zulässt. Sarah Höflich schildert dramatische Szenen mit einer Intensität, die unter die Haut geht, ohne ins Sentimentale oder Übertriebene abzugleiten. Besonders beeindruckend sind die Passagen, in denen die Autorin die großen historischen Ereignisse mit privaten Schicksalen verwebt und so Geschichte auf eine persönliche, greifbare Ebene holt.

Sarah Höflich ist mit „Maikäferjahre“ ein eindrucksvoller Roman gelungen, der historische Ereignisse und persönliche Schicksale zu einer vielschichtigen, emotional bewegenden Geschichte verwebt. Es regt zum Nachdenken an, erschüttert und tröstet zugleich – und bleibt lange im Gedächtnis.

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Veröffentlicht am 04.07.2025

Poetisch, spannend und dramatisch

Der Weg der Frauen
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Schon zum dritten Mal entführt mich Marie Pierre nach Lothringen in das jetzige Thionville (damals Diedenhofen) in das Pensionat von Pauline Martin. Auch dieses Mal steht Pauline im Mittelpunkt des Geschehens ...

Schon zum dritten Mal entführt mich Marie Pierre nach Lothringen in das jetzige Thionville (damals Diedenhofen) in das Pensionat von Pauline Martin. Auch dieses Mal steht Pauline im Mittelpunkt des Geschehens denn sie wird mit den Folgen der Verhaftung ihrer Schülerin Sophie konfrontiert, die sich bei einer Kundgebung für Frauenrechte engagiert hat. Die Situation lässt nicht nur den Ruf des Pensionats leiden, sondern bringt auch Pauline in eine prekäre Lage. Sophie kehrt nach ihrer Entlassung aus Luxemburg als gebrochene Persönlichkeit zurück, und Pauline beginnt, über nachzuforschen. Das führt sie zu verstörenden Entdeckungen im Elternhaus des Mädchens.

Die Handlung wird zusätzlich durch Paulines persönliche Konflikte vertieft. Sie wird zwischen zwei Männern zerrissen: ihrem ehemaligen Verlobten Roland, der erneut um sie wirbt, und Erich von Pliesnitz, der sich enttäuscht zurückzieht, als er von Rolands Rückkehr erfährt. Diese Dreiecksbeziehung zwingt Pauline dazu, eine Entscheidung zu treffen, die nicht nur ihre Zukunft, sondern auch ihr Herz auf eine harte Probe stellt.

Marie Pierre gelingt es meisterhaft, historische Ereignisse mit einer fiktiven Erzählung zu verweben. Die Atmosphäre des frühen 20. Jahrhunderts wird so lebendig eingefangen, dass man sich förmlich in die damalige Zeit versetzt fühlt. Besonders beeindruckend ist die Darstellung der gesellschaftlichen Kämpfe und Herausforderungen, mit denen Frauen zu jener Zeit konfrontiert waren. Themen wie Frauenrechte, gesellschaftliche Erwartungen und persönliche Freiheit ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch.

Die Sprache des Romans ist von einer bemerkenswerten Eleganz, die perfekt zur Erzählung passt. Viele Sätze wirken wie kleine poetische Kunstwerke, die mich oft innehalten lassen. Der Schlusssatz gehört zu den schönsten, die ich in der letzten Zeit gelesen habe und lässt mich mit einem guten Gefühl, einem Lächeln und einer kleinen Gänsehaut das Buch beenden.

"Der Weg der Frauen"* von Marie Pierre ist ein emotionaler und gut recherchierter historischer Roman, der mich nicht nur durch seine spannende Handlung, sondern auch durch seine feinfühlige Charakterzeichnung und seinen poetischen Stil begeistert hat. Marie Pierre erzählt eine kraftvolle berührende Geschichte über Mut, Veränderung und die Suche nach Selbstbestimmung in einer von gesellschaftlichen Zwängen geprägten Zeit.

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Grandioses Finale

Sturmjahre
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Der fünfte Teil der Pentalogie um die Dennon Geschwister ist Ian gewidmet, der nach einer langen und schmerzvollen Zeit nach dem Krieg endlich heimkehrt. Ich habe sehnsüchtig auf den letzten Teil gewartet ...

Der fünfte Teil der Pentalogie um die Dennon Geschwister ist Ian gewidmet, der nach einer langen und schmerzvollen Zeit nach dem Krieg endlich heimkehrt. Ich habe sehnsüchtig auf den letzten Teil gewartet und es war wie erwartet wieder ein Gefühl wie nach Hause zu kommen. Die Familie und auch das fiktive Örtchen Foxgirth sind mir mittlerweile so vertraut! Auf Ian war ich sehr gespannt, weil er so lange weg war und ich ihn noch gar nicht „kannte“.

Ich erfahre wieder viel über die schottische Geschichte und auch endlich den Grund, warum Ian solange seinem Zuhause fern geblieben ist. Er kommt ganz überraschend heim und als er dann als erstes Maisie Glenn begegnet, musste ich schmunzeln. Die Fehde zwischen den Dennons und den Glenns zieht sich über alle fünf Bücher und auch hier erfahre ich endlich die wahren Hintergründe. Dann gibt es noch eine weitere Überraschung, die ich nicht verraten möchte, aber diese Überraschung bringt noch mal ganz neue Erkenntnisse.

Es war so schön, in Foxgirth bei den Dennons, auch wenn es natürlich auch dieses Mal Dramen gab. Familiendynamiken, alte Fehden und lang gehütete Geheimnisse prägen die Handlung. Lia Scott schafft es, diese Elemente geschickt miteinander zu verweben, sodass die Spannung bis zum überraschenden Ende konstant aufrechterhalten wird.

Ich mag den Schreibstil von Lia Scott sehr. Sie schafft es jedesmal, dass ich mich in ihren Büchern zu Hause fühle. Außerdem vereint sie historische Tiefe mit emotionaler Intensität und das macht diese Buchreihe so besonders.

Die Sturmjahre-Reihe ist viel mehr als eine Familiengeschichte. Sie zeichnet das Leben und die Kämpfe einer Großfamilie, die darum ringt, ihren Platz in der Welt nach dem großen Krieg zu finden. Besonders mag ich persönlich die starken Frauenfiguren, die gegen gesellschaftliche Normen rebellieren und für ihre Zukunft kämpfen. Dieser fünfte Teil ist ein würdiger Abschluss einer großartigen Serie!

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Veröffentlicht am 06.06.2025

Außergewöhnlich spannender Thriller

Aschesommer
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Im Zentrum dieses außergewöhnlich spannenden Thrillers stehen wieder Mila Weiss und Jakob Krogh mit ihrer „Gruppe 4“, die schon in „Krähenmorde“ ihr Können unter Beweis gestellt haben. Nun werden sie erneut ...

Im Zentrum dieses außergewöhnlich spannenden Thrillers stehen wieder Mila Weiss und Jakob Krogh mit ihrer „Gruppe 4“, die schon in „Krähenmorde“ ihr Können unter Beweis gestellt haben. Nun werden sie erneut zu einem mysteriösen Fall gerufen, der mit einer kryptischen Nachricht beginnt: „Das erste Sterben hat begonnen.“ Das verursacht die erste Gänsehaut. Der Fund von zwei Leichen in einer Kühlkammer auf einem verlassenen Bauernhof schockt nicht nur die Ermittler. In der drückenden Sommerhitze entwickelt sich ein Wettlauf gegen die Zeit, in dem Jakob und Mila an ihre Grenzen stoßen.

Ich mag die Gruppe 4 und ihre Art zu ermitteln sehr. Die Figuren entwickeln sich weiter und ich habe das Gefühl, sie schon lange zu kennen. Konflikte während der Ermittlungen lockern das Ganze etwas auf. Jakob und Mila sind das perfekte Team, auch wenn beide weiterhin mit ihrer Vergangenheit kämpfen.

Die Atmosphäre ist beklemmend, Benjamin Corrs beschreibt die einzelnen Szenarien so gut, dass ich die Hitze förmlich spüren kann und gleichzeitig unter einer Gänsehaut erschauere. Denn auch die Verdächtigen werden so intensiv beschrieben, dass es mich mehr als einmal gruselt.

Der Spannungsbogen ist konstant straff gespannt, es fiel mir schwer, das Buch nicht in einem Rutsch zu lesen. Dazu kommt ein präziser und klarer Schreibstil, der für mich diesen Thriller nicht nur spannend, sondern außergewöhnlich macht.

Mich hat die exzellent konstruierte Handlung in Verbindung mit intelligenter Ermittlungsarbeit und einem überraschenden Ende überzeugt und begeistert! Und wenn ich mir das Cover nach der Lektüre noch einmal anschaue: Es ist perfekt!

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Hochspannend und interessant

Echokammer
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Ingar Johnsrud hat schon einige Thriller geschrieben. Echokammer war mein Erster und ich bin restlos begeistert. Spannend von Anfang an und hochaktuell! Ich habe viel Stoff zum Nachdenken bekommen. Es ...

Ingar Johnsrud hat schon einige Thriller geschrieben. Echokammer war mein Erster und ich bin restlos begeistert. Spannend von Anfang an und hochaktuell! Ich habe viel Stoff zum Nachdenken bekommen. Es ging los mit der These, dass brutale Strafen die Gesellschaft besser machen. Da war mir schon klar, wohin der Weg führt.

Schauplatz ist die norwegische Hauptstadt Oslo und deren Randgebiete. Hier wird in einigen Tagen die Wahl einer neuen Regierung stattfinden. Viele kurze Kapitel mit präzisen Zeit- und Ortsangaben und Countdown bis zur Wahl kreieren einen straffen Spannungsbogen und halten mich stets in Atem. Ingar Johnsrud erzählt zudem aus verschiedenen Perspektiven, ein Stilmittel, das ich sehr mag.

Das Ermittlerteam besteht aus Lieselott Benjamin, einer spröden, aber sehr guten Beamtin und Martin Tong, den ich von Anfang an sehr interessant finde, weil er so anders ist. Eine weitere wichtige Person ist Jens Meidell. Seine Mutter war einst eine berühmte Politikerin, er ist nun der juristische Berater der Arbeiterpartei. Meidells persönliche Tragödie und seine Verstrickungen in die politischen Machtspiele machen ihn zu einer besonders faszinierenden Figur.

Das alles bietet den Stoff für einen megaspannenden Polit-Thriller, der sich mit Rechtsterrorismus, Wahlkampfintrigen und Datenmanipulation auseinander setzt.

Echokammer ist hochaktuell und greift Themen auf, die in der heutigen politischen Landschaft von großer Bedeutung sind. Ingar Johnsrud gewährt interessante Einblicke hinter die Kulissen der Machtpolitik. Damit schafft er es, mich gleichzeitig zu faszinieren und abzustoßen.

Der Schreibstil ist fesselnd und dem Autor gelingt es einwandfrei, komplizierte Zusammenhänge auf verständliche Weise darzustellen. Die Handlung ist komplex, jedoch meisterhaft strukturiert, was den Roman zu einem echten Page-Turner macht.

Die Charaktere sind vielschichtig und gut ausgearbeitet, wobei jede Figur ihre eigenen komplexen Motivationen und Geheimnisse besitzt. Absolute Empfehlung!

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