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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.07.2025

Poetisch, spannend und dramatisch

Der Weg der Frauen
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Schon zum dritten Mal entführt mich Marie Pierre nach Lothringen in das jetzige Thionville (damals Diedenhofen) in das Pensionat von Pauline Martin. Auch dieses Mal steht Pauline im Mittelpunkt des Geschehens ...

Schon zum dritten Mal entführt mich Marie Pierre nach Lothringen in das jetzige Thionville (damals Diedenhofen) in das Pensionat von Pauline Martin. Auch dieses Mal steht Pauline im Mittelpunkt des Geschehens denn sie wird mit den Folgen der Verhaftung ihrer Schülerin Sophie konfrontiert, die sich bei einer Kundgebung für Frauenrechte engagiert hat. Die Situation lässt nicht nur den Ruf des Pensionats leiden, sondern bringt auch Pauline in eine prekäre Lage. Sophie kehrt nach ihrer Entlassung aus Luxemburg als gebrochene Persönlichkeit zurück, und Pauline beginnt, über nachzuforschen. Das führt sie zu verstörenden Entdeckungen im Elternhaus des Mädchens.

Die Handlung wird zusätzlich durch Paulines persönliche Konflikte vertieft. Sie wird zwischen zwei Männern zerrissen: ihrem ehemaligen Verlobten Roland, der erneut um sie wirbt, und Erich von Pliesnitz, der sich enttäuscht zurückzieht, als er von Rolands Rückkehr erfährt. Diese Dreiecksbeziehung zwingt Pauline dazu, eine Entscheidung zu treffen, die nicht nur ihre Zukunft, sondern auch ihr Herz auf eine harte Probe stellt.

Marie Pierre gelingt es meisterhaft, historische Ereignisse mit einer fiktiven Erzählung zu verweben. Die Atmosphäre des frühen 20. Jahrhunderts wird so lebendig eingefangen, dass man sich förmlich in die damalige Zeit versetzt fühlt. Besonders beeindruckend ist die Darstellung der gesellschaftlichen Kämpfe und Herausforderungen, mit denen Frauen zu jener Zeit konfrontiert waren. Themen wie Frauenrechte, gesellschaftliche Erwartungen und persönliche Freiheit ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch.

Die Sprache des Romans ist von einer bemerkenswerten Eleganz, die perfekt zur Erzählung passt. Viele Sätze wirken wie kleine poetische Kunstwerke, die mich oft innehalten lassen. Der Schlusssatz gehört zu den schönsten, die ich in der letzten Zeit gelesen habe und lässt mich mit einem guten Gefühl, einem Lächeln und einer kleinen Gänsehaut das Buch beenden.

"Der Weg der Frauen"* von Marie Pierre ist ein emotionaler und gut recherchierter historischer Roman, der mich nicht nur durch seine spannende Handlung, sondern auch durch seine feinfühlige Charakterzeichnung und seinen poetischen Stil begeistert hat. Marie Pierre erzählt eine kraftvolle berührende Geschichte über Mut, Veränderung und die Suche nach Selbstbestimmung in einer von gesellschaftlichen Zwängen geprägten Zeit.

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Grandioses Finale

Sturmjahre
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Der fünfte Teil der Pentalogie um die Dennon Geschwister ist Ian gewidmet, der nach einer langen und schmerzvollen Zeit nach dem Krieg endlich heimkehrt. Ich habe sehnsüchtig auf den letzten Teil gewartet ...

Der fünfte Teil der Pentalogie um die Dennon Geschwister ist Ian gewidmet, der nach einer langen und schmerzvollen Zeit nach dem Krieg endlich heimkehrt. Ich habe sehnsüchtig auf den letzten Teil gewartet und es war wie erwartet wieder ein Gefühl wie nach Hause zu kommen. Die Familie und auch das fiktive Örtchen Foxgirth sind mir mittlerweile so vertraut! Auf Ian war ich sehr gespannt, weil er so lange weg war und ich ihn noch gar nicht „kannte“.

Ich erfahre wieder viel über die schottische Geschichte und auch endlich den Grund, warum Ian solange seinem Zuhause fern geblieben ist. Er kommt ganz überraschend heim und als er dann als erstes Maisie Glenn begegnet, musste ich schmunzeln. Die Fehde zwischen den Dennons und den Glenns zieht sich über alle fünf Bücher und auch hier erfahre ich endlich die wahren Hintergründe. Dann gibt es noch eine weitere Überraschung, die ich nicht verraten möchte, aber diese Überraschung bringt noch mal ganz neue Erkenntnisse.

Es war so schön, in Foxgirth bei den Dennons, auch wenn es natürlich auch dieses Mal Dramen gab. Familiendynamiken, alte Fehden und lang gehütete Geheimnisse prägen die Handlung. Lia Scott schafft es, diese Elemente geschickt miteinander zu verweben, sodass die Spannung bis zum überraschenden Ende konstant aufrechterhalten wird.

Ich mag den Schreibstil von Lia Scott sehr. Sie schafft es jedesmal, dass ich mich in ihren Büchern zu Hause fühle. Außerdem vereint sie historische Tiefe mit emotionaler Intensität und das macht diese Buchreihe so besonders.

Die Sturmjahre-Reihe ist viel mehr als eine Familiengeschichte. Sie zeichnet das Leben und die Kämpfe einer Großfamilie, die darum ringt, ihren Platz in der Welt nach dem großen Krieg zu finden. Besonders mag ich persönlich die starken Frauenfiguren, die gegen gesellschaftliche Normen rebellieren und für ihre Zukunft kämpfen. Dieser fünfte Teil ist ein würdiger Abschluss einer großartigen Serie!

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Veröffentlicht am 06.06.2025

Außergewöhnlich spannender Thriller

Aschesommer
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Im Zentrum dieses außergewöhnlich spannenden Thrillers stehen wieder Mila Weiss und Jakob Krogh mit ihrer „Gruppe 4“, die schon in „Krähenmorde“ ihr Können unter Beweis gestellt haben. Nun werden sie erneut ...

Im Zentrum dieses außergewöhnlich spannenden Thrillers stehen wieder Mila Weiss und Jakob Krogh mit ihrer „Gruppe 4“, die schon in „Krähenmorde“ ihr Können unter Beweis gestellt haben. Nun werden sie erneut zu einem mysteriösen Fall gerufen, der mit einer kryptischen Nachricht beginnt: „Das erste Sterben hat begonnen.“ Das verursacht die erste Gänsehaut. Der Fund von zwei Leichen in einer Kühlkammer auf einem verlassenen Bauernhof schockt nicht nur die Ermittler. In der drückenden Sommerhitze entwickelt sich ein Wettlauf gegen die Zeit, in dem Jakob und Mila an ihre Grenzen stoßen.

Ich mag die Gruppe 4 und ihre Art zu ermitteln sehr. Die Figuren entwickeln sich weiter und ich habe das Gefühl, sie schon lange zu kennen. Konflikte während der Ermittlungen lockern das Ganze etwas auf. Jakob und Mila sind das perfekte Team, auch wenn beide weiterhin mit ihrer Vergangenheit kämpfen.

Die Atmosphäre ist beklemmend, Benjamin Corrs beschreibt die einzelnen Szenarien so gut, dass ich die Hitze förmlich spüren kann und gleichzeitig unter einer Gänsehaut erschauere. Denn auch die Verdächtigen werden so intensiv beschrieben, dass es mich mehr als einmal gruselt.

Der Spannungsbogen ist konstant straff gespannt, es fiel mir schwer, das Buch nicht in einem Rutsch zu lesen. Dazu kommt ein präziser und klarer Schreibstil, der für mich diesen Thriller nicht nur spannend, sondern außergewöhnlich macht.

Mich hat die exzellent konstruierte Handlung in Verbindung mit intelligenter Ermittlungsarbeit und einem überraschenden Ende überzeugt und begeistert! Und wenn ich mir das Cover nach der Lektüre noch einmal anschaue: Es ist perfekt!

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Hochspannend und interessant

Echokammer
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Ingar Johnsrud hat schon einige Thriller geschrieben. Echokammer war mein Erster und ich bin restlos begeistert. Spannend von Anfang an und hochaktuell! Ich habe viel Stoff zum Nachdenken bekommen. Es ...

Ingar Johnsrud hat schon einige Thriller geschrieben. Echokammer war mein Erster und ich bin restlos begeistert. Spannend von Anfang an und hochaktuell! Ich habe viel Stoff zum Nachdenken bekommen. Es ging los mit der These, dass brutale Strafen die Gesellschaft besser machen. Da war mir schon klar, wohin der Weg führt.

Schauplatz ist die norwegische Hauptstadt Oslo und deren Randgebiete. Hier wird in einigen Tagen die Wahl einer neuen Regierung stattfinden. Viele kurze Kapitel mit präzisen Zeit- und Ortsangaben und Countdown bis zur Wahl kreieren einen straffen Spannungsbogen und halten mich stets in Atem. Ingar Johnsrud erzählt zudem aus verschiedenen Perspektiven, ein Stilmittel, das ich sehr mag.

Das Ermittlerteam besteht aus Lieselott Benjamin, einer spröden, aber sehr guten Beamtin und Martin Tong, den ich von Anfang an sehr interessant finde, weil er so anders ist. Eine weitere wichtige Person ist Jens Meidell. Seine Mutter war einst eine berühmte Politikerin, er ist nun der juristische Berater der Arbeiterpartei. Meidells persönliche Tragödie und seine Verstrickungen in die politischen Machtspiele machen ihn zu einer besonders faszinierenden Figur.

Das alles bietet den Stoff für einen megaspannenden Polit-Thriller, der sich mit Rechtsterrorismus, Wahlkampfintrigen und Datenmanipulation auseinander setzt.

Echokammer ist hochaktuell und greift Themen auf, die in der heutigen politischen Landschaft von großer Bedeutung sind. Ingar Johnsrud gewährt interessante Einblicke hinter die Kulissen der Machtpolitik. Damit schafft er es, mich gleichzeitig zu faszinieren und abzustoßen.

Der Schreibstil ist fesselnd und dem Autor gelingt es einwandfrei, komplizierte Zusammenhänge auf verständliche Weise darzustellen. Die Handlung ist komplex, jedoch meisterhaft strukturiert, was den Roman zu einem echten Page-Turner macht.

Die Charaktere sind vielschichtig und gut ausgearbeitet, wobei jede Figur ihre eigenen komplexen Motivationen und Geheimnisse besitzt. Absolute Empfehlung!

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Veröffentlicht am 02.05.2025

Dunkle Familiengeheimnisse

Die Erbin
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Dieser wunderbare Roman hat mich mitten ins Herz getroffen. Schauplatz ist Köln in den 50er Jahren. Hier treffe ich auf Cosima Liefenstein, die Tochter einer fiktiven Industriellenfamilie, die stellvertretend ...

Dieser wunderbare Roman hat mich mitten ins Herz getroffen. Schauplatz ist Köln in den 50er Jahren. Hier treffe ich auf Cosima Liefenstein, die Tochter einer fiktiven Industriellenfamilie, die stellvertretend für einige reiche Familien in dieser Zeit steht. Cosima mag ich sofort. Sie ist eine taffe junge Frau, die sich für die in der Gesellschaft benachteiligten Frauen einsetzt. Das gefällt ihrer Familie allerdings gar nicht. Dann trifft sie auf den Journalisten Leo, der Nachforschungen über den Tod eines Freundes anstellt. Mit Hilfe von Leo versucht Cosima etwas über die Vergangenheit ihrer Familie herauszufinden und stößt dabei auf eine Mauer des Schweigens. Ein weiterer Erzählstrang führt mich in die Vergangenheit in die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg. Dort begegne ich Cosimas Vater Edmund und weiteren Familienmitgliedern und komme dabei der dunklen Vergangenheit der Liefensteins immer näher.

Es ist von Anfang an spannend und auch emotional. Die Atmosphäre wird fantastisch eingefangen. Mir begegnen viele Begriffe aus meiner Kindheit wie Backfisch, Federball usw. und auch die Sprache ist dieser Zeit angepasst, das finde ich sehr schön und stimmig.

Der Roman wird aus verschiedenen Perspektiven fortlaufend erzählt. Hier kommen nicht nur die Familienmitglieder, sondern auch Dienstboten und andere wichtige Personen zu Wort. Das ist für mich als Leserin besonders interessant. Sehr gelungen sind jeweils die Übergänge zu den beiden Zeitebenen.
Ich habe schon viele Bücher über diese Zeit gelesen und bin jedes Mal aufs Neue erschüttert. Claire Winter nennt die furchtbaren Dinge beim Namen, aber auf eine behutsame Art und Weise. Und genau das macht mich so betroffen. Ich hatte oft Tränen in den Augen beim Lesen. Aber zwischendurch gab es auch viele wunderschöne Momente, die mich lächeln ließen. Über vieles musste ich nachdenken und ich bin nicht sicher, ob ich so mutig wie Cosima gewesen wäre.

Ich habe während der Lektüre eine ganze Palette von Emotionen durchlebt und auch dafür liebe ich dieses Buch. Gerade in der heutigen Zeit sind Bücher wie „Die Erbin“ enorm wichtig und ich kann diesen einwandfrei recherchierten Roman, der ein dunkles Kapitel der Vergangenheit aufarbeitet, uneingeschränkt weiterempfehlen!

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