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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2025

Bewegender Roman

Maikäferjahre
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"Maikäferjahre" von Sarah Höflich ist ein bewegender historischer Familienroman, der im Frühjahr 1945 einsetzt. Im Mittelpunkt stehen die Zwillinge Anni und Tristan, deren Lebenswege durch Krieg, Flucht ...

"Maikäferjahre" von Sarah Höflich ist ein bewegender historischer Familienroman, der im Frühjahr 1945 einsetzt. Im Mittelpunkt stehen die Zwillinge Anni und Tristan, deren Lebenswege durch Krieg, Flucht und gesellschaftliche Ausgrenzung geprägt sind. Anni flieht mit ihrer Tochter und dem halbjüdischen Geiger Adam aus dem zerstörten Dresden und muss sich in Tirol zwischen Liebe und Anpassung entscheiden. Ihr Bruder Tristan erlebt in englischer Kriegsgefangenschaft eine verbotene Liebe zur Krankenschwester Rosalie.Der Roman überzeugt durch einen flüssigen, mitreißenden Schreibstil und vielschichtige, authentische Charaktere. Die wechselnden Perspektiven und Rückblenden sorgen für Spannung und Tiefe. Besonders eindrucksvoll ist die Darstellung der emotionalen und gesellschaftlichen Herausforderungen der Nachkriegszeit. 

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Sehr interessante Thematik

Vorsehung
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"Vorsehung" ist ein spannender und tiefgründiger Roman, der mit einer ungewöhnlichen Ausgangssituation fesselt: Während eines Fluges nach Sydney verkündet eine ältere Dame jedem Passagier dessen angebliches ...

"Vorsehung" ist ein spannender und tiefgründiger Roman, der mit einer ungewöhnlichen Ausgangssituation fesselt: Während eines Fluges nach Sydney verkündet eine ältere Dame jedem Passagier dessen angebliches Todesdatum und -ursache. Diese Prophezeiungen werfen existenzielle Fragen auf und bringen das Leben der Betroffenen völlig durcheinander.Der Roman überzeugt durch abwechslungsreiche Perspektiven, vielschichtige Charaktere und einen flüssigen, unterhaltsamen Schreibstil. Besonders gelungen ist, wie die Autorin die unterschiedlichen Reaktionen und Lebenswege der Passagiere miteinander verwebt. Die Geschichte regt zum Nachdenken über Schicksal, Selbstbestimmung und die Bedeutung des eigenen Lebens an.Allerdings kann die Vielzahl der Einzelschicksale dazu führen, dass der rote Faden etwas verloren geht, was ich leider an manchen Stellen als weniger spannend empfunden habe. 
Insgesamt ist "Vorsehung" ein inspirierender, kluger Roman, der sowohl unterhält als auch berührt – besonders für Fans von Liane Moriarty und alle, die das Unerwartete lieben

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Atmosphärischer, vielschichtiger Krimi

Was am Ufer lauert
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"Was am Ufer lauert" ist der zweite Band der Gardasee-Krimireihe um die Polizeireporterin Gianna Pitti.
Lenz Koppelstätter entführt die Leser erneut an den atmosphärischen Gardasee, wo eine rätselhafte ...

"Was am Ufer lauert" ist der zweite Band der Gardasee-Krimireihe um die Polizeireporterin Gianna Pitti.
Lenz Koppelstätter entführt die Leser erneut an den atmosphärischen Gardasee, wo eine rätselhafte Frauenleiche, ein Entführungsversuch und geheimnisvolle Churchill-Schriften die Handlung bestimmen.
Die Geschichte beginnt mit Gianna, die auf Bitten ihres Vaters einen Informanten treffen soll. Stattdessen entdeckt sie am Ufer eine tote Frau – und eine mysteriöse CD-ROM-Hülle mit dem Titel "Churchills Geheimnis". Gemeinsam mit ihrer Familie und ihrer Chefredakteurin taucht sie in ein Geflecht aus Mord, politischen Intrigen und historischen Geheimnissen ein. Die Ermittlungen führen sie in die Vergangenheit, als ihr Urgroßvater einst Winston Churchill am Gardasee begegnete, und werfen die Frage auf, ob die gefundenen Dokumente die Weltgeschichte verändern könnten.
Koppelstätter verbindet in diesem Krimi gekonnt regionale Atmosphäre mit internationaler Spannung. Die malerische Kulisse des Gardasees steht im Kontrast zu den dunklen Abgründen der menschlichen Natur. Die Protagonistin Gianna Pitti überzeugt durch ihre Neugier, Hartnäckigkeit und familiäre Verbundenheit. Die Mischung aus Familiengeschichte, historischen Rätseln und aktuellen Verbrechen sorgt für ein abwechslungsreiches und spannendes Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Sehr unterhaltsam

Minihorror
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Barbi Markovićs „Minihorror“ ist eine ebenso originelle wie unterhaltsame Sammlung von 27 miteinander verbundenen Geschichten, in deren Mittelpunkt das Paar Mini und Miki steht. Die beiden – sie aus Serbien, ...

Barbi Markovićs „Minihorror“ ist eine ebenso originelle wie unterhaltsame Sammlung von 27 miteinander verbundenen Geschichten, in deren Mittelpunkt das Paar Mini und Miki steht. Die beiden – sie aus Serbien, er aus der österreichischen Provinz – kämpfen sich durch den Alltag in Wien, wobei banale Situationen plötzlich ins Surreale kippen und zu kleinen, aber umso bedrohlicheren Horrorszenarien werden: Der Horror des perfekten Familienfrühstücks, Mobbing am Arbeitsplatz, gescheiterte Urlaube oder der Albtraum eines Friseurbesuchs, bei dem nicht nur die Haare, sondern gleich die Kopfhaut ruiniert wird.

Der Stil ist klar, pointiert und von schwarzem Humor durchzogen, wobei immer wieder mit Genrekonventionen gespielt und gebrochen wird.

Trotz aller Skurrilität bleibt „Minihorror“ stets nah an den existenziellen Ängsten der Gegenwart. Marković nimmt Alltagsängste und -katastrophen wortwörtlich und übersetzt Redewendungen oder Sorgen in grotesk-absurde Szenen: Wenn Mini z.B. zu lange auf Instagram scrollt, laufen ihr tatsächlich die Augen aus; wenn jemand von einem Abgrund im Alltag spricht, öffnet sich dieser wirklich.

Ein literarischer Spaß, der den Alltag als Horror-Comic neu erfindet und dabei immer wieder zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Intelligenter, atmosphärischer Krimi, der klassische Ermittlungsarbeit mit sozialkritischen Untertönen verbindet.

Ein Mord im November - Ein Fall für DI Wilkins
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Ein Mord im November ist der Auftakt zur neuen Krimireihe um DI Ryan Wilkins und seinen Kollegen DI Ray Wilkins.
Simon Mason entführt die Leser in die traditionsreiche, aber auch düstere Welt der Universität ...

Ein Mord im November ist der Auftakt zur neuen Krimireihe um DI Ryan Wilkins und seinen Kollegen DI Ray Wilkins.
Simon Mason entführt die Leser in die traditionsreiche, aber auch düstere Welt der Universität Oxford. Im Zentrum steht der Mord an einer jungen Frau, deren Leiche im Arbeitszimmer eines angesehenen Prorektors gefunden wird. Die Ermittlungen führen das ungleiche Ermittlerduo – der aus einfachen Verhältnissen stammende Ryan und der privilegierte Oxford-Absolvent Ray – in die elitären Kreise der Universität, die ihnen beide auf unterschiedliche Weise fremd sind.
Besonders reizvoll ist die Dynamik zwischen den beiden Ermittlern: Während Ryan Wilkins als brillanter, aber wenig diplomatischer Beobachter agiert, bringt Ray Wilkins das nötige Fingerspitzengefühl und gesellschaftliche Know-how mit. Diese Gegensätze sorgen nicht nur für Spannung im Team, sondern spiegeln auch die sozialen Unterschiede wider, die im Roman eine zentrale Rolle spielen.
Simon Mason gelingt es, die Atmosphäre Oxfords mit all ihren Widersprüchen lebendig einzufangen. Die Handlung ist vielschichtig und entwickelt sich mit einigen überraschenden Wendungen, wobei auch eine alte Schuld aus der Vergangenheit immer wieder durchscheint. Der Roman überzeugt durch einen klugen Plot, glaubwürdige Figuren und einen feinen Sinn für gesellschaftliche Beobachtungen.

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