Überraschend fesselnd trotz einiger Kritikpunkte
The Wrong BrideSeit Jahren ist Ravens ältere Schwester Hannah Ares, dem ältesten Sproß der Windsor-Familie, versprochen. Die Familien sind wichtige Vertragspartner und kennen sich bereits seit Ewigkeiten - und genau ...
Seit Jahren ist Ravens ältere Schwester Hannah Ares, dem ältesten Sproß der Windsor-Familie, versprochen. Die Familien sind wichtige Vertragspartner und kennen sich bereits seit Ewigkeiten - und genau so lange schwärmt Raven heimlich für den Verlobten ihrer Schwester. Ares und Hannah stehen nach 5 Jahren Beziehung nun kurz vor ihrer Hochzeit und Raven versucht, die Zeit tapfer durchzustehen. Als Hannah jedoch kalte Füße bekommt und die Hochzeit absagt, machen die Familien Druck und verlangen, dass Raven Ares heiratet. Denn im Vordergrund steht stets die Geschäftsverbindung und die wirtschaftlichen Interessen müssen geschützt werden. Raven ist hin- und hergerissen zwischen ihrem Pflichtgefühl gegenüber ihrer Familie, ihrer heimlichen Liebe zu Ares, dem schlechten Gewissen gegenüber ihrer Schwester und dem großen Opfer, durch die Hochzeit auf die eigenen Bedürfnisse zu verzichten. Doch vielleicht bietet die Heirat ja auch einen Vorteil: Hat sie so die Chance, Ares für sich zu gewinnen?
"The Wrong Bride" von Catharina Maura ist wahnsinnig atmosphärisch und gut geschrieben. Obwohl es inhaltlich wirklich simpel gestrickt ist und ich über die zwanghafte Verheiratung reicher, eigenständiger, erwachsener Menschen durch die Matriarchin der Familie Windsor "Granny" nur den Kopf schütteln konnte und mich stets fragte, wer um Himmel sowas mit sich machen lassen würde, konnte ich den Roman nicht mehr aus den Händen legen. Die Geschichte wird in wechselnden Kapiteln aus Ravens und Ares' Sicht wiedergegeben und ich konnte mich unglaublich gut in Raven einfühlen. Ihre emotionale Lage wurde wirklich gut und nahbar dargestellt, die Komplexität und ihre Zerrissenheit - allein das Sehnen nach Aris aber auch das Sehnen, jemandes Nummer 1 zu sein, - ist mir sehr nahe gegangen. Ares als Figur ist ein attraktiver männlicher Konterpart, allerdings empfand ich seine schnelle Entdeckung, dass er eigentlich Raven liebt, unauthentisch, wenig realistisch und seine Eifersucht gegenüber Dritten zu toxisch. Auch, dass er als Superreicher wenig selbstreflektiert direkt andere Menschen "vernichtete" und Raven immer als "Besitz" bezeichnete, fand ich abstoßend. Dieser Roman sollte wegen der manchmal schwierigen Verhaltensweisen der Figuren wirklich nur für Erwachsene herausgegeben werden, weil Jüngere dies möglicherweise nicht richtig einordnen können und falsche Vorbilder erhalten. Davon abgesehen waren Raven und Ares als Paar aber niedlich und es gab einige süße Szenen. Ravens Mutter und Schwester waren die perfekten Figuren zum Hassen und ich habe mich ständig gefragt, womit sie Raven als nächstes behelligen werden. Mich irritierte, dass die Großmutter von Ares schalten und walten kann, wie sie will - ich bin gespannt und hoffe, dass ihre Figur in den kommenden Romanen kritisch hinterfragt wird. Etwas schade fand ich, dass die sozialen Kontakte von Raven und Ares jeweils erst sehr spät aufs Tableau kamen, vorher waren mir die beiden dann doch etwas zu sehr in ihrer Bubble. Als es eintönig wurde, lockerten diese Szenen den Roman glücklicherweise für mich auf.
Fazit: Auch, wenn meine innere Feministin sich windet, fand ich den Roman unterhaltsam und sehr kurzweilig und werde sicherlich auch die Folgebände lesen.