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Veröffentlicht am 12.03.2026

Genauso, wie ich historische Romane mag :-)

Töchter der verlorenen Heimat
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Zum Inhalt:
Paula hat sich ihren Platz als Ärztin an einer Münchner Klinik hart erkämpft. Doch im Jahr 1961 ist die Welt dann doch noch nicht bereit für Frauen in Führungspositionen und so wird sie bei ...

Zum Inhalt:
Paula hat sich ihren Platz als Ärztin an einer Münchner Klinik hart erkämpft. Doch im Jahr 1961 ist die Welt dann doch noch nicht bereit für Frauen in Führungspositionen und so wird sie bei der Beförderung übergangen – ein Rückschlag, der sie an ihrem zukünftigen Weg zweifeln lässt. Eine Auszeit käme ihr gerade recht. So zögert sie auch nicht, mit ihrer Mutter die Fahrt von München nach Südtirol auf sich zu nehmen, um an der Beerdigung ihres bislang unbekannten Großvaters teilzunehmen. In ihrem Heimatdorf angekommen, stoßen die beiden Frauen auf Ablehnung und einer Mauer des Schweigens. Paula entdeckt ein schwerwiegendes Familiengeheimnis, das auch Leben und ihre Zukunft beeinflusst.

Meine Gedanken zum Buch:
Die Autorin Eva Grübl-Widmann nimmt uns mit nach Südtirol – für mich bis dahin noch ein unentdecktes Setting – und erzählt auf eindringliche Weise eine Geschichte über Frauen, Familie und die Suche nach Wahrheit und Identität in einer traditionellen Gesellschaft. Ich muss gestehen, dass ich sehr wenig über die historischen Hintergründe des Südtirols kannte, und dieses Buch hat mich auf interessante Art und vor allem auch durch starke Bilder an den Südtirol-Konflikt herangeführt. Man spürt die fundierte Recherchearbeit der Autorin und das macht das Buch neben der eindrucksstarken Familiengeschichte zusätzlich spannend.

Auch wenn ich die Hauptfiguren zeitweilig als unnahbar empfand, passte das perfekt zur Geschichte. Mit der Zeit versteht man ihr Verhalten und ihre Distanziertheit immer besser. Ich konnte mich jedenfalls immer intensiver in sie hineinfühlen.

Eva Grübl-Widmanns flüßiger Erzählstil, der spannend und gefühlvoll, aber nie überladen ist, hat mich zusätzlich begeistert.

Ich muss bestimmt nicht mehr betonen, wie gut mir das Buch gefallen hat. Aber ich möchte trotzdem unbedingt eine Leseempfehlung aussprechen für alle, die gerne historische Romane lesen.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Absolute Leseempfehlung

Die Psychoanalytikerin
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Zum Inhalt:
Hamburg, 1920: Vera übernimmt nach dem Tod ihres Mannes seine Praxisräume, um als Psychoanalytikerin zu arbeiten. Die meisten ihrer Patienten tragen schwere seelische Wunden aus dem Ersten ...

Zum Inhalt:
Hamburg, 1920: Vera übernimmt nach dem Tod ihres Mannes seine Praxisräume, um als Psychoanalytikerin zu arbeiten. Die meisten ihrer Patienten tragen schwere seelische Wunden aus dem Ersten Weltkrieg. Plötzlich sterben mehrere dieser Patienten unter mysteriösen Umständen und bei Vera keimt der Verdacht auf, dass es eine Verbindung zwischen den verschiedenen Todesfällen gibt. Auch Kommissar Bender vermutet einen Zusammenhang und tut sich mit Vera zusammen, um auch die psychologischen Aspekte in die Ermittlungen einfließen zu lassen. Als Willi Schuster, ebenfalls ein Kriegsveteran und Ehemann einer von Veras Patientinnen ebenfalls verschwindet, erhärtet sich die Vermutung, dass es jemand gezielt auf die Mitglieder eines bestimmten Regiments abgesehen hat.

Meine Gedanken zum Buch:
Die Kurzbeschreibung und vor allem die Tatsache, dass Melanie Metzenthin die Autorin ist, haben mich schnell neugierig auf dieses Buch gemacht. Und genauso schnell war ich beim Lesen mitten im Hamburg der 20er Jahre angekommen. Die Autorin versteht es einfach, die damalige Zeit lebendig werden zu lassen. Auch ihre Figuren sind lebensnah gezeichnet und jede hat ihre Ecken und Kanten, was alles noch realistischer erscheinen lässt.
Dass sich die Geschichte zu einem intensiven und spannenden Kriminalfall entwickelt, hatte ich so nicht erwartet. Der Plot entwickelt sich auf jeden Fall in sich schlüssig und die Autorin hat das Zusammenwirken der Polizeiarbeit mit Veras Kompetenz in Sachen Psychoanalytik absolut glaubhaft dargestellt.
Die Geschichte ist in sich abgeschlossen. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass das Ermittlertrio, das sich hier zusammengefunden hat, auch weiterhin gut zusammen funktioniert und ich würde mich jedenfalls auf ein Wiedersehen mit Vera und Co. freuen.
Von mir gibt es für „Die Psychoanalytikerin“ eine begeisterte Leseempfehlung für alle, die gerne historische Romane und Krimis lesen.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Gibt es eine Zukunft für die Menschheit?

All An!
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Zum Inhalt:
Der Autor Kai-Holger Brassel nimmt uns mit in eine dystopische Zukunft, in der der Kampf gegen den Klimawandel verloren zu sein scheint. Doch dann lässt er uns drei ungewöhnliche Helden kennenlernen: ...

Zum Inhalt:
Der Autor Kai-Holger Brassel nimmt uns mit in eine dystopische Zukunft, in der der Kampf gegen den Klimawandel verloren zu sein scheint. Doch dann lässt er uns drei ungewöhnliche Helden kennenlernen: einen Slumbewohner, eine Umweltschützerin und einen Systemwissenschaftler. Wird es ihnen gelingen mit ihrem unkonventionellen Plan, die Katastrophe zu verhindern? Und welche Rolle spielen die "Maschinellen" in diesem utopischen Roman mit den Hauptthemen Klimawandel, Rolle der Technologie und Generationskonflikten?

Meine Gedanken zum Buch:
Wie kann man dieses Buch beschreiben? Das ist eine Frage, die mich seit einiger Zeit umtreibt – seitdem ich die letzte Seite umgeblättert habe. Am liebsten würde ich einfach schreiben: Unbedingt lesen! Denn es ist für mich schwierig in Worte zu fassen, was ich alles beim Lesen gefühlt und gedacht habe, was bestimmt auch daran liegt, dass ich bisher noch nichts Vergleichbares gelesen hatte. Und das meine ich durchweg positiv.

Es hat nur wenige Abschnitte gedauert, bis ich mittendrin war in dieser ganz besonderen Geschichte, die im Jahre 2084 beginnt und sich bis ins Jahr 2192 weiterentwickelt. Die tiefgreifende Entdeckung, die ein Hobby-Astronom gleich zu Beginn macht, bringt einen Stein ins Rollen, der die Menschheit bis spät ins 22. Jahrhundert beschäftigen wird. Im Weiteren schenkt uns der Autor in zwei Epilogen einen eindrücklichen und anschaulichen Ausblick darauf, wie es im 27. Jahrhundert sein könnte.

Der Schreibstil ist wirklich einnehmend und es werden auch technische Details bildlich und verständlich erklärt. Da ich allgemein technisch nicht im Speziellen versiert bin, bin ich doch ab und an über Details gestolpert und musste dann den einen oder anderen Abschnitt nochmals lesen. Aber auch das wurde nie langweilig. Im Gegenteil: Mir eröffnete sich damit eine neue (Lese-)Welt.

Kai Brassel hat ein mögliches Zukunfts-Szenario auf sehr intelligente, spannende und originelle Weise gezeichnet. Von unserer heutigen Welt aus in die Zukunft blickend, haben die meisten von uns ein mulmiges Gefühl, welches uns auch der Autor hier nicht nehmen kann. Aber so düster sich auch manches abzeichnet, lässt er trotzdem stets die Hoffnung wie eine Wolke über der Menschheit schweben.

Mit „All an!“ schaut man beim Lesen weit über den üblichen Tellerrand hinaus. Auch das ist ein Grund, warum dieses Buch für mich ein besonderes Leseerlebnis war und ich es ohne Zögern sehr gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Ein Familienalbum wie kein anderes

Familienalbum
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Mit diesem Büchlein schenkt uns die Autorin Gabriela Alemán neun Kurzgeschichten, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Und doch zieht sich der eigenwillige und sehr eingängige Erzählstil durch sämtliche ...

Mit diesem Büchlein schenkt uns die Autorin Gabriela Alemán neun Kurzgeschichten, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Und doch zieht sich der eigenwillige und sehr eingängige Erzählstil durch sämtliche Erzählungen durch wie ein roter Faden. Oder besser gesagt wie ein bunter Faden – genauso bunt wie die unterschiedlichen Charaktere, mit denen die Autorin ihre Figuren ausgestattet hat.

Man könnte so viel über die einzelnen Geschichten berichten und gleichzeitig fehlen mir dafür die richtigen Worte. Für mich ist es schwierig, die Gefühle, die diese Erzählungen bei mir ausgelöst haben, zusammenzufassen. Ich befürchte, ich würde dieser kleinen Kostbarkeiten einfach nicht gerecht werden. Und auch auf die einzelnen Inhalte möchte ich lieber nicht eingehen. Ich bin überzeugt, dass jede Leserin und jeder Leser für sich selbst eine ganz persönliche Besonderheit in jeder einzelnen Geschichte findet. So will jede Erzählung ganz individuell entdeckt werden.

Ich liebe Bücher, die mich so in den Bann ziehen, so dass ich nicht aufhören kann weiterzulesen. Hier war für mich jedoch alles anders – aber nicht weniger faszinierend. Nach jeder Geschichte konnte ich nicht anders, als innezuhalten, das Gelesene sacken zu lassen und das Büchlein erstmal wegzulegen. Zu intensiv sind diese einzelnen Geschichtsperlen, die sich nach und nach zu einer einzigartigen Kette zusammenfügen. Für mich ist das kein Buch, das man in einem Rutsch liest. Aber so hatte ich auch viel länger etwas von dieser ganz besonderen literarischen Reise nach Südamerika.

Gabriela Aléman hat etwas in mir drin hallen lassen. Daher wünsche ich mir ganz viele Leserinnen und Leser für dieses ganz besondere „Familienalbum“.

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Veröffentlicht am 02.09.2024

Zeitreise mit Herz und Spannung - für mich ein Lesehighlight

A Spark of Time - Rendezvous auf der Titanic
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Darum geht’s:
Lilly deGray und ihr Vater sind Zeitreisende. Niemand kennt ihr Geheimnis und die Menschen scheinen überraschenderweise nicht zu sehr zu hinterfragen, wie sie immer wieder an verschollene ...

Darum geht’s:
Lilly deGray und ihr Vater sind Zeitreisende. Niemand kennt ihr Geheimnis und die Menschen scheinen überraschenderweise nicht zu sehr zu hinterfragen, wie sie immer wieder an verschollene Antiquitäten rankommen. Obwohl diese Gabe den beiden ein gutes Einkommen beschert, gerät der Vater in eine Schuldenfalle. So muss Lilly einen äußerst gefährlichen Auftrag annehmen, der sie auf die Titanic führt. Dort heuert sie als Dienstmädchen einer Gräfin an, um ein verschwundenes Familienerbstück ausfindig zu machen. Doch nicht nur die drohende Schiffskatastrophe bringt Lilly ins Strudeln. Ray, ein Passagier aus der ersten Klasse, übt eine besondere Anziehung auf sie aus und ihr Herz gerät außer Takt, so dass sie zwischen dem Kodex der Zeitreisenden, in der Vergangenheit nichts zu ändern, und dem Wunsch Rays Leben zu retten, hin und her gerissen ist. Wie wird sie sich entscheiden?

So fand ich’s:
Es ist richtig, dass immer wieder Zeitreiseromane erscheinen und man könnte langsam das Gefühl haben, das Thema hätte langsam ausgedient. Für mich jedoch nicht. Und ich mag es sehr, immer wieder Geschichten zu entdecken und rauszufinden, wie die jeweilige Autorin oder Autor diesen Stoff interpretiert hat. Und ja, es gab da für mich auch schon die eine oder andere Enttäuschung. Aber bei Kira Lichts Dilogie „A Spark of Time“ ist genau das Gegenteil der Fall.

Dieser erste Teil vermochte mich jedenfalls durchweg zu überzeugen. Und die Idee, die Geschichte auf der sagenumwobenen Titanic spielen zu lassen, machte für mich noch einen zusätzlichen Reiz aus. Es sind zwar Ereignisse, die man schon intensiv aus Filmen und anderen Büchern kennt. Aber Kira Licht erzählt alles rund um diese Katastrophe nochmals aus einer ganz anderen Perspektive. Und obwohl es eine Fantasy-Geschichte ist, hatte ich durchgehend das Gefühl direkt dabei zu sein. Das kommt bestimmt vor allem durch die ausführliche und fundierte Recherche der Autorin. Man spürt auch zwischen den Zeilen ihre Begeisterung für diese Zeitepoche und auch ihre Liebe zu ihren Figuren, die sehr lebendig gezeichnet sind.

Die Sprache ist modern und dennoch der Zeit entsprechend. Es ist der Autorin auch gut gelungen, die Protagonistin manchmal in die Sprachfalle tapsen zu lassen, da sie ja doch aus einer anderen Zeit stammt. Das klingt jetzt alles nach sämtlichen Klischees, die bei Zeitreiseromanen zu Tragen kommen. Aber Kira Licht hat hier für meinen Geschmack die dazu perfekte Balance gefunden, so dass nichts abgedroschen klingt.

Auch der Spannungsbogen wird stetig weiter gespannt und ich hatte bis zum Ende hin keine Ahnung, wie die Geschichte ausgehen würde. Die zarte Liebesgeschichte, die überhaupt nicht kitschig wirkt, bildet der rote Faden in dieser Dilogie.

Das Ende ist so gestaltet, dass ich mit einem Lächeln, aber auch mit schwerem Herzen die letzte Seite umgeblättert habe. Vor allem hibbele ich aber der Fortsetzung entgegen. Und wenn die Autorin es schafft, das Niveau des ersten Bandes zu halten, wird für mich der zweite Teil ebenfalls zu einem Lesehighlight werden.

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