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Veröffentlicht am 25.02.2026

„Nach 40... lernst du, was du willst und brauchst. Du darfst wirklich die Person sein, die du bist.“

Was ist in meinem Alter sonst noch üblich?
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„Was ist in meinem Alter sonst noch üblich????“ Der Titel des Buches ist irgendwie gleich eine Anregung zum Nachdenken, man stolpert über den Begriff „üblich“. Laut Duden ist die Definition „üblich“ bedeutet, ...

„Was ist in meinem Alter sonst noch üblich????“ Der Titel des Buches ist irgendwie gleich eine Anregung zum Nachdenken, man stolpert über den Begriff „üblich“. Laut Duden ist die Definition „üblich“ bedeutet, dass
etwas gewöhnlich, herkömmlich, normal oder häufig anzutreffen ist, wieder lauter Fragezeichen. Das klingt als wenn ich erst nachsehen muss was andere zu meinem Leben und meinen Entscheidungen sagen, dass ich mich anpassen muss um was zu sein, dass man von mir etwas erwartet und alles andere die Norm sprengen würde. Eigentlich träumt die Protagonistin Erika vom Leben, von Sexualität und davon begeht zu werden. Ihr Mann schein sich in sein eher ruhiges Leben eingenistet zu haben, so macht es den Eindruck, aber weit gefehlt, das was Erika sich heimlich wünscht lebt Jan ungezwungen seit eineinhalb Jahren mit einer anderen Frau. Es klingt etwas abgedroschen zu sagen es ist nie zu spät etwas Neues anzugehen, aber genau das ist es, es ist nie zu spät, jemanden den man schon jahrelang neben sich hat neu und anders kennenzulernen oder eben jemand vollkommen neues in sein Leben zu lassen. Nur durch Änderungen die man angeht kann sich etwas ändern, alles andere sind Träume, die Träume bleiben. Allerdings muss man fairer weise sagen das Erneuerungen immer mit viel Mut und Ungewissheit verbunden sind, vielleicht muss man sich hin und wieder darauf besinnen was man bereits besitzt um es zu schätzten zu wissen. Dieses Buch ist in einer angenehmen Schreibweise mit viel Offenheit und Tiefgang geschrieben was angenehm zu lesen ist, ein Buch was ich gerne weiterempfehlen möchte, lassen Sie sich als Leser gerne darauf ein, wer weiß, was dann alles so „üblich“ wird. Liebe Grüße

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Auch die längste Nacht hat ein Ende, und der Morgen bringt Licht und Hoffnung

In den Scherben das Licht
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In den Scherben das Licht, in den Scherben die Zukunft oder das Leben so gut es eben geht im Nachkriegsdeutschland. Der Hungerwinter 1946/47 wird sich viele Menschen holen, entweder weil sie verhungern, ...

In den Scherben das Licht, in den Scherben die Zukunft oder das Leben so gut es eben geht im Nachkriegsdeutschland. Der Hungerwinter 1946/47 wird sich viele Menschen holen, entweder weil sie verhungern, erfrieren oder an einer Krankheit sterben. Wer den Krieg überlebt hatte musste nun die Kälte überleben, in diesem „weißen Tod“ und „schwarzen Hunger“ bezeichneten Winter starben zirka 100.000 Menschen schätzen Historiker. Die Nachkriegszeit birgt viel Geschichten, sei es ein positiver Blick in die Zukunft oder Narben des Krieges, man möchte vergessen dürfen. Die Stadt Hamburg im Nachkriegsdeutschland scheint viel Geschichten zu haben die erzählt werden möchten, nach der Trilogie „Töchter einer neuen Zeit“ nimmt uns die Autorin wieder mit in Geschichten über Menschen in Hamburg. In einer warmherzigen Schreibweise, wie wir es von der Autorin bereits kennen ist auch diese Geschichte geschrieben, die Geschichten von Carmen Korn beginnen sofort, es gibt keine große Einleitung, sondern man ist gleich im Geschehen. Das Buch birgt ein suchen, ein finden, neue Wege und große Hoffnungen. Auf den genauen Inhalt des Buches möchte ich hier nicht eingehen, das können sie als Leser selbst erleben. Was mir an dem Buch nicht ganz so gut gefallen hat, es wirkt ein wenig langatmig und ein immer wiederkehrender Namenswechsel macht es ab und zu unübersichtlich und hemmt den Lesefluss, dennoch es ist ein unverwechselbares Carmen Korn Buch wie wir die Autorin bisher erlebt haben und sicherlich auch noch weiterhin erleben werden, auch der Titel des Buches und die Farbgestaltung sind gut gewählt und lassen Hoffnung erahnen. Vielen Dank.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Versuche nichts zu verbergen, denn die Zeit, die alles hört und sieht, deckt es doch auf

HEN NA IE - Das seltsame Haus
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Im japanischem bedeutet Tadaima „Ich bin wieder da“ und soll allen Mitbewohnern signalisieren, dass man das Haus betreten hat. Nach "Seltsame Bilder" ist „Das seltsame Haus“ das zweite Buch, nein, ein ...

Im japanischem bedeutet Tadaima „Ich bin wieder da“ und soll allen Mitbewohnern signalisieren, dass man das Haus betreten hat. Nach "Seltsame Bilder" ist „Das seltsame Haus“ das zweite Buch, nein, ein Vorgängerbuch des japanischen Autors Uketsu. Wenn man ein Haus kaufen möchte, nach welchen Kriterien sucht man es aus. Möchte man nicht ein Zuhause schaffen, einen Rückzugsort, Behaglichkeit? Dieses Haus scheint das alles nicht zu bieten, warum also sollte man es kaufen wollen, ist die Neugierde hier größer als jede Vorsicht, was wenn das Haus dich am Ende förmlich verschlingt. Das Buch bietet als Orientierung mehrere Grundrisse eines Hauses, miträtseln war ausdrücklich gewünscht und tatsächlich sieht man sofort Ungereimtheiten, was ist hier geschehen, oder was wird hier geschehen. Das Buch und die Erzählweise erzeugt von Anfang an eine wirkungsvolle True-Crime-Stimmung, die unter die Haut geht. Schwierig oder etwa unübersichtlich fand ich ein wenig die vielen Namen, die Familienbeziehungen und historischen Begebenheiten, das Buch setzt einige Kenntnisse in japanische Rituale und der Kultur des Landes voraus. Das Buch ist in Dialogform geschrieben, was mir gut gefallen hat. Gibt es ein Fazit zu diesem Buch habe ich mich gefragt, schwer zu sagen, vielleicht liegt es an der deutschen Übersetzung, das einiges ungereimt wirkt, aber es ist ein faszinierendes und zugleich verstörendes Buch und ich bin gespannt wie sich der Autor weiter entwickeln wird, und welches Buch als nächstes kommt, es ist auf jeden Fall ausbaufähig. Das der Autor Uketsu verwirren möchte zeigt sich nicht nur in Buch, sondern er selber verbirgt seine Identität durch das Tragen einer Maske und eines Ganzkörperanzugs, was möchte er damit ausdrücken, er ist also selber ein Geheimnis. Ich habe „Seltsame Bilder“ nicht gelesen, werde das aber nachholen um auch noch einmal einen Vergleich zu haben. Liebe Grüße

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen, ein Ozean

Der Nachdenkliche und das Unverstandene. Philosophie der Hoffnung
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Wenn die Beziehung zwischen zwei Freunden keiner Worte mehr benötigt ist sie in einem tiefen Vertrautheit über viel Jahre gewachsen. Dieses Buch ist auch über viele Jahre gewachsen, und bietet somit einen ...

Wenn die Beziehung zwischen zwei Freunden keiner Worte mehr benötigt ist sie in einem tiefen Vertrautheit über viel Jahre gewachsen. Dieses Buch ist auch über viele Jahre gewachsen, und bietet somit einen langen Verlauf der Dinge und ihren Wandel. Der Autor der seinen eigenen Dialog drei Jahrzehnte gelebt und niedergeschrieben hat zeigt dem Leser seine/eine Welt und die Probleme der modernen Gesellschaft. Das Buch bietet einen tiefgründigen Einblick in unsere Welt, philosophisch, inspirierend und kritisch, als Anregung die eigenen Eindrücke zu überprüfen und den Blick warnend auf den Raum in dem wir leben zu richten. Die Gedanken sind in einem Dialog geschrieben, was den Leser nur noch mehr auffordert mitzudenken und eigene Gedanken einzubringen. Wir konnten Herr Berkenharn für einen Literarischen Abend gewinnen der sehr interessant war und uns alle zum Nachdenken angeregt hat. Ein Satz den er selber in seinem Buch aufgegriffen hat lautet „der Inhalt des Buches, der unsere Lebenswelt auf neuartige Weise widerspiegelt, könnte dazu beitragen, ein neues Selbstbild des Menschen zu vermitteln und ihn wachrütteln wie wir mit unserer Welt und unseren Mitmenschen umgehen“, besser hätte man es nicht ausdrücken können. Ein Buch was mich persönlich nicht nur sehr fasziniert und berührt hat, zugegeben an die Form der Ausdrucksweise musste ich mich zu erst ein wenig gewöhnen, sondern sehr zum Nachdenken angeregt hat, vielen Dank an den Autor, dass er mit mir als Leser seine Gedanken geteilt hat, ein Buch was ich empfehlen kann. Liebe Grüße

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Veröffentlicht am 15.05.2025

„Es gibt ein Bleiben im Gehen, ein Gewinnen im Verlieren, im Ende einen Neuanfang.“

Perlen
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Der Debütroman der Autorin SIÂN HUGHES spielt in einem kleinen Dorf in Cheshire wo die Autorin selber aufgewachsen ist. Ich möchte einige Sätze aus dem Buch aufgreifen, (Ich hatte die Aufgabe, ihr das ...

Der Debütroman der Autorin SIÂN HUGHES spielt in einem kleinen Dorf in Cheshire wo die Autorin selber aufgewachsen ist. Ich möchte einige Sätze aus dem Buch aufgreifen, (Ich hatte die Aufgabe, ihr das Lächeln beizubringen.), welch schöne Aufgabe. Aber in diesem Buch geht es nicht darum zu lächeln, sondern…. und das zeigt ein weiterer Satz (Wenn jemand sich das Leben nimmt, zieht diese Person nicht nur uns die Zukunft unter den Füßen weg, sie entweiht auch ihre eigene Vergangenheit. Das macht es sehr schwer, an dem festzuhalten, was diese Person Gutes an sich hatte. Aber kein Mensch hat es verdient, nach den schlimmsten fünf Minuten seines Lebens beurteilt zu werden, auch nicht, wenn diese fünf Minuten die letzten sind.) Die Protagonistin muss lernen mit geschehenem und der Frage nach dem Warum umzugehen um dann im eigenen Leben zurechtzukommen. Marianne lebt von Erinnerungen, aber sind diese Erinnerungen wahr? Was weiß sie wirklich über ihre Mutter? Eine bewegende Geschichte, und jeder in der Familie leidet anders, Marianne scheint im Leben nicht anzukommen, ihr Bruder Joe war zu klein um zu verstehen und der Vater tut eigentlich alles und kann doch nichts retten. Manchmal ging es mir in dem Buch zu schleifenartig, war eine Situation gerade aufgefangen, auch hell beschrieben kamen dunkle Gedanke und der ganze Text ging wieder im dunklen unter. Marianne erzwingt es quasi selber Mutter zu werden, es macht den Anschein das sie diesem Kind zeigen will das nicht alle Mütter weggehen, aber auch die Bindung zu ihrem eigenen Kind erscheint fraglich und psychisch angeschlagen kann Marianne diesem Kind nicht gerecht werden. Ob sie es am Ende schafft sich mit ihrer Situation auszusöhnen und ins Leben zu finden lasse ich hier mal offen. Dieses Buch erreicht sicherlich nicht jeden Leser, man muss sich darauf einlassen um die Geschichte im Zusammenhang zu verstehen, als warmherzig und offen erzählt in einer leichten weise geschrieben. Das Buch ist im Dumont Verlag erschienen und war Nominiert für den Booker Prize 2023 (Longlist). Vielen Dank.

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