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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.05.2025

Sommer, Sonne, Schweden!

Noch immer Zeit zu lieben
1

Im Mai 2025 hat Heike Abidi den Roman „Noch immer Zeit zu lieben“ gemeinsam mit dem Verlag Penguin herausgebracht. Das Cover ist in fröhlich, frischen Farben gehalten. Es passt gut zur Geschichte, in das ...

Im Mai 2025 hat Heike Abidi den Roman „Noch immer Zeit zu lieben“ gemeinsam mit dem Verlag Penguin herausgebracht. Das Cover ist in fröhlich, frischen Farben gehalten. Es passt gut zur Geschichte, in das Genre und zum Erzählton des Romans.
Von Heike Abidi habe ich schon einige Romane gelesen. Sie haben alle eines gemeinsam. Sie sind einfach großartig. So habe ich gleich zugegriffen, als ich das neue Werk von ihr in den Händen gehalten habe. Neugierig bin ich in die Geschichte gestartet.
Die verwitwete Fotografin Isabel hat in den letzten Jahren ihre kranke Mutter gepflegt. Ihre künstlerische Karriere hat pausiert und zum Geldverdienen hat sie Unmengen von Klassenfotos geschossen. Dann kommt ihre Freundin und Agentin Olivia mit einem Hammerauftrag. Ausgerechnet in Stockholm. Isabel hat sich geschworen, nie wieder einen Fuß nach Stockholm zu setzen, denn dort hat sie ihren Mann verloren. Doch der Auftrag ist einfach zu reizvoll und Olivias Argumente sind einfach nicht zu schlagen. Ehe Isabel sich versieht, ist sie in Stockholm gelandet. Die Landschaft nimmt sie sofort für sich ein und ehe sie sich versieht, verliebt sie sich in den Hotelchef Lennart. Es könnte ein perfekter Neuanfang werden, wäre da nicht diese Geschichte von damals…
Heike Abidi hat nicht nur einen lockeren und leichten Schreibstil, sie hat auch einen erfrischenden Humor. Und so habe ich über ca. 336 Seiten häufig geschmunzelt. Über Isabel und ihre zahlreichen Versuche, nicht nach Schweden zu fahren. Über Olivia und ihre patenten Ratschläge. Und über Lennart, der sowas von gar nicht aufgibt um Isabel zu werben. In diesem Roman passt einfach alles. Die Geschichte liest sich gut. Der Erzählton ist fröhlich und lebensbejahend. Ich will immer wissen, wie es denn nun weitergeht. Da gibt es schlicht einen einzigen Kommentar zu: Bitte mehr davon!
Mit viel Herz, einer ordentlichen Portion Menschlichkeit und einer saftigen Prise Humor hat Heike Abidi einen Liebesroman auf den Büchermarkt gebracht, der den Leser mit der Frage beschäftigt, ob Isabel nach dem Tod ihres Mannes und ihrer Mutter wieder glücklich werden darf und wie das vielleicht gelingen kann. Von mir bekommt diese Erzählung das Prädikat „lesenswert“ und verdiente 5 Lesesterne.

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Tödlich spannend, Hochkriminell, Äußerst unterhaltsam!

Ägerisee
1

Die Autorin startet mit einem Prolog. Ich fange an zu Schmunzeln. Denn ich lese diesen Text als Battle zwischen zwei Schauspielern. Der Tod spricht mit seinem Opfer und bietet mehrere Möglichkeiten zum ...

Die Autorin startet mit einem Prolog. Ich fange an zu Schmunzeln. Denn ich lese diesen Text als Battle zwischen zwei Schauspielern. Der Tod spricht mit seinem Opfer und bietet mehrere Möglichkeiten zum Sterben an. Der Tod überlässt dem Opfer die Wahl des Todes. Den Tod als Produkt. Das Opfer möchte jedoch nicht sterben und entscheidet sich für den Heldinnen-Tod, denn Heldinnen sterben nie. Der Gedanke, dass es sich in diesem Prolog nicht um eine Theaterprobe sondern um bitteren Ernst handelt, den habe ich erst im letzten Satz. Da läuft es mir eiskalt den Rücken herunter. Ich lege das Buch zur Seite und koche mir erst einmal einen Tee.

Monika Mansour hat ihren Krimi in drei Akte aufgeteilt. Sie startet jeden Akt mit je einem Zitat von Shakespeare, Goethe und Schiller. Alle Zitate sind mir bekannt und sind hervorragend für den folgenden Text ausgewählt.

Inhaltlich verschwindet die junge Schauspielerin Noemi spurlos. Von heute auf morgen. Ihr Freund bittet die Detektei Trust Investigation um Hilfe. Die ersten Nachforschungen führen zu verstörenden und blutigen Hinweisen, doch die Leiche lässt sich nicht finden. Die Fäden scheinen im Kleinstadttheater zusammenzulaufen, denn das Verschwinden von Noemi weist Parallelen zu ihrem aktuellen Stück auf. Was ist, wenn das ganze Leben eine Aneinanderreihung von Proben ist? Immer auf der Suche nach der perfekten Illusion? Was ist, wenn die Grenze verschwindet? Die Grenze zwischen Fiktion und Wahrheit? Und was ist, wenn die Fiktion zur Wahrheit wird?

Diese und viele weitere Fragen beschäftigen mich über ca. 286 Seiten von denen ich jeden einzelnen Buchstaben als besonders wertvoll betrachte.

Mich hat dieser Krimi hervorragend unterhalten. Wer Lust und Interesse an einem kriminell guten Bühnenstück hat, sich ein wenig für Theater interessiert und ein wenig Vorstellungskraft besitzt, der wird, wie ich, begeistert sein. Aus diesem Grund öffne ich jetzt den Vorhang für Monika Mansour mit „Ägarisee“. Von mir bekommt sie meinen persönlichen Lesepreis dotiert mit 5 Lesesternen. Chapeau.

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Veröffentlicht am 28.05.2025

Humorvoll, Raffiniert, Lesenswert!

Prost, auf den Doktor
1

Im März 2025 hat Friedrich Kalpenstein gemeinsam mit dem Verlag Edition M den humorvollen Kriminalroman „Prost, auf den Doktor“ herausgebracht. Der Titel und das Cover passen gut zur Geschichte und zum ...

Im März 2025 hat Friedrich Kalpenstein gemeinsam mit dem Verlag Edition M den humorvollen Kriminalroman „Prost, auf den Doktor“ herausgebracht. Der Titel und das Cover passen gut zur Geschichte und zum Genre. Es handelt sich um den 11. Teil der Reihe mit Hauptkommissar Tischler. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Mit Vorkenntnissen macht es mehr Spaß.

Von Friedrich Kalpenstein habe ich schon einige Krimis aus der Kommissar Tischler-Reihe gelesen. Sie sind alle super. Aus diesem Grund habe ich gleich zugegriffen, als mir „Prost, auf den Doktor“ in die Hände gefallen ist.

Es hat nur ein paar Sätze gedauert, da bin ich gedanklich in Brunngries angekommen. Im örtlichen Gasthaus KRAUSE wird ein Toter gefunden. Es handelt sich um Dr. Sebastian Burgegger, der mit seinem Motorradclub unterwegs gewesen ist. „Vertrauen Sie mir, ich bin Arzt“ hat Burgegger sicherlich oft zu seinen Patienten gesagt, doch Hauptkommissar Tischler findet schnell heraus, dass Burgegger jede Menge Dreck am Stecken hatte.

Mit viel Wortwitz und einem feinen Humor erzählt der Autor von den Ermittlungen live und in Farbe. Ich fühle mich beim Lesen, als sei ich selbst dabei und in Brunngries beheimatet. Dabei bin ich jede Minute gespannt, wie ein Flitzebogen, denn dieser Kriminalfall hat es in sich und lässt mich vor lauter Spannung kaum durchatmen. Burgegger liefert jede Menge Angriffsflächen und der Autor arbeitet geschickt mit unerwarteten Wendungen an den richtigen Stellen. Kommissar Tischler und sein Team müssen regelmäßig neu denken. Letztendlich überrascht der Autor mit der Auflösung, die alle Fragen beantwortet. Wer Lust auf einen Krimi zum Miträtseln hat, der ist hier richtig.

Alles in allem hat Friedrich Kalpenstein mit „Prost, auf den Doktor“ einen humorvollen und richtig spannenden Kriminalfall auf den Büchermarkt gebracht, der von mir das Prädikat „unbedingt Lesen“ bekommt und damit fünf frischpolierte Lesesterne mit einer glasklaren Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Lesenswert, Spannend, Unterhaltsam!

Sturz vom Wilden Kaiser
1

Gemeinsam mit dem Verlag emons: hat Waltraud Brunner im April 2025 den Regionalkrimi „Sturz vom Wilden Kaiser“ auf den Büchermarkt gebracht. Das Cover ist phantastisch. Es zeigt bedrohliche Wolken über ...

Gemeinsam mit dem Verlag emons: hat Waltraud Brunner im April 2025 den Regionalkrimi „Sturz vom Wilden Kaiser“ auf den Büchermarkt gebracht. Das Cover ist phantastisch. Es zeigt bedrohliche Wolken über dem Kaiser und passt damit hervorragend zur Geschichte. Es ist der 2. Teil der Reihe mit dem Hüttenwirt Franz und dem Ermittler Unterhansl. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Der Hüttenwirt Franz kämpft zum Saisonauftakt mit einer schlechten Wetterlage, einer knappen Personaldecke und seiner wenig glücklichen Liebe zu Katharina. Egal, was er macht, Katharina hat etwas zu Nörgeln. Da taucht der Ermittler Unterhansl auf. Zwei abgestürzte Wanderer beschäftigen ihn. Abgestürzt oder gestoßen? Das ist hier die Frage. Hat er recht? Schnell wird klar, die Antwort wird in der Vergangenheit liegen.

Gemeinsam mit meinem verstorbenen Mann bin ich oft in Österreich zum Wandern gewesen. Die Gegend um den Wilden Kaiser ist mir gut bekannt. Schnell habe ich mich in die Geschichte eingelesen. Es hat mir viel Spaß gemacht, das Leben auf der Hütte lesend zu begleiten. Es ist echt nicht einfach. Die Wanderer kommen einfach mit 15 Leuten statt mit 10 und wollen dann alle dort übernachten. Doch es gibt nur Platz für 10. So war es ja auch gebucht. Dann fehlt das Personal an allen Ecken und Enden und irgendwie schaffen sie den Tag trotzdem. Sehr lebendig beschreibt die Autorin das Treiben auf der Hütte und spätestens nach dieser Lektüre sollte jeder potentielle Wanderer wissen, was er besser nicht machen sollte.

Der Krimistrang fordert Unterhansl und Franz. Die Ermittlungen sind spannend gestaltet. An den richtigen Stellen glänzt die Autorin mit unerwarteten Wendungen. Das fordert meine Aufmerksamkeit beim Lesen. Brunner löst sauber auf und meine Fragen sind beantwortet. Sehr zufrieden bin ich mit dem menschlichen Ende.

Vom ersten bis zum letzten Buchstaben hat mich dieser Krimi gefesselt. Nachdem ich mit dem Lesen begonnen habe, mochte ich das Buch nicht mehr zur Seite legen und so habe ich die ca. 300 Seiten in zwei Abschnitten gelesen. Immer wollte ich wissen, wie es denn nun weitergeht.

Alles in allem hat Waltraud Brunner mit „Sturz vom Wilden Kaiser“ einen Regionalkrimi auf den Markt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Er glänzt mit einem ausgezeichnetem Lokalkolorit, spannenden Ermittlungen und einem feinen Humor. Von mir bekommt die Autorin 5 verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 17.05.2025

Ungewöhnlich, Spannend, Lesenswert!

Grado im Glück
1

Im März 2025 hat Andrea Nagele gemeinsam mit dem Verlag emons: ihren 10. Fall mit der Ermittlerin Maddalena Degrassie herausgebracht. Das Cover zeigt einen idyllischen Blick auf Grado. Der Schein trügt. ...

Im März 2025 hat Andrea Nagele gemeinsam mit dem Verlag emons: ihren 10. Fall mit der Ermittlerin Maddalena Degrassie herausgebracht. Das Cover zeigt einen idyllischen Blick auf Grado. Der Schein trügt. Von Andrea Nagele habe ich schon einige Krimis gelesen und so war ich gespannt auf den 10. Fall für Maddalena und ihr Team. Ein Jubiläumsband ist immer etwas Besonderes und das ist dieser Krimi auch. Er ist durch und durch ungewöhnlich.
Sechs Frauen treffen sich in regelmäßigen Abständen zu einer Literaturrunde. Soweit so gut. Kurz darauf ist eine der Frauen tot. Sie wird übel zugerichtet gefunden. Niemand hat etwas bemerkt und die Nachbarn berichten von einer freundlichen und ruhigen Frau, die ein unauffälliges Leben geführt hat. Das Motiv ist schnell gefunden. Das Opfer hat eine hohe Summe im Glücksspiel gewonnen. Das Geld fehlt. Maddalena wird schnell klar, dass jede einzelne der Frauen einen guten Grund hat, das Geld zu stehlen.
In einer leicht zu lesenden Sprache erzählt Andrea Nagele ihre Geschichte. Eindringlich und in leisen Tönen wird mir beim Lesen schnell klar, dass wir oft nur die Fassade des Menschen sehen. Dahinter lauern Geheimnisse, Bedürfnisse, Gier, Habgier und die Not. Als Psychotherapeutin versteht die Autorin es, ihren Figuren eine Tiefe zu geben, die mir beim Lesen Angst und Bange macht. Sicherlich sind die Schicksale der Frauen hier erzählerisch verdichtet, doch es gibt sie sicherlich viel häufiger als uns lieb sein kann.
Es hat nur ein paar Sätze gedauert und schon verankert sich mein Geist tief in der Geschichte. Ich folge der mir sehr sympathischen Maddalena in ihren Ermittlungen auf Schritt und Tritt und lege das ca. 240 Seiten starke Buch nur ein einziges Mal zur Seite. Es ist Nacht und ich muss ein paar Stunden schlafen. Als erholsam empfinde ich die Beschreibungen der Landschaft und des Ortes Grado. Irgendwann werde ich mal dorthin reisen.
Alles in allem hat die Autorin Andrea Nagele mit ihrem Regionalkrimi „Grado im Glück“ ein Werk auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Er kann ohne Vorkenntnisse der vorigen Bände gelesen werden. Mit Vorkenntnissen macht es mehr Spaß. Die Autorin bekommt von mir 5 verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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