Profilbild von Luise43

Luise43

Lesejury Profi
offline

Luise43 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Luise43 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.05.2025

Kinderwunsch

Hello Baby
0

"Hello Baby" von Kim Eui-kyung ist von der Handlung in Südkorea angelegt, dadurch bekommt man ganz nebenbei noch Informationen über das Leben im Land. Informationen hauptsächlich über Frauen, über Mütter ...

"Hello Baby" von Kim Eui-kyung ist von der Handlung in Südkorea angelegt, dadurch bekommt man ganz nebenbei noch Informationen über das Leben im Land. Informationen hauptsächlich über Frauen, über Mütter und Frauen, die Mütter werden wollen.
Die sechs Frauen, die hier abwechselnd erzählen, lernen sich in der Baby-Angel-Fruchtbarkeitsklinik in Seoul kennen und halten mit dem Gruppenchat "Hello Baby" untereinander Kontakt. Sie geben sich gegenseitig Halt, begleiten sich zu schmerzvollen Behandlungen und trösten sich nach Fehlgeburten. Diesen Zusammenhalt mochte ich sehr.
Eine Unfruchtbarkeit wird teils immer noch verschämt verschwiegen, hier wird darüber geredet, was es mit den betroffenen Paaren macht, hauptsächlich mit der Frau. Sie alle hier nehmen lange, teure und teils schmerzhafte Behandlungen auf sich, für ihren Kinderwunsch. Dieses Kind wird teilweise mehr von der Schwiegermutter gefordert, was diese jungen und modernen Frauen noch hilfloser zurücklässt.
In der Arbeitswelt werden diese Mütter auch bedroht, bloß nicht auszufallen oder weniger zu arbeiten, das kam aber auch so nebenbei zur Sprache, für mich hätte das Buch in alle Richtungen gerne noch ausführlicher sein können.
Die Geschichte wird sehr sachlich, ohne große Emotionen, geschrieben, was ihr sehr zugut kommt. Ich habe sie sehr gerne gelesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.07.2025

Nicht ganz schlüssig

Das Ministerium der Zeit
0

„Das Ministerium der Zeit“ von Kaliane Bradley war ein Buch, dem ich mit großer Vorfreude entgegensah. Die Verbindung von Zeitreisen und Geschichte birgt enormes Potenzial.
Die Hauptfigur erhält einen ...

„Das Ministerium der Zeit“ von Kaliane Bradley war ein Buch, dem ich mit großer Vorfreude entgegensah. Die Verbindung von Zeitreisen und Geschichte birgt enormes Potenzial.
Die Hauptfigur erhält einen hochgeheimen Posten im Ministerium und ist selbst überrascht von ihrer Auswahl. Ihre Aufgabe als „Brücke“ besteht darin, Überlebende aus vergangenen Epochen zu betreuen.
Ihr zugeteilt wird Commander Graham Gore, ein Polarforscher der Franklin-Expedition mit den Schiffen Erebus und Terror. Da ich viel über diese Expedition gelesen habe, freute ich mich besonders auf seine Rolle. Gores Erinnerungen waren faszinierend und packend erzählt.
Er gewöhnt sich erstaunlich schnell an die moderne Zeit und hinterfragt mit spitzem Finger viele aktuelle Probleme, verwundert über deren Entstehung.
Die beiden Protagonisten mochte ich sehr, ebenso ihren teils trockenen Humor. Allerdings verlor die Handlung später für mich an Klarheit, nicht nur wegen der Zeitsprünge.
Die historischen Details und die Idee der „Heimischwerdenden“ gefielen mir, auch wenn das letzte Drittel für mich nicht ganz schlüssig war. Dennoch würde ich das Buch empfehlen – es hat mich gut unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.07.2026

Gute Idee dahinter

Nobody's Quest
0

"Nobody's Quest" von Alyssa Day ist der Auftaktband einer Fantasy-Reihe.
Soli ist ein Niemand in dieser Welt, eine Waise, eine Sklavin, eine gebrandmarkte Greymind. Und sie soll jetzt plötzlich in den ...

"Nobody's Quest" von Alyssa Day ist der Auftaktband einer Fantasy-Reihe.
Soli ist ein Niemand in dieser Welt, eine Waise, eine Sklavin, eine gebrandmarkte Greymind. Und sie soll jetzt plötzlich in den Kampf der Göttinnen eingreifen und die Welt und das Königreich Altarra retten. Dabei stehen ihr einige sehr ausgewählte Charaktere zur Seite. Hauptsächlich liegt das Augenmerk auf Prinz Kaelen, der ohne Königreich, aber von edler Gesinnung und mit viel Kampfkraft ist.
Der Ansatz der Geschichte und auch das Worldbuilding ist toll. Zwei verfeindete Göttinnen, Zauberkräfte, eine Auswahl der Helden, der Beginn einer Heldenreise. Auch die Kämpfe, die Gegner, die Monster, das ist alles richtig toll und spannend beschrieben.
Allerdings hat mich hier eine handfeste Liebesgeschichte immer wieder aus der Story gerissen, sie war in meinen Augen weder notwendig, noch glaubhaft beschrieben.
Auch die Charakterentwicklung war mir hier zu schnell und unglaubwürdig. Soli etwa wurde von einer unterdrückten Sklavin, ohne eigene Wünsche in ein paar Tagen zur selbstbewussten Heldin, das geht gar nicht für mich.
Das Buch selbst ist wunderschön gestaltet, die Idee dahinter und die Welt sehr interessant und spannend, wer nach einer Romance statt Fantasy sucht, wird sich hier wohlfühlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.05.2026

Verwirrend und unglaubhaft

Böser, böser Wolf
0

"Böser, böser Wolf" von Alexandra Benedict ist ein Thriller, in dem es um Thriller und ihre Autorinnen geht. Morde geschehen, nachdem sie geschrieben wurden und der Zusammenhang ist schnell sichtbar.
Auch ...

"Böser, böser Wolf" von Alexandra Benedict ist ein Thriller, in dem es um Thriller und ihre Autorinnen geht. Morde geschehen, nachdem sie geschrieben wurden und der Zusammenhang ist schnell sichtbar.
Auch Katie erwacht so eingesperrt und wird zum schreiben gezwungen. Sie versucht verzweifelt in ihren Geschichten Hinweise zur Ergreifung des Täters, also des Wolfes zu geben und an ihrer eigenen Befreiung zu arbeiten.
Detective Inspector Lyla Rondell ermittelt und stellt Zusammenhänge zu bekannten Märchen her und zu einem Geschehen aus ihrer eigenen Vergangenheit.
Ich mochte die Märchenadaptionen sehr, ich mochte die finstere, morbide Atmosphäre, der Spannungsaufbau geschah sehr schnell und schon von Beginn an.
Allerdings fehlte mir hier eine Bindung an die Protagonistinnen, ihre Handlungen und Gedanken blieben mir sehr oft fremd und nicht nachvollziehbar. Gerade zum Ende hin fand ich viele Geschehnisse sehr an den Haaren herbei gezogen und unglaubwürdig. Auch der Täter ist unverständlich und zu leicht zu beeinflussen.
Das Buch hatte einen starken Anfang, eine noch lesenswerte Mitte und ein sehr schwaches Endspiel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.05.2026

Spannender Twist-Thriller mit kleinen Schwächen

The Exes
0

"The Exes" von Leodora Darlington ist ein Thriller, der Konzentration erfordert. Der Aufbau mit verschiedenen Zeitebenen (Gegenwart und Vergangenheit) sowie wechselnden Perspektiven ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. ...

"The Exes" von Leodora Darlington ist ein Thriller, der Konzentration erfordert. Der Aufbau mit verschiedenen Zeitebenen (Gegenwart und Vergangenheit) sowie wechselnden Perspektiven ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Sobald man sich jedoch eingedacht hat, entwickelt das Buch einen echten Sog.
Die Geschichte rund um Nathalies Suche nach dem perfekten Partner lebt von ihren unvorhersehbaren Wendungen. Für meinen Geschmack waren es am Ende jedoch etwas zu viele Plot-Twists: Das Ganze wurde zwar spannend, aber leider auch zunehmend unglaubwürdig. Auch die Protagonistin blieb bis zum Schluss schwer greifbar – was vermutlich beabsichtigt war, mir den Zugang aber erschwert hat.
Ein handwerklich gut geschriebener Thriller mit einer tollen Grundidee, bei dem ein bisschen weniger "Spektakel" der Glaubwürdigkeit gutgetan hätte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere