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Veröffentlicht am 31.05.2025

Mitreißende, gefühlvolle Geschichte mit einem außergewöhnlichen Setting, die die Stärke der Frauen in den Mittelpunkt rückt und mit existenziellen Fragen konfrontiert

Atmosphere
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Joan Goodwin blickte schon immer voller Erstaunen und Ehrgeiz zu den Sternen. Als Professorin für Astrophysik ist sie zufrieden mit ihrem Leben und kümmert sich liebevoll um ihre kleine Nichte Frances, ...

Joan Goodwin blickte schon immer voller Erstaunen und Ehrgeiz zu den Sternen. Als Professorin für Astrophysik ist sie zufrieden mit ihrem Leben und kümmert sich liebevoll um ihre kleine Nichte Frances, der sie die Weite des Universums nahebringt. Als die NASA Ende der 1970er-Jahre die Türen für weibliche Kandidatinnen öffnet, ergreift Joan die Chance und beginnt die fordernde Ausbildung, um eine der ersten Astronautinnen der Geschichte zu werden. Im Johnson Space Center in Houston kommt sie mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten von Soldaten, Piloten und WissenschaftlerInnen zusammen. Sie findet dort nicht nur unerwartete Freundschaften, sondern auch zum ersten Mal die romantische Liebe, die ihr bisher völlig fremd war. Joan ist überwältigt und glücklich, auch wenn sie ihre Liebe geheim halten muss, bis es im Dezember 1984 bei einer Mission des Space Shuttles zu einem verheerenden Unglück kommt.

Der Roman wird aus der Perspektive von Joan erzählt und handelt von dem Wunsch, nach den Sternen zu greifen, der symbolhaft, aber auch tatsächlich wahr wird.
Die Geschichte beginnt mit dem harten Training, das Joan und ihre MitstreiterInnen durchlaufen und wie sich daraus Freundschaften und fest Bindungen entwickeln. Joan ist dabei trotz ihrer Begabung und ihres Fachwissens zunächst eine unsichere junge Frau, die sich ihrer selbst und ihres Potenzials nicht bewusst ist. Durch die Ausbildung und die Erfolge, die sie gerade als Frau in einer männerdominierten Domäne verbucht, beginnt sie heller zu strahlen und findet mit der Luftfahrtingenieurin Vanessa einen starken Halt, die sie zudem anspornt, ihre Flügel auszubreiten und selbstbewusst zu demonstrieren, was in ihr steckt.

Angesiedelt in den 1980er-Jahren handelt der Roman einerseits vom technischen Fortschritt in der Raumfahrt und den wissenschaftlichen Ambitionen, die die Figuren haben, aber auch von der persönlichen Weiterentwicklung der Charaktere und ihren komplizierten Emotionen. Dabei werden auch philosophische Fragen zur Weite des Weltalls, zur Existenz Gottes und dem Sinn des Lebens gestellt.
Mit dem unregelmäßigen Wechsel zwischen Vergangenheit, die die Entwicklung Joans zeigt und im Vordergrund der Handlung steht, und der Gegenwart, in der es während der Mission STS-LR9 zu einer Katastrophe kommt, wird Spannung und Dramatik erzeugt. Auch Joans Familie und ihre heimliche Liebe führen zu Problemen, denen sich Joan stellen muss, aber auch zu vielen Momenten, in denen Joan ihr Glück kaum fassen kann.

Die Geschichte ist emotionsgeladen und führt das Leben als AstronautIn lebendig, aber nur oberflächlich vor Augen. Mit Bezug auf die Entwicklungen in der Weltraumforschung handelt der Roman im Wesentlichen von der Weiterentwicklung einer ambitionierten und liebenswerten Frau, die sich selbst neu kennenlernt und entdeckt, dass es neben der Liebe zu den Sternen auch noch eine irdische, romantische Liebe für sie gibt. Schwere Entscheidungen müssen getroffen werden, die trotz einem Wunsch nach Selbstverwirklichung und Verfolgung seiner Träume, spüren lassen, was im Leben wirklich zählt.
Es ist eine packende Mischung realer historischer Hintergründe mit einer fiktiven, persönlichen Entdeckungsreise und einer großen, zartfühlenden Liebesgeschichte.

Passend zur Zeit und Frauen in technischen Berufen, werden feministische Töne laut, die nicht gewollt wirken und auch nicht penetrant platziert werden.
"Atmosphere" ist eine mitreißende, gefühlvolle Geschichte mit einem ganz außergewöhnlichen Setting, die die Stärke der Frauen in den Mittelpunkt rückt und zeigt, dass man alles erreichen kann, wenn man an sich glaubt und zielstrebig kämpft.

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Raffiniertes Verwirrspiel, das sich zunehmend spannend, mysteriös und wendungsreich entwickelt.

Perfect Crime - Wenn niemand dir glaubt
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Emilia Ward ist erfolgreiche Thrillerautorin und lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in einem Vorort von London. Sie hat gerade ihr letztes Buch beendet, was gleichzeitig das Ende ihrer beliebten Reihe ...

Emilia Ward ist erfolgreiche Thrillerautorin und lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in einem Vorort von London. Sie hat gerade ihr letztes Buch beendet, was gleichzeitig das Ende ihrer beliebten Reihe um DI Miranda Moody sein soll, als sie sich einer Anzahl von Schikanen ausgesetzt sieht. Ein Stalker bedroht sie und ihre Familie auf subtile Art und verwendet dabei Teile der Handlungen ihrer Romane. Als Emilia dabei mit Teilen ihres neuen Buches konfrontiert wird, das noch gar nicht erschienen ist, bekommt sie es mit der Angst zu tun. Sie kann niemandem aus ihrem Umfeld mehr trauen, der ein Vorabexemplar erhalten hat und gibt sich selbst die Schuld an den Vorkommnissen, denn auch sie hat gelogen.

"Perfect Crime - Wenn niemand dir glaubt" wird überwiegend aus der Perspektive Emilias erzählt. Daneben gibt Kapitel aus der Sicht der Kommissarin, die im Fall des "Gottesanbeterinnen-Mörders" ermittelt und aus der Sicht von Daisy, deren Mutter ermordet wurde und die auf eigene Faust ermittelt, denn der Täter konnte nie gefasst werden.

Der Thriller ist raffiniert aufgebaut, denn nach einem grauenhaften Ereignis scheint sich die Realität mit dem Inhalt von Emilias neuem Roman zu vermischen. Plötzlich ist nicht mehr nur unklar, wer Emilia bedroht, sondern auch, was Wirklichkeit und was Fiktion ist.

Nach einem gemächlichen Einstieg entwickelt sich die Geschichte nicht nur durch die Schikanen zunehmend spannender. Die Geschichte ist packend, mysteriös und wendungsreich, indem wechselseitig Figuren in den Mittelpunkt rücken und sich verdächtig verhalten. Während es der Polizei anfangs schwer fällt, die richtigen Schlüsse zu ziehen und die Verbindung zwischen Emilia und dem Fall eines Serienmörders zu erkennen, scheint Emilia auf sich allein gestellt, einen Mörder zu entlarven, der aus ihrem eigenen Umfeld stammen muss.

Das Gefühl einer andauernden Gefahr für Emilia und ihre Familie ist durchgehend vorhanden, was für Spannung sorgt. Dass sich der Thriller weitgehend unblutig entwickelt, tut dem keinen Abbruch. "Perfect Crime" ist ein raffiniertes Verwirrspiel, das keinen Nervenkitzel auslöst, aber gut unterhält und sich am Ende schlüssig auflöst.

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Veröffentlicht am 24.05.2025

Spannender und dramatischer Kriminalfall mit mehreren Handlungssträngen - noch besser als Band 1

Vermisst - Der Fall Emily
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Malou Löwenberg hat bis vor Kurzem noch als Kommissarin im Morddezernat Bern gearbeitet und sich selbstständig gemacht, um als Privatermittlerin Fälle von vermissten Personen aufzuklären. Als erste ernstzunehmende ...

Malou Löwenberg hat bis vor Kurzem noch als Kommissarin im Morddezernat Bern gearbeitet und sich selbstständig gemacht, um als Privatermittlerin Fälle von vermissten Personen aufzuklären. Als erste ernstzunehmende Klientin wendet sich die etwa gleichaltrige Vera König an sie, die seit vier Jahren ihre Tochter vermisst. Emily verschwand als Vierjährige spurlos von einem Spielplatz und Vera ist überzeugt, dass sie noch am Leben ist. Malou nutzt die erste unaufgeklärte Spur zum Kindsvater und gelangt damit nach Paris. Dort ermittelt die Polizei im Fall eines Menschenhändlerrings, der sich darauf spezialisiert hat, Kinder als Taschendiebe einzusetzen. Während Malou noch von einer weiteren Klientin kontaktiert wird, die den Vater ihres ungeborenen Kindes ausfindig machen möchte, sucht Malou auch weiterhin nach ihrer eigenen Mutter, die sie niemals kennenlernen konnte.

"Vermisst - Der Fall Emily" ist nach "Vermisst - Der Fall Anna" der zweite Band der Krimireihe um die Berner Ex-Polizistin Malou Löwenberg, die als Findelkind ein Faible für Cold Cases hat. Sie weiß, wie es ist, jemanden zu vermissen und seine Herkunft nicht zu kennen und möchte deshalb auch nicht, dass andere Vermisstenfälle in Vergessenheit geraten.

Malou ermittelt erstmals als Privatdetektivin und stellt sich häufig nicht ganz geschickt an, da die Polizistin noch in ihr steckt, die mehr Kompetenzen hat und unmittelbaren Zwang ausüben kann. Als Privatperson fehlt ihr das bei ihren Befragungen, denn niemand ist so einfach gewillt, mit ihr zu sprechen. Malou ist deshalb weiterhin auf Kollegen und Kolleginnen aus dem Polizeiapparat angewiesen, die sie bereitwillig, selbst auf internationaler Ebene, unterstützen.

Mehrere Handlungsstränge und mehrere Perspektiven sorgen in Band 2 für Spannung. Er handelt nicht nur von dem Fall der seit Jahren vermissten Emily, sondern am Rande auch von Malous persönlicher Suche nach ihrer Mutter, in der sie einen ersten Anhaltspunkt durch einen Brief hat. Darüber hinaus wendet sich noch eine jüngere Klientin mit einem Auftrag an sie und sie lernt in Paris den attraktiven Undercover-Ermittler Alex kennen, der im Fall eines Kinderhändlerrings ermittelt.
Die Geschichte ist damit vielschichtig und abwechslungsreich. Das Privatleben von Malou wird fortgesetzt, während die unterschiedlichen Fälle komplex sind und Malou nicht von Rückschlägen verschont wird. Aber auch die Verzweiflung der Mutter, die ihr Kind sucht und es immer wieder in anderen Kindern sieht, ist nachvollziehbar und berührend dargestellt.

Der Roman ist durchgehend spannend und im Hinblick auf Malous erste Klientin undurchsichtig, was zu immer mehr Fragen statt Antworten führt. Auch wenn frühzeitig zu spüren ist, in welche tragische Richtung der Fall Emily sich entwickelt, ist es packend zu lesen, wie und was Malou herausfinden und ob es dabei tatsächlich Verbindungen mit den Ermittlungen in Paris geben wird. Da es sich um Kinder handelt, die vermisst sind oder entführt worden und der Verdacht besteht, dass diese von Kriminellen zu ihren Zwecken psychisch oder physisch missbraucht, sind die Kriminalfälle besonders erschütternd.
"Vermisst - Der Fall Emily" ist ein dramatischer, authentischer Kriminalfall, der mir noch besser gefallen hat als Band 1. In Bezug auf den "Fall Emily" bleiben am Ende keine Fragen offen, ihre Eltern hat Malou jedoch immer noch nicht ausfindig machen können, was Hoffnung auf eine Fortsetzung der Buchreihe macht.

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Veröffentlicht am 22.05.2025

Mischung aus Own-Voice-Roman, Coming-of-Age-Geschichte und Familiendrama, der beiläufig viele Informationen zur Gehörlosigkeit vermittelt - vielschichtig, empathisch und mitreißend

Klartext
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Charlie ist gehörlos und trägt ein Cochlea-Implantat. Ihre Eltern wollten, dass sie wie andere Kinder aufwächst, weshalb sie auf eine herkömmliche Schule gegangen ist und bisher nicht die Gebärdensprache ...

Charlie ist gehörlos und trägt ein Cochlea-Implantat. Ihre Eltern wollten, dass sie wie andere Kinder aufwächst, weshalb sie auf eine herkömmliche Schule gegangen ist und bisher nicht die Gebärdensprache gelernt hat. Charlie ist mit dem Implantat unglücklich und könnte sie selbst entscheiden, würde sie es nicht tragen. Als sie auf ein Internat für Gehörlose wechselt, hält sie sich erstmalig in einer Gemeinschaft von Gehörlosen auf uns muss die Gebärdensprache ganz von vorn lernen.
Dort lernt sie Austin kennen, der nicht spricht und nur die Gebärdensprache beherrscht. Er stammt aus einer Familie von Gehörlosen, seine Großeltern und seine Mutter sind gehörlos und sein Vater arbeitet als Gebärden-Dolmetscher. Als seine Schwester geboren wird und hören kann und sein Vater sie als "perfekt" bezeichnet, ist Austin wie vor den Kopf gestoßen.
February Waters ist Direktorin des Internats, das sie mit viel Empathie für ihre Schüler leitet. Sie ist hörend, beherrscht jedoch die Gebärdensprache, da ihre Mutter gehörlos ist. Als sie privat und beruflich gleichzeitig zu kämpfen hat, da die Sorgen um ihre Mutter zunehmen, ihre Ehe kriselt und das Internat aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden soll, verschwinden ausgerechnet noch drei ihrer Schüler spurlos.

Die Autorin Sara Nović ist selbst gehörlos, erlebte den Hörverlust allerdings erst im Lauf ihres Lebens, weshalb sie beide Welten gut kennt und genau das merkt man ihrem Roman an. Auf sehr authentische Weise beschreibt sie das Leben von Gehörlosen und das ihrer Angehörigen mit allen Problemen und Verständnisschwierigkeiten, die es gibt.
In "Klartext" erzählt sie nicht nur von drei ganz unterschiedlichen persönlichen Schicksalen im Zusammenhang mit der Gehörlosigkeit, sondern vermittelt auch in Einschüben zwischen den einzelnen Kapitel Sachwissen über die Gebärdensprache und den historischen gesellschaftlichen und politischen Umgang mit der Gehörlosigkeit.

Es ist aufschlussreich und berührend zu erfahren, mit welchen Widrigkeiten Gehörlose zu kämpfen haben, wie Gebärdensprache in der Vergangenheit stigmatisiert und ausgemerzt wurde und wie sie von hörenden Angehörigen als peinlich empfunden werden kann. Gleichzeitig ist es bewegend zu sehen, wie hörende Eltern sich ein "normales", einfaches Leben für ihre gehörlosen Kinder wünschen und sie damit erst recht als Menschen mit Behinderung einordnen. So ist es bei Charlie der Fall, für die das Cochlea-Implantat kein Allheilmittel, was sie insbesondere ihrer Mutter nicht vermitteln kann, sie es im Gegenteil als belastend empfindet und sich am Ende als ernstzunehmende Gefahr für ihre körperliche Unversehrtheit herausstellt.

"Klartext" ist eine Mischung aus Own-Voice-Roman, Coming-of-Age-Geschichte und Familiendrama, der beiläufig viele Informationen zur Gehörlosigkeit vermittelt. Es ist vielschichtiger und empathischer Roman, der einen mitreißenden Einblick in die Gemeinschaft und Kultur der Gehörlosen bietet und eine berührende Geschichte mit lebensechten und liebenswerten Charakteren über Zusammenhalt und Verbundenheit, aber auch über Verantwortung, Selbstvertrauen und den Mut, für seine Ideale zu kämpfen und seinen eigenen Weg zu gehen. Es ist ein augenöffnender Roman für mehr Verständnis, Inklusion, Diversität und das Recht auf Selbstbestimmung.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Zwei Frauen auf dem Weg zu sich selbst - lebensnahe und berührende Geschichte an einem Sehnsuchtsort

Über den Wolken wohnen die Träume
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Die 17-jährige Morlen hat genug von der Schule, der Enge ihrer Heimat Norderney und möchte reisen. Da trifft es sich gut, dass eine Freundin ihrer Mutter, die in einer Küstenstadt in Kalifornien wohnt, ...

Die 17-jährige Morlen hat genug von der Schule, der Enge ihrer Heimat Norderney und möchte reisen. Da trifft es sich gut, dass eine Freundin ihrer Mutter, die in einer Küstenstadt in Kalifornien wohnt, Unterstützung braucht, nachdem ein Au-pair kurzfristig abgesagt hatte. Geplagt vom Jetlag und der Entfernung von zu Hause, ist Morlen zunächst verunsichert und begreift die Dynamik der Familie Johnson nicht. Während Mutter Heather Morlen herzlich aufnimmt und auch Teenagerin Ellie ihr gegenüber aufgeschlossen ist, ist die kleine Hazel, um die sie sich aufgrund ihrer Diabetes kümmern soll, distanziert, der älteste Tom verhält sich ebenso zurückhaltend und Vater Gary glänzt überwiegend durch Abwesenheit.
Heather ist ausgebrannt, sorgt sich um ihre Kinder, die bis auf Ellie ihre Unterstützung verlangen, spürt, wie ihre Ehe kriselt und hat das Gefühl, in ihrem Leben etwas verpasst zu haben.

Der Roman ist wechselnd aus der Ich-Perspektive von Morlen und Heather geschrieben. Die Kapitel sind kurz und durch den Generationenunterschied vielseitig und abwechslungsreich. Beide haben mit unterschiedlichen Problemen zu kämpfen, wobei erst allmählich deutlich wird, worin diese begründet sind.

Die Stimmung ist sehnsüchtig. Morlen, die Norderney zuletzt als Gefängnis empfunden hat, fühlt sich erstmals frei, genießt die Zeit am Strand, das Surfen und die kalifornische Lebensart.
Durch Ellie lernt sie andere Jugendliche kennen, die den Sommer mit Surfen und Partys genießen. Einer von ihnen ist der selbstbewusste Charlie, der den Flirt mit Morlen sucht. Morlen fühlt sich allerdings zu ihrem Gastbruder Tom hingezogen, mit dem sie mehr verbindet.
Heather wollte schon immer früh Mutter sein und liebt ihr Familienleben. Sie fühlt sich allerdings von ihrem Mann alleingelassen und hat sich von ihm distanziert. Sie muss lernen, mehr auf sich zu achten und Aufgaben delegieren zu können.
Mit ihren Freundinnen trifft sie sich regelmäßig zum Surfen, wobei ihr Jackson begegnet, der ihr gerne mehr als nur Tipps beim Wellenreiten geben würde.

Mit dem Setting in Kalifornien ist "Über den Wolken wohnen die Träume" die perfekte Sommerlektüre, wobei die Geschichte nicht ganz unbeschwert ist. Er handelt von mental Health, Vertrauensverlust, Muttergefühlen und den damit verbundenen Ängsten, vom Erwachsenwerden und der ersten Liebe, von Selfcare und der Suche nach Glück.
Die Geschichte ist lebendig und lebensnah.
Es fällt leicht, sich in die Figuren hineinzuversetzen und ihre Probleme nachzuvollziehen. Dabei zeigt sich, wie die Generationen von einander lernen und sich gegenseitig helfen können. Unabhängig vom Alter sind sie auf der Suche nach Liebe, Glück und Zufriedenheit, wobei der Wunsch nach einem Ausbruch aus dem Status quo laut wird. Der Roman ist nicht nur eine Reise zu einem Sehnsuchtsort, sondern auch eine Reise zu sich selbst.

Schon fast typisch für Meike Werkmeister gibt es Querverbindungen in frühere Romane. So sind Morlen bzw. ihre Mutter Maria aus "Sterne sieht man nur im Dunkeln" und "Über dem Meer tanzt das Licht" bekannt. Ihre Leben werden in "Über den Wolken wohnen die Träume" fortgesetzt, die Vorgeschichte ist zum Verständnis jedoch nicht notwendig.

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