Cover-Bild Linna singt
18,95
inkl. MwSt
  • Verlag: script5
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 512
  • Ersterscheinung: 10.09.2012
  • ISBN: 9783839001394
  • Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Bettina Belitz

Linna singt

Seit fünf Jahren hat Linna sie nicht mehr gesehen: Maggie, Simon, Jules und Falk, die ehemaligen Mitglieder ihrer Band. Nun treffen sie sich in einer Hütte in den Bergen wieder, um für einen Auftritt zu proben.
Linna hatte eigentlich keinen Grund, Maggies Einladung zu folgen, denn was die anderen nicht wissen: Seit damals hat sie keinen Ton gesungen. Doch etwas treibt sie an, sich ihrem alten Leben zu stellen: die Erinnerung an eine Nacht mit Falk, dem Gitarristen. Linna muss sagen, was vor fünf Jahren unausgesprochen blieb, und sie muss hören, ob Falk eine Antwort hat.

Bald beginnt die von Anfang an gespannte Atmosphäre zu kippen: Was als zwangloses Wiedersehen geplant war, wird zum zermürbenden Psychospiel, bei dem Linna immer mehr als Lügnerin dasteht. Sie gerät in einen Strudel aus Verdächtigungen, Abhängigkeiten und tragischen Missverständnissen, der sie schließlich zwingt, die Erinnerung an vergangenen Schmerz zuzulassen. Denn dort liegt der Schlüssel zu allem: der Grund dafür, dass Linna nicht mehr singt.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.09.2019

Ein richtig gutes Buch

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Meinung:
Da ich bereits die vorherige Reihe von Bettina Belitz gelesen habe, ist dieser Name für mich nicht unbekannt. Während mir Splitterherz noch richtig gut gefallen hat, wurden die anderen beiden ...

Meinung:
Da ich bereits die vorherige Reihe von Bettina Belitz gelesen habe, ist dieser Name für mich nicht unbekannt. Während mir Splitterherz noch richtig gut gefallen hat, wurden die anderen beiden Teile leider immer schlechter. Deshalb hatte ich auch bezüglich „Linna singt“ eher etwas gemischte, ja sogar fast skeptische Gefühle.

Doch dieses Buch ist ganz anders, als ich es erwartet habe. „Linna singt“ ist kein typischer Jugendroman, sondern erzählt eine tiefgründige und atemberaubende Geschichte. Schon alleine die Grundidee hat mich komplett angesprochen, da mich das Thema Freundschaft und inwieweit sich dieses verändern kann, im Moment auch persönlich betrifft. Im Roman liegt das Hauptaugenmerk vor allem auf den einzelnen, ziemlich speziellen und facettenreichen Charakteren. Im Laufe der Handlung erfährt der Leser Stück für Stück mehr über die einzelnen Persönlichkeiten, ihr Leben und ihre Geheimnisse. Und davon hat jeder von ihnen eine Menge.

Linna ist eine außergewöhnliche Protagonistin. Sie ist auf der einen Seite eine talentierte Sänger- und Künstlerin und sehr hübsch. Doch sie hat auch unglaublich viele Macken, zweifelt ständig an sich selbst, sowie an allen anderen und hat in ihrem kurzen Leben bisher noch nicht viel Liebe erfahren.

Jedoch hat dieses Buch auch etwas mit der Splitterherz-Trilogie gemein. Nämlich die düstere und geheimnisvolle Grundstimmung, welche dem Buch einen ganz besonderen Reiz verleiht. So ist „Linna singt“ flüssig geschrieben, aber wirklich keine leichte Kost. Das liegt nicht einmal so sehr daran, dass die Autorin ein spannendes und aufregendes Psychospiel inszeniert, sondern dass sie mit der Handlung und den Geheimnissen darin auch sehr zum Mit- und Nachdenken anregt. Sie legt einerseits viele falsche Fährten von denen ich mich auch oft in die Irre führen lies und setzt andererseits geschickte Akzente durch unvorhersehbare Wendungen, die für einen gewissen Nervenkitzel und einen unglaublich starken Sog sorgen. Dabei ist die Spannung nicht so offensichtlich wie bei einem typischen Psychothriller, sondern eher unterschwellig in die tiefgründige Geschichte eingebaut.

Dadurch dass bei „Linna singt“ Musik eine sehr große Rolle spielt, bietet die Lektüre noch eine Besonderheit. Oft werden mehr oder minder bekannte Songs genannt, die die aktuelle Stimmung wiederspiegeln und welche der Leser dann auch im Ohr hat. Bei Liedern die mir nicht bekannt waren, habe ich mir manchmal auch die Mühe gemacht und diese bei YouTube gesucht, was sich auch wirklich gelohnt hat, da ich dabei auf einige tolle Lieder gestoßen bin, welche auch noch wirklich gut mit der jeweiligen Situation abgestimmt waren. Daran merkt man einfach die Mühe, die sich die Autorin gemacht hat.

Auch das Ende entspricht nicht unbedingt dem, was man erwartet. Ich weiß zwar nicht, ob es mir wirklich gefällt, jedoch bietet es einen passenden Abschluss für die Geschichte.

Fazit:
„Linna singt“ ist ein atemberaubender Roman, den ich mir ganz anders vorgestellt hatte. Dabei spinnt die Autorin ein geschicktes Konstrukt aus einer interessanten Grundidee, tiefgründigen und individuellen Charakteren mit dunklen Geheimnissen und einer unterschwellig spannenden Handlung. Die daraus entstandene Mischung konnte mich komplett in seinen Bann ziehen. 5 Sterne.

Veröffentlicht am 30.01.2018

In "Linna singt", wird jeder Buchstabe zu einer sanften und mitreißenden Musiknote - dieses Werk ist pure Poesie

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Wenn er mich berührt, werde ich zutreten, ich kann nicht anders. Ich fühle Mitleid mit ihm und doch bin ich fast krank vor Angst und Abscheu. Ein kalter, kalkulierender Täter wäre mit lieber gewesen, ein ...

Wenn er mich berührt, werde ich zutreten, ich kann nicht anders. Ich fühle Mitleid mit ihm und doch bin ich fast krank vor Angst und Abscheu. Ein kalter, kalkulierender Täter wäre mit lieber gewesen, ein Täter ohne jegliche Gefühlsregung [...]. Das ist dein Freind, Linna, versuche ich mir einzureden, dein Feind!

Erster Satz:
Waren die immer hier?

Inhalt:
Linna, Maggie, Falk, Jules und Simon. Fünf Namen, fünf Freunde, fünf Jahre - fünf Fremde! Doch was bleibt ist eine Band und eine Erinnerung, an eine gemeinsame Zeit auf der Bühne. Als Linna mit ihrem alten, kleinen Auto, das kleine Haus ihrer ehemaligen Bandkollegen ansteuert, dominieren Angst und Zweifel ihre Gefühlswelt. Fünf Jahre war Funkstille zwischen ihnen, nun steht das große Wiedersehen an.
Maggie hat einen neuen Aufrtitt für "Linna singt" organisiert. Der Band, die Linna vor eben diesen fünf Jahren, auf dem Höhepunkt ihrer Laufbahn, aufgelöst hat. Nun sollen sie wieder zusammenfinden und durch die Musik Eins werden. Wie gerne würde sich Linna drücken, zu schwer lastet ihre beklemmende Vergangenheit auf ihren Schultern, von denen die Anderen nichts ahnen. Doch sie ist es ihnen schuldig und Linna weiß, irgendwann muss sie sich ihrem ehemaligem Leben stellen.
Doch wider jeder Erwartungen sollen die Fünf nicht im alten Proberaum üben. Stattdessen steht eine Fahrt in die Berge an, zu einer einsamen Hütte. Linna ist nicht wohl bei dem Gedanken, auf engstem Raum, sich den vier Anderen stellen zu müssen, doch ihr bleibt keine Wahl. Was sie jedoch nicht ahnt, jemand treibt ein falsches Spiel, jemand will sie, gefangen in dieser Hütte, umgeben von Schnee, isolieren - Jemand will ihr böses! Doch jeder hat ein Motiv und so rutscht Linna immer tiefer in einen gefährlichen Psychotanz der Extraklasse.

Idee/ Umsetzung:
Gefangen aus einem Netz der Gewohnheit, strampeln viele Autoren/ Autorinnen oftmals, gegen einen starken, fast unumwindbaren Strom. Denn hat man sich erst einmal in eine Genre und in eine Ideenrichtung eines Schreibers verliebt, ist man einmal ein vollblütiger Fan, dann ist man wohl, gerade für Neues, eher unaufgeschlossen. Man hat bestimmte Erwartungen, egal wie sehr man sich einredet, sie nicht zu haben. Man geht immer mit einer Vorstellungen an etwas heran.
Auch Bettina Belitz hat sich in die Fluten geworfen, wollte sich frei machen, etwas Neues ausprobieren. Am Ende ihrer Reise hielt sie "Linna singt" in ihren Händen. Nicht aus dem Bereich Fantasy, kein Jugendroman sondern, wie Sie oft betonte: Ein Werk für junge Erwachsene. Für mich als Fan ihrer Splitterherz - Trilogie ein komisches, aber auch spannendes Gefühl. Ich stürzte mich also, wie ich zugeben muss, auch mit gewissen Vorstellungen, in diese neue, ganz andere Geschichte. Auch wenn ich relativ aufgeschlossen mit Linna dieses Werk begonnen habe, mit dem, was mich am Ende erwartete, hätte ich niemals gerechnet! Denn "Linna singt" ist eine einzige Wucht. Ich bin quasie durch die Buchstaben, Sätze, Seiten und Kapitel gerast - gefangen in einem rasanten Lesestrom. Spannend, voller Gefühl, Verständnis und Realität, hat Bettina Belitz hier eine gwaltige Buchwelt geschaffen, die ihre Leser umschließt und nach der letzten Seite grob auf den Boden der Tatsachen wirft. Idee und Umsetzung sind neu, erfrischend und mitreißend - somit mehr als überzeugend!
Auch wenn ich mir ein anderes Ende gewünscht hätte, denn der sehr gelunge, über das Buch gezogene Spannungsbogen, löst sich im Laufe der letzten und auflösenden Seiten, doch etwas zu schnell auf, bin ich von diesem Werk sehr angetan.

Schreibstil:
Wie auch in anderen Werken, ist der Schreibstil von Bettina Belitz, sehr bildhaft, emotional und packend. Auch in "Linna singt" enttäuscht sie ihre Leser nicht, setzt sogar noch das Gewisse i-Tüpfelchen, in Form eines atemberaubenden Spannungsbogens, Obendrauf und fasziniert und fesselt so, Seite für Seite, immer mehr. Schnell vergisst man, als Leser, seine komplette Umwelt und findet sich hautnah, zwischen Maggie, Falk, Jules und Simon wieder. Man wird selbst ein Teil dieses Psychospielchens, der eigene Puls schießt in die Höhe und das Herz scheint aus der Brust zu springen. Die Gefühle werden demnach gut auf ihre Leser übertragen. Was wohl auch, an dieser ganz persönlichen und passenden Erzählsicht liegt. Denn die Autorin schreibt aus Linnas Sicht, in der Gegenwartsform. Damit wird nicht nur Linna greifbar, sondern auch die Buchkulisse, zu einem ganz realen Ort.

Charaktere:
Durch die Erzählsicht, vertreten wir die Perspektive von Linna und können uns ganz gekonnt, auf dieses brutale und verwirrende Psychospiel einlassen. Wir erfahren die gleiche Verwirrung, den gleichen Schmerz und auch die gleiche Angst, wie die Protagonistin und sind bald selbst Gefangene unserer Gefühls- und Erinnerungswelt. Somit wird jeder der Anderen ein potentieller Täter, bis wir irgendwann selbst so durch den Wind sind, dass wir uns fragen, ob nicht Linna selbst, der Puppenspieler in dieser grausamen Vorstellung ist.
Der Leser wird immer und immer wieder ins Staucheln gebracht, liebt und hasst Linna. Hasst und liebt mit ihr. Durch diese äußerst persönliche Erzählform, werden ihre Gefühle zu unseren.
Selten war ich durch eine Figur, so sehr an ein Buch gebunden und habe nur darauf gewartet, wieder durch sie, in die Geschichte schlüpfen zu können. Dabei sollte klar sein, dass Linna kein gewöhnlicher Charakter ist. Sie ist vor allem dadurch ausgezeichnet, dass sie deutliche Ecken und Kanten hat, was sie nicht für alle Leser zu einem Liebling machen wird. Doch mir hat dieses abwechslungsreiche, "andere", sehr gut gefallen.

Cover/ Innengestaltung:
Die Gestaltung des Buches als Gesamtwerk ist einfach unglaublich - so wunderschön! Leicht verträumt, schlicht aber doch voller Magie, präsentiert sich "Linna singt" durch viele Verzierungen und einen besonderen Feinschliff, der diese Lektüre als regelrechten Augenschmaus auszeichnet. Auch wenn mir das Buch richtig gut gefällt, weil es genau meinen Geschmack, durch seine Aufmachung trifft, passt diese, sehr süße und verträumte Gestaltung nicht so ganz zur Geschichte. Denn diese ist an sich eher kantig, kalt, düster und spannend. Durch die Aufmachung, finde ich, bekommt man ein schlechtes Gefühl für den eigentlichen Inhalt des Werkes um Linna und Co. Das Cover, alleinig betrachtet, finde ich jedoch wieder gelungen. Auch wenn man den Sinn der Schneewittchen - Darstellung wohl erst gegen Ende der Geschichte versteht.
Die Innengestaltung ist schlicht: Die Kapitel werden durch englische Wörter, ich tippe auf ausschließlich Songtitel, eingeleitet und passen so zum Hauptthema - Musik.

Fazit:
Manche Songs haben die Macht, Herr über das eigene Bewusstsein zu werden. Denn Musik an sich, trägt Magie in sich und kann, wenn man genau hinhört, in fremde Welten entführen, trösten, aufmuntern und verzaubern. , welche sich in Zusammensetzung mit jedem Satz, jeder Seite, jedem Kapitel, zu einem unglaublichen Gesamtsong entwickelt. Spannend, voller Gefühl, Sinn für die Realität und Wahrheit, erzählt Bettina Belitz von einem Leben mit und neben der Musik, von Freundschaften, Begierde und Vergangenheit. Dabei überzeugt sie durch einen packenden und berührenden Schreibstil, erreicht einen durch eine gekonnte Handlungsidee und lässt einen, in den Tiefen der Geschichte, zwischen Psychospiel, Zweifel und Angst, nach der Wahrheit und später nach dem Leben selbst, suchen. Hätte mich der grobe Spannungsabriss, am Ende der Geschichte nicht ins Straucheln gebracht, mir das endgültige Aus, nicht das Herz zerbrochen, würde ich wohl nie wieder, meine Lesernase aus dieser Buchstaben ziehen wollen, so jedoch bin ich leicht enttäuscht, aber immer noch überwaltigt und rate euch: Spitzt die Ohren, lauscht in die Stille der Nacht und vielleicht werdet ihr auch ein Teil der Musik, ein Teil von Linna... - Eindeutige Empfehlung!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Teilweise zäh und ohne befriedigende Auflösung

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Optisch ist mir bei dem Buch gleich der Einband positiv aufgefallen. Zum Lesen entferne ich natürlich den Schutzumschlag und bei den meisten Büchern ist der Einband dann eben langweilig einfarbig. Hier ...

Optisch ist mir bei dem Buch gleich der Einband positiv aufgefallen. Zum Lesen entferne ich natürlich den Schutzumschlag und bei den meisten Büchern ist der Einband dann eben langweilig einfarbig. Hier paßt dieser wunderbar zum Schutzumschlag. Ist auf dem inneren Umschlag ein weißes Muster auf rotem Untergrund, finden wir auf dem Einband das gleiche Muster in invertierter Form, nämlich rot auf weißem Untergrund.

Ich bin/war selbst Sängerin, mit ein Hauptgrund, warum mich dieses Buch angesprochen hat. Die Kurzbeschreibung bei amazon hat mich dann letztendlich überzeugt, daß ich diese Geschichte lesen möchte.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, er ist flüssig, locker, aber trotzdem sehr gesetzt und pointiert. Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet, man hat sehr schnell ein Bild vor Augen, was die verschiedenen Musiker ausmacht.
Mit Linna wurde ich allerdings nicht so wirklich warm, auch empfand ich wenig Sympathien für die anderen Mitglieder der Band. (Ausnahme war hier der Hund „Luna“, den ich gleich ins Herz geschlossen habe )

Ich empfand die Geschichte am Anfang sehr spannend, allerdings habe ich mich recht schnell gefragt, auf was das Ganze eigentlich zulaufen soll. Soll dieses Buch einfach nur die Gefühlswelt Linnas enthüllen? Oder geht es doch noch in Richtung Thriller, wie man manchmal zwischendurch denken könnte? „Zermürbendes Psychospiel“ – so bei der Kurzbeschreibung von script5 – hatte mich (und auch einige andere Leser) eher in Richtung Thriller denken lassen.

Bis etwas über die Hälfte hat mich das Buch wirklich gefesselt, aber dann hatte ich von den „Psychospielchen“ auch langsam genug, zumal ich dann auch immer mehr Dinge als sehr unglaubwürdig empfand. Im letzten Drittel habe ich mich dann auch öfter dabei ertappt vieles zu überfliegen, um endlich zum Ende zu kommen.

Am Ende stand ich dann doch etwas ratlos da, weil Einiges nicht aufgeklärt wird. Erscheinen manche Andeutungen zwischendurch als wichtige Details in Linnas Vergangenheit, werden sie zum Ende noch nicht einmal mehr erwähnt. Gerade deswegen konnte mich der Roman letztendlich nicht wirklich überzeugen.

Wer hier auf einen Thriller oder Roman mit Thrillerelementen hofft, wird enttäuscht werden. Leser, die gerne atmosphärische Erzählungen lesen und sich nicht an unaufgeklärten Fakten stören, werden hier aber sicherlich auf Ihre Kosten kommen.