Cover-Bild Frau Bengtsson geht zum Teufel
14,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Droemer
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Humor
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 240
  • Ersterscheinung: 01.02.2013
  • ISBN: 9783426226391
Caroline L. Jensen

Frau Bengtsson geht zum Teufel

Roman
Frank Zuber (Übersetzer)

Eigentlich ist Frau Bengtsson gestorben. Bloß war ihr Tod so banal, dass Gott sich in letzter Sekunde ihrer erbarmte. Dank des göttlichen Eingreifens könnte sie ihr Vorstadtdasein als kinderlose, perfekte Ehefrau fortführen – wäre da nicht der Teufel, der sich als fürsorgliche Nachbarin der gläubigen Hausfrau annimmt. Und so seinem ewigen Erzfeind ein Schnippchen schlagen will … Der neue Bestseller aus Schweden!

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.03.2019

Schreiend komisch und zugleich warmherzig

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Gleich am Anfang kommt das Buch zur Sache. Frau Bengtsson ist letzten Dienstag gestorben. Verständlicherweise ist sie deswegen etwas verstört und weiß nicht, wie sie mit der Situation umgehen soll. Ihr ...

Gleich am Anfang kommt das Buch zur Sache. Frau Bengtsson ist letzten Dienstag gestorben. Verständlicherweise ist sie deswegen etwas verstört und weiß nicht, wie sie mit der Situation umgehen soll. Ihr Mann glaubt ihr nicht so recht - wer könnte es ihm verdenken - und merkt nur, dass sie sich Gedanken macht. Aber das ist er eigentlich sowieso von seiner Frau gewohnt. Ihre schleichende Veränderung und ihren zunehmenden Zorn auf Gott bekommt er nicht mit.
Der Teufel, der durch sein Engelsherz immer noch mit Gott verbunden ist (welch eine schöne und zugleich verrückte Vorstellung), merkt, dass auf Erden etwas besonderes vorgeht, reist als "Der Wanderer" dorthin und beginnt ein Spiel um die Seele von Frau Bengtsson. Er will Gott herausfodern und der Leser ist gespannt, wie sich Frau Bengtsson unter der "Obhut" des Teufels entwickelt. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, damit es schön spannend bleibt für alle, die das Buch noch nicht kennen.
Besonders gut gefallen hat mir die Schreibweise des Buches mit dem zum Teil echt lustigen Stil. Fand ich die ersten Seiten noch eher langweilig und eintönig, hat sich dieser Leseeindruck ganz schnell verändert. Interesant fand ich die Idee, dass Frau Bengtsson die Bibel liest, um Gott näher kennen zu lernen und sich mit ihm und ihrem Tod - bzw. der Frage, warum sie wieder ins Leben zurückkam - auseinader zu setzen. Sie verliert sich im Alten Testament und wird immer unsicherer. Statt sich Gott zu nähern, driftet sie immer weiter ab - umso mehr, als dann der Teufel ins Spiel kommt.
Richtig gut gefallen hat mir die Beschreibung des Teufels. Zwar weiß man, dass er eigentlich böse ist, dennoch wird er aber sympatisch mit Schwächen und allzu menschlichen Eigenschaften dargestellt. So platzt z.B. ein Vogel, in den er gefahren ist, weil er sich so aufregt. (Wenn man nach dieser Textpassage das Cover noch einmal betrachtet, fällt einem auch auf einmal etwas auf, was man vorher nicht gesehen hat!) Und später schwebt RAkel fast, als dies erneut passiert, nachdem Satan sich des Körpers der jungen Frau bemächtigt hat.
Fasziniert war ich von der Beschreibung, wie Rakel sich verändert, nachdem sie vom Teufel besessen ist. Die langen, roten, krallenartigen Findernägel, verführerische Locken, hoher Alkoholkonsum usw. Das alles klingt an sich banal, ist aber in diesem Buch toll beschrieben. Gut gemacht ist auch, dass Rakel weiterhin da ist, z.T auch selbst Fragen stellt und auch versucht, sich gegen Satan zu wehren. Ein interessanter Gedanke, der toll umgesetzt wurde.
Auch die Beschreibung von Gott, der ganz in sich ruht, hat mir sehr gut gefallen.
Insgesamt ein tolles Buch, das sich zu lesen lohnt. Ungemein warmherzig und wunderbar lustig. Von mir gibt es für diese ungewöhnliche Idee und deren tolle Umsetzung eine uneingeschränkte Leseempfehlung. Dieses Buch ist wirklich anders und mit einem wunderbaren Schluss ausgestattet, der überraschend und lustig ist!

Veröffentlicht am 22.06.2017

Gott oder Teufel?

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Wen versteht man besser von Beiden? Diese Frage ist spätestens nach Lektüre dieses Buches nicht mehr so einfach zu beantworten. Schon das Cover verspricht einen humorvollen Roman und genau das ist er auch. ...

Wen versteht man besser von Beiden? Diese Frage ist spätestens nach Lektüre dieses Buches nicht mehr so einfach zu beantworten. Schon das Cover verspricht einen humorvollen Roman und genau das ist er auch. Gott sei Dank fernab übertriebener Lächerlichkeit, wie bei vielen Comedybüchern. Statt dessen eine gute Menge subtiler Humor, der einen eher schmunzeln lässt.
Faszinierend war für mich die Thematik an sich: Die Auseinandersetzung mit der kirchlichen Lehre, wenngleich auf sehr humorige Art und Weise. Frau Bengtsson ist an sich eine gläubige Frau, auch wenn sie keine große Frömmigkeit zur Schau trägt. Ihr geschieht das Unfassbare: Sie stirbt während eines Entspannungsbades und wird von Gott, der dies zufällig mitbekommt, wieder zum Leben erweckt indem er die vergangenen Sekunden zurück dreht und den Stöpsel aus der Wanne zieht.
Nun erwartet Frau Bengtsson irgendein Zeichen Gottes, weshalb er sie gerettet hat. Aber Fehlanzeige! Sie greift zur Bibel, die sie ihrer Meinung nach bisher sträflich vernachlässigt hatte, weil sie sich hier Aufklärung verspricht und kommt während des Studiums des Alten Testaments immer mehr ins Grübeln (ein Effekt, der sich bei mir ebenfalls einstellte - nebenbei bemerkt). Wie kann ein Gott so sein? Wie kann Gott so rachsüchtig und grausam sein? Warum tut Gott all das, was er von den Menschen verlangt, dass sie es lassen sollen? Sie versucht, von ihrer befreundeten Nachbarin Rakel - einer überfrommen Theologiestudentin - Aufklärung darüber zu erhalten. Zielsicher hat sich jedoch der Wanderer (Satan) genau eben jene Rakel als Medium auserkoren und er übernimmt ihren Körper. Natürlich unterstützt die neue Rakel die Zweifel und beeinflusst gekonnt durch entsprechende Fragestellungen und Denkanstöße die verzweifelte Auflehnung der Frau Bengtsson. Diese fordert Gott heraus, indem sie sich vornimmt, seine sämtlichen 10 Gebote zu brechen, und zwar vollkommen ohne jede spätere Reue - sonst zähle es nicht (sagt Rakel). Und Frau Bengtsson beginnt den Weg durch ihre eigenen 10 Gebote...
Ich fand es sehr spannend, die Entwicklung der Wandlung zu beobachten. Die Gedankengänge der Frau Bengtsson waren für mich überhaupt nicht abwegig. Die Schlüsse die sie daraus zog schon eher. Man beobachtet, wie sie sich immer tiefer in ihre Wut hinein steigert. Statt auf ihren Mann wütend zu sein, der sich prinzipiell überhaupt nicht für sie interessiert - außer sie landen in der Horizontalen - ihr nicht einmal zuhört, wenn sie ihm etwas für sie Wichtiges berichtet, lenkt sie ihre ganze Wut gegen Gott. Sie zweifelt an seinen Regeln und überhaupt am Glauben. Dabei merkt sie nicht, wie sehr sie im Grunde von seiner Existenz überzeugt ist. Warum sonst würde sie sich die Mühe machen, es ihm mal richtig zu zeigen? Ihr Plan ist, dass sie lieber in die Hölle möchte statt in den Himmel. Und immer, wenn einem kurze Einblicke in den göttlichen Alltag gewährt werden, die zwar allesamt recht kurz, aber dafür umso prägnanter sind, möchte man ihr durchaus beipflichten. Gott ist manchmal ein A.....
Der Satan hingegen ist zwar ein unangenehmer Geselle, aber man kann ihn schon irgendwie verstehen. Nicht sein Tun, aber warum er so geworden ist - bei DEM Gott. Schon der Weg auf die Welt der Sterblichen auf der Suche nach seinem geeigneten Medium ist im wahrsten Sinne des Wortes zum Piepen. Der gehörnte Kanarienvogel auf Titel und Rückseite sowie jeder Kapitelüberschrift kommt nicht von Ungefähr. Das war eine der Stellen, die schon in den Bereich Comedy abdrifteten. Zum Glück hat Frau Jensen jedoch immer wieder die Reißleine gezogen, um nicht ins Seichte abzugleiten.
Ganz zum Schluss musste ich doch laut auflachen und mir gleich die Hand vor den Mund halten vor Schreck, dass ich ausgerechnet bei einer solchen Stelle laut lachen musste. Dieses Buch verführt einen regelrecht, manches ein wenig anders zu sehen.
Ihr Schreibstil ist verteufelt gut zu lesen. Witzig, manchmal knackig und auf den Punkt, dann aber auch wieder mit Liebe zum Detail. Immer mit einer guten Portion untergründigem, manchmal auch vordergründigem Humor geschrieben. Dabei wahrt sie eine gewisse Distanz zu den Protagonisten und schildert alles ohne moralische Wertung. Vollkommen frei von jeglichem Mitleid für wen auch immer aus der Sicht eines stillen Beobachters.
In erster Linie ist es sicher ein unterhaltsamer, amüsanter Roman. Die Hinterfragung Gottes bzw. der Religion kommt m. E. dennoch nicht zu kurz. Ein gewagter Balanceakt, der meiner Meinung nach herrlich gelungen ist! Die Aufmachung des Buches gefällt mir sehr - vor allem die abgerundeten Ecken fand ist ausgesprochen toll und mal ganz anders. Diese Einschlag-Einbände finde ich hingegen sinnlos, da sie für eine Lesezeichen-Funktion eindeutig zu starr sind. Man verbiegt das ganze Buch dabei und sie sind nur überflüssiger Tand. Ein Lesebändchen fände ich wesentlich sinnvoller und vermutlich nicht teurer in der Produktion.
Fazit: Für Leser, die nicht zu fromm sein sollten und sich auch gerne humorvoll mit dem Glauben auseinander setzen ist das genau das richtige Buch! Man darf jedoch keine seichte Comedy wie bei Safier erwarten.

Veröffentlicht am 05.02.2017

Macht Spaß

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Frau Bengtsson führt das Leben einer normale Hausfrau. Sie besucht Kurse und versucht immer neue Dinge. Ihr Mann ist Autoverkäufer, Kinder haben sie nicht. Alles ist in schöner Ordnung, bis Frau Bengtsson ...

Frau Bengtsson führt das Leben einer normale Hausfrau. Sie besucht Kurse und versucht immer neue Dinge. Ihr Mann ist Autoverkäufer, Kinder haben sie nicht. Alles ist in schöner Ordnung, bis Frau Bengtsson eines Tages beschließt zu baden. Sie nutzt die Massagedüsen, nichts Böses ahnend. Doch diese sind falsch angeschlossen, Frau Bengtsson wird in die Wanne gezogen, ihre Haare verklemmen sich und sie ertrinkt. Doch der liebe Gott befindet, daß er so einen unwürdigen Tod niemandem zumuten kann und macht den Tod rückgängig. Nun beginnt Frau Bengtsson sich Gedanken um Gott, Kirche, Glauben und um die Bibel zu machen. Sie liest in der Bibel und findet eine Menge Diskussionsstoff und setzt sich mit ihrer Nachbarin Rakel, die Theologie studiert, auseinander. Sie ahnt nicht, daß der Teufel in Rakel steckt. Und dieser treibt seinen Spaß mit Frau Bengtsson. So beschließt sie die zehn Gebote zu brechen um Gottes Wege zu durchkreuzen. Dem Teufel gefällt es....
Ein leicht und flüssig zu lesendes Buch mit großem Spaßfaktor! Wenn Frau Bengtsson mit dem Teufel diskutiert, kann man fast laut auflachen, so spaßig ist das. Der Humor ist von Anfang bis Ende toll, Langeweile kommt nicht auf. Man ist versucht, es in einem Rutsch zu lesen. Ein tolles Buch um zu entspannen. Besonders toll sind die abgerundeten Ecken, das Buch fällt dadurch auf.

Veröffentlicht am 11.02.2017

Ganz unterhaltsam

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Frau Bengtsson mag Kunstmalerei, Keramik, Kalligraphie und auch Kosmetik.

Sie möchte einen ausführlichen Anhang zu ihrem Testament verfassen. Es sollen unbedingt ihre eigenen Kosmetikartikel nach ihrem ...

Frau Bengtsson mag Kunstmalerei, Keramik, Kalligraphie und auch Kosmetik.

Sie möchte einen ausführlichen Anhang zu ihrem Testament verfassen. Es sollen unbedingt ihre eigenen Kosmetikartikel nach ihrem Tod benutzt werden. Sie will ja nicht wie ein Clown aussehen in dem Sarg oder wie eine Leiche. Ihr Mann liest in der Zeitung die Sportseite und hört ihr mal wieder nicht so richtig zu.

Doch Frau Bengtsson ist bereits gestorben, an einem stinknormalen Dienstag. Beggo der Briefträger, der aus Tunesien kommt, hat ihr an diesem Tag bereits die Post vorbei gebracht. Nach erledigter Hausarbeit läßt sich Frau Bengtsson ein Bad ein und ertrinkt dann durch ein Ungeschick in der chinesischen Massagebadewanne. Gott greift ein und erweckt sie wieder zum Leben. 38 Sekunden ist Frau Bengtsson tot gewesen.
Ihr Mann glaubt ihr nicht, dass sie ertrunken ist, denn sie lebt ja.

Warum hat Gott sie wieder zum Leben erweckt? Frau Bengtsson beschäftigt sich mit der Bibel und sucht Rat bei ihrer Nachbarin Rakel, die Theologie studiert. In Rakel ist jedoch inzwischen der Teufel gefahren. Frau Bengtsson beschließt alle 10 Gebote zu brechen…

Das Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben. Einige Stellen waren jedoch etwas zu ausführlich beschrieben und somit etwas langatmig. Mit dem Teufel wurde es dann jedoch unterhaltsamer. Wie die beiden dann immer aus dem Fenster geschaut haben, als „die gelbe Gefahr“ kam, da musste ich schon schmunzeln. Der Schluss hat mir leider nicht so gefallen. Es ist aber ein humorvolles Buch und an einigen Stellen musste ich wirklich auflachen.

Veröffentlicht am 24.01.2019

Nicht wahnsinnig spektakulär, aber auch nicht schlecht

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Buchinfo
Eigentlich ist Frau Bengtsson gestorben. Bloß war ihr Tod so banal, dass Gott sich in letzter Sekunde ihrer erbarmte. Dank des göttlichen Eingreifens könnte sie ihr Vorstadtdasein als kinderlose, ...

Buchinfo
Eigentlich ist Frau Bengtsson gestorben. Bloß war ihr Tod so banal, dass Gott sich in letzter Sekunde ihrer erbarmte. Dank des göttlichen Eingreifens könnte sie ihr Vorstadtdasein als kinderlose, perfekte Ehefrau fortführen – wäre da nicht der Teufel, der sich als fürsorgliche Nachbarin der gläubigen Hausfrau annimmt. Und so seinem ewigen Erzfeind ein Schnippchen schlagen will … (Quelle: Lesejury)

Anfang
"Herrgott!"
Der Allmächtige seufzte zufrieden und betrachtete die DNA-Kette, die er gerade geflochten hatte. "Das wird ihnen Rätsel aufgeben", kicherte er und wandte sich dem Engel zu, der aufgeregt hereingestürzt kam.

Meine Meinung
Durch den Klappentext war ich auf eine ein klein wenig andere Handlung eingestellt, als ich dann tatsächlich bekam. Erwartet hatte ich eine junge Hausfrau, die nach ihrer zweiten Chance so richtig aufdreht und "die Sau rauslässt". Irgendwo zwischen Desperate Houswives und Sex and the City. Stattdessen bekam ich eine Hausfrau mittleren Alters vorgesetzt, die jeder kennt, der auf einem Dorf wohnt oder dort Bekannte hat. Sofort hatte ich ein Bild im Kopf.

+Plätzchenfrisur (gerne kurz und da dann wahlweise ein paar Locken mittels Dauerwelle reingekloppt)

+undefinierbare stumpfe und glanzlose Haarfabe (ist es jetzt ein helles Braun oder doch noch ein sehr dunkles Blond?) in der sich die ersten grauen Haare zeigen (Färben ist ja schädlich)

+wahlweise mit Brille (rahmenloses Modell mit etwas Farbe an den Bügeln - man ist ja irgendwie doch ein Rebell)

+kein Make-Up (unnötig und schädlich für die Haut) und wuchernde Augenbrauen

+Kleidung, die man eher der Großmutter zugetraut hätte

+unrasierte Beine

+textsicher bei jedem Schlager, den es auf dem Markt gibt


Das ist die Art von Frauen, die wirklich existiert und bei denen ich schockiert feststelle, dass sie oftmals nur ein paar Jahre älter sind als ich. Manchmal sogar jünger.

Bei einer Feier trägt Frau Bengtsson ein knallrotes Kleid und wenn sie ihren pinken Lippenstift aufträgt, weiß Herr Bengtsson was die Glocke geschlagen hat (Knick Knack ^^). Schlager kommen tatsächlich viele im Buch vor, die Frau Bengtsson dann auch wirklich auswendig kennt.

Ihr Hass auf Gott begann in kleinen, zaghaften Schritten.
Am Sonntag.
Wie unschicklich.
(Seite 37)

Statt einer Gabrielle Solis oder einer Samantha Jones bekam ich also nun Frau Bengtsson. Eine kinderlose Haus- und Ehefrau, die ihren Lebenssinn in einem ordentlichen Heim sieht (außer die eine Ecke unter dem Sidebord), in dem die Badezimmerseife und die Handtücher zu den Vorhängen passen.
Herr Bengtsson scheint seine Frau zwar wirklich zu lieben und auch liebevoll zu sein, allerdings ist er ziemlich desinteressiert und antwortet meist nur mit "Mhm".
Die einzige Abwechslung in der schwedischen Vorstadtroutine liefert der tunesische Postbote Beggo, der offenkundig in Frau Bengtsson verliebt ist und ihr die Post jeden Tag mit einer anderen Schlagerpassage auf den Lippen überreicht.

Luther hatte einmal gesagt, die Vernunft sei die Hure des Teufels. Konnte es etwa sein, dass nun endlich auch ein Menschenwurm mit ihr ins Bett gegangen war? Zum ersten Mal hörte er eines von Gottes Geschöpfen offen aussprechen, was er immer gedacht hatte: "Ich weiß ja, dass es Gott gibt, ich mag ihn bloß nicht."
(Seite 97)

Als Frau Bengtsson dann in der Badewanne ertrinkt und von Gott persönlich eine zweite Chance erhält (was ihr Mann auch nur wieder mit einigen Mhms abtut), beginnt sie sich zu fragen, inwieweit sie eigentlich gläubig ist.
Dass sie gläubig ist, beschließt sie recht schnell, doch sie weiß nicht recht zu welcher Reliogion sie sich zuordnen will. Nach einer Weile kommt sie zu dem Schluss, dass sie Christin ist (oder sein will) und macht sich auf den Weg zur Kirche um Gott nah zu sein und möglicherweise Antworten auf ihre Fragen zu bekommen.
Sie liest die Bibel und stößt auf immer mehr Ungereimtheiten und Dinge, die ihr ganz einfach nicht passen. Als die verlangten Zeichen von Gott ausbleiben (wer kann schon ahnen, dass Gott ein Kaninchen ist?) macht sie sich auf den Weg zu ihrer Nachbarin Rakel (eine langweilige Theologiestudentin) um diese Dinge mit ihr zu besprechen.
Was Frau Bengtsson nicht weiß ist, dass mittlerweile der Teufel in das arme Ding gefahren ist und Frau Bengtsson nach Herzenslust immer mehr auf den Weg bringt, die Zehn Gebote brechen zu wollen.

Das Ganze wiederholte sich mehrmals. Mose quengelte, der Pharao weigerte sich, und Mose quengelte wieder...Sie blätterte zerstreut weiter. Sie hatte Der Prinz von Ägypten gesehen. Disney hatte es eigentlich besser erzählt.
(Seite 121)

Die "Glaubenskrisen" zusammen mit Rakelsatan sind wirklich lustig und lässt beide für mich sehr sympathisch werden. Alles andere ist irgendwie recht zäh und lahm.
Das Brechen der Gebote erschien mir oftmals aufgesetzt und sehr gezwungen. Dass Frau Bengtsson das sechste Gebot (Du sollst nicht ehebrechen) tatsächlich bricht, fand ich persönlich sehr, sehr schade. Auch wenn Herr Bengtsson jetzt nicht unbedingt ein Traummann ist, hätte ich nicht damit gerechnet, dass sie es wirklich tut.

Auch das Ende hätte ich mir anders gewünscht - das war dann doch irgendwie enttäuschend.

Etwas nervig war die Tatsache, dass Herr und Frau Bengtsson keine Vornamen zu haben scheinen und dass der eigentlich am Anfang recht lustige Wortwitz "Rakelmirakel" immer mehr an Witz verlor, je öfter er gebraucht wurde (und das war sehr oft).

Fazit
Insgesamt war dies ein recht witziges Buch, dass so seine Höhen und Tiefen hatte.
Empfehlen würde ich es allerdings nur bedingt, da es sicher nichts für wirklich gläubige Menschen ist und diese bestimmt Worte wie "Blasphemie" nutzen würden, um dieses Buch zu beschreiben