Cover-Bild Ein Schlag ins Gesicht
19,95
inkl. MwSt
  • Verlag: Tropen
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Polizeiarbeit
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 365
  • Ersterscheinung: 19.09.2016
  • ISBN: 9783608502169
Franz Dobler

Ein Schlag ins Gesicht

Kriminalroman | Deutscher Krimipreis

Robert Fallner ist ziemlich am Ende. Seinen Job als Kriminalhauptkommissar ist er endgültig los. Seine Frau wohl auch. Zeit für einen Neuanfang, den ihm ausgerechnet sein Bruder, selbst Ex-Bulle und Privatermittler, ermöglicht. Er drängt ihm einen speziellen Fall in seiner Sicherheitsfirma auf: Den Stalker einer bekannten Schauspielerin zu stellen, von dem keiner glaubt, dass es ihn gibt.

Simone Thomas hat schon einiges hinter sich: zwei Ehemänner, dreiundvierzig Jahre Showgeschäft, Dutzende Nacktfotos, diverse Filmproduktionen, Drogenexzesse, Yellow-Press-Skandale. Da fehlte es ihr gerade noch, dass sie von einem Stalker bedroht wird. Und dass diese Idioten von der Sicherheitsfirma ihn einfach nicht zu fassen kriegen. Zwei unfähige Leute hat sie schon verschlissen, bis endlich Fallner für sie eingeteilt wurde. Und Fallner wäre nicht Fallner, wenn er nicht eine Gabe für aussichtslose Fälle hätte. Lässig, feinfühlig und mit sprachlich höchster poetisch-derber Präzision schickt Franz Dobler seinen Held Robert Fallner gefährlich nahe heran an eine exzentrische Diva, deren Stalker unberechenbar ist.

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.12.2016

Kann man das so sagen?

0

Robert Fallner hat vor knapp einem Jahr in einem Polizeieinsatz einen jugendlichen erschossen. Obwohl er freigesprochen wird, kommt er mit der Situation nicht klar und quittiert seinen Dienst. Er heuert ...

Robert Fallner hat vor knapp einem Jahr in einem Polizeieinsatz einen jugendlichen erschossen. Obwohl er freigesprochen wird, kommt er mit der Situation nicht klar und quittiert seinen Dienst. Er heuert bei seinem Bruder, der eine Security-Firma leitet, an und erhält gleich einen speziellen Auftrag. Die ehemalige Filmschauspielerin Simone Thomas, die in den 70ern eher in Schmuddelfilmen auf sich aufmerksam gemacht hat, wird von einem Stalker belästigt. Fallner nimmt den Auftrag an und versucht den Stalker zu stellen. Dies gestaltet sich schwieriger als gedacht, da die gefühlte Filmdiva zunächst wenig kooperativ ist und mit Informationen sehr sorgsam umgeht...

Jürgen Kaube von der FAZ hat zum Schreibstil des Autors Franz Dobler gesagt »Doblers Sprache ist maximal ungemütlich, sie hartgesotten und nicht jugendfrei zu nennen, wäre stark untertrieben.« Die Aussage hat mich neugierig gemacht und ich kann mich nun, nachdem ich "Ein Schlag ins Gesicht" gelesen habe, seiner Meinung voll und ganz anschließen. Franz Dobler arbeitet mit vielen Anspielungen und Zitaten aus den 70er-Jahren und er tut dies immer derb und schonungslos. Diese sehr außergewöhnliche Stilart hat mir richtig gut gefallen und mich an das Buch gefesselt. Ein wenig enttäuschend kam dann leider die Handlung daher. Für mich spielte sie indem Buch eine eher untergewichtete Rolle, aber erzeugte so in dem Buch leider auch einige Längen. Wer einen spannenden Kriminalroman lesen möchte, erhält bei diesem Buch im wahrsten Sinne des Wortes einen Schlag ins Gesicht, wer sich allerdings einer interessanten und somit auch spannenden literarischen Herausforderung stellen möchte sollte sich mal einen Roman des Autors zur Hand nehmen.

Insgesamt ist das Buch für mich schwer zu bewerten, da es mich inhaltlich eigentlich nicht überzeugen konnte, stilistisch aber beeindruckt hat. Ich entscheide mich daher für vier von fünf Sternen, die dem künstlerischen Wert gewidmet sind.

Veröffentlicht am 21.02.2018

Ein Ende und ein Neubeginn?

0

Robert Fallner ist ein Exbulle - das ist allerdings erst ganz neu. Er hat einen jungen Typen in Notwehr erschossen, und, obwohl eigentlich so ein richtig cooler Typ, kommt er damit gar nicht klar. Und ...

Robert Fallner ist ein Exbulle - das ist allerdings erst ganz neu. Er hat einen jungen Typen in Notwehr erschossen, und, obwohl eigentlich so ein richtig cooler Typ, kommt er damit gar nicht klar. Und verliert seine Frau. Möglicherweise auch seine Würde und Selbstachtung - das ist ihm selbst noch nicht so ganz klar.

Er wird eine Art Sicherheitsmann in der Firma seines Bruders Hans - schon das erniedrigend genug. Und dann noch der Fall - es geht um eine alternde Schauspielerin auf dem absteigenden Ast, die gestalkt wird. Nur angeblich oder wirklich?

Irgendwie sind in diesem Buch alle auf dem Weg nach unten - außer Hans. Oder? Und was ist mit dem Fall?

Franz Dobler hat es wirklich drauf - zumindest, was den Stil anbelangt, der ist so unterkühlt wie in den allerbesten Noir- Krimis der 1960er Jahre. Sein Held Robert Fallner ist eine Mischung aus Raymond Chandlers Philip Marlowe und Jo Nesbos Harry Hole. Eigentlich sehr einladend, finde ich, aber so gut seine Hauptfigur angelegt sind, so cool - manchmal auch heiß, irgendwie samtig-glatt seine Schilderungen, so wenig fluppt der Fall. Irgendwie ist das nichts Halbes und nichts Ganzes und so hatte ich mit dem Buch und den extremen Längen, die dem Fall die ganze Spannung raubten, so meine Schwierigkeiten. Er zog sich, ebenso wie meine Lektüre.

Man muss schon sehr auf den Noir-Stil stehen, um Gefallen an der Geschichte zu finden und genügend Geduld aufzubringen.