Cover-Bild Hard Revolution
24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: ars vivendi
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Klassisch
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 400
  • Ersterscheinung: 20.06.2017
  • ISBN: 9783869137667
George Pelecanos

Hard Revolution

Gottfried Röckelein (Übersetzer)

Washington, D. C., 1968: Der junge schwarze Polizist Derek Strange fährt bei der Metropolitan Police mit seinem weißen Partner Streife, während sich die Atmosphäre in der Stadt immer weiter aufheizt: die Bürgerrechtsbewegung und der Marsch der Armen, die traumatisierten Rückkehrer aus Vietnam, Sex, Soul, Drogen, Morde, Unruhen und Rassismus. Inmitten dieser explosiven Gemengelage entspinnt sich ein tödliches Drama: Drei Weiße planen einen Banküberfall und ermorden einen Schwarzen, auch Dereks Bruder Dennis wird umgebracht – und in Memphis wird ein Attentat auf Martin Luther King verübt. Für Derek Strange, seine Freunde und seine Feinde ist nichts wie zuvor. Wer ist gut, wer böse – und wem kann man noch vertrauen? Die alten Kategorien gelten nicht mehr, die Welt ist komplex geworden.
Und die Revolution hat gerade erst begonnen ...

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.09.2017

Pelecanos beschreibt den brodelnden Kessel in all seinen Details

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Beinahe möchte man diesen Roman schon als historischen Roman einordnen. Dabei liegt die Zeit der Handlung, 1959 und 1968, gar nicht so lange zurück. Dennoch nimmt er historische Ereignisse auf, beleuchtet ...

Beinahe möchte man diesen Roman schon als historischen Roman einordnen. Dabei liegt die Zeit der Handlung, 1959 und 1968, gar nicht so lange zurück. Dennoch nimmt er historische Ereignisse auf, beleuchtet sie auf interessante Weise aus verschiedenen Blickwinkeln. Thema ist der Rassismus gegen die farbige Bevölkerung in den USA.

Während der ersten Handlungszeit 1959 werden mehrere Figuren vorgestellt, als sie noch Kinder waren. Es bilden sich Freundschaften, es gibt erste Rangeleien. Die Freundschaften verlaufen über Familien unterschiedlichster Herkunft. In Washington gibt es Viertel für Farbige, für Griechen, für Juden, für Italiener. Jede Gruppe bleibt eigentlich unter sich, doch in der Schule mischt sich einiges und die Freundschaften erstrecken sich über diese Gruppen hinweg.

Zehn Jahre später sind aus den Kindern junge Erwachsene geworden. Einige von ihnen haben einen “vernünftigen” Job, andere einen Aushilfsjob nur zum Geldverdienen. Einige waren bereits in Vietnam, haben dort Gehorsam und Töten gelernt, andere sind aus Vietnam nicht zurückgekehrt. 1968 ist ein Jahr der großen Unruhen in den USA. Die Afroamerikaner jubeln dem Menschenrechtler Dr. Martin Luther King zu. So wie im ganzen Land toben die immensen Unruhen in Washington.

Pelecanos beschreibt den brodelnden Kessel in all seinen Details und hauptsächlich über die Figuren und ihre Beziehung zueinander. Dreck, Schmutz, Freundschaft, Ehre und Gangs spürt der Leser unmittelbar. Drogen und vor allem Musik des Labels Motown liegen stets in der Luft. Mit sehr vielen alltäglichen Ereignissen, wie die Musiktitel, die Sänger, aber auch Fernsehserien, versucht der Autor den Leser mit Erinnerungsstücken in die damalige Zeit zu versetzen. Viele Stränge sorgen für Spannung, stets ist man gefordert, um zu erfahren, welche Gang, welche Leute gerade etwas aushecken wollen.

Besonders Interesse gewann ich an dem Verhältnis der beiden Polizisten Derek Strange (farbig) und Troy Peters (weiß). Über alle Seiten des zweiten Teils hinweg Ihre Annäherung zu lesen, macht allein schon den Roman lesenswert.

Gar nicht gefallen hat mir im Gegenteil im ersten Teil des Romans die Anzahl der eingeführten Figuren, die alle mit Namen und einer Biographie versehen wurden, selbst kleinste Nebenfiguren. Im zweiten Teil ist dann die Fluktuation geringer und man weiß, wer zu wem gehört, um wen es sich handelt und in welchem Stang jeder mitspielt. Heutige TV-Serien und Nachrichten aus den USA zeigen leider immer noch, dass es in der amerikanischen Gesellschaft kaum einen Unterschied zu der damaligen gibt.