Cover-Bild Parallelwelten
18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: adeo Verlag
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Seitenzahl: 240
  • Ersterscheinung: 26.02.2018
  • ISBN: 9783863341848
Jenifer Girke

Parallelwelten

Und welche Rolle spielst du in deinem Leben?
Hübsch, klug, Einser-Abi, Studium in Rekordzeit mit Bestnoten, Praktikum beim ZDF in Afrika und Asien - der steile Weg auf ihrer Karriereleiter scheint vorgezeichnet zu sein. Und doch fragt sich Jenifer Girke, wer sie wirklich ist. Obwohl die 26-Jährige blendend aussieht, hungert sie, weil ihr alles zu viel wird. Diagnose Magersucht. Sie hofft, dass keiner ihre Schwäche aufdeckt. Denn der Erfolg, fürchtet sie, bliebe dann auf der Strecke.

Jenifer Girke beschreibt offen ihren Weg aus der Krise, der sie zwar noch nicht ans Ziel geführt hat, sie aber immer stärker werden lässt. Ihrer Angst setzt sie auch ihren Glauben ent gegen, der für sie eine Quelle von Kraft, Hoffnung und neuer Zuversicht ist.

Ein authentischer Bericht voller Hoffnung. Und eine entlarvende Zeitansage, die vielen aus der "Generation Y" aus der Seele spricht.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.03.2018

"Its simple but not easy!"

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"Was mache ich nur, wenn sie sich nicht beruhigen lässt? 3.15 Uhr. Mit tiefen Stirnfalten nicke ich von Sorgen geplagt ein. Das Licht an. Mein Smartphone noch in der Hand. /.../ Ein ganz normaler Samstag ...

"Was mache ich nur, wenn sie sich nicht beruhigen lässt? 3.15 Uhr. Mit tiefen Stirnfalten nicke ich von Sorgen geplagt ein. Das Licht an. Mein Smartphone noch in der Hand. /.../ Ein ganz normaler Samstag eben. Zumindest für mich. Die ihre Müdigkeit zwar sieht, die müden Augen, die schwachen Glieder, die manchmal zu erschöpft sind, um vor dem Schlafengehen noch die Zähne zu putzen, sich aber trotzdem keine Pause gönnt. Wäre ich jemand anderes, würde ich mir gut zureden, zu entspannen, ein paar Gänge runterzuschalten, mir eine Auszeit zu nehmen. Entschleunigung. Kraft tanken. Einfach mal die Augen zu. Aber bei mir laufen die Dinge anders. Ich bin eben ich. Ich muss funktionieren."


Die junge Jenifer Girke ist ein aufstrebendes, begehrtes Elitemädchen. Ihr Karriereweg scheint vorgezeichnet. Jung, sexy, erfolgreich. Unermüdlich stürzt sie sich in ihre Arbeit als Journalistin und strotzt dem alltäglichen Wahnsinn, dem Dauerstress und ihrem anhaltenden Schlafmangel.
Doch wie lange wird sie in einer (Arbeits-)Welt, die mehr Schein als Sein ist und Höchstleistungen ohne Limit erwartet, bestehen können? Wird sie ihren Traum und ihre Visionen, sich für Menschen einzusetzen, die eine Stimme brauchen, aufgeben, um dafür am Fließband lieber Themen zu recherchieren und zu veröffentlichen, die genügend Klicks und Likes bringen? Und welche Rolle spielt sie in ihrem Leben? Welche Rolle spielen wir?

"Leistungsdruck, Optimierungswahn. Der Erfolg, dem wir nachlaufen, hat seinen Preis."
Das merkt auch die Autorin. Gefangen in einer Parallelwelt - wie so viele von uns, die oft am Abgrund auf einem ziemlichen schmalen Grat zwischen Familie und Job jonglieren müssen. Die zwar erfolgreich sind und viel Geld verdienen, aber keine Zeit haben es auszugeben und abends totmüde und unglücklich ins Bett fallen. Was ist der Sinn des Lebens? Warum tun wir uns das an? Und wie kann man es schaffen, seine Rolle in diesem Spiel zu erkennen, zu akzeptieren und (vielleicht sogar) etwas zu ändern?

Die Autorin eröffnet dem Leser mit ihrem autobiographischen Buch "Parallelwelten" - in 19 Kapiteln auf 253 Seiten - einen Blick hinter die Kulissen. Man erfährt viel über sie und ihre Familie, wie sie zu dem geworden ist, was sie heute ist und darüber, wie sie ihren Weg gegangen ist und immer noch geht. Dabei bleibt sie offen und authentisch - nicht alles geht steil bergan - es gibt Sackgassen, Umwege und auch (nicht immer ganz freiwillige) Pausen.
Ihr Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen, (manchmal sehr) direkt und auch der schwarze Humor kommt nicht zu kurz.
Das Buch wurde in seiner Erstauflage im März 2018 als Taschenbuch mit nach innen geklappten Umschlägen (Klappenbroschur) im ADEO-Verlag veröffentlicht. Auf dem Cover ist das Konterfei der Autorin - ihr Portrait vor einem dunklen Hintergrund. Da das Buch autobiographisch ist, finde ich das eine sehr schöne Idee. Vor allem, weil die Autorin so auch offen Stellung bezieht und zu ihrer Geschichte steht. Das ist nicht immer selbstverständlich. Gerade wenn man in der Öffentlichkeit steht.

Was mir besonders gut an diesem Buch gefällt, ist, dass es so ist wie es ist. Für mich erscheint die Geschichte nicht geschönt oder konstruiert, wie das bei autobiographischen Hintergründen gern der Fall ist. Es gibt sehr traurige, berührende Momente, aber auch wunderschöne und lustige Erinnerungen. Manchmal musste ich beim Lesen kurz innehalten und habe überlegt, ob die Autorin, gerade bei ihrem Vater, manchmal etwas zu rücksichtsvoll in ihren Aussagen ist. Aber am Ende spürt man ihre aufrichtige Vergebung und ihr Vertrauen auf Gott und in sich. Das hat mich sehr beeindruckt.
Es gibt auch Dinge, die ich gern für mich mitnehmen möchte: achtsamer zu sein, besser auf mich aufzupassen, mit den drei Ws zu schauen was mir gut tut. Eine gelungene Zusammenfassung ist dafür auch das letzte Kapitel im Buch: Zehn Regeln für Maskenträger.


Fazit:
"It`s simple but not easy!"

Es geht nicht (nur) um das Ziel, sondern um den Weg. Das Leben ist keine Einbahnstraße, bei der man zwischen "Richtig" und "Falsch" entscheiden muss.
Ein offener, authentischer Lebensbericht, der Mut und Hoffnung macht sich (auch in schweren Zeiten) treu zu bleiben.
Von mir bekommt das Buch verdiente 4,5 von 5 möglichen Sternen und meine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 30.01.2019

Weg von Leistungssucht und Optimierungswahn

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Jenifer wird von klein auf zu guten Leistungen angetrieben. Eine Zwei reicht nicht. Der Vater geht mit ihr jeden einzelnen Fehler durch, und gegessen wird erst, wenn alles stimmt. Sie definiert sich schon ...

Jenifer wird von klein auf zu guten Leistungen angetrieben. Eine Zwei reicht nicht. Der Vater geht mit ihr jeden einzelnen Fehler durch, und gegessen wird erst, wenn alles stimmt. Sie definiert sich schon bald über ihre Leistung. Egal ob beim Abi, beim Studium, im Fitness-Studio oder als Journalistin: sie setzt sich stets mit voller Kraft ein und strebt immer weiter nach oben.

Es dauert viel zu lang, bis sie erkennt, dass sie selbst dabei auf der Strecke bleibt. In einem mühsamen Prozess, der mit einem stationären Klinikaufenthalt beginnt, findet sie den Weg zu sich selbst zurück. Sie erkennt, dass sie sich nicht über ihre Leistung definieren muss. Sie ist, wie alle, ganz einfach als Person wertvoll. Sie muss nicht mehr eine Rolle spielen, in einer Parallelwelt leben, um als Mensch zu zählen.

Auf diesem Weg zurück ins Leben spielen drei Hilfen für Jenifer eine große Rolle; Achtsamkeit, Yoga und der christliche Glaube. Achtsamkeit bedeutet für sie dankbar im Moment zu leben. Yoga bildet einen ruhigeren Gegenpol zu den früheren exzessiven Fitnessübungen. Und im Glauben erfährt Jenifer ihren Wert, denn sie kann in Beziehung zu einem liebenden Gott leben. Unerwartet entdeckt sie außerdem in der Bibel eine Unmenge an hilfreichen Lebensweisheiten.

Dieses Buch ist ein wichtiges Zeugnis in unserer Zeit. Durch Instagram und Co. lebt eine ganze Generation von den „likes“ der anderen. Bilder werden bearbeitet und optimiert, bevor sie in der Timeline erscheinen, und natürlich versucht der Einzelne sich persönlich zu optimieren, um die ersehnte Anerkennung zu bekommen. Jenifer zeigt wie gefährlich dieser Weg werden kann. Sie berichtet ehrlich von ihrer großen Sucht nach Kontrolle, die sich unter anderem in Magersucht zeigt.

Der Schreibstil ist vielleicht nicht jedermanns Sache. Der Bericht erfolgt nicht linear, sondern springt zeitweise von einem Thema zum anderen. Die Lösungen, die Jenifer gefunden hat, sind vielleicht auch nicht für jeden nachvollziehbar. Von anderen Berichten der Autorin in den Medien bekommt man den Eindruck, dass der Glaube für sie eine große Rolle spielt. In diesem Buch stehen eher Achtsamkeit und Yoga im Mittelpunkt. Und nicht zuletzt stören sich ältere Leser vielleicht an den saloppen Ausdrücken, die sich an manchen Stellen finden.

Insgesamt ist dieses Buch aber sehr lesenswert. Es finden sich viele Anregungen und Tipps für ein gelasseneres Leben. Eine große Rolle spielt die Erkenntnis der Autorin, dass unsere Gedanken uns nicht bestimmen müssen. Wir können einen Gedanken, der uns kommt, betrachten, aber wir müssen ihm nicht folgen oder glauben.

Fazit: Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, und besonders für die jüngere Generation interessant ist; vor allem für Menschen, die sich von unserer Leistungsgesellschaft getrieben fühlen oder mit Süchten zu kämpfen haben. Besonders positiv fällt die Offenheit der Autorin auf, die Einblicke in ihre Gedankenwelt gibt, und so hilft die Denkprozesse von Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind, zu verstehen.

Veröffentlicht am 27.06.2018

Fürchte dich nicht vor deinem eigenen Leuchten!

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Dieses Buch wollte ich gern lesen, um (mal wieder) einen reflektierenden Blick auf unsere leistungs-, konsum- und perfektionsorientierte Gesellschaft und die Rolle jedes Einzelnen von uns darin zu werfen. ...

Dieses Buch wollte ich gern lesen, um (mal wieder) einen reflektierenden Blick auf unsere leistungs-, konsum- und perfektionsorientierte Gesellschaft und die Rolle jedes Einzelnen von uns darin zu werfen. Ich nehme in meiner Generation sehr viel von dem wahr, was der Klappentext andeutet, und habe mir einen lebensnahen Ratgeber mit Tipps dazu erhofft, wie man die Rollen, die man tagtäglich spielt, wieder mit sich selbst vereinen und so zu einer Lebensführung finden kann, die wirklich erfüllt.

Zunächst war ich etwas überrascht, dass die Autorin in vielen Kapiteln sehr tiefe Einblicke in ihre eigene Lebensgeschichte gibt und den Leser bis in ihre Kindheit mit zurücknimmt. Aufgrund des Klappentextes und des Buchtitels hatte ich dem Buch gedanklich eher einen Rat- bzw. Impulsgebercharakter zugeordnet. Jenifer Girke lässt aber auch viele eigene Erfahrungen in ihre Reflektionen einfließen und schreibt von einem gestörten Vater-Tochter-Verhältnis, einem Klinikaufenthalt bis hin zu Selbstmordgedanken - kurz: von den Höhen und Tiefen ihres eigenen Weges.
Insgesamt hätte ich mir vielleicht noch etwas mehr einen klaren roten Faden gewünscht. Das Persönliche, die Ratschläge und Gedankenanstöße sind irgendwie so ineinander über geflossen. Es fiel mir mitunter schwer, am Ende eines Kapitels den Kern noch einmal für mich zu fassen.

Gut gefallen haben mir besonders die konsequente Offenheit der Autorin, das immer wieder auftauchende Leitbild der Parallelwelten und der Maskenträger und ihr Ansatz, den christlichen Glauben aus ihrer Sicht als sinnstiftend zu zeigen, ihn aber ausdrücklich niemandem aufdrängen zu wollen.
Einige ihrer Thesen, wie z.B. dass nicht alle Menschen ein gewisses "Mehr" in ihrem Leben brauchen bzw. dass jeder selbst beurteilen kann, ob sein Lebenspuzzle bereits komplett und stimmig ist, würde ich jedoch infrage stellen.

Ein Punkt, der mich nicht ganz überzeugt hat, ist das von der Autorin recht häufig aufgegriffene Thema Yoga und Achtsamkeit. Beides mag vielen Menschen tatsächlich helfen, sich wieder auf sich selbst und das Wesentliche im Leben zu besinnen, ich persönlich nehme es gerade aber mehr als einen Trend wahr, den viele auch ohne Tiefe ausleben. Die Bezüge dazu haben durchaus ihre Berechtigung, da beides für die Autorin im Verlauf ihrer Krankheit sehr wichtig geworden ist, hätten aber sparsamer eingeflochten werden dürfen.

In jedem Fall lädt das Buch dazu ein zu hinterfragen, sich eigener Standpunkte bewusst zu werden, einen offenen Blick dafür einzuüben, wo Tendenzen in unserer Gesellschaft der menschlichen Natur schaden, und darüber nachzudenken, welche Rollen es vielleicht an den Nagel zu hängen gilt.

(Für wen) Lohnt es sich?

Jenifers Girkes Buch eignet sich für jeden, der sich mit dem in unserer Zeit so hochgehaltenen Karriere- und Selbstverwirklichungsdenken und/oder dem Krankheitsbild Magersucht auseinandersetzen möchte. Wer gern Autobiographisches liest, wird hier an vielen Stellen fündig werden. Die Autorin berichtet in einem der letzten Kapitel von ihrem Glauben, jedoch in einer Weise, die auch Nichtgläubigen einen Zugang zu ihren Gedanken verschafft.

In einem Satz:

„Parallelwelten" ist ein Zeugnis unserer Zeit und unserer Gesellschaft, in der immer Menschen sich überfordert und verletzt hinter perfekten Masken verstecken, und zeigt Perspektiven auf, zu einem Leben und einem Selbstwert zu finden, in und mit dem man sich wohlfühlen kann und darf.