Cover-Bild Die Herren der Grünen Insel
Band 1 der Reihe "Die Irland-Saga"
9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Blanvalet
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Ersterscheinung: 15.02.2016
  • ISBN: 9783641103521
Kiera Brennan

Die Herren der Grünen Insel

Roman
Vier Familien, sechs Jahre Krieg und eine einzige Krone

Irland 1166: Die Grüne Insel ist in viele kleine Reiche zersplittert, die sich unerbittlich bekriegen. Könige fechten langjährige Fehden aus, und selbst die friedliebendsten Untertanen werden in den blutigen Machtkampf hineingezogen. Zugleich droht ein gemeinsamer Feind in Irland einzufallen: Henry Plantagenet will die Insel an sich reißen. Werden sich die Herren der Grünen Insel vereinen und sich gegen den König von England stellen? Und welche Rolle spielen der grausame Krieger Ascall und die von ihm entführte Caitlín in diesem Kampf um Macht und Blut?

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.11.2016

Historischer Roman von Feinsten

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Irland im 12. Jahrhundert. Menschen kämpfen hier wie überall sonst auf der Welt ums Überleben. Das Mittelalter ist ein grausames Zeitalter, in dem der Mensch den Kräften der Natur so gut wie schutzlos ...

Irland im 12. Jahrhundert. Menschen kämpfen hier wie überall sonst auf der Welt ums Überleben. Das Mittelalter ist ein grausames Zeitalter, in dem der Mensch den Kräften der Natur so gut wie schutzlos ausgeliefert ist.

Es herrscht das Gesetz des Stärkeren, das Gesetz von Männern. Recht und Besitz erhält wer stark genug ist es sich zu erkämpfen. Frauen sind Ware, sie werden hin- und hergeschoben, politisch arrangiert verheiratet, unterdrückt und geschändet.

Eine Insel – viele Gesichter, wir erleben nicht nur den nach aussen hart wirkenden Ascall und seinen jüngeren Bruder Alillán, sondern tauchen auch ein in die Erlebenswelten von gerissenen Händlern, intriganten Adligen, ehrbaren und weniger ehrbaren Rittern, Barden und vielen anderen mehr.

Über sechs Jahre begleiten wir die Schicksale der ProtagonistInnen, dabei wendet sich das Blatt des Schicksals mehr als einmal für alle Beteiligten.

Interessant ist die Erzählung der einzelnen Geschichten der Charaktere, die Handlungen einiger haben direkte Auswirkungen auf das Leben anderer und obwohl manche sich im Lauf des Buchs nie begegnen, sich nicht einmal kennen, sind ihre Schicksalsfäden doch untrennbar miteinander verwoben.

Kierra Brennan legt uns einen historischen Roman vor, dem es an nichts mangelt. Sie hält sich an dokumentierte Ereignisse und flicht diese ebenso flüssig in ihre Handlung ein wie sie fiktive und historisch belegte Personen abwechselt und zusammenbringt.

Dabei lässt sie sich fast 1000 Seiten lang Zeit. Doch nicht ein einziges Wort scheint diesem Roman zu viel zu sein. Jegliches Ereignis, jeglicher Dialog, jede Beschreibung, jeder Einblick in die Gedankenwelt einer Person oder die Beschreibung der wilden grünen Insel, wirkt durchdacht und wohl überlegt. Da ist nichts zu viel.

Das Ende ist offen gehalten, mit ein wenig Glück dürfen wir uns auf weitere Geschichten von Ascall, Rósín und Faolán freuen.

Insgesamt ein rundherum stimmiges Buch, das allerdings nicht wenig von den LeserInnen verlangt, komplexe Handlungsstränge, schwer lesbare Namen, für Fans von Historischen Romanen genau das Richtige, für alle anderen mitunter eine Herausforderung. ?

Veröffentlicht am 15.10.2016

Schwieriger Einstieg, danach aber gut

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Ich hatte zu Beginn einige Probleme mit dem Buch - nicht aufgrund der vielen Hauptfiguren mit eher ungewöhnlichen Namen (ich konnte sie recht schnell ganz gut zuordnen) oder den unterschiedlichen Schauplätzen ...

Ich hatte zu Beginn einige Probleme mit dem Buch - nicht aufgrund der vielen Hauptfiguren mit eher ungewöhnlichen Namen (ich konnte sie recht schnell ganz gut zuordnen) oder den unterschiedlichen Schauplätzen und Handlungssträngen, sondern weil die Geschichte mich nicht wirklich packen konnte. Mir kam alles sehr zäh und unnötig detailliert geschildert vor und außerdem war mir nur eine der Figuren wirklich sympathisch, was es schwer gemacht hat, mit den anderen mitzufühlen oder mich auch nur um ihr Schicksal zu kümmern. Ich habe, was für mich ungewöhnlich ist, ziemlich lange Lesepausen eingelegt, weil ich auch nicht wirklich Lust hatte, weiterzulesen. Nach ungefähr dem ersten Drittel aber hat das Buch mir doch gefallen, vielleicht, weil ich das Gefühl hatte, dass die Geschichte ab da mehr Fahrt aufnahm. Es gab zwar immer noch Kapitel, die mich weniger interessiert haben (gerade die von Aiofe und Pól, aber auch Caitlin fand ich nach einem gewissen Punkt eher uninteressant), aber im Großen und Ganzen waren die letzten beiden Drittel des Buches gut.

Die Autorin hat sehr gut recherchiert und das merkt man; die ganze Darstellung wirkt bis ins kleinste Detail authentisch und man erfährt sehr viel über das Leben zur damaligen Zeit und den Umständen. Im Nachwort schreibt sie, dass sie beleuchten wollte, wie große (politische) Ereignisse das Leben des 'kleinen Mannes' beeinflussen und das ist ihr auf jeden Fall gelungen - man bekommt viele Einblicke in das Leben verschiedenster Menschen und sieht, wie sie unter dem Krieg und den daraus resultierenden Umständen leiden. Das war sehr interessant und war letztlich auch, was das Buch nach dem schweren Einstieg für mich 'gerettet' hat.
Gut gefallen hat mir auch, dass eigentlich jeder Charakter irgendeine große, gravierende Schwäche hatte und dass sie auch egoistisch oder anderweitig schlecht handeln. Dadurch waren mir nur wenige von ihnen wirklich sympathisch, aber es ist realistisch und macht die Figuren greifbarer. Außerdem zeigt es wieder gut, was schwierige Umstände aus Menschen machen können.

Am Ende bleibt das Schicksal einiger Figuren ja doch recht offen, weshalb ich mir den geplanten zweiten Band vermutlich auch besorgen werde. Dieses Buch bekommt von mir 3,5/5 Sternen. Das erste Drittel war anstrengend zu lesen, aber das Durchhalten hat sich gelohnt, da der Rest mir gefallen hat und "Die Herren der Grünen Insel" einen interessanten Einblick in die irische Geschichte gibt.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein interessanter, aber auch durchwachsener Roman über die Eroberung Irlands durch die Normannen

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„Die Herren der grünen Insel“ von Kiera Brennan ist ein historischer Roman, der die Ereignisse der Eroberung Irlands durch die Normannen aus irischer Sicht darstellt. Erschienen ist der Roman im Februar ...

„Die Herren der grünen Insel“ von Kiera Brennan ist ein historischer Roman, der die Ereignisse der Eroberung Irlands durch die Normannen aus irischer Sicht darstellt. Erschienen ist der Roman im Februar 2016 im Blanvalet-Verlag.

Irland, 1166: Irland ist ein zersplittertes Land mit vielen kleinen Reichen, die sich gegenseitig bekriegen. König Diarmait wurde vernichtend geschlagen und aus Leinster vertrieben. Doch dieser will diese Niederlage nicht auf sich sitzen lassen und holt mit Hilfe eines gewieften und skrupellosen Händlers die Normannen, darunter auch König Henry sowie Richard de Clare, ins Land. Ein brutaler Krieg um die Macht in Irland entbrennt und die Iren stehen einer Macht gegenüber, die sich nicht deutlicher von ihren Sitten und Gebräuchen unterscheiden könnte.

Vor kurzem habe ich erst „Der Ritter der Könige“ von Sabrina Qunaj gelesen und war fasziniert von der Geschichte rund um die Eroberung Irlands. Da musste natürlich auch das Werk von Kiera Brennan zeitnah gelesen werden, die die selben Ereignisse aus irischer Sicht darstellt.
Leider fand ich diesen Roman sehr durchwachsen. Der Schreibstil hat mir einerseits gut gefallen und dieser lies sich auch gut lesen. Oftmals kamen für mich aber auch Längen auf und ich hatte nicht wirklich Lust weiter zu lesen. Die Autorin beschreibt alles seh genau und nutzt viele Metaphern. Aufgrund der besonderen Eigenarten der Irländer wurde oftmals auch eine sehr derbe Sprache verwendet.
Die Protagonisten waren interessant, aber ich konnte dennoch nicht wirklich mit Ihnen mitfiebern. Es gab meist irgendeine Eigenschaft, die mich dann doch ziemlich genervt hat.
Die Vergleiche mit GOT kann ich gut nachvollziehen. Jedes Kapitel ist aus der Sicht von einem Hauptcharakter geschrieben, wodurch man einen genauen Blick in das Innenleben bekommt. Der Händler Pól zum Beispiel hat mich an Tyrion Lannister aus GOT erinnert, ihm fehlte allerdings der Wortwitz und auch die Beziehung zu seiner Tochter fand ich mehr als befremdlich.
Ich muss zugeben, vielleicht steh ich auch auf die besonders positiv gezeichneten Charaktere aus Romanen von Ken Follett oder auch Rebecca Gablé, aber so ein Charakter, mit dem man mitfiebert oder wo man unbedingt wissen möchte, wie es ihm/ihr ergeht, hat mir wirklich gefehlt.
Dennoch wurde ein sehr lebhaftes sowie brutales Bild der Irländer gezeichnet, dass ich mir gut vorstellen konnte. Mir hat der Einblick in die Sitten und Bräuche der Irländer gut gefallen und ich konnte einiges an neuem Wissen für mich mitnehmen.
Hmm, jetzt wo ich die Rezi schreibe, merke ich, dass sich da doch so einige Kritikpunkte angesammelt haben. Genervt hat mich auch, dass teilweise bewusst Informationen weggelassen bzw. vage gelassen wurden, um sie kurze Zeit später dann zu enthüllen. Sowas nervt mich normalerweise nicht unbedingt, aber die Art und Weise fand ich irgendwie ungeschickt. Das war so, wie: Der neue König in Toora ist ... Und dann lässt man den Namen einfach weg.
Positiv zu erwähnen ist auf jeden Fall das Kartenmaterial und die Vorbemerkung am Anfang des Buches, sowie das ausführliche Personenverzeichnis und Nachwort am Ende des Buches. Auch auf die Aussprache der irischen Namen wurde genau eingegangen, auch wenn ich mir das für das Lesen des Buches nicht alles merken konnte. :)

Fazit: Alles in allem doch ein recht interessanter historischer Roman, der die Eroberung Irlands aus irischer Sicht beleuchtet, leider aber auch einige Längen hat und keine Protagonisten mit denen man wirklich mitfiebert. Ich vergebe 3 Sterne.
Empfehlen würde ich das Buch an Leute, die es gerne mögen, wenn es etwas rauer und brutaler zugeht.