Cover-Bild Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten
20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Tropen
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 253
  • Ersterscheinung: 06.02.2017
  • ISBN: 9783608501599
Kristina Pfister

Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten

Roman
» ›Und wo zieht es dich danach hin? Hast du Pläne?‹, fragte sie, als wüsste sie nicht längst, dass ich hier gestrandet war wie einer dieser fetten Blauwale, die überall in Neuseeland an den Stränden lagen und langsam verreckten.«

Jeden Abend betrachtet Annika durch das Fenster ihres Apartments die junge Frau gegenüber. Marie-Louise scheint all das zuzufliegen, wonach Annika sich sehnt: Freunde, Liebhaber, Geselligkeit. Sie lebt aus vollen Zügen, während Annika von Praktikum zu Praktikum driftet und nichts mit sich anzufangen weiß. Doch eines Nachts klingelt Marie-Louise an Annikas Tür. Aus einer Zufallsbekanntschaft wird enge Freundschaft, als Annika nach Hause zurückkehrt, um endlich herauszufinden, was sie eigentlich mit sich anfangen will. Und unversehens ihre alte Nachbarin wiedertrifft. Bald stellt sich jenes Gefühl von Schwerelosigkeit ein, das Phasen des Umbruchs begleitet, und für die beiden Frauen beginnt ein Sommer in der Provinz, wo Humor und Verzweiflung nah beieinander liegen.

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.07.2017

Sehr realistisch

0

Vollständige Rezension: derbuecherwald.blogspot.de
Dieses Buch ist nicht das totale HappyEnd-Buch in dem plötzlich einfach alles besser wird. Doch gerade die Tatsache, dass Annika sich nicht von jetzt ...

Vollständige Rezension: derbuecherwald.blogspot.de
Dieses Buch ist nicht das totale HappyEnd-Buch in dem plötzlich einfach alles besser wird. Doch gerade die Tatsache, dass Annika sich nicht von jetzt auf gleich verändert, macht dieses Buch für mich so realistisch. Solche Veränderungen kommen langsam und schleichend. Genauso ergeht es Annika. Sie ist noch lange Zeit schüchtern und traut sich nicht Marie-Louise alles nachzumachen, aber langsam wird sie mutiger. Und natürlich gibt es auch Menschen, die ihre Veränderung nicht gut heißen.
Genau deshalb, weil dieses Buch so realistisch ist, habe ich mich so verstanden gefühlt. Denn ich denke jeder kennt das Gefühl schüchtern zu sein oder Angst vor manchen Dingen zu haben. Und meistens ist es nicht einfach diese Gefühle über den Haufen zu schmeißen und sich ins Abenteuer zu stürzen.
Der Schreibstil ist eher trocken und zurückhaltend. Deshalb konnte dieses Buch nicht sofort die totale Abenteuerlust in mir wecken. Doch gegen Ende wünscht man sich loszulassen und wie Annika und Marie-Louise einfach zu tun worauf man gerade Lust hat.
Mit den Charakteren und besonders mit Marie-Louise bin ich schnell warm geworden. Man spürt deutlich die Eigenarten der Personen. Vor allem den anfangs krassen Gegensatz zwischen der wilden Marie-Louise und der schüchternen Annika.
Es dauert aber ein bisschen bis das Buch an Fahrt aufnimmt. Die ersten Alltagstrott-Kapitel muss man überstehen damit man sich am Ende die wirklich schönen gönnen kann.

Veröffentlicht am 02.02.2018

Langeweile und Antriebslosigkeit

0

oder aber vielleicht beides: das sind die - fraglos nicht gerade starken Motivationen, die Abiturientin Annika durchs Leben führen. Wobei: Abiturientin ist sie schon seit einigen Jahren und seitdem? Nun, ...

oder aber vielleicht beides: das sind die - fraglos nicht gerade starken Motivationen, die Abiturientin Annika durchs Leben führen. Wobei: Abiturientin ist sie schon seit einigen Jahren und seitdem? Nun, seitdem jobbt sie sich durch diverse Praktika, lässt sich treiben.

"Machen lassen" ist sowieso die passende Bezeichnung, denn von allein macht Annika nix. Ihre neueste Freundin Marie-Louise hat sie durch den gegenseitigen Blick durchs Fenster in die Unterkünfte kennengelernt - Annika hat Marie-Louise beim Langeweilen, Marie-Louise Annika beim Rumhängen zugesehen. Bis sie schließlich mal rüberkam. Umgekehrt wäre das nie passiert.

Ich bin schon ein paar Jahre älter, gehöre den geburtenstarken Jahrgängen an, die sich ganz schön auf die Hinterbeine stellen mussten, um ein Praktikum, geschweige denn einen Job zu bekommen. Annikas Rumhängerei, die gottseidank nur teilweise für ihre Generation, die, wie ich gelernt habe, auch Generation Praktikum genannt wird, ist mir fremd.

In der Hinsicht war es interessant, sich über dieses Buch mit dem Geist der Zeit, der ein überaus passiver ist, vertraut zu machen. Wobei: irgend etwas passiert im Laufe der Handlung mit Annika, aber ob das gut ist? Sie entfremdet sich immer mehr ihrem vertrauten Umfeld, orientiert sich neu, aber das passiert so saft- und kraftlos, dass ich mich trotz des durchaus ansprechenden und nicht unoriginellen Stils der Autorin Kristina Pfister zeitweise schwer damit tat, am Ball zu bleiben.

Denn: Eloquent ist sie ja, die Generation Praktikum, die gleichzeitig die Generation Facebook, Handy, What's app und was weiß ich noch alles ist. Sie kommuniziert eben (auch) schreibend. Diese Aussage von Marie-Louise bspw. ist aus meiner Sicht signifikant für die Atmosphäre, die so im Buch herrscht und die mich insgesamt befremdet: "...man muss aufpassen, dass freihändig Fahrrad fahren nicht das einzige Abenteuer bleibt, das man je erlebt hat."

Annika wünsche ich nach der Lektüre dieses Buches, das genau so endet, wie es anfängt, plätschernd eben, ein bisschen mehr Leben. Abenteuer - das wäre etwas zu ambitioniert!

Veröffentlicht am 09.07.2017

Warten, dass das Erwachsensein anfängt

0

Cover und Titel haben mich sofort verzaubert und die Erwartungen vielleicht auch etwas hochgeschraubt. Der Inhalt kann damit leider nicht mithalten, obwohl das Buch durchaus gut geschrieben ist.
Es geht ...

Cover und Titel haben mich sofort verzaubert und die Erwartungen vielleicht auch etwas hochgeschraubt. Der Inhalt kann damit leider nicht mithalten, obwohl das Buch durchaus gut geschrieben ist.
Es geht um Annika, die ihr Studium der Kulturwissenschaft erfolgreich abgeschlossen, aber nicht im Arbeitsleben ankommt. Sie macht Praktika, die ihr keinen Spaß machen und ist unzufrieden mit ihrem Leben. Dann trifft sie auf Marie-Louise, die zwar auch keinen Job hat, dafür aber ein aufregendes und erfülltes Leben zu haben scheint. Die angepasste Annika und die wilde Marie-Louise freunden sich an und erleben eine Zeit, die an die Semesterferien im Sommer erinnert, allerdings ohne Klausuren oder Hausarbeiten. Einfach in den Tag hineinleben, Feiern, Schwimmen im See...
So ist es wenig überraschend, dass die Handlung dahinplätschert und es keine Überraschungen gibt. Trotzdem zieht die Geschichte den Leser in seinen Bann, ich habe mich beim Lesen nicht gelangweilt.
Meine Große Kritik an diesem Buch ist jedoch, dass mir nicht vorstellen kann hier jemanden zu begleiten, der ein abgeschlossenes Studium und sogar Praktika hinter sich gebracht hat. Es klingt eher nach der Zeit zwischen Abitur und Studium, wenn man nicht weiß was man mit seinem Leben anfangen soll und alles ein großes Abenteuer ist. Die Freunde aus der Schulzeit verstreuen sich und man hat noch keine neuen gefunden.

Wer sich im Cover wiedererkennt, der hat vermutlich Freude an diesem Buch.

Veröffentlicht am 10.07.2017

Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten

0

Das Debüt "Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten" von Kristina Pfister ähnelt dem Sandstrand in einem reicheren Viertel. Jeder kennt diese Leute, die mit einem großen Metalldetektor größere Sandgebiete ...

Das Debüt "Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten" von Kristina Pfister ähnelt dem Sandstrand in einem reicheren Viertel. Jeder kennt diese Leute, die mit einem großen Metalldetektor größere Sandgebiete abgehen, um im Sand Schätze zu finden. Manchmal sind sie enttäuscht, ob der Banalität der gefundenen Schätze. Und dann wieder ist etwas besonderes dabei.

So ist das mit dem Buch. Manchmal findet man wirkliche Schätze hier. Poetische, wunderschöne Sätze oder solche, die einen zum Nachdenken anregen. Und dann ist man wieder unglaublich gelangweilt. Ich muss leider sagen, dass die langweiligen Sätze überwiegen. Das schreibe ich nicht gerne, weil ich die Poesie großartig fand. Aber es nützt nichts, weil ich mich größtenteils einfach gelangweilt habe. Schuld daran ist daran ist auch der Aufbau.

Es fängt damit an, dass sich Annika langweilt. Das Leben findet neben ihr statt. Und sie fühlt sich sooo wohl in dieser Langweile. Sie ist Generation Praktikum. Keine Ahnung, was sie machen will, aber sie muss ja.

Aber dann taucht Marie- Louise auf. Partymaus. Kann nicht eine Minute stillsitzen. Also das komplette Gegenteil von Annika. Und sie macht es sich zur Aufgabe Annika zu motivieren. Vielleicht sieht sie es als aufregendes Sozialprojekt.

Aber Annika zu motivieren scheint eine Mammutaufgabe zu sein und deswegen reist Marie- Louise am Schluss nach Frankreich. Wenn Annika endlich aufhört die lebende Tote zu spielen wird sie ihr schon nachreisen. Natürlich formuliert Marie- Louise das anders. Sie schreibt einfach eine Adresse in Frankreich auf ihren selbstgefalteten Origamidino.

Jetzt wirst du vielleicht sagen: Spoiler! Du hast das Ende verraten. Nö, kein Spoiler. Das Buch hat nämlich durch seinen schlechten Aufbau keine Geschichte. Ohne Geschichte keine Spoiler.

Ein guter Aufbau wäre meiner Ansicht nach gewesen: Annika macht sich auf den Weg nach Frankreich und auf dem Weg dahin erinnert sie sich daran, was es alles gekostet hat, sie von ihren Zombietagen wieder auferstehen zu lassen.

Das wäre ein Ziel. So aber fließt die Langweile wie ein Fluß dahin und nimmt auf ihrem Weg ein paar poetische Perlen mit. Nein, selbst ein Fluß hat ein Ziel. Es tut mir leid das schreiben zu müssen. Aber es gibt hier kein Ziel.

Ich würde es ja mit dem Leben vergleichen, aber auch, wenn ich mich schon furchtbar gelangweilt habe, hat es doch nie so lange angehalten. Irgendwann sucht man sich doch etwas mit dem man sich ablenken kann, oder?

Ich finde das Leben ist eher ein Bahnhof und manchmal muss man eben aussteigen und einen anderen Zug nehmen. Annika bleibt aber in ihrem Zug sitzen, denn da war sie ja schon immer drin. Sie traut sich einfach nicht auszusteigen. Ja, der Gedanke versetzt sie regelrecht in Panik. Ab und zu klopft mal eine ihrer früheren Freundinnen oder Marie- Louise gegen die Scheibe: Du wolltest doch früher vor einer Haltestelle aussteigen! Aber Annika bleibt hartnäckig sitzen in der Angst, dass beim Aussteigen der Zug sie unter sich begräbt.

Erst am Schluss ist sie vielleicht in der Lage mal auszusteigen.

Vielleicht.


Fazit: Empfehlen kann ich das Buch nur wegen mancher schöner Stellen. Mir reicht das nicht, um das Buch gut zu finden. Aber man kann es lesen und es hat ein extrem schönes Cover. Und die Rezension ist meine Meinung. Bitte, lest es und bildet euch eure eigene Meinung.


Mich erinnert das an Kunst. Kennt ihr diese Bilder die Farbverläufe, Schlieren oder Kästchen in verschiedenen Farben zeigen? Manche Leute finden sie großartig. Sie fragen sich: Was will der Künstler mir sagen und suchen den Sinn in sich selbst, weil das Werk eine Seite von ihnen zum Schwingen bringt. Andere hingegen fragen sich: Was will ich damit? Das Bild zeigt nicht mal künstlerische Raffinesse. Die einen verlangen von sich selbst, dass sie etwas in das Werk hinein interpretieren können und finden die universelle Anwendbarkeit großartig. Die anderen möchten, dass das Bild sie auf ein bestimmtes spezielles Thema anspricht.

Ich habe immer zu der zweiten Kategorie gehört. Das sind die Leute, die erwarten, dass die Künstler etwas ausdrücken wollen und dem Betrachter damit einen anderen Zugang zur Realität ermöglichen. Das liegt nicht daran, dass meine Fantasie nicht groß genug ist. Sondern, dass ich erwarte, dass jeder Mensch eigene Gedanken hat und diese deutlich ausdrücken kann. Damit ich in einen gedanklichen Dialog eintreten kann. Ich möchte mich mit einem Thema ausgehend von der Meinung des anderen auseinander setzen. Ich mag lieber einen René Magritte als einen Jackson Pollock. Wobei das Buch eher ein Mark Rothko ist.

Deswegen ist das Buch leider nichts für mich. Das bedeutet nicht, dass es keine Seinsberechtigung hat oder dass es dir nicht gefallen wird, sondern einfach, dass ich nicht zur Kategorie Leser gehöre, die mit dem Buch etwas anfangen können.


Ich schließe diese Rezension mit einer Stelle ab, die das Buch für mich gut zusammenfasst:

Sie sprach von Weizenfeldern und einem Soundtrack, der aus Radioliedern bestand oder aus den alten Platten, die sie drinnen irgendwo gesehen hatte. Sie sprach von lachenden Gesichtern mit Kriegsbemalung, um prasselnde Feuer herumtanzend, und von Füßen ohne Schuhe, die durch Bäche wateten, Fische fingen, von einem Lachen, das in den Himmel stieg wie unser Schrei, damals im Wohnheim. (…)
Ich sagte: „ Lass uns doch einfach mal kurz hier liegen bleiben. Es ist so angenehm.“
S. 159

Veröffentlicht am 25.05.2017

Gähnende Leere

0

Annika hängt in der Luft. Sie ist in der Phase zwischen Studium und Job bei der sie nicht weiß in welche Richtung sie später gehen möchte. Sie lässt sich lustlos treiben und wird erst durch die Zufallsbekanntschaft ...

Annika hängt in der Luft. Sie ist in der Phase zwischen Studium und Job bei der sie nicht weiß in welche Richtung sie später gehen möchte. Sie lässt sich lustlos treiben und wird erst durch die Zufallsbekanntschaft Marie-Louise aus ihrer Trance gerissen. Gemeinsam verbringen sie einen Sommer der Annikas Leben verändern sollte.

Meinung:
Die Kunst, einen Dinosauerier zu falten hat mich alleine durch seinen Titel schon angesprochen. Poetisch, geheimnisvoll, einfach Neugierde weckend. Auch der Klappentext war interessant und ich rechnete damit, Annika auf einer Reise zum Erwachsenwerden zu begleiten. Leider bekam ich von der Protagnoistin nur eine immer währende Leere. Sie schleppt sich gelangweilt und perspektivlos durchs Leben, weiß nichts mit sich anzufangen und hat auch kein Interesse daran etwas zu ändern. Zugute halten muss ich der Autorin, das sie diese Leere wunderbar rüberbringt. Leider ist da ansonsten aber bis auf ein paar kleine schöne Stellen nicht viel mehr. Es ist kein Sommer voller Aktivität, Spaß mit Freunden usw. wie ihn sicherlich einige von uns kennen in der Zeit nach der Schule beispielsweise. Es sollte eine Zeit sein in der man seine Stärken entdeckt und Interessen ausprobiert um zu wissen wohin die Reise gehen soll. Wenn man schon kein Ziel hat, sollte man wenigstens Spaß daran haben es suchen. Das ist bei Annika nicht der Fall. Sie bleibt für mich abstrakt, schwer nachzuvollziehen und schlicht öde. Die Nebencharaktere die Potenzial hätten, werden nur angerissen und bleiben ansonsten gesichtslos.

Fazit:
Schade, denn das Thema dem sich die Autorin widmet finde ich wunderbar und erzählenswert. Allerdings nicht mit dieser lethargischen Protagonistin, die alles andere als stellvertretend für diese Zeit sein sollte.