Cover-Bild Verhasstes Blut
Band 3 der Reihe "Ruben Hattinger"
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11,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Edition M
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Polizeiarbeit
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 381
  • Ersterscheinung: 22.09.2020
  • ISBN: 9782496705447
Mark Franley

Verhasstes Blut

Ein Ruben-Hattinger-Thriller

Ein Thriller, der das Blut in den Adern gefrieren lässt: der dritte Fall für Sonderermittler Ruben Hattinger von Bestsellerautor Mark Franley.

Ein ermordetes Paar, eine vermisste Frau tot unter Zweigen versteckt, ein verstörter Junge, der eine Jacke aus menschlicher Haut trägt: Drei brutale Vorgänge im Thüringer Wald alarmieren Sonderermittler Ruben Hattinger. Er sieht Ähnlichkeiten mit einem Fall, der fünf Jahre zurückliegt, doch seitdem sitzt der Täter in einer psychiatrischen Klinik. Hat Ruben damals den Falschen überführt?

Eigentlich ein exzentrischer Einzelkämpfer, wird der erfahrene Kommissar zur Teamarbeit gezwungen. Schon bald stößt seine neue Kollegin Eva Lange, die er von früher kennt, zwischenmenschlich an ihre Grenzen. Doch dann geschehen zwei weitere Morde, die alles von den beiden abverlangen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.06.2023

brutal

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Diese Geschichte hat mich so oft aufs Kreuz gelegt, dass ich aufhöre, habe zu zählen. Wir bekommen hier einen alten Fall, der neue Taten nach sich zieht und man sich fragt, ob das richtige hintere Gitter ...

Diese Geschichte hat mich so oft aufs Kreuz gelegt, dass ich aufhöre, habe zu zählen. Wir bekommen hier einen alten Fall, der neue Taten nach sich zieht und man sich fragt, ob das richtige hintere Gitter sitzt. Ruben ist auch wieder dabei und er bekommt Unterstützung. Er bekommt Partner an die Hand. Das sorgt natürlich für noch mehr Spannung. Auch einige anderen Charaktere geben einen sehr interessanten Einblick in die Geschichte. Sie ist brutal, verstörend und spannend. Dramatischer geht es auf manchen Seiten gar nicht, doch wird es nicht zu viel. Das Band hat schon etwas Gruseliges an sich. Manche Szenen will man so schnell wie möglich lesen, dass sie vorbeigehen. Andere will man am liebsten zweimal lesen, weil man nicht glauben kann, was hier steht. Es war ein Krimifall, der einen noch etwas länger beschäftigt. Gerne hätte ich, nachdem beenden des Buches noch ein weiteres Band gehabt.

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Veröffentlicht am 03.02.2021

Wer Blut hasst, der sollte nicht allein im Thüringer Wald unterwegs sein.

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Verhasstes Blut von Mark Franley

Die Welt da draußen ist schön, aber auch grausam, und irgendwie gefährlich. Sie ist beides. Wie so vieles in unserem Leben. Licht und Dunkelheit. Ruhe, Frieden, aber auch ...

Verhasstes Blut von Mark Franley

Die Welt da draußen ist schön, aber auch grausam, und irgendwie gefährlich. Sie ist beides. Wie so vieles in unserem Leben. Licht und Dunkelheit. Ruhe, Frieden, aber auch Lärm. Nicht immer kann man das eine in die gute Ecke drängen, und sagen, das andere ist das einzig wahre Schlechte oder eben nicht Schlechte. Man muss abwägen. Und so ist es mit der Welt auch. Die Welt, und die Wälder in ihr sind wunderschön, können aber auch respekteinflößend und beängstigend sein. Liebe und Schutz kann eine schöne Sache, wenn nicht die Tollste der Welt sein, aber im Übermaß auch beengend. Und die Stille, die ein Wald uns gibt, um zur Ruhe zu kommen, kann ganz schnell in Gefahr verwandelt werden, wenn wir doch nicht alleine sind, und Hilfe bräuchten. Ich würde den Wald aber dafür niemals verurteilen. Wen also dann? Den Menschen, der mich in Gefahr bringt? Natürlich! Aber wir erinnern uns an Schwarz und Weiß, und die Grautöne dazwischen. An Dinge, die aus einer Perspektive das Richtige sind, und aus der anderen das Falsche. Was sie auch wirklich irgendwie sind. Aber man muss eine Geschichte erst in ihrer Gesamtheit kennen, um Menschen für diese zu verurteilen. Denn über so manches legt sich gerne ein Schleier aus Geheimnissen, Ungesagtem, Grausamkeit und Sachen, die uns hilflos machen….. und manchmal auch schutzlos. Mein perfekter Schutz ist ja ein warmes Zimmer, eine Decke, was Warmes zu trinken, und dazu ein Buch. Eine Tür, die die Welt draußen aussperrt, und mich in eine andere Welt manövriert. Was mir Sicherheit gibt. Denn in der Blase aus Buch und Wohlfühlen, in meinem Zuhause, da fühle ich mich wirklich so ziemlich am sichersten. Sogar vor den Gefahren, die dieses Buch mir als Leser vor die Nase gesetzt hat. Worum geht es also?

Die Geschichte des Buches:

Und die ist diesmal gar nicht so einfach zusammenzufassen. Aber ich versuche es mal. In einem kleinen Ort in Thüringen, Frauenwald genannt, mitten am Rennsteig liegend, kommt es zu einem Verbrechen. Zwei Wanderer werden, von Jugendlichen, grausam zugerichtet nachts im Wald gefunden. Was sie an der Stelle noch finden, ist ein kleiner Junge, bekleidet mit einer Jacke aus menschlicher Haut, der nicht spricht. Und zu allerletzt noch eine Frauenleiche, die unter Zweigen begraben liegt. Und nun merken wir schon, dass hier mehrere Dinge passiert sein müssen. Kommissar Ruben Hattinger aus Bamberg ist am Fall interessiert, ist die Tote doch eine Frau, die im Zusammenhang mit einem alten Verbrechen vor 5 Jahren steht, nach dem sie spurlos verschwand. Doch der Täter dieses Verbrechens ist seit dieser Zeit in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht. Ist also ein Nachahmer am Werk? Jemand der damals im Fall involviert war? Ruben kommt nach Frankenwald, um die Polizei dort zu unterstützen. Auch dabei ist Eva Lange, eine junge Kollegin, die er von einem früheren Fall kennt. Und ab hier muss man dann wirklich selbst lesen, um die Geschichte zu erfahren. Denn was das Morden angeht, scheint es gerade so, als ob das erst der Anfang war. Weitere Menschen sterben. Und man muss sich unweigerlich fragen, warum alles passiert, und warum gerade jetzt? Viel Spaß also beim Selberherausfinden :D

Cover und Titel:

Zum Cover sage ich heute mal keine Mutmaßungen, aber nach er Lektüre wird man sich denken: Es passt. Verhasstes Blut als Titel deutet vielleicht nicht darauf hin, dass man Blut an sich hasst. Vielleicht ist es einfach so zu verstehen, dass man bestimmtes Blut hasst, oder gar das Blut einer Blutlinie, und allen, die dieses Blut in sich haben.

Fazit und Gedankenallerlei:

Jaja, Der Schutz in einer grausamen, kalten Welt. Was uns Unsicherheit bringt, und uns den Schutz vergessen lässt, das ist die Jagd. Und ich spreche hier nicht ausdrücklich von Jagden und Jägern, die Tiere erlegen. Man kann vieles jagen. Verdächtige, die nicht auffindbar sind. Die Jagd nach der Wahrheit der Vergangenheit. Die Jagd nach einer guten Story, samt perfektem Foto. Spuren kann man nachjagen, wo auch immer sie einen hinführen. Man kann potenzielle Mörder jagen. Tiere. Oder alles, was den Jagdinstinkt weckt. Tatsächlich kann man somit auch Menschen jagen. Oder gar Frauen. Die Frage ist immer, als was die Jagd angesehen wird, ob sie rein aus Grausamkeit beginnt, ob eines Gefühls der Überlegenheit, dass man die Sicherheit eines Menschen oder Tiers überwinden kann, und somit stärker und überlegener ist. Oder aus anderen Gründen, die psychologisch so tiefgehend sind, dass sie nicht für alle Welt verständlich sind. Das Buch spielt mit der Thematik der Jagd. Die Ermittler folgen Spuren, und sind immer einen kleinen Schritt hintendran. Die Beute, also der Mörder, versteckt sich gut, er tarnt sich, weil er nicht erwischt werden will in seiner eigenen sicheren Zuflucht. Und trotzdem lässt einen alles zwiespältig zurück, denn man erfährt den Grund, warum er dies alles tut. Diese Atmosphäre der Spannung, das Hinterherlaufen, und immer einen Tick zu spät sein, hält die Spannung ungewöhnlich hoch. Wer mit Jagd auf Tiere gar nicht klarkommt, für den könnten einige Szenen grausam erscheinen. Ebenfalls könnte es allerdings auch grausam für die werden, die mit der Jagd auf Menschen nicht zurechtkommen. Denn es ist immer noch ein Thriller.

Die Normalität ist es, die einem hier das Gruseln lehrt. Die Normalität der Situationen, die nicht durch Action hervorstechen, sondern dadurch, dass sie so normal sind, dass sie uns allen passieren könnten. Um dann gleich darauf in etwas zu münden, das grausam erscheint, und einen aus der Normalität in eine Schreckensvision der Normalität hineinbringt, in der auf einmal tote Menschen auftauchen. Auch die Morde an sich werden nicht grausam explizit und bis ins kleinste Detail beschrieben. Und trotzdem sind es die wenigen Worte der Beschreibung, nur das, was passiert ist, die einem eigene Bilder in den Kopf jagen. Vielleicht auch gerade deshalb WEIL nichts ganz genau beschrieben wird, und man trotzdem weiß, wie schrecklich das Passierte ist.

Atmosphärisch ist das Ganze wirklich sehr gut gelungen. Die Einsamkeit des Waldes, die Dunkelheit, aber auch die Stille und Schönheit sind so beschrieben, dass man sich direkt hineinfühlt (für einige beruhigend, für andere unerträglich). Unheimlich, mit seinen Nebelszenerien über den Tannen, der Dunkelheit. Ja, die unheimliche Atmosphäre überzieht das Buch und die Worte so, wie der Nebel im Buch die Tannenspitzen überzieht. Und das kann gute und schlechte Seiten haben. Denn ja, der Wald kann sowohl Ruhe und Einsamkeit geben, als auch Ruhe und Einsamkeit, die uns gefährlich werden kann, wenn wir alleine sind, und das Menschen auszunutzen wissen. Waldeinsamkeit kann Respekt erzeugen. Denn dieser ist anfänglich dunkel und gruselig. Und so kann der Wald uns mit seiner Dunkelheit, aber auch mit lichtdurchfluteten Lichtungen, in Sicherheit wiegen, aber auch gefährlich werden. Wie ein Mensch. Der eine dunkle, und eine helle Seite hat. Dies ist die Art von Buch, die man nicht abends alleine bei Dunkelheit anfangen sollte. Oder gerade doch? Je nachdem, wie man sich gerade fühlt. Mir kam sofort in den Kopf, meinen Waldspaziergang für den nächsten Tag vielleicht…..äh……mal auszusetzen :D. Die Atmosphäre der Unsicherheit beim Leser, also mir, ist also geglückt.

Wir haben mittendrin immer wieder Gedankenmitschnitte, Erinnerungen, und haben Sequenzen, in denen wir in die Gedankenwelt des „Bösen“ abtauchen, ohne zu wissen, wer er ist. Denn die Auflösung des Rätsels, das Ende der Jagd, die Lösung der Geheimnisse, dies alles erfahren wir erst am Ende, wenn die Geschichte zum Schluss hin immer klarer wird, der Fall aufgedröselt, die Motive verstanden, und die Warums gelöst werden. Außerdem mag ich, die Vielschichtigkeit der Aspekte im Thriller, dass es nicht einfach nur eine Geschichte ist, in der ein kranker Mörder gesucht wird, der schlimme Dinge anstellt. Hier sind viel mehr Facetten vorhanden, und am Ende muss man sich Fragen stellen, auch der psychologischen Aspekte und Komponenten wegen. Denn davon lebt die Geschichte. Alles ist psychologisch durchdacht, und manchmal weiß man selbst nicht mehr, ob ein menschlicher psychischer Abgrund wirklich als das bezeichnet werden kann, oder eine andere psychologische Bedeutung hat. Und, ob die „normale“ Welt nicht viel schlimmere Abgründe versteckt, die aufgedeckt werden sollten. Wer also festlegt, was normal ist, und was nicht, oder ob die Natur der Dinge, die Natur in ihrem Sein seit Anbeginn der Zeit, einfach ihren Lauf nimmt. Selbst wenn wir Menschen es durch unsere moderne Gesellschaft, in der alles geordnet ist, so schön zu vertuschen suchen. am Ende gelöst wird, dessen Wahrheit sich erst dann offenbart. Das Buch spielt mit Urinstinkten bei Tier und Mensch, mit Familie, Schutz, Beschützerinstinkten und drohender Gefahr, und mit einer krankhaften Sicht auf die Welt mit all diesen Gefahren.

Das Buch lebt von den Charakteren, hier besonders Ruben Hattinger. Dieser ist manchmal emotionslos, gar kalt, wenig empathisch, zumindest bei der Arbeit, dafür aber sehr genau was Indizien und Hinweise und ganz kleine Dinge angeht, die zur Lösung des Falles beitragen. Kurz gesagt….Im Arbeitsmodus nimmt er seine Umgebung besser wahr, als jeder andere. Da lasse ich ihm auch alle seine Eigenarten. Was mir noch sehr gut gefällt ist, dass die anderen Charaktere sehr menschlich agieren, nichts unterdrücken, sondern ihren Emotionen freien Lauf lassen, wenn sie ein Opfer ansehen müssen, und sich der Schrecklichkeit der Tat gewahr werden. Und auch, dass Gefühle und Tränen vorkommen. Oh. Und irgendwie sehr viele nackte Leute. Was das genau bedeutet, müsst ihr aber selbst herausfinden. Nackt und schutzlos und verletzlich sind sie eben, ohne die Sicherheit der Kleidung.

Sind es nur zwei Geschichten in einer? Fast scheint es so, als ob ganz viele Geschichten in der einen stecken, die allesamt miteinander zusammenhängen, eine Verkettung von Umständen sind, wo eines zum anderen führt. Alles vermischt sich, alles hängt miteinander zusammen, ist verwoben. Und mitten im Buch werden wir an der Nase herumgeführt, und alle Lösungen, die sich im Kopf gebildet haben, fallen zusammen wie ein Haus auf weicher Erde, die Sicherheit zerbröselt wie vom Regen verwaschene Spuren.

Für mich war dies Ruben Hattingers erster Fall, und das, obwohl es eigentlich schon sein dritter ist. Den man übrigens auch ohne die Vorgänger lesen kann. Ruben als Figur, Ermittler und Charakter ist ganz besonders. Trotzdem ist er nicht blass geblieben, und nach einer Weile war für mich seine Handelsweise verständlich, und machte irgendwie Sinn. Auch wenn solch eine Art von Mensch auf viele Menschen unnahbar und merkwürdig wirkt. Aber gerade das mag ich ja an Charakteren. Wenn sie NICHT so sind, wie alle. Und ja, die Einsamkeit und die damit verbundene Sicherheit spiegelt sich auch in ihm wieder. Zumindest ein bisschen. Ist er doch einer der Sorte Mensch, die alles lieber alleine tun, sich in Gruppen von Menschen nicht wohlfühlen, keine Nähe oder Berührung erträgt, soweit es sich nicht um seine eigene Familie handelt? Auch das deutet auf Schutz hin, denn manchmal will man sich auch einfach nur vor anderen Menschen schützen.

Der psychologische Aspekt im Buch ist so gut durchdacht, dass man kann nicht genau zuordnen kann, was Böse, und Gut ist. Leicht schwammig muss man für sich entscheiden, wer Beschützer ist, und wer Täter, was Schutz bedarf, oder ob einfach jemand psychisch krank ist. Die richtige Einteilung in Schwarz und Weiß gibt es also hier nicht. Wir befinden uns im Zwielicht des Waldes, weder in der Dunkelheit, noch im Licht. Und dort gefangen in Kellern, in eigenen Gedanken, in seiner eigenen Welt, die man sich zusammenreimt.

Doch wo die Jagd vorkommt, gibt es unweigerlich auch das Thema der Sicherheit und des Schutzes, das hier in vielerlei Form vorkommt. Schutz für Kinder und Mütter (Und was könnte ursprünglicher sein, als genau dieser Trieb, Kinder vor allem Bösen zu beschützen?), der Schutz der Familie (der für uns alle am wichtigsten sein sollte), Schutz in Beziehungen, wie auch immer diese aussehen mögen. Der Schutz eines Mutterleibes, der wohl ultimative Schutz vor einer Welt, die uns Böses antun könnte, uns aber auch schöne Dinge beschert. Schutz für Frauen, vor Frauen, vor der Welt und der Unruhe in ihr, vor bösen Menschen und netten, vor Abartigkeit, und davor, die eigene Abartigkeit nicht als das zu erkennen, was sie ist. Schutz vor der Wahrheit, und Schutz vor Verletzungen, die tiefer gehen, als äußerliche Wunden. Schutz, der darin besteht, dass man sich ein eigenes Lügengebilde aufbaut, an das man glaubt, das nur für sich selbst die Wahrheit wiederspiegelt, und für den Rest der Welt eine Lüge ist. Der Schutz des Beschützers bedarf Schutz von Menschen, die einen beschützen wollen. Falls das einer versteht :). Die Sicherheit von 4 Wänden, in denen wir uns verstecken können. Die Sicherheit einer Hütte im Wald. Ich mag die Gegensätzlichkeit der Darstellungen ein und derselben Situation. Der Schutz, für die Welt unsichtbar zu sein. Und das nicht im Sinne davon, dass wir nicht mehr zu sehen sind. Oder irgendwie schon. Doppeldeutigkeit eben. Was dem einen Schutz gibt, kann des anderen Gefahr sein. Und manchmal ist das Gute das Böse, und umgekehrt. Wir haben also Jagd, Sicherheit, Gefahr, Schutz, Angst und Schutzlosigkeit, und Beschützerinstinkt, in allen Formen. Und am Ende die Erkenntnis, dass sich Tiersein und Menschsein gar nicht so sehr unterscheidet, wenn es um unsere Verteidigung von Leib und Leben geht. Vielleicht beschützt ein Wald sich auch selbst durch seine dunklen Schatten, die Dunkelheit und Stille, und damit alles, was in ihm passiert. Was für den einen die Haut ist, das ist für den anderen zum Schutz das Fell. Und so finden wir uns in der Geschichte wieder, die in unserer modernen Zeit spielt, aber auch ein wenig ein Urthema der Menschheit anspricht. Und plötzlich fühlt man sich in seiner eigenen Haut nicht mehr sicher. Wortwörtlich. So ist es auch beim Lesen. Mal fühlt man sich wohl im Wald, verborgen und beschützt, und an anderen Stellen ist der Wald einem unheimlich, und wirkt auf einen wie eine Bedrohung. Dass man dies alles beim Lesen fühlt, hat mir sehr gut gefallen. Selbst die Bedrohung. Denn sicher in seinem Zuhause, die Geschichte in einem Buch gebannt…. Da kann man auch mal einen Thriller lesen.

Die Wanderwege, durch das Gestrüpp durch, und auf Anhöhen hinauf, führt uns nicht nur durch den Thüringer Wald, der uns wundervoll beschrieben wird. Viel mehr landen wir am Ziel nicht nur unter Bäumen, Tannen, und an Felsen. Nein, sondern wir landen auch in den Abgründen der menschlichen Seele. In Wahnsinn und Grausamkeit, die oftmals in verschiedenen Verkleidungen daherkommen, und manchmal sogar unter der Maske der Normalität ruhen. Und uns wird aufgezeigt, dass keiner ganz ohne Schuld ist…..

Und so ganz nebenbei zeigt uns das Buch dann auch noch auf, wie es ist, tolerant gegenüber Menschen zu sein, die sich etwas merkwürdiger benehmen, als es im Normalfall sein sollte. Und Andersartigkeit finde ich meist sehr gut. Und dann birgt das Buch noch eine Lehre. Wer im Wald rennt, oder auch spazieren geht, sollte immer schauen, wohin er tritt. Nicht dass er noch stürzt, und sich wehtun könnte. Ist ja nur zur Sicherheit, und um die geht’s hier doch :).

Das heutige Rezensionslied sagt uns also, dass wir laufen sollen, wenn uns was verfolgt:

„Da ward sie eine Schwalbe, entflog ihm himmelwärts. Der Müller aber flug als Falke ihr schon hinterher. Sie ward zu einem Ross so weiß, sprang durch das erste Gras. Er aber war der Sattel, der Ihr fest am Rücken saß.

Lauf, Liebes, lauf. Und pass gut auf dich auf. Der Herr der schwarzen Mühle will dich heute Nacht zur Frau.“

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Veröffentlicht am 12.01.2021

Rachewahn

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Nach einem Treffen an einem versteckten See im Thüringer Wald machen vier Jugendliche einen schrecklichen Fund. Sie entdecken ein Totes Paar und einen kleinen, verstörten Jungen, der eine Jacke aus menschlicher ...

Nach einem Treffen an einem versteckten See im Thüringer Wald machen vier Jugendliche einen schrecklichen Fund. Sie entdecken ein Totes Paar und einen kleinen, verstörten Jungen, der eine Jacke aus menschlicher Haut anhat. Während die Polizei noch nach Spuren sucht, findet sie eine weitere Tote. Sonderermittler Ruben Hattinger wird hinzugezogen. Er sieht die Zusammenhänge zu einem alten Fall, bei dem Professor Lauenstein involviert war, der nun in einer psychiatrischen Klinik ist. Hat Ruben sich damals geirrt, als er den Professor für den Mörder seines Sohnes gehalten hat?
Dies ist nun schon der dritte Band aus der Reihe um den etwas eigenwilligen Sonderermittler Ruben Hattinger. Obwohl man diesen Thriller auch lesen kann, ohne die Vorgängerbände zu kennen, ist es sicherlich interessant, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Der Schreibstil ist sehr fesselnd, so dass man das Buch schwer aus der Hand legen kann. Es herrscht eine düstere Atmosphäre, wozu auch der undurchdringliche Wald beiträgt. Allerdings sollte man auch starke Nerven haben.
Die Charaktere sind auch sehr gut dargestellt. Ruben Hattinger ist ein wunderlicher Typ, dennoch ist er sympathisch. Am liebsten ermittelt er alleine, doch nun wird er zur Teamarbeit verdonnert. Aber er kann seine junge Kollegin Eva Lange akzeptieren. Doch er braucht Zeit und Ruhe, um nachdenken zu können. Die örtlichen Kollegen sind ziemlich irritiert von seiner Art, aber das stört Ruben keineswegs. Eine Befragung des Professors ist schwierig, denn er kann sich nicht sinnvoll äußern. Die Journalistin Vanessa Lauenstein, Tochter des Professors, recherchiert in eigener Sache und ist der Polizei gegenüber nicht offen. Der Täter verhält sich sehr seltsam; einerseits sind da Wahnvorstellung, andererseits geht er sehr planvoll vor.
In diesem Fall dreht sich alles um Professor Lauenstein und doch bleibt der Fall sehr undurchsichtig, so dass ich die Zusammenhänge nicht erkennen konnte. Auch die Polizei braucht eine ganze Weile, bis sie den Fall abschließen kann. Doch am Ende gibt es noch eine überraschende Wendung.
Ein sehr spannender Thriller, der mich von Anfang an gepackt hat.

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Veröffentlicht am 29.12.2020

Wer Böses sät, wird Böses ernten !

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"Verhasstes Blut" ist der dritte
Ruben Hattinger -Thriller von Mark Franley.

Das Cover passt gut zu den Vorgängerbänden, da es einen großen Wiedererkennungswert hat.
Außerdem passt es hervorragend zum ...

"Verhasstes Blut" ist der dritte
Ruben Hattinger -Thriller von Mark Franley.

Das Cover passt gut zu den Vorgängerbänden, da es einen großen Wiedererkennungswert hat.
Außerdem passt es hervorragend zum Inhalt, denn es strahlt direkt schon eine düstere und spannende Atmosphäre aus.

Diesmal geht es um ein ermordetes Paar, eine vermisste Frau, die tot unter Zweigen versteckt liegt und einen verstörten Jungen, der eine Jacke aus menschlicher Haut trägt.
Diese brutalen Vorgänge im Thüringer Wald
alarmieren Sonderermittler Ruben Hattinger, denn er sieht Ähnlichkeiten mit einem Fall, der fünf Jahre zurückliegt.
Doch seitdem sitzt der Täter in einer psychiatrischen Klinik und Ruben stellt sich die Frage, ob er damals den Falschen überführt hat.

Mark Franley liefert hier wieder einen soliden und spannungsreichen Thriller, dessen Spannung durchgängig erhalten bleibt.
Er lässt bei der Lösung des Falles seine Leser/innen miträtseln, das Ende hat mich mehr als überrascht.
Die Motive des Täters haben mich wortwörtlich umgehauen, aber auch nach der Auflösung gab es noch eine kleine Überraschung.
Insgesamt hat mir der Kriminalfall spannende Lesestunden und Schockmomente beschert, die Grundidee des Thrillers hat mir gut gefallen.
Es gab Momente, die mich überrascht haben und Wendungen, auf die ich trotz miträtseln nicht gekommen bin.
Obwohl hier kein ständiges Wechselspiel an Verdächtigen stattfindet, bleibt die Spannung dank wohl dosiert eingesetzter Cliffhanger konstant hoch.
Das Setting finde ich sehr interessant und passend, denn die tiefen und dunklen Wälder des Thüringer Walds sind eine hervorragende Kulisse für einen düsteren Thriller wie diesen.
Gänsehautmomente sind hier garantiert.
Detaillierte und bildhafte Beschreibungen der Tatorte und Protagonisten lassen klare Bilder im Kopf entstehen, ein spannender, authentischer und flüssiger Schreibstil sorgt für nervenaufreibende Lesestunden.
Die Kapitel sind kurz und abwechslungsreich, was mir wieder sehr gut gefallen hat.

Ruben Hattinger ist ein erfahrener Sonderermittler aus Bamberg, der in ganz Deutschland tätig ist.
Mit seinen autistischen Zügen ist er ein Einzelkämpfer und Teamarbeit ist überhaupt nichts für ihn.
Er hat eine besondere Beobachtungsgabe, wo er ständig seine Gedanken sortieren muss.
Er versucht bei seinen Ermittlungen in die Perspektiven der Täter zu schlüpfen und ist mit seinen Inselbegabungen sehr erfolgreich, seine Aufklärungsquote ist sehr hoch.
Mit seinem Knalltrauma und seiner exzentrischer
Art kommt er bei Kollegen oftmals komisch rüber.
Er passt sich seiner Umwelt überhaupt nicht an und kümmert sich nicht darum, was andere über ihn denken.
Die einzigen Menschen, die er in sein Leben lässt sind seine Frau und seine Tochter.

Da er diesmal mit Eva Lange, einer Kollegin aus einem alten Fall, zusammen arbeitet, fällt ihm die Teamarbeit nicht allzu schwer.
Aber Eva geht der brutale Fall an die Nieren.
Sie ist hin- und hergerissen, auszusteigen oder weiterzumachen.
Sie stößt zwischenmenschlich an ihre Grenzen.
Doch dann geschehen zwei weitere Morde, die alles von den beiden abverlangen.


" Verhasstes Blut" ist ein spannender, interessanter und lesenswerter Thriller, der mich wie seine beiden Vorgänger begeistern konnte.

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Veröffentlicht am 18.11.2020

Gruselig

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Das Cover fällt auf jeden Fall auf und passt super zum Buch. Obwohl ich die früheren Bücher der Reihe nicht gelesen habe, bin ich gut in die Handlung reingekommen. Der Schreibstil ist gut zu lesen und ...

Das Cover fällt auf jeden Fall auf und passt super zum Buch. Obwohl ich die früheren Bücher der Reihe nicht gelesen habe, bin ich gut in die Handlung reingekommen. Der Schreibstil ist gut zu lesen und baut Spannung auf. Die Protagonisten wirken authentisch und bringen Persönlichkeit mit. Der Fall selbst ist sehr spannend zu verfolgen und die Story hält einige Wendungen parat.

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