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Veröffentlicht am 13.08.2019

Eis heilt alle Wunden

Liebe, Eis und Himbeerstreusel
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„Liebe, Eis und Himbeerstreuse“ von Nadin Maari, hat 204 Seiten auf meinem Reader, die in 26 Kapitel eingeteilt sind. Diese sind mit Eissorten und kurzen Erklärungen überschrieben.
Es ist Teil 2 der Sweet ...

„Liebe, Eis und Himbeerstreuse“ von Nadin Maari, hat 204 Seiten auf meinem Reader, die in 26 Kapitel eingeteilt sind. Diese sind mit Eissorten und kurzen Erklärungen überschrieben.
Es ist Teil 2 der Sweet Romance-Reihe.
Am Ende des Buches finden sich noch einige leckere Rezepte.

Sunny kreiert Eis aus den unterschiedlichsten Zutaten. Zusammen mit feiner Sahne und so mancher ausgedachter Geschichte wird dieses an die Gäste im „Schneeflöckchen“ serviert.
Zufällig trifft sie auf ihren Ex-Freund Leo, den sie nicht verlassen, sondern nur frei gegeben hat, und seine Freundin Julia. Zum Glück hat sie Tom, ihren Geschäftsnachbarn, dabei, der gleich mal schnell zu ihrem Verlobten wird. Dummerweise kommt sie aus der Nummer nicht mehr heraus, als Leo als Hochzeitsgeschenk Julia’s Dienste anbietet, die Hochzeitsplanerin ist. Die Situation wird immer verzwickter und Sunny denkt selbst schon an eine Hochzeit mit Tom.
Zusätzlich hat sie noch Stress mit dem Restaurant-Nachbarn, der sie zu einem Vanilleeis-Wettbewerb herausfordert.
Außerdem versucht sie noch zusammen mit ihrer Cousine Alma, die auch in der Eisdiele arbeitet, ihre Mütter, die Zwillingsschwestern sind, zu versöhnen. Allerdings weiß keiner, warum sie zerstritten sind.
Eine Menge Herausforderungen für Sunny, die erst einmal in einem Desaster enden.

Im Laufe des Buches wird mir Sunny immer unsympathischer. Sie kann Realität und Fantasie nicht mehr trennen, verstrickt sich immer weiter in ihre Lügengeschichten, stößt ihre Freunde und Familie vor den Kopf und wundert sich, warum sie von allen ungerecht behandelt wird und keiner mehr Verständnis für sie hat.

Es ist eine wunderbar schnulzige, romantische, locker leichte Geschichte, die sich schnell lesen lässt, auch wenn Sunny trotzdem nicht mehr viele Pluspunkte bei mir gemacht hat. Man kann sich die Menschen und die Läden in dem Viertel lebhaft vorstellen, es ist eine eingeschworene Gemeinschaft und Jeder kennt Jeden.

Das Cover ist wunderschön, erinnert an Vanilleeis mit Himbeerstreusel.

Veröffentlicht am 12.08.2019

Gefährliches Landleben

Aller toten Dinge sind drei
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„Aller toten Dinge sind Drei“ von Bent Ohle ist ein sehr schönes, handliches Taschenbuch mit 207 Seiten, die in 19 Kapitel eingeteilt sind. Auf der ersten Umschlagseite ist eine handgemalter Straßenkarte ...

„Aller toten Dinge sind Drei“ von Bent Ohle ist ein sehr schönes, handliches Taschenbuch mit 207 Seiten, die in 19 Kapitel eingeteilt sind. Auf der ersten Umschlagseite ist eine handgemalter Straßenkarte von Uplengen zu sehen.
Die ersten 50 Seiten sind eher zum Kennenlernen der Akteure. Zuerst ist da einmal Elsa, die mit ihrer Schwester den elterlichen Hof betreibt, einen betrunkenen Waschbären zu ihren anderen Fundtieren zum Ausnüchtern bringt, eine 14jährige Tochter hat und deren Mann vor vielen Jahren verschwunden ist und inzwischen für tot erklärt wurde. Sie ist die Assistentin von Astrid Stegmeier, der Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes. In dieser Funktion fahren die beiden von Berlin nach Ostfriesland, um das dortige Leben der Landfrauen kennenzulernen und Astrid soll den Herbstmarkt eröffnen.
In Uplegen kommen gleich den anderen Landfrauen zusammen. Auch diese lernt man kennen, einschließlich der Zeremonie des Teetrinkens sowie einige Sehenswürdigkeiten des Ortes.
Dann finden drei der Landfrauen-Männer eine „Totenheck“ vor ihrer Haustür – ein Brett mit den jeweiligen Geburtstagen und dem Sterbetag der Männer, der am nächsten Tag sein soll. Das ist natürlich für alle sehr beunruhigend.
Elsa ist recht praktisch veranlagt und hängt sich gleich in die Ermittlungen mit ein. Dabei kommen so einige Geheimnisse der drei Männer ans Licht, von denen nicht einmal die Ehefrauen wussten.
Und gerade jetzt in Ostfriesland hört Elsa von einer der Landfrauen einen Ausspruch, den sie von ihrem Mann kennt und einen wertvollen Hinweis. Das wird dann sicher im nächsten Teil weiter thematisiert.
Es ist ein sehr schöner, zügig zu lesender, unspektakulärer und unblutiger Landkrimi mit sympathischen Charakteren und charmantem Flair des Ortes, der Menschen und der Traditionen. Interessant ist auch das Thema Landfrauen an sich. Diese sind gut organisiert, vielseitig begabt und können auch hart anpacken. Ich bin auf den Fortgang dieser Reihe gespannt.
Auch das Cover ist sehr schön, fast handgemalt mit erhabener Schrift des Titels.

Veröffentlicht am 22.07.2019

Alles für die Kunst - sehr spannend

Fleischmaler
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„Der Fleischmaler“ von Jo Machedanz ist ein Taschenbuch mit 309 Seiten. Die Kapitel sind mit Datum, Uhrzeit und Ort überschrieben. Im Anhang befindet sich ein Verzeichnis der handelnden Personen.
Die Geschichte ...

„Der Fleischmaler“ von Jo Machedanz ist ein Taschenbuch mit 309 Seiten. Die Kapitel sind mit Datum, Uhrzeit und Ort überschrieben. Im Anhang befindet sich ein Verzeichnis der handelnden Personen.
Die Geschichte wird in mehreren Handlungssträngen erzählt. Zum einen gibt es den Aussteiger Paul, der in einem heruntergekommen Haus mit mehreren suspekten und kriminellen Personen wohnt. Sein Buch will kein Verlag veröffentlichen und nun recherchiert er für einen grausamen, blutigen Thriller. Dabei will er den echten Fall einer verbrannten Leiche im Auto als Grundgedanken nehmen.
Die Polizei findet ein abgebranntes Auto mit einer verbrannten Leiche darin. Und das soll nicht die einzige verbrannte Leiche bleiben. Hauptkommissar Grossmann ermittelt mit seinem Team.
Privatdetektiv Adam Peppercorn ist im Auftrag eines sehr reichen Amerikaners in Deutschland unterwegs, um Nazi-Gemälde eines bekannten Malers zu akquirieren.
Und die taube Kiki, die nur mit ihren Hörimplantaten hören kann, vermisst ihre Mitbewohnerin Lena. Die Polizei nimmt sie nicht ernst und sie sucht nun selber nach ihr.
Im weiteren Verlauf des Buches kann man die Zusammenhänge erkennen und die Handlungsstränge führen langsam zusammen.
Der Schreibstil ist meistens sehr gut. Etwas Probleme hatte ich bei den Abschnitten mit Peppercorn, da ist mir das Lesen nicht so leicht gefallen.
Die einzelnen Kapitel bzw. Tagesabschnitte sind meist sehr kurz, sodass man immer mittendrin in der Handlung steckt, die sehr komplex ist und man schon etwas aufpassen muss beim Lesen.
Die handelnden Personen sind alle sehr unterschiedlich, nicht nur durch ihre sozialen Stellungen. Am besten haben mir die Abschnitte im Haus Wilhelminenhofstraße 20a Gefallen, auch wenn sie doch recht dramatisch waren. Der Berliner Dialekt ist, denke ich, hervorragend getroffen und man kann ganz gut die Klientel erkennen.
Das Cover, welches sich auf der Rückseite fortsetzt, erinnert an alte Fliesen in einem alten Badezimmer und ist gut getroffen.

Veröffentlicht am 21.06.2019

Sehr witzig und untrhaltsam

Breitachklamm (Egi-Huber-ermittelt 2)
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„Breitachklamm“ von Nicki Fleischer vom Verlag Midnight ist ein Allgäu-Krimi und der 2. Fall für PHK Egi Huber. Die Kapitel des Buches sind mit Überschriften versehen

Egis steckt in Schwiegermutters ...

„Breitachklamm“ von Nicki Fleischer vom Verlag Midnight ist ein Allgäu-Krimi und der 2. Fall für PHK Egi Huber. Die Kapitel des Buches sind mit Überschriften versehen

Egis steckt in Schwiegermutters Geburtstags-Trara fest, was bei ihm zu Hause stattfindet, und seine Frau bekommt das 3. Kind. Die Geburtstagsfeier ist herrlich und läuft typisch chaotisch ab, da hätte ich dabei sein wollen, habe Tränen gelacht. Uroma Bruni lässt das alles kalt, sie verschläft das Beste.
Und Hochdeutsch soll Egi auch noch lernen, um beim nächsten Fall nicht wieder von der Kemptener Kripo ausgelacht zu werden. Dann kommt der erlösende Anruf, ein Einsatz.
Eine Tote schwimmt im Breitach. Und schon mischen sich wieder die Kemptener Kollegen ein. Aber nicht mit PHK Egi Huber und den Einwohnern von Oberstdorf. Das ist schließlich ihre Tote. Es ist ein sehr verzwickter Fall, bei dem sich die beiden Ermittlerteams immer wieder gegenseitig ausbooten wollen. Und das auf eine lustige, skurrile Art und Weise, wobei die einheimischen Kollegen klar im Vorteil sind.

Zwischendurch gibt es immer wieder kurze Abschnitte aus Sicht des Täters, was ich sehr interessant finde. Trotzdem hatte ich keine Ahnung, wer es sein könnte.

Es ist eine sehr unterhaltsame, witzige Geschichte, die sich schnell lesen lässt. Mit dem Dialekt bin ich ganz gut klar gekommen. Die Ermittler sind wieder sehr sympathisch dargestellt, sogar Akay und Silvia aus Kempten. Und das einheimische Team um Egi mit seinen Ecken und Kanten sowieso. Auch der Chefmeier ist immer noch der cholerische Vorgesetzte, der Egi die Schuld an allen Verbrechen im Ort gibt.

Da die Tote ziemlich aktiv war, gibt es viele Verdächtige und man muss schon den Überblick behalten.

Das Cover gefällt mir wieder prima. Wie die anderen beiden auch, ist es sehr bunt und zeigt dieses Mal ein Eichhörnchen.


Veröffentlicht am 23.05.2019

Eingeholt von der Vergangenheit

Sündenrächer
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„Sündenrächer“ von Frank Esser ist ein ebook mit 255 Seiten, die in 64 Kapitel eingeteilt sind. Es ist der 2. Fall für Kommissar Hansen.
Dieser wird zu einem Mordschauplatz gerufen. Herbert Neumann wird ...

„Sündenrächer“ von Frank Esser ist ein ebook mit 255 Seiten, die in 64 Kapitel eingeteilt sind. Es ist der 2. Fall für Kommissar Hansen.
Dieser wird zu einem Mordschauplatz gerufen. Herbert Neumann wird tot und gefoltert in seinem Haus gefunden. In seinem Schoß liegt eine alte DDR-Dienstmarke der Polizei. Dadurch wird sich ausgiebig mit der Struktur der damaligen Polizeibehörde auseinandergesetzt und festgestellt, dass Neumann für das Ministerium für Staatssicherheit in Bautzen gearbeitet hat. Auf seinem dortigen Posten hat er sich einige Feinde gemacht.
Auch die nächsten Opfer weisen Verbindungen nach Dresden auf. Daher unternimmt er mit seinem Kollegen Riedmann eine Dienstreise, um vor Ort mit der Polizei zu sprechen und eventuell noch alte Kollegen der Toten ausfindig zu machen. In Dresden bekommen sie Oberkommissar Marcus Dohms an die Seite gestellt, der sich gut auf den Besuch vorbereitet und seinerseits bereits recherchiert hat. Nun müssen sie sich durch alte Stasi-Akten wühlen und erfahren auch etwas über die damaligen Machenschaften. Dohms ist ihnen auch weiterhin eine große Hilfe aus der Ferne.
Die Ermittlungen sind langwierig und bundesländerübergreifend. Es gibt einige Verdächtige, viele Spuren, viele Lügen.
Aber Hansen und sein Team lösen auch den Fall.

Die Perspektiven in der Geschichte wechseln immer mal wieder. Meistens geht es um die Ermittlungen. Aber auch aus Sicht des Täters gibt es kurze Szenen, ebenso aus der der Opfer beim Überfall.
Der Schreibstil hat mir gefallen, er ist einfach, die Kapitel sind relativ kurz, sodass ein zügiges Lesen möglich ist. Auch wenn es viel Ermittlungsarbeit gibt, ist das Buch immer spannend.
Die Charaktere sind wieder sehr gut beschrieben und bildhaft vorstellbar. Die neue Leiterin der Spurensicherung kommt bei den männlichen Kollegen sehr gut an und es scheint sich auch eine kleine Romanze abzuzeichnen.
Die Thematik selbst ist sicher nicht einfach, aber gerade die heutige Zusammenarbeit zwischen „Ossis“ und „Wessis“ wurde sehr gut dargestellt, es wurde viel Positives über Dresden ausgesagt und nicht alles nur schlecht dargestellt. Das hat mir sehr gefallen.