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Veröffentlicht am 03.05.2018

Mit Glück gegen die Superschurken

Jinx
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Cover

Wieder im Stil der “Bigtime”-Reihe ist der Hintergrund dunkel mit Umrissen einer Großstadt – Bigtime. Der Titel ist dieses Mal in Grün gehalten und befindet sich in dem herzförmigen Superhelden-Logo. ...

Cover

Wieder im Stil der “Bigtime”-Reihe ist der Hintergrund dunkel mit Umrissen einer Großstadt – Bigtime. Der Titel ist dieses Mal in Grün gehalten und befindet sich in dem herzförmigen Superhelden-Logo. Auch hier sieht man wieder eine Superheldin in silber-grau mit einem passenden grünen Cape. Auch wenn die Cover nicht zu meinen Lieblingscovern von Jennifer Estep zählen, ist es gut gelungen für den nächsten Superhelden-Roman der Autorin
Meinung

Nachdem ich schon die Geschichten von Carmen Cole (alias Karma Girl) und Fiona Fine (alias Fiera) gelesen hatte, bin ich sehr gespannt darauf gewesen, Bella Bulluci als Superheldin zu erleben. Da die Bücher alle handlungstechnisch chronologisch nacheinander spielen, aber trotzdem immer eigenständige Handlung aufweisen, ist es eine vollkommen neue Geschichte mit alten Bekannten, aber auch neuen Helden und Schurken. Bigtime beherbergt nämlich extrem viele von denen.
Bella und die Superhelden

Nun ist es leider so, dass Bella, unsere Protagonistin, Superhelden und Superschurken nicht leiden kann und am liebsten ihre Distanz zu ihnen bewahrt. Nicht so einfach in einer Stadt wie Bigtime, in der sie als Modedesignerin arbeitet, und noch weniger einfach, wenn man bedenkt, dass sie selbst auch eine Art Superkraft besitzt. Anders als ihr Bruder, der sich ohne Kräfte in ein Superheldenoutfit schmeißt und auf einem Motorrad durch die Straßen fährt, besitzt Bella angeborene Kräfte: Glück. Und demnach auch Unglück. Ihr Jinx, wie sie es nennt. Denn sie kann es nicht kontrollieren. Ständig passieren ihr Missgeschicke, aber ab und an geschieht doch mal etwas Gutes in ihrem Leben.

Natürlich ist sie nicht begeistert, als sie auf einmal Debonair über den Weg läuft. Dieser ist nicht wirklich ein Held, aber auch nicht wirklich ein Schurke. Mit seiner Teleportationsfähigkeit ist er der gefürchtetste Kunstdieb von Bigtime und leider scheint er einen Narren an ihr gefressen zu haben.
Wenn man schon am Anfang weiß, wie es ausgeht …

… dann ist das wahrlich keine Überraschung. Jennifer Esteps “Bigtime”-Reihe ist in Sachen Vorhersehbarkeit echt nicht zu toppen. So ist auch hier schon bei der ersten Begegnung zwischen Bella und Debonair klar, wie die Geschichte enden wird. Ebenso sind Geheimidentitäten schneller aufgedeckt, als die Figuren auf diese Gedanken kommen, aber wisst ihr was? Es ist gar nicht schlimm. Obwohl mir direkt klar war, wie es ausgeht und wer sich hinter Debonairs Maske verbirgt, ist doch der Weg, den die Handlung nimmt, jedes Mal wieder anders und dort warten tatsächlich noch einige Überraschungen auf uns Leser.

So hat sich die Spannung kontinuierlich zu einem großen Showdown gesteigert, der mich dann wirklich in seinen Bann gezogen hat. Und für den Bruchteil einer Sekunde habe ich sogar Angst gehabt. Angst davor, dass Jennifer Estep uns alle an der Nase herumgeführt hat und uns doch nicht das Ende schenkt, was ich vorher vermutet habe. Puh, Leute, das Ende hier war definitiv anders als ich erwartet habe und anders als die vorherigen Bände von “Bigtime”.
Neue Protagonistin – neues Glück

Wie zuvor erwähnt, schlüpft dieses Mal Bella Bulluci in die Hauptrolle. Sie ist keine Unbekannte mehr. Wer “Karma Girl” und “Hot Mama” bereits gelesen hat, der kennt auch Bella und der weiß, Bella hat sich bisher nicht mit Ruhm bekleckert. Zuletzt ist “Hot Mama” aus der Sicht von Bellas größter Konkurrentin Fiona Fine erschienen und dort ist Bella nicht sonderlich gut weggekommen. Ständig wurde sie als arrogante Ziege dargestellt und wenn ich ehrlich bin, mochte ich sie auch nicht.

Daher war ich auch auf ihre Geschichte gespannt. Darauf, zu erfahren, was in ihrem Kopf so vorgeht und wie sie im Gegenzug Fiona sieht. Schon am Ende von “Hot Mama” wurden Anstalten gemacht, Bella besser in Szene zu setzen und sie sympathischer zu machen, aber jetzt, nach “Jinx” hat Jennifer Estep es endgültig geschafft, dass ich Bella verstehen und ihre Handlungen nachvollziehen kann. Man bekommt einen Einblick in ihren Hintergrund, woher ihr Hass auf Superhelden und Schurken kommt und man lernt die Frau kennen, die sich hinter der Maske der Modedesignerin verbirgt. Das hat mir sehr gut gefallen.
Aber trotzdem muss ich etwas meckern

Jennifer Estep neigt dazu, lang und ausführlich zu rekapitulieren, was in der vorhergegangenen Handlung geschehen ist und wenn man – wie ich – alle anderen Bände von “Bigtime” kennt, dann langweilen diese Erklärungen einen nur. Tatsächlich hätte ich mir das Lesen der anderen Bände schenken können, wenn ich sie nicht schon kennen würde, denn so ausführlich, wie die hier noch einmal aufgegriffen werden, ist alle Spannung dahin. Das finde ich sehr schade, weil es mich oft aus dem Lesefluss gerissen und mich teilweise schon richtig genervt hat, wenn Bella so ausschweifend über die Geschichte von Fiona nachdenkt.
Fazit

“Bigtime – Jinx” hat als dritter Band der Superhelden-Reihe von Jennifer Estep eine neue, etwas andere Protagonistin in den Fokus gerückt und dadurch auch das bereits bekannte Schema der Bücher etwas durcheinander gerüttelt. Immer noch vorhersehbar, aber sehr unterhaltsam und die Charaktere sind ebenfalls sehr sympathisch und authentisch gezeichnet. Ich bin auf die nächsten Bände gespannt.

Veröffentlicht am 03.05.2018

Gelungener zweiter Band

Hot Mama
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Cover

Das Cover passt wieder sehr gut zum ersten Teil der Bigtime-Reihe und zeigt vor einem dunklen Hintergrund mit angedeuteten Hochhäusern das bekannte Superhelden-Symbol in Form eines Herzens, in dem ...

Cover

Das Cover passt wieder sehr gut zum ersten Teil der Bigtime-Reihe und zeigt vor einem dunklen Hintergrund mit angedeuteten Hochhäusern das bekannte Superhelden-Symbol in Form eines Herzens, in dem der Titel geschrieben steht. Darüber befinden sich die Umrisse von unserer neuen Protagonistin Fiera, deren Kräfte mit Feuer zu tun haben, weshalb die Pose mit dem Feuer auf der Handfläche sehr gut passt. Mir gefällt das Cover wirklich sehr gut! :)
Meinung

Nach dem Ende von “Karma Girl”, was mir damals schon gut gefallen hat, war ich sehr gespannt auf “Hot Mama”, schließlich geht es nun um Fiona, die man bereits im ersten Band kennenlernen kann. Da ich sie als Charakter direkt sehr interessant fand, musste ich natürlich nun auch ihre Geschichte lesen.

Es ist immer wieder interessant, wie Jennifer Esteps Schreibstil sich von Reihe zu Reihe unterscheidet. Klar, es sind verschiedene Genres, aber während die “Mythos Academy” einen wirklich sehr jugendlichen Schreibstil hat, wirkt der der “Bigtime”-Reihe dazu sehr viel reifer, was ja auch nichts Schlechtes ist, mich aber am Anfang ein wenig verblüfft hat. Erzählt wird aus Fionas Sicht, was mir wirklich sehr gut gefallen hat, da man so die Protagonistin am besten kennenlernen kann. Anders wäre ihr Humor auch gar nicht richtig zur Geltung gekommen.

Dieser Band knüpft vom Geschehen her nicht direkt an den Vorgänger an, sondern mit einer zeitlichen Verzögerung von gut einem halben Jahr, würde ich schätzen. Die Trinity ist nicht wieder aufgetaucht, alles ist soweit gut. Bis zu dem Tag, an dem zwei neue Superschurkinnen die Feier, die die Fearless Five besucht, crashen. (Aus Spoiler-Gründen verrate ich mal nicht, was für eine Feier es ist. ;) ) Am gleichen Tag trifft Fiona, ihres Zeichens Mode-Designerin und beste Superheldin von ganz Bigtime, auf den gutaussehenden Bruder ihrer Konkurrentin Bella Bulluci, Johnny und es kommt natürlich, wie es kommen muss, und die beiden beginnen eine Liaison miteinander. Alles könnte so schön sein, wenn nicht die beiden eben schon erwähnten Superschurkinnen wären, die natürlich nichts Geringeres im Sinn haben, als die Weltherrschaft. Aber hey, welcher Superschurke will die denn nicht?

Wie man aus meiner kurzen Inhaltsbeschreibung schon herauslesen kann, ist das Buch einen Hauch vorhersehbar. So habe ich einige wichtige Plotpunkte schon 50-100 Seiten vor den Charakteren erkannt und mich gefragt, wieso die so lange für diese Erkenntnis benötigen. Bei der “Mythos Academy” ist Jennifer immer klasse, was Plottwists betrifft und ich finde es ein wenig schade, dass “Hot Mama” in dieser Hinsicht nicht punkten kann, was dem Rest der Handlung aber keinen Abbruch tut.

Schlussendlich handelt es sich um einen Unterhaltungsroman und man kann sagen, was man will, aber unterhalten bin ich geworden. Und zwar sehr gut! Vor allem von Fiona selbst, die im ersten Band ja nicht unbedingt als super sympathisch im Gedächtnis bleibt. Nun, da man ihren Background kennt und ihre Persönlichkeit kennenlernen darf, wird sie aber sehr viel sympathischer. Als Modedesignerin spielt sie auch in ihren Gedanken immer wieder mit Begriffen aus ihrer Branche, beurteilt die Kleider von anderen Personen und ja, sie ist auch sehr von sich überzeugt. Manch einer möge nun sagen, sie ist arrogant und vielleicht hat er damit sogar recht, aber sei’s drum! Ich finde diesen arroganten Charakterzug von ihr extrem genial. Als milliardenschwere Modeikone darf sie arrogant sein. Außerdem ist sie eine Superheldin!

Auf der anderen Seite haben wir Johnny, der mit im Unternehmen seiner Familie arbeitet und im Grunde von dem ganzen Superhelden-Zeugs nichts wissen will. Er ist sehr charmant und gleichzeitig schlagfertig, um Fiona jederzeit Paroli bieten zu können, aber auch er hat seine Ecken und Kanten – die ich wegen Spoilern eher nicht verrate.

Faszinierend finde ich außerdem das Setting: Bigtime. Eine Stadt voller Superhelden und Schurken, die einander bis aufs Letzte bekriegen, während ihre zweiten Identitäten noch so gut miteinander befreundet sein können. Schließlich kennt niemand das Alter Ego eines Superhelden. Darüber hinaus gibt es in der Stadt sogenannte neutrale Gebiete, wie das Einkaufszentrum oder ein Diner, in dem alle friedlich zusammen essen können. Irgendwie ziemlich unwirklich in so einer Stadt, aber ich finde es ziemlich cool!

Außerdem noch cool: Die Reihe geht bekanntlich weiter und auf Englisch gibt es schon alle Bände. Ich musste, neugierig, wie ich bin, auch schon nachschauen, wer die Protagonisten der nächsten Bände werden und finde genial, dass jetzt, nach Band 2, alle zukünftigen Protagonisten zumindest eingeführt worden sind. Die Fortsetzungen können also kommen. Band 3 “Jinx” erscheint nächstes Frühjahr.
Fazit

“Hot Mama” ist definitiv ein gelungener zweiter Band der “Bigtime”-Reihe, allerdings einen Hauch vorhersehbar. Trotzdem besticht er durch interessante Charaktere und eine schöne Liebesgeschichte. Ich freue mich auf Band 3.

Veröffentlicht am 03.05.2018

Unterhaltsamer Reihenauftakt

Karma Girl
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Cover

Die Covergestaltung ist dieses Mal komplett anders als die von Jennifer Esteps anderen Werken, aber sie ist so definitiv eine gute Wahl für das Buch gewesen. Vor dem schwarzen Hintergrund mit den ...

Cover

Die Covergestaltung ist dieses Mal komplett anders als die von Jennifer Esteps anderen Werken, aber sie ist so definitiv eine gute Wahl für das Buch gewesen. Vor dem schwarzen Hintergrund mit den bunten Rechtecken, die eine Großstadt erahnen lassen, prangt ein Superhelden-Logo, das entfernt an das Zeichen von Superman erinnert. Statt des großen »S« in der Mitte ist es hier aber ein Herz, in dessen Mitte der Buchtitel »Karma Girl« zu finden ist. Darüber sieht man die Sillouette einer jungen Frau mit wehendem Haar und Cape.
Meinung
Schreibstil:

Jennifer Estep bedient sich einem Schreibstil, der an und für sich sehr leicht und schnell zu lesen ist. Man stolpert kaum über Satzkonstruktionen, kommt leicht mit und kann sich super in die Geschichte hineinversetzen. Jennifer Estep hat es darüber hinaus geschafft, das Buch so zu schreiben, dass man als Leser sich durchaus Gedanken um die Identitäten der Superhelden und Schurken machen und Vermutungen anstellen kann, ohne mit Sicherheit zu wissen, ob man richtig liegt, bis es aufgedeckt wird.
Handlung:

Die Geschichte beginnt mit dem Event, das Carmens Rachefeldzug auslöst: Ihrer Hochzeit. Nachdem sie ihren jetzt Ex-Verlobten mit ihrer jetzt Ex besten Freundin im Bett erwischt und sich beide auch noch als Superheld bzw. Superschurkin herausstellen, brennt bei ihr eine Sicherung durch und sie beschließt, alle Superhelden und Schurken zu demaskieren.

Die Anfangssequenz samt Erfolgsgeschichte von Reporterin Carmen Cole ist recht schnell und oberflächlich abgehandelt und haben mich skeptisch gemacht. Ganz nach dem Motto: »Hoffentlich kommt da noch etwas mehr Tiefe«.

Alle, denen es auch so geht, kann ich beruhigen. Tiefe kommt und eine spannende Handlung gleich mit dazu. Mann kann mitfiebern, mitleiden, aber vor allem muss man über bestimmte Passagen einfach grinsen. Wenn man also den Anfang überwunden und sich in etwa beim ersten Drittel befindet, kann man sich auf eine rasante Achterbahnfahrt vorbereiten, bei der Jennifer Estep mal wieder zur Höchstform aufläuft.

Schritt für Schritt sickern neue Erkenntnisse durch, die die Handlung, die in drei Teile gegliedert ist, beeinflussen und das Ende – da war ich wirklich positiv überrascht. Es ist natürlich kein perfektes Happy End, aber wie soll es das in einer Welt voller Superhelden und Schurken schon geben. Dafür empfinde ich das Ende als sehr zufriedenstellend und gelungenen als Abschluss des ersten Bandes der Reihe.
Charaktere:

Carmen, die Protagonistin, ist zwar keine Superheldin, aber auch sie nimmt eine wichtige Rolle ein: Sie ist eine Reporterin, knallhart und schomungslos lässt sie Superhelden und Schurken auffliegen. Sie weiß, was sie tut, ist sehr intelligent und ja, auch mutig. Zumindest gegen Ende hin. Ihre Entwicklung von der normalen Reporterin zur furchtlosen Heldin (wenn auch ohne Kräfte) ist wirklich beeindruckend und wirkt überhaupt nicht wie an den Haaren herbeigezogen. Als Persönlichkeit ist sie nachvollziehbar und sehr sympathisch.

Striker alias – wird natürlich nicht verraten – ist der Anführer der Fearless Five, der Superhelden in Bigtime. Er ist stark, besitzt übernatürlich starke Sinne und ist ein Profi mit seinen zwei Schwertern. Mal ganz zu schweigen von seinem guten Aussehen und seinem Charme. Viel kann ich hier natürlich nicht verraten, ohne zu spoilern, aber wenn ihr aufmerksam lest, werdet ihr schnell erfahren, wer sich hinter der Maske verbirgt.

Apropos Namen: Alliterationen scheinen in Sachen Superhelden ja schon immer gefragt gewesen sein, aber Jennifer Estep zeigt: Sie sind noch lange kein Schnee von gestern. Auch wenn die Alliterationen ziemlich viel sehr offensichtlich machen – in meinen Augen zumindest – tut das der Story aber keinen Abbruch.
Fazit

»Karma Girl« ist ein unterhaltsamer Reihenauftakt zu Jennifer Esteps neuer Superhelden-Serie, der den Zeitgeist genau trifft. Wenn auch am Anfang die Tiefe etwas fehlt, konnte mich das Buch am Ende doch überzeugen.

Veröffentlicht am 03.05.2018

Schönes Hörbuch!

Deathline - Ewig dein
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Cover
Das Cover des Hörbuchs ist dem Print- bzw. E-Book-Cover sehr ähnlich. Vor einem dunklen grün-blauen Hintergrund blühen Blumen, Schmetterlinge sind zu sehen und ein Mond am Himmel. Der Reihentitel ...

Cover
Das Cover des Hörbuchs ist dem Print- bzw. E-Book-Cover sehr ähnlich. Vor einem dunklen grün-blauen Hintergrund blühen Blumen, Schmetterlinge sind zu sehen und ein Mond am Himmel. Der Reihentitel »Ewig dein« besteht aus kleinen Sternchen und das ganze Cover strahlt etwas Mystisches, aber doch Naturverbundenes aus.
Meinung
Da ich zugegebenerweise kein Hörbuch-Junkie, sondern nur ein Gelegenheitshörer bin, ist dieses hier das erste Hörbuch, das ich rezensiere und obwohl ich um gekürzte Fassungen normalerweise noch einen viel größeren Bogen mache, hat es mich vom Klappentext her so sehr angesprochen, dass ich darüber hinwegsehe, dass im Buch noch einige Passagen mehr enthalten sein sollen (Ich habe das Buch nicht gelesen. Das ist einfach nur meine Annahme, da das Hörbuch gekürzt ist).
Sprecher / Stil
Friederike Walke ist die Sprecherin des Hörbuchs. Wem der Name nichts sagt, Friederike Walke ist eigentlich Synchonsprecherin für Filme und Serien (u. A. bekannt als die deutsche Stimme von Cinderella aus der Neuverfilmung aus 2015). Sie hat erst an wenigen Hörbuchproduktionen mitgewirkt, sollte meiner Meinung nach aber an noch viel mehr mitwirken! Sie schafft es, selbst die Passagen spannend zu erzählen, die es eigentlich nicht sind. Sie erzählt sehr lebhaft, verstellt die Stimmen passend zur Stimmung und der Person, die gerade spricht (auch wenn sich das bei den männlichen Personen ein wenig witzig anhört). Da ist definitiv jede Menge Gefühl da! Und ihre Stimme passt auch sehr gut zu der Ich-Erzählerin des Buches.
Handlung
Da Josie ihr Leben zu langweilig geworden ist, begeht sie einen folgeschweren Fehler. Sie wünscht sich, dass in ihrem Leben etwas Außergewöhnliches passiert. Dass sie sich unsterblich verliebt und die Welt retten muss. Ihren Taufanhänger bringt sie als Opfergabe und alles ist perfekt. Als die Sommerferien anfangen, ahnt sie noch nicht, dass sich zumindest ein Teil ihres Wunsches erfüllen wird. Kurz darauf lernt sie Ray kennt, der über den Sommer auf der Pferderanch ihrer Familie arbeitet, aber dabei eigentlich andere Ziele verfolgt.
Ray gehört nämlich zu einer Gruppe amerikanischer Ureinwohner, die in der verschlafenen Kleinstadt, aus der Josie stammt, einfach nur Greenies genannt werden. Dieses Volk glaubt an das Übernatürliche, an schützende Amulette und auch an böse Dämonen. Und schon bald ist Josie mittendrin.
Also ich für meinen Teil kann nicht behaupten, eine ähnliche Geschichte schon einmal gelesen zu haben. Daher 10 Punkte für Originalität. Das hat die Autorin wirklich großartig gemacht. Sie hat die Mythen der Ureinwohner in einer wirklich schönen Geschichte verwoben. Neben diesen Mythen gibt es auch jede Menge Spannung und eine Handlung, die zwar nur langsam in Fahrt kommt, aber den Hörer dafür gegen Ende kaum noch zu Atmen kommen lässt, aber es ist nicht alles gold, was glänzt.
Charaktere
Die Protagonistin, Josie, ist zwar erst sechzehn und während ich das schreibe, fühle ich mich schrecklich alt, aber ich finde sie einfach schrecklich kindlich. Klar kann ich irgendwo nachvollziehen, dass sie mal will, dass etwas in der Kleinstadt passiert, aber deshalb bringt man doch kein Opfer, um auf einmal die Welt retten zu müssen. Erst recht nicht in einer Gegend, in der so etwas wie Magie nicht vollkommen abwegig ist. Darüber hinaus sind ihre Handlungen meistens von jugendlichem Leichtsinn getrieben und das merkt man auch an ihrem Denken.
Ray hat mir in dieser Hinsicht besser gefallen. Man erfährt zwar nicht, wie alt er eigentlich ist, aber ich schätze ihn auf 17 oder 18 Jahre. Für sein Alter handelt er um einiges reifer und besonnener – wäre nur cool gewesen, wenn Josie sich auch an seine Anweisungen gehalten hätte. Seinen Background finde ich wahnsinnig interessant und hätte gerne mehr über die Greenies erfahren.
Was die Liebesgeschichte zwischen den beiden angeht, so bin ich noch zwiegespalten: Einerseits ist sie ja schon süß und bewegend, andererseits sind die Gefühle bei beiden so unfassbar schnell aufgetreten, dass man fast schon von Insta-Love sprechen könnte. Wieso das so ist, wird zwar erklärt, aber ich bin trotzdem nicht ganz damit einverstanden.
Fazit
»Deathline – Ewig dein« ist ein spannend erzähltes Hörbuch, das mit Verknüpfungen zu den amerikanischen Ureinwohnern glänzt. Leider konnten mich die kindlichen Handlungen der Protagonistin nicht packen. Trotzdem werde ich mir den zweiten Band – ich hoffe doch sehr, dass einer kommt – auch zu Gemüte führen.

Veröffentlicht am 03.05.2018

Ein Jugendbuch der etwas anderen Art

Die Königinnen der Würstchen
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Cover
Die Grundfarbe des Covers ist ein helles Gelb und darauf zu sehen sind drei Mädels auf dem Rad und ein Eifelturm im Hintergrund. Symbolisch ist also der Roadtrip der drei Würstchen darauf abgebildet ...

Cover
Die Grundfarbe des Covers ist ein helles Gelb und darauf zu sehen sind drei Mädels auf dem Rad und ein Eifelturm im Hintergrund. Symbolisch ist also der Roadtrip der drei Würstchen darauf abgebildet und obwohl die drei Mädels – auch wenn man sie nur von hinten sieht – jetzt nicht unbedingt die hässlichsten sind, ergo auch nicht zu den Protagonisten passen – empfinde ich das Cover als sehr gelungen. Es sprüht quasi nur so von der Lebensfreude eines verrückten Roadtrips.
Meinung
Ich lese ja nicht oft französische Lizenztitel – vielleicht weil es davon zu wenige gibt, die mich reizen? – aber wenn ich es tue, dann merke ich das auch, wenn ich den Namen des Autors nicht kenne oder weiß, dass es im Original französisch ist. So auch hier. Der Schreibstil der Autorin ist mit dem typischen, franzsösischen Humor gespickt, der für mich zu Beginn etwas befremdlich war, mich nach den ersten fünfzig Seiten aber tatsächlich begonnen hat, zu amüsieren. Vor allem Mireille, die Protagonistin, hat dazu beigetragen, denn als Ich-Erzählerin schildert sie die Ereignisse mit einer außergewöhnlichen Schlagfertigkeit, Witz und Charme.
In dem Buch geht es um Mireille, Astrid und Hakima, die in der Schule die größtmögliche Demütigung ertragen müssen, die es gibt: Sie werden zur Wurst des Jahres gewählt, also zu den hässlichsten Mädchen der Schule. Aber die drei lassen sich nicht unterkriegen. Im Sommer wollen sie eine außergewöhnliche Reise unternehmen.
Von Bourg-en-Bress nach Paris soll es gehen, aber nicht etwa ganz simpel mit dem Auto. Nein, wie das Cover schon vermuten lässt, nehmen sie das Fahrrad. Sechs Tage soll die Fahrt dauern. Für drei dicke Mädchen ist das nicht unbedingt ein Kinderspiel, aber sie sind wild entschlossen. Jede von ihnen hat ein anderes Ziel, weshalb sie unbedingt am Nationalfeiertag nach Paris muss. Ob sie das schlussendlich schaffen und ihre Pläne in die Tat umsetzen, muss jeder für sich selbst herausfinden.
Im Vordergrund des Buches steht natürlich die Reise, dieser irrwitzige Roadtrip, der ein Gefühl von Freiheit und Grenzenlosigkeit vermittelt. Nicht nur, dass die drei Mädchen (samt Aufsichtsperson in Form von Hakimas Bruder) ihre Reise auf dem Rad antreten und auf dem Weg mit Würstchenverkäufen über die Runden kommen wollen, die ganze Reise nimmt bald viel größere Ausmaße an. Ein wahrer Medienrummel entsteht und ganz Frankreich rätselt: Was haben die Mädchen in Paris vor?
Dabei werden auch ernstere Themen aufgegriffen: Das Aufmerksammachen auf Mobbing und Demütigung zum Beispiel oder die Motivation sportlicher zu werden und etwas am eigenen Lebensstil zu ändern. Humorvoll verpackt lehrt dieses Buch den Lesern die Lektion, dass dass selbst die schönsten Menschen im Inneren total hässlich sein können, während die Hässlichsten von innen heraus so schön sind, wie niemand sonst.
Mireille, eine der Protagonistinnen und Ich-Erzählerin, ist gerade einmal fünfzehn und musste schon dreimal die Demütigung ertragen, eine Wurst des Jahres zu sein. Sie hat gelernt, damit zu leben und Beleidigungen sowie Mobbing an ihr abprallen zu lassen. In dieser Hinsicht ist sie sehr viel reifer als ihre Mit-Würstchen. Sie ist außerdem schlagfertig, nicht auf den Mund gefallen und darüber hinaus kann sie noch sehr tiefgründig sein.
Astrid und Hakima sind beide zum ersten Mal Würstchen des Jahres und während Astrid damit überhaupt nicht klarkommt, lenkt Hakima ihre Aufmerksamkeit auf andere Themen, die in ihren Augen mehr Beachtung verdienen. Beide sind weniger abgehärtet in Sachen Mobbing und auch nicht immer mit dem Einverstanden, was Mireille so plant, aber schlussendlich halten die drei zusammen.
Fazit
»Die Königinnen der Würstchen« ist ein Jugendbuch der etwas anderen Art. Es ist jetzt nicht super spannend oder weltbewegend, aber seichte Lektüre für einen gemütlichen Sommertag auf jeden Fall. Humorvoll und mit viel Charme beschrieben, darf der Leser Zeuge eines echt verrückten Roadtrips werden.