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Veröffentlicht am 04.10.2021

Das Geheimnis von Easterham Manor

Das Geheimnis des Schneemanns
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Nicolas Blake ist das Pseudonym des englischen Dichters Cecil Day Lewis. Während seiner Zeit als Schriftsteller und Hofpoet waren die Kriminalromane Blakes ein erforderliches Zubrot.

Sein Ermittler Nigel ...

Nicolas Blake ist das Pseudonym des englischen Dichters Cecil Day Lewis. Während seiner Zeit als Schriftsteller und Hofpoet waren die Kriminalromane Blakes ein erforderliches Zubrot.

Sein Ermittler Nigel Strangeways ist ein etwas exzentrisches Mitglied der Upper Class, dessen Onkel ein hoher Beamter bei Scotland Yard ist. Mit diesen Verbindungen gelingt es immer, sicher über die örtlichen Polizeidienststellen zu setzen und wird auch gern von hochgestellten Persönlichkeiten zum Lösen delikater Fälle gebeten.

Hier nun ist es eine ältere Dame, entfernt mit Nigels Gattin verwandt, die ihn bittet ein seltsames Vorkommnis auf Easterham Manor zu untersuchen. Während einer Seance hat sich die Katze der Restoricks äußerst merkwürdig verhalten, aber einen Spuk möchte niemand so recht glauben.

Nigel macht nun die Bekanntschaft der ganzen Familie Restorick, Hereward der Besitzer des Manors, seinem Bruder Andrew und der exaltierten Schwester Betty und anderen Weihnachtsgästen. Die Stimmung der Gesellschaft ist mehr als angespannt und als dann noch ein Familienmitglied tot aufgefunden wird, ist klar, Nigels ganze Kombinationsgabe und Intelligenz ist wieder einmal gefordert.

Blakes Kriminalromane gehören in die goldene Zeit der englischen klassischen Detektivgeschichten. Seine Fälle sind verzwickt wie anspruchsvolle Rätsel und verführen den Leser zum mit raten. Der Plot wirkt manchmal ein wenig gekünstelt, ist aber immer niveauvoll geschrieben und spiegelt die Eleganz der Gesellschaftsschicht. Aber auch die ist nicht von bösen Einflüssen gefeit und so wird hier Nigel Strangeways mit dem sprichwörtlichen Bösen konfrontiert.

Die Neuauflagen der Blake Krimis im Verlag Klett-Cotta sind sehr schön editiert, neu übersetzt und es macht Freude, die Klassiker neu zu entdecken.

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Veröffentlicht am 28.09.2021

Jackie Dupont ermittelt

Tod am Canal Grande - Ein Fall für Jackie Dupont
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Wieder ist die kapriziöse Jackie Dupont als Detektivin unterwegs. Ihr Weg führt sie nach Venedig, wo grade Ihr Verlobter, der Duke of Surrey mit der Restaurierung einiger Gemälde in der Basilica Santa ...

Wieder ist die kapriziöse Jackie Dupont als Detektivin unterwegs. Ihr Weg führt sie nach Venedig, wo grade Ihr Verlobter, der Duke of Surrey mit der Restaurierung einiger Gemälde in der Basilica Santa Maria della Salute beschäftigt ist. Und genau in dieser Kirche soll nach Jackies Angaben in der Nacht eine Frau ermordet worden sein. Aber von einer Leiche keine Spur.

Das elegante Pärchen ermittelt nun auf eigene Faust und sehen sich bald in Intrigen, Lügen und gefährliche Machenschaften verwickelt.

Die Krimis um Jackie Dupont haben ein ganz eigenes Flair. Das liegt an der Zeit, den leichtlebigen 20ger Jahren und der Upper Class, in der Jackie ihre Aufträge erledigt. Wobei es dieses Mal nicht um gestohlene Juwelen, sondern um einen handfesten Mord geht. Venedig als Schauplatz ist prächtig in Szene gesetzt, elegante Stadtpaläste, Gondelfahrten, der Lido – es macht einfach Spaß mit Kit und Jackie durch die Lagunenstadt zu streifen.

Sargent, ein knuddeliger, kleiner Hund mit einer ganz besonderen Spürnase, der Jackie nicht von der Seite weicht, setzt immer wieder liebenswerte Highlights in der Geschichte. Die Autorin erzählt ihren Krimi mit leichter Hand, witzigen Einfällen und Beobachtungen. Das fand ich ausgesprochen unterhaltsam und atmosphärisch. Tatsächlich gelingt es Jackie und Kit mit unkonventionellen Methoden einen außergewöhnlichen Fall zu lösen und die Entlarvung des Täters punktet dann noch mit einer Überraschung.

Wie ein roter Faden zieht sich das Geheimnis um Jackie Duponts wahre Identität durch die Geschichte und wird im Lauf der Krimis immer ein Stückchen weiter enthüllt. Jeder Fall ist in sich abgeschlossen und so kann auch der dritte Band ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

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Veröffentlicht am 27.09.2021

Verrückt

The Stranger Times
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Glaube nichts und niemandem, glaube nicht mal deinem eigenen Auge! Hannah hat ihren permanent fremdgehenden Ehemann verlassen und dabei versehentlich – wie sie glaubhaft beteurert – das Haus gleich mit ...

Glaube nichts und niemandem, glaube nicht mal deinem eigenen Auge! Hannah hat ihren permanent fremdgehenden Ehemann verlassen und dabei versehentlich – wie sie glaubhaft beteurert – das Haus gleich mit abgefackelt. Jetzt braucht sie einen Job und zwar schnell. Aber für eine Frau, die nur das Anhängsel am Arm des Mannes war und lediglich bei Charity glänzte, gar nicht so einfach.

Da findet sie das Inserat der „Stranger Times“ und betritt damit den Vorhof zur Hölle.

Nichts, aber auch gar nichts, folgte einer Logik, wie sie Hannah kennt. Der Chefredakteur ist ein überriechender Choleriker, der es nicht nur bei verbalen Angriffen lässt. Hier blitzte bei mir sofort der Chef der „Slow Horses“ auf, die Krimigeschichten von Mick Herron. Aber die Absurdität dieses Plots ist schon einmalig.
Seltsam, Hanna fühlt sich tatsächlich wohl in dieser chaotischen Gemeinschaft, bis – ja bis sich die spinnerten Artikel, die sie mit Augenzwinkern veröffentlicht, plötzlich real werden.

Were, (bei weitem nicht so harmlos wie ein Werwolf) geheimnisvolle Kräfte und Mächte bedrohen den Fortbestand der Stranger Times und ihrer Leute.

Aber die Fantasie von C.K. McDonnell kennt keine Grenzen, immer wieder fällt ihm ein besonderer Twist ein und immer wieder lässt er den Leser ratlos zurück.

Ist das jetzt Urban Fantasy oder Krimi? Auf alle Fälle gelungene Unterhaltung für Leser, die dieses Genre mögen.

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Veröffentlicht am 20.09.2021

Gedanken eines Vaters

Reise durch ein fremdes Land
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„Die Reise durch ein fremdes Land“ ist ein sehr zurückgenommes, ja melancholisches Buch. Auch mich hat diese Stimmung beim Lesen erfasst. Wir begleiten einen Vater auf eine Autofahrt durch Schottland in ...

„Die Reise durch ein fremdes Land“ ist ein sehr zurückgenommes, ja melancholisches Buch. Auch mich hat diese Stimmung beim Lesen erfasst. Wir begleiten einen Vater auf eine Autofahrt durch Schottland in den Süden. Extreme Schneefälle haben fast alles lahmgelegt und er macht sich auf die Reise seinen Sohn Luke aus der Universitätsstadt über die Weihnachtstage nach Hause zu holen.

Während der Reise schweifen seine Gedanken immer wieder in die Vergangenheit. Er wollte einmal ein berühmter Fotograf werden, aber nun sind seine Aufträge Hochzeiten, Familienfeiern und ab und zu ein Werbeauftrag. Er denkt an die Bilder seiner Kinder und immer wieder kommt Daniel in seine Gedanken. Den Sohn, den er verloren hat, den er nicht beschützen konnte. Wie eine schwere Last liegt da sein Versagen auf den Schultern. Immer näher kommen wir dem Protagonisten.

Durch die eindrückliche Sprache und die Reduzierung auf einige Stunden im Auto bekommt der Roman eine ganz besondere Intensität. Er dringt tief in die Seelen seiner Figuren und dem konnte ich mich als Leserin auch nicht entziehen.

Eine sehr genaue Beobachtungsgabe und eine makellose Sprache machen dieses Buch besonders.

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Veröffentlicht am 19.09.2021

Salzburger Advent mit Mörderjagd

Salzburger Rippenstich
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Als Arzthelferin ist Rosmarie immer mit dem neuesten Wartezimmerklatsch vertraut und was sie da nicht hört, ergänzt ihre Schwiegermutter. So erfährt sie von einem unbekannten Toten mit entstelltem Gesicht. ...

Als Arzthelferin ist Rosmarie immer mit dem neuesten Wartezimmerklatsch vertraut und was sie da nicht hört, ergänzt ihre Schwiegermutter. So erfährt sie von einem unbekannten Toten mit entstelltem Gesicht. Rosmarie, die sich selbst als begabte „Miss Marple“ sieht und genauso neugierig ist, begibt sich auf Mörderjagd und muss sich schon bald um eine zweite Leiche kümmern. Sie hat einen Verdacht und je tiefer sie gräbt, umso sicherer ist sie sich, dass sie einen dritten Mord verhindern muss.

Was für ein origineller und frischer Krimi. Ich habe mehrfach lauthals lache müssen, wenn Rosmarie aus der Praxis erzählt und ihre Schlussfolgerungen zum Besten gibt. Unverzichtbar bei ihren Ermittlungen ist ihre gute Freundin und natürlich nutzt sie die Praxis um an Informationen zu kommen, während die Polizei sich eher träge zeigt.

Anfangs dachte ich ja, ich hätte schon lange den Plot enträtselt, aber die Autorin hat mich interessanten Wendungen noch einige spannende Überraschungsmomente eingebaut. Die Figuren sind witzig, besonders bei den Nebenfiguren, die ja immer das Salz in der Suppe sind, hat sich Katharina Eigner viel einfallen lassen und damit sehr zu meinen Vergnügen beigetragen. Lediglich bei Rosmaries Ehemann, ein Macho, wie er eigentlich schon ausgestorben sein sollte, haben sich mir öfters die Haare aufgestellt.

Ein Regionalkrimi mit hohem Unterhaltungswert und ein Debüt, das mich überzeugt hat.

Besonders gelungen fand ich auch das Titelbild, ein kleine Stickerei, die auch Bezug zum Inhalt hat. Das rundet meinen guten Eindruck ab.

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