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Veröffentlicht am 01.06.2019

Wichtiges Thema, aber den Hype nicht wert ...

Children of Blood and Bone
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Klappentext:

Sie töteten meine Mutter.
Sie raubten uns die Magie.
Sie zwangen uns in den Staub.
Jetzt erheben wir uns.

Zélies Welt war einst voller Magie. Flammentänzer spielten mit dem Feuer, Geistwandler ...

Klappentext:

Sie töteten meine Mutter.
Sie raubten uns die Magie.
Sie zwangen uns in den Staub.
Jetzt erheben wir uns.

Zélies Welt war einst voller Magie. Flammentänzer spielten mit dem Feuer, Geistwandler schufen schillernde Träume, und Seelenfänger wie Zélies Mutter wachten über Leben und Tod. Bis zu der Nacht, als ihre Kräfte versiegten und der machthungrige König von Orïsha jeden einzelnen Magier töten ließ. Die Blutnacht beraubte Zélie ihrer Mutter und nahm einem ganzen Volk die Hoffnung.

Jetzt hat Zélie eine einzige Chance, die Magie nach Orïsha zurückzuholen. Ihre Mission führt sie über dunkle Pfade, wo rachedurstige Geister lauern, und durch glühende Wüsten, die ihr alles abverlangen. Dabei muss sie ihren Feinden immer einen Schritt voraus sein. Besonders dem Kronprinzen, der mit allen Mitteln verhindern will, dass die Magie je wieder zurückkehrt …


Meine Meinung:

“Children of Blood and Bone - Goldener Zorn” ist der Debütroman der amerikanisch-nigerianischen Autorin Tomi Adeyemi. Aufmerksam bin ich darauf geworden, als ich auf Instagram ein Video von ihr gesehen hatte, wie sie ihre erstes eigenes Exemplar des Buches auspackte und bitterlich anfing zu weinen. Es war so herzerwärmend! Ich musste dieses Buch einfach lesen und war froh, dass der Fischer FJB Verlag es so schnell lizensierte und übersetzte.

Dies ist ein Buch mit einer wichtigen Botschaft, die besonders in Amerika - wo unschuldige Schwarze auf der Straße niedergeschossen werden - eine besondere Notwendigkeit hat.

Tomi Adeyemi verpackte dieses Thema in eine spannende Fantasywelt, wie man sie bislang kaum in diesem Genre findet. Denn dieses Buch hat keinen einzigen weißen Charaktere und erinnert in seinen Facetten an den kompletten Kontinent Afrika, mit seinen Wüsten, Savannen, Meeren und Dschungeln. Ich persönlich fand das zur Abwechslung sehr angenehm und hätte gerne mehr solche Bücher!

Die Welt um Zélie und Tzain hat mir sehr gut gefallen. Sie war abwechslungsreich und bot viele tolle Kulissen für die Szenen.
Aber all das hat die Autorin meiner Meinung nach mit ihrem Schreibstil zu nichte gemacht. Denn das Buch bestand zum großen Teil aus Monologen, die einfach nur den Inhalt der letzten Kapitel wieder gaben (Teil weise 1 zu 1, nur Kursivschrift) und aus einem sprunghaften Inhalt. Es fehlte teilweise was und teilweise war einfach zu viel da. So konnte ich das Buch einfach nicht genießen.

Zélie selbst war eine gute und interessante Protagonistin, auch wenn ich ihre ständigen Selbstzweifel (die in ihren Monologen nur allzu oft durchgekaut wurden) ab einem gewissen Zeitpunkt nervig fand, ebenso wie wankelmütig sie in ihrem Gemüt ist. Das machte sie schrecklich unruhig und störte den Fluss des Buches ein wenig.

Doch am wankelmütigsten und somit für mich am nervigsten war einfach der Antagonist Inan, der zwischenzeitlich fast sympatisch geworden wäre. Doch schlussendlich erinnerte der Hauptmann und Prinz nur an ein Kind, das nicht weiß was es will und dadurch die Handlung kräftig durcheinander brachte. Da hätte sich die Autorin ruhig die ein oder andere Szenerie sparen können.

Aber das war allgemein ein Problem. Tatsächlich konnte man dieses Buch nur überfliegen, gar ganze Kapitel auslassen und konnte trotzdem der Handlung sehr gut folgen. Das sollte eigentlich nicht so sein und ich war, als ich das ausprobiert hatte, gelinde gesagt schockiert. Denn das machte das Buch für mich fast lächerlich und umso weniger kann ich den Hype aus Amerika etc. nicht nachvollziehen.

Auch wenn es schlussendlich ganz rund war und das offene Ende auf eine spannende Fortsetzung hoffen lässt, werde ich mir diesenaber wahrscheinlich nicht mehr zu Gemüte führen.


Fazit:

Ein Buch mit einer wichtigen Botschaft und einer tollen Welt, die von der Autorin jedoch schlichtweg verhunzt wurde.

Veröffentlicht am 01.06.2019

Die Vergangenheit der Toten ...

Der Freund der Toten
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Klappentext:

Der charmante Gelegenheitsdieb und Hippie Mahony glaubte immer, seine Mutter habe ihn aus Desinteresse 1950 in einem Waisenhaus in Dublin abgegeben. Sechsundzwanzig Jahre später erhält er ...

Klappentext:

Der charmante Gelegenheitsdieb und Hippie Mahony glaubte immer, seine Mutter habe ihn aus Desinteresse 1950 in einem Waisenhaus in Dublin abgegeben. Sechsundzwanzig Jahre später erhält er einen Brief, der ein ganz anderes, ein brutales Licht auf die Geschichte seiner Mutter wirft. Mahony reist daraufhin in seinen Geburtsort, um herauszufinden, was damals wirklich geschah. Sein geradezu unheimlich vertrautes Gesicht beunruhigt die Bewohner von Anfang an. Mahony schürt Aufregung bei den Frauen, Neugierde bei den Männern und Misstrauen bei den Frommen. Bei der Aufklärung des mysteriösen Verschwindens seiner Mutter hilft ihm die alte Mrs Cauley, eine ehemalige Schauspielerin. Furchtlos, wie sie ist, macht die Alte nichts lieber, als in den Heimlichkeiten und Wunden anderer herumzustochern. Sie ist fest davon überzeugt, dass Mahonys Mutter ermordet wurde. Das ungleiche Paar heckt einen raffinierten Plan aus, um die Dorfbewohner zum Reden zu bringen. Auch wenn einige alles daran setzen, dass Mahony die Wahrheit nicht herausfindet, trifft er in dem Ort auf die eine oder andere exzentrische Person, die ihm hilft. Dass es sich dabei manchmal auch um einen Toten handelt, scheint Mahony nicht weiter zu stören …


Meine Meinung:

Dieser Roman ist das erste Werk der britischen Autorin Jess Kidd, die selbst eine Zeit lang in Irland gelebt hat. Sie zeigt uns das Irland in den späten Siebzigern, wo die katholische Kirche ihren strengen Einfluss hegt und der Aberglaube nicht vergessen ist.

Dabei begleiten wir Mahony, einen sechsundzwanzigjährigen Waisen, der seine Wurzeln sucht und dabei in das Dorf Muldering zurück kehrt, in dem er geboren und seine Mutter verjagt wurde. Er will wissen was genau seiner Mutter wiederfahren ist, wer sein Vater ist und was die Dorfbewohner zu verheimlichen haben. Dabei begegnet er vielen Menschen – die einen verschrobener als die anderen. Da haben wir den Barbesitzer Tadgh, der sich unsterblich und ebenso hoffnungslos verliebt hat. Bridget Doosey, die ebenso makaber wie verrückte Haushälterin des Priesters. Den Priester Father Quinn, der ebenso erwünscht ist wie ein Tripper. Und viele weiter Dorfbewohner, die sich gegenseitig das Leben schwerer machen, als es eigentlich ohnehin schon ist.

Unterstützt wird Mahony in seinem Vorhaben besonders von der seltsamen Mrs. Cauley, die ebenfalls ein Zimmer in seiner Pension gemietet hat. Sie ist eine ehemalige Schauspielerin, die mit ihrem alljährlichen Theaterstück in Muldering Geld für die Kirche sammelt – auch wenn ihre Stücke nicht immer den frommen Wünschen eben dieser Kirche entsprechen – und von Shauna, die Besitzerin der Pension und (mehr oder weniger) Haussklavin von Mrs. Cauley.

Auch wenn sie alle ein seltsamer Haufen sind, so ist Mahony selbst doch das i-Tüpfelchen auf all dem. Denn er ist besonders. Er kann die Toten sehen.

So haben wir eine Geschichte, die uns nicht nur über das harte Leben der Iren aufklärt und uns dabei unvermittelt immer wieder zum Schmunzeln bringt. Wir haben auch einen Schuss Fantasy in dem Buch, der die ganze Geschichte nur noch ein bisschen abgedrehter macht.

Jess Kidd versteht sich darauf, immer mehr Fragen aufzuwerfen, immer mehr von ihren Charakteren zu verlangen, sodass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Es war durchweg spannend und steigerte sich bis zum Ende hin doch noch immer mehr.

Auch wenn dieses Buch ihr erster veröffentlichter Roman ist, so ist ihr Schreibstil nahezu perfekt. Sie benutzt sehr viele amüsante und wunderbare Vergleiche, beschreibt ihre Figuren mit warmen Worten. Ich war sofort in der Geschichte drin und wollte gar nicht mehr hinaus.


Fazit:

Dieses Buch hat mich daran erinnert, warum ich lesen so liebe. Eine spannende, verrückte und wunderschöne Geschichte über die Toten an der irischen Küste.


Zitat:
“Wenn die Toten versuchen, sich an etwas zu erinnern, bemühen sich die Lebenden umso mehr, es zu vergessen, das ist eine allgemein uneingestandene Wahrheit.”
(S. 200)

Veröffentlicht am 01.06.2019

Kleinstadtgeheimnisse

Und es schmilzt
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Klappentext:

Mit geschlossenen Augen hätte Eva damals den Weg zu Pims Bauernhof radeln können. Sie könnte es heute noch, obwohl sie viele Jahre nicht in Bovenmeer gewesen ist. Hier wurde sie zwischen ...

Klappentext:

Mit geschlossenen Augen hätte Eva damals den Weg zu Pims Bauernhof radeln können. Sie könnte es heute noch, obwohl sie viele Jahre nicht in Bovenmeer gewesen ist. Hier wurde sie zwischen Rapsfeldern und Pferdekoppeln erwachsen. Hier liegt auch die Wurzel all ihrer aufgestauten Traurigkeit.
Dreizehn Jahre nach dem Sommer, an den sie nie wieder zu denken wagte, kehrt Eva zurück in ihr Dorf – mit einem großen Eisblock im Kofferraum.


Meine Meinung:

Dieses Buch ist der Debütroman der aus Belgien stammenden Autorin Lize Spit, der in Belgien bereits mehrere Preise gewonnen hat. Und wenn ich ehrlich sein soll: zu recht!

Bevor ich das Buch gelesen hatte, hatte eine Freundin aus meinem Litertaurkurs bereits über das Buch sehr detailliert gesprochen, sodass ich dachte, ich wüsste was auf mich zu kommt und währe dementsprechend vorbereitet. Tatsächlich lag ich sehr falsch mit der Annahme.

Der Roman ist im Grunde in zwei Teile gegliedert. Zum einen in der heutigen Zeit, in der die Protagonistin Eva mit einem Eisblock im Kofferraum von Brüssel zurück in ihr Heimatdorf fährt, und zum anderen die Rückblenden, die ihre Kindheit beschreiben. In diesen dreht es sich meistens um einen Sommer, in denen Eva dreizehn Jahre alt ist.

Eva ist ein sehr interessanter Charakter. Denn sie ist ein sehr ruhiger Mensch, den man schon fast als den klassischen Mittläufer bezeichnen könnte. Zumindest versucht sie ihren beiden Freunden Pim und Laurenz – die sogar ihre einzigen Klassenkammeraden sind – alles recht zu machen, selbst wenn sie dabei eigen entdecke Prinzipien über Bord wirft.

Split beschreibt sehr schonungslos und ohne Umschweife das Erwachsenwerden in den Neunzigern, die ersten Erfahrung mit der Pubertät und somit auch mit der Sexualität. So auch,, wie sich Eva beispielweise mit Gegenständen entjungfert, während ihre Schwester im Bett nebenan liegt, da sie einer ehemaligen Freundin gesteckt hätte, sie wäre ja keine Jungfrau mehr.

Die Charaktere in diesem Roman sind teilweise sehr tief und so wiedersprüchlich in ihrem Handeln, dass sie menschlicher nicht sein könnten. Nur bei den Erwachsenen – speziell bei Evas eigenen Eltern – kratzt Split nur an der Oberfläche. Allerdings glaube ich, dass es einfach an Evas Sichtweise liegt. Als Dreizehnjährige sind einem die Eltern entweder unsagbar peinlich oder schlichtweg egal.

Viele Stellen in diesem Roman fand ich sehr befremdlich und deswegen musste ich das Buch auch manchmal weg legen und pausieren. Es ist auch das erste Mal, dass mir beim Lesen eines Romans buchstäblich schlecht geworden ist.

Doch ich finde, dass das für den Roman spricht. Splits Schreibstil, der sowohl warm, als auch kalt zugleich ist und der sehr detailliert ist, fesselt einen und mildert sogleich die schrecklichen Parte nicht ab. Anders als es in deutschen Romanen sonst üblich ist.

Ich kann euch dieses Buch tatsächlich nur ans Herz legen, aber ich warne euch dennoch: dieses Buch ist nicht ohne und für zart besaitete Seelen vielleicht nicht die richtige Wahl.


Fazit:

Wer dieses Buch lesen sollte, sollte wissen, dass er einen Schatz vor sich hat. Aber einen Schatz, der vergiftet. Dieses Buch nimmt einen mit und lässt einen wie eine kalte Dusche zurück.


Zitat:
“Auf der Anrichte, rechts von mir, stand eine Reihe unangerührter Schokonikoläuse von Tesje. Es waren vier, sie hatte sie alle mit dem Gesicht zur Wand gedreht. Dennoch schien es, als würden auch sie mich anstarren.”
(S. 347)

Veröffentlicht am 01.06.2019

“Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch.”

Die kleinen Wunder von Mayfair
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Autor: Robert Dinsdale
Titel: Die kleinen Wunder von Mayfair
Genre: Historisch
Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2018
Verlag: Droemer und Knaur
Seiten: 464 Seiten
Preis: 20,- € (Gebundene Ausgabe)
ISBN-13: ...

Autor: Robert Dinsdale
Titel: Die kleinen Wunder von Mayfair
Genre: Historisch
Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2018
Verlag: Droemer und Knaur
Seiten: 464 Seiten
Preis: 20,- € (Gebundene Ausgabe)
ISBN-13: 978-342622672-8


Klappentext:

Alles beginnt mit einer Zeitungsannonce: »Fühlen Sie sich verloren? Ängstlich? Sind Sie im Herzen ein Kind geblieben? Willkommen in Papa Jacks Emporium.« Die Worte scheinen Cathy förmlich anzuziehen, als sie nach einer neuen Bleibe sucht. Denn im England des Jahres 1906 ist eine alleinstehende junge Frau wie sie nirgendwo willkommen, zumal nicht, wenn sie schwanger ist – und so macht Cathy sich auf nach Mayfair. In Papa Jacks Emporium, Londons magischem Spielzeug-Laden, gibt es nicht nur Zinnsoldaten, die strammstehen, wenn jemand vorübergeht, riesige Bäume aus Pappmaché und fröhlich umherflatternde Vögel aus Pfeifenreinigern. Hier finden all diejenigen Unterschlupf, die Hilfe bitter nötig haben. Doch bald wetteifern Papa Jacks Söhne, die rivalisierenden Brüder Kaspar und Emil, um Cathys Zuneigung. Und als der 1. Weltkrieg ausbricht und die Familie auseinander reißt, scheint das Emporium langsam aber sicher seinen Zauber zu verlieren …


Meine Meinung:

“Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch.”
Das waren einst Erich Kästners Worte und eben diese beschreiben sehr genau den Kern von Robert Dinsdales Debütroman.
Dieses Buch ist natürlich ein Weihnachtsbuch und perfekt für die kommenden kalten Tage geeignet. Ich durfte das Buch allerdings schon vorab im Sommer lesen und kann euch sagen, bei 35 °C Außentemperatur war das schon ein etwas seltsames Gefühl. Aber es hat sich gelohnt.
Mit Cathy war ich von Anfang an warm geworden und ihre rebellischen Entscheidungen fand ich diesmal gar nicht mal so unrealistisch, wie es sonst oft bei historischen Romanen der Fall sein kann. Cathy empfand ich als starke, aber auch emotionale Frau und somit war sie genau das, was Papa Jacks Emporium benötigte.
Die beiden Brüder, die sich sehr schnell der schwangeren Cathy annahmen, Kaspar und Emil könnten verschiedener nicht sein und genau deswegen hauchen sie der Geschichte noch mehr Leben ein. Ihre tragische Familiengeschichte und somit die Begründung für das Emporium geben allem noch eine gewisse Würze.
Eben dieses war für mich eine Glanzleistung an Fantasie und kursiert mit nicht existenten Orten, die ich trotzdem gerne mal gesehen haben möchte, gleich auf mit Hogwarts. Denn das Emporium ist geballte Nostalgie und Romantik, die sowohl kleine als auch große Herzen höhere schlagen lässt und das innere Kind aus jedem von ins wieder hervor kitzelt.
Mit den zwei Weltkriegen im Hintergrund vereint diese Geschichte das Glück und Leid der Figuren in nahe zu Perfektion.

Dieses Buch hat mich daran erinnert, wie wichtig es ist, das innere Kind zu bewahren und es nicht hinter dem harten Alltags des Erwachsenseins zu verstecken und schlussendlich zu begraben. Denn betrachtet man die Welt aus den Augen eines Kindes, scheint sie oftmals so viel größer und spannender und banale Probleme, an denen wir Erwachsenen uns nur allzu gerne aufhängen, sind eben nur genau das: Banalitäten.


Fazit:

Für mich ist dieses Buch einfach das beste Buch des Jahres 2018 und gehört unter jeden Weihnachtsbaum oder Nikolausschuh. Denn man sollte sich beeilen, sobald die Schneeglöckchen blühen, schließt das Emporium seine Tore.


Zitat:
““Sie haben Frieden geschlossen”, flüsterte die Verkäuferin; die Empörung des Kunden, das Geld, das sie aus der Kasse nehmen und ihm übergeben muss, all das ist ihr gleichgültig. Sie starrt weiter die Soldaten an - täuscht sie sich, oder sehen sie glücklich aus?”
(S. 11)

Veröffentlicht am 01.06.2019

Ein nicht ganz so einfaches Leben

Ein einfaches Leben
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Klappentext:

Zwanzig Jahre Arbeit stecken in diesem großen, umwerfenden Buch, das in zwanzig Ländern erscheint: Sunja, Tochter eines Fischers, wird genau im falschen Moment schwach, genau beim falschen ...

Klappentext:

Zwanzig Jahre Arbeit stecken in diesem großen, umwerfenden Buch, das in zwanzig Ländern erscheint: Sunja, Tochter eines Fischers, wird genau im falschen Moment schwach, genau beim falschen Mann. Um keine Schande über ihre Familie zu bringen, verlässt sie Korea und bringt ihre Söhne Noa und Mozasu fernab der Heimat in Japan zur Welt. Koreanische Einwanderer, selbst in zweiter Generation, leben dort als Menschen zweiter Klasse. Während Sunja sich abzufinden versucht, fordern ihre Söhne ihr Schicksal heraus. Noa studiert an den besten Universitäten und Mozasu zieht es in die Pachinko-Spielhallen der kriminellen Unterwelt der Yakuza.

Meine Meinung:

Ich lese nicht viele Familiengeschichten, doch diese fand ich von der Thematik her besonders interessant. Denn Min Jin Lee beschreibt das Leben koreanischer Einwanderer in Japan und wie sie trotz sämtlicher Bemühungen als Menschen zweiter Klasse behandelt werden.
Die Familiengeschichte beginnt in den frühen 30er Jahren in Korea, wo Sunja eine Liaison mit einem fremden, älteren Herrn beginnt und schlussendlich schwanger wird. Unverheiratete Frauen mit Kinder sind gesellschaftlich ganz unten und den Kindern steht keine Zukunft offen. Deswegen heiratet sie prompt einen christlichen Priester aus Pjönjang und wandert mit ihm nach Japan aus.
Ob das eine gute Idee war und weit eine einzige Entscheidung darauf folgende Generationen der Familie prägen kamm, seht ihr, wenn ihr das Buch lest.
Mir hat das Buch zwar sehr gut gefallen, doch manche Szenen wirkten reingeschustert und hätten gerne mehr ausgebaut werden können und auch das Ende war sehr abrupt.
Die Figuren waren wunderbar entwickelt und fast alle besaßen Tiefe und eine Geschichte, die Lee sehr gut zu versponnen wusste.
Besonders Noa hatte es mir in diesem Buch angetan und sein Leben hat mich besonders erschüttert.