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Veröffentlicht am 21.01.2018

Für mich ein eher durchwachsener Reihenauftakt, jedoch mit Potential

Herzblut - Gegen alle Regeln
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Zitate:
"Der Kosename warf mich aus der Bahn. Er hatte den alten Namen für mich so leichthin benutzt, als wären wir noch in der vierten Klasse und die besten Freunde. Als hätte er nicht in den letzten ...

Zitate:
"Der Kosename warf mich aus der Bahn. Er hatte den alten Namen für mich so leichthin benutzt, als wären wir noch in der vierten Klasse und die besten Freunde. Als hätte er nicht in den letzten fünf Jahren so getan, als würde er mich nicht kennen. " Seite 32
"Wir redeten hier über mich, nicht über sie; mein Leben, nicht ihres, das aus einer langen Reihe von Lügen und verrückten Familiengeheimnissen bestand ." Seite 51
"Ich erwiderte sein Lächeln, auch wenn es mir mit meinem schlechten Gewissen nicht leichtfiel." Seite 94

Charaktere:

Savannah lebt mit ihrer Nanna und ihrer Mutter in Jacksonville. Ihr Vater hat die Familie schon vor Jahren verlassen, seitdem versucht sie krampfhaft ihm auch nur ansatzweise etwas recht zu machen. Egal was sie anfasst, sie hat immer das Gefühl, dass sie ihren Vater enttäuscht, der sich, nebenbei bemerkt, auch nur sehr selten meldet und weit entfernt von einem liebevollen Elternteil ist.
Savannah leidet nach wie vor darunter, dass ihre damaligen besten Freunde, zu denen auch Tristan gehörte, sie von heute auf morgen ignoriert, geschnitten und gedemütigt haben. Noch immer kann sie nicht verstehen, wie es dazu kommen konnte. Zusammen mit ihren heutigen Freunden, versucht sie die Kinder des Clanns so gut es geht zu meiden. Wenn da nur nicht Tristan wäre, der ihr nach all den Jahren noch immer nicht aus dem Kopf gehen will... Sie will so bald wie möglich dieses Leben hinter sich lassen und raus aus Jacksonville.

Tristan ist Teil der Clann-Kinder. Dass er später seinen Vater als Clann-Anführer ablösen soll, passt ihm ehrlich gesagt überhaupt nicht. Denn mit vielen Regeln und Vorgehensweisen des Clanns ist er so gar nicht einverstanden. Unter anderem natürlich dem Verbot, mit Savannah befreundet zu sein. Er wäre am liebsten einfach nur ein normaler Mensch, der sein Leben so leben kann, wie er es möchte. Stattdessen muss er sich fügen und darf auch mit keinem darüber reden, was sie sind und können...


Meinung:

Die Geschichte beginnt mit dem letzten Tag von Savannas Leben als richtiger Mensch. Was das bedeutet, soll der Leser schon bald erfahren ;)
Abgesehen davon werden wir nach und nach ausführlich in die Welt der beiden Protagonisten eingeführt. Hierzu nutzt die Autorin jeweils die Ich-Perspektive. Auch, wenn dies dem Verstehen der Protas natürlich gut tut, sind die Wechsel vor allem zu Beginn recht abrupt, was mich anfangs etwas verwirrt hat :D
Die 22 Clann-Kinder beherrschen die Schule, niemand legt sich mit ihnen an. Zu groß sind die Macht und der Einfluss der Gründerfamilien, auf so ziemlich jeden zwischenmenschlichen oder gar beruflichen Aspekt. Und die Angst der "normalen" Einwohner sitzt sogar noch tiefer. Hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, die Nachfahren seien Hexen, die ihnen mit Magie schaden können.
So kommt es, wohl durch Magie begründet, dass sowohl Savannah als auch Tristan es körperlich merken, wenn der andere sich nähert...
Doch was keiner der beiden weiß, ist, dass es ihnen ähnlich ergeht. Keiner von ihnen schafft es damit aufzuhören, an den anderen zu denken. Als dann eine mysteriöse und Krankheit bei Savannah ausbricht, ahnt keiner der beiden wie weit diese ihrer beider Leben verändern und -vor allem- gefährlicher machen soll.

Vorab sei gesagt, dass Band 1 sehr emotional daherkommt. Zwar geht es natürlich auch um das äußere Konstrukt, jedoch steht deutlich die Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten im Vordergrund. Und auch, wenn mir die beiden sympathisch waren, war mir das Hin und Her dann doch leider etwas zu viel. Für meinen Geschmack wurde dieses "Kriegen-sie-sich", "Kriegen sie sich nicht" und "kann ich das mit meinem Gewissen vereinbaren" etwas zu ausgeprägt, wodurch für mich ein paar Längen entstanden. Schade! Hätte man diese Szenen reduziert, hätte mir das Buch deutlich besser gefallen, denn eigentlich hat die Geschichte eine wirklich gute Grundidee und mehr als interessante Züge!

Ich für meinen Teil werde diesen ersten Band einfach mal unter einer "ausgedehnten" Einführung in die Welt der beiden ansehen, denn sowohl die Charaktere als auch die Storyline haben für mich echt Potential! Wer über die Längen hinwegsehen kann, wird eine schöne, spannende und interessante Geschichte vorfinden, die wirklich neugierig darauf macht, wie es in Jacksonville weitergeht. Band 2 wird definitiv in absehbarer Zeit in mein Regal wandern ;)

Veröffentlicht am 21.01.2018

Hinten sind Rezepte drin - oder "Meine Oma ist für ihr Alter erstaunlich schlank!"

Hinten sind Rezepte drin
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Zitate:
Auf Partys ist das Wort "Emanzipation" ein ähnlicher Stimmungskiller wie "Islam" oder "Darmkrebsvorsorge". Seite 9
Dann hießen Friseure plötzlich Hairstylisten und die Salons Vierhaareszeiten, ...

Zitate:
Auf Partys ist das Wort "Emanzipation" ein ähnlicher Stimmungskiller wie "Islam" oder "Darmkrebsvorsorge". Seite 9
Dann hießen Friseure plötzlich Hairstylisten und die Salons Vierhaareszeiten, Haarbracadabra oder Pony und Clyde. Seite 65
Ein Thema, über das man dagegen immer wieder gerne redet, ist die Verdauung. Alles rund ums Klo ist von jeher ein beliebtes Thema. Seite 123
Auf High Heels zu rülpsen ist immer noch stilvoller als in Badelatschen Goethe zu zitieren. Seite 193

Meinung:

Vorab muss ich sagen, dass dies mein erstes Buch aus diesem Genre war, aber nachdem ich die Leseprobe durch hatte, war die Lust auf mehr einfach zu groß!
Frau Bauerfeind greift in ihrem Werk viele unterschiedliche Themen auf und umschreibt diese mit viel Charme und Wortwitz.
Die direkte Leseranrede bindet uns noch mehr ins Geschehen ein.
Eine gehörige Prise Ironie, Sarkasmus und auch so mancher Kraftausdruck darf natürlich auch nicht fehlen, wenn es um Themen wie Unterschiede zwischen Mann und Frau, die weltliche und technische Entwicklung der letzten Jahrzehnte (Vorteile aber auch Tücken) sowie die eigene Selbstwahrnehmung geht.

Stellenweise finden wir in ihren Anekdoten und Vergleichen einen hohen Wiedererkennungswert, was mir, zusammen mit ihrem flapsigen Schreibstil, so manchen Lacher entlockt hat.
Spaßige Themen wie der Zwang zum Kinderkriegen über 30 und Verdauungsgeschichten beim Weihnachtsessen, wechseln sich mit auch mal ernsthafteren Hintergründen ab, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist.
Aber Vorsicht! Um ihre Zoten bildhaft zu verdeutlichen, wird natürlich so manche Übertreibung und Überzeichnung verwendet, die dem Leser das Ganze verdeutlichen und humoristisch untermalen sollen. Wer das nicht ab kann, ist mit diesem Buch eher schlecht beraten.

Ich für meinen Geschmack, habe mich gut unterhalten gefühlt, auch wenn nach der Hälfte dann doch etwas die Luft raus war. Ich kann nicht sagen, ob es an den Themen lag, die nicht so meins waren, oder ob es vielleicht sinnvoll gewesen wäre, das Buch nicht am Stück zu lesen. Jedenfalls erschien mir die 2. Hälfte eher platt, die Lacher wurden gering und ich hatte das Gefühl, dass der Autorin die Ideen ein Stück weit ausgegangen sind. Das empfand ich als sehr schade, denn bei dem, was mir der Anfang geboten hat, weiß ich ja, dass das Potential definitiv da ist. Zumal mich ihr Schreibstil und ihre Ideen wirklich mitreißen konnten.

Alles in Allem war "Hinten sind Rezepte drin" für mich eine tolle Lektüre für Zwischendurch, das bietet sich bei den kurzen Kapiteln und wechselnden Themen geradezu an, die zwar nach hinten etwas schwächelt, aber dennoch gut unterhalten konnte.

Veröffentlicht am 20.01.2018

ein passender Abschluss, für mich leider dennoch der schwächste Teil der Reihe

Die 100 - Heimkehr
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Zitate:
"Ihre Heimkehr war verfrüht, eine verzweifelte Flucht ins Ungewisse." Seite 11
"Vor kaum 24 Stunden war der Mistkerl mit knapper Not dem Tod entronnen wie alle anderen auch, und zum ersten Mal ...

Zitate:
"Ihre Heimkehr war verfrüht, eine verzweifelte Flucht ins Ungewisse." Seite 11
"Vor kaum 24 Stunden war der Mistkerl mit knapper Not dem Tod entronnen wie alle anderen auch, und zum ersten Mal im Leben hatte er echten Boden unter den Füßen. War es da so schwer, wenigstens ein bisschen Erleichterung, Dankbarkeit oder vielleicht sogar Demut zu zeigen?" Seite 84
"So war das nun mal mit Schmerz - er ließ sich nicht einfach auslöschen. Man trug ihn mit sich, für immer." Seite 166

Meinung:

Es ist soweit, der Überlebenskampf der 100 geht in die finale Phase.
„Leider“ muss ich sagen. Denn obwohl ich die TV-Serie nicht schlecht finde, sind mir doch die Buchprotagonisten, die stellenweise stark von der Fernsehversion abweichen, ziemlich ans Herz gewachsen.
Und obwohl ich beides schon eine Weile beobachte, hatte ich auf Grund dieser Unterschiede erneut Probleme in die Buchversion einzusteigen. XD
Zum Glück sind die Kapitel nach wie vor im Wechsel aus der Sicht der einzelnen Charaktere geschrieben, und zu Beginn werden auch ein paar kleine Rückblenden eingearbeitet, so dass der Einstieg dann doch nach ein paar Kapitelchen leicht von der Hand ging.

Das Geschehen knüpft nahtlos an Band 2 an - wir steigen bei Glass, deren toten Mutter und Luke ein, die sich in einer der letzten Rettungskapseln befinden. Leider läuft es jedoch auch weiterhin nicht wie erhofft, denn plötzlich beginnen die Kapseln abzustürzen. Können die beiden das überleben? Oder soll die Aussicht auf ein Leben auf der Erde bereits alles sein, was ihnen gegönnt war?

Derweil genießt Wells sein Leben mit der Erdgeborenen Sasha. Obwohl ihm Clarke nach wie vor viel bedeutet, befindet er sich mittlerweile auf einem sehr guten Weg, eine Freundschaft mit ihr aufzubauen. Durch die vorangegangenen Ereignisse mit den Erdgeborenen und der Erkenntnis, dass Bellamy sein Halbbruder ist, hat er zwar einiges zu verarbeiten, aber wirklich Zeit hat er dafür nicht! Denn die Führung der 100 bedarf seiner ganzen Aufmerksamkeit.

Parallel dazu sind Clarke und Bellamy nach wie vor froh, zueinandergefunden zu haben. Zusammen mit Wells sorgen sie dafür, dass es den Jugendlichen gut geht und alle überleben können.
Seit Octavia von den Erdgeborenen zurück ist, hat Bellamy zum Glück ja auch eine Sorge weniger ;)

Eigentlich könnte es ihnen ganz gut gehen, aber jeder wird von seinen eigenen Sorgen und Hoffnungen geplagt.
Wells wünscht sich nichts mehr, als ein Leben mit Sasha führen zu können und dass sein Vater es auf die Erde schafft.
Clarke wird, seit sie erfahren hat, dass ihre Eltern nicht tot, sondern auf der Erde sind, von der fixen Idee angetrieben, die beiden zu finden.
Und Bellamy hofft nach wie vor, dass keiner mehr auf die Erde nachkommt - zu sehr fürchtet er sich vor seiner damit verbundenen Hinrichtung.
Aber unabhängig von den einzelnen Ängsten, gibt es noch bedeutend mehr Bedrohungen, vor denen sich die Jugendlichen in acht nehmen müssen. Unter anderem treibt ja auch noch die Splittergruppe der Erdgeborenen ihr Unwesen und mit denen ist wahrlich nicht zu spaßen. So oder so, das Leben wie sie es kannten, ist spätestens ab dem Moment endgültig vorbei, als helle Punkte am Himmel die Ankunft der letzten Raumkapseln ankündigen...
Wird unsere Gruppe es schaffen zu überleben? Oder war es am Ende vielleicht gar keine so gute Idee, das Glück auf der Erde zu suchen?? Wir werden sehen ;)

Der Abschluss der Trilogie wartet ein weiteres Mal mit vielen Gefahren, Wendungen, Spannung und vor allem Action auf, was mich das Buch nur schwerlich aus der Hand legen ließ.
Auch die Entwicklung der Charaktere im Laufe der Reihe war schön mit anzusehen, sowohl in sich selbst als auch in Bezug auf ihre Rolle in der Gruppe.
Ebenso hat mich der Schreibstil der Autorin erneut überzeugt. Wie gewohnt ist er flüssig, bildhaft und in Kombination mit den kurzen Kapiteln inklusive den Personenwechseln immer kurzweilig und eingängig.

Sooo, nun kommen wir leider zum schwierigen Teil. Ich fand die Reihe wirklich spitze, hab mich auf die Fortsetzungen gefreut, mit unseren Helden gelacht, geweint und mitgefiebert!
Leider ist dieser Abschlussband dennoch der erste, der mich nicht ganz überzeugen konnte :(
Viele Details fand ich spitze, und dass ich auf die Story stehe, ist ja nun absolut kein Geheimnis mehr. So hat mich auch dieses Buch begeistert, bis es dann ca. ins letzte Drittel ging.
Das erste, was mich etwas störte, waren die vielen Wiederholungen (zum Beispiel, wenn es um Wells Schuldgefühle geht - wer die Reihe kennt, weiß von welcher Schuld ich spreche ;)).
Und obwohl ich das Ende als gelungenen Ausgang bezeichnen würde, hatte ich irgendwie das Gefühl, dass die Autorin zum Schluss kommen wollte. Es wird vieles nur noch oberflächlich angeschnitten, Dinge gehen zu glatt, sind zu schnell vorbei und konnten mich dann leider nicht mehr überzeugen. Für mich wirkte der letzte Teil irgendwie hingeschludert, was ich sehr schade fand. Denn die Dinge, die geschehen, waren überlegt und stimmig, aber für mich einfach zu flach erzählt und wirkten somit etwas lieblos.

Nichtsdestotrotz würde ich dieses Finale natürlich keinesfalls missen wollen! Wir Fans wollen doch wissen, ob sich diese Wagnis für unsere Jugendlichen gelohnt hat ;) Und auch, wenn mich die Geschwindigkeit des Endes etwas gestört hat, legt Kass Morgan dennoch einen runden Abschluss hin, der uns Leser mitfiebern lässt.

Veröffentlicht am 20.01.2018

leider nicht, was ich erwartet hatte

Für alle Tage, die noch kommen
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Wir steigen in das Geschehen ein, als Melissa an ihrem 25. Geburtstag ein von ihrer Mutter verfasstes Buch bekommt.
Darin hat die damals im Sterben liegende Eleanor versucht, Erinnerungen, Rezepte und ...

Wir steigen in das Geschehen ein, als Melissa an ihrem 25. Geburtstag ein von ihrer Mutter verfasstes Buch bekommt.
Darin hat die damals im Sterben liegende Eleanor versucht, Erinnerungen, Rezepte und Lebensweisheiten für ihre zu der Zeit 8-jährige Tochter zu hinterlassen, die auf Grund ihrer Krebserkrankung ohne eine Mutter aufwachsen musste.
Im Laufe der Geschichte erfahren wir nicht nur, wie Melissa damit umgeht, sondern auch ihre persönlichen Probleme, die ihres Lebensgefährten Sam, ihrer Mutter Eleanor und ihres Vaters Max.
Sie selbst kann irgendwie keine richtige Bindung eingehen, so hat sie –ohne es selbst zu verstehen- den Heiratsantrag von Sam abgelehnt. Sam versteht Melissa nicht und hat Angst, sie zu verlieren, und Max hadert mit sich und seinen Gefühlen für eine Arbeitskollegin.

Ich muss ehrlich gestehen, ein bisschen Anlauf brauchte ich für ein Buch dieser Thematik schon - es ist nunmal schwere Kost.
Ein wirklich emotionales Thema, das einen nach dem Lesen des Klappentextes bereits schlucken lässt…, da brauch ich mit dem Anfangen immer ein bisschen länger ;)

Leider konnte mich die Umsetzung nicht zu 100% überzeugen. Zwar ist der Schreibstil gut zu lesen und die kurzen Kapitel sind auch angenehm, aber trotz des schwierigen und vor allem traurigen Themas, konnte mich die Geschichte emotional nicht ganz so fesseln, wie ich das gehofft/befürchtet hatte.
Ich fand es zwar einerseits eine nette Idee der Autorin, alle leidtragenden Personen mit in die Geschichte einzubeziehen: wie sie damit umgehen, wie ihr Leben heute verläuft, etc., aber für mich hat die Balance hierbei nicht so ganz klappen wollen. Durch den stetigen Perspektiven- und Zeitenwechsel konnte ich weder eine Bindung zu den Protagonisten aufbauen, noch die Gefühle spüren, die die Autorin vermutlich mit der Geschichte wecken wollte. Sehr schade.

Alles in Allem ist „Für alle Tage, die noch kommen“ für mich eine angenehme Lektüre für zwischendurch, aber leider nicht das, was ich erwartet hatte.

Veröffentlicht am 20.01.2018

eine nette Lektüre für Zwischendurch mit einer tollen und vor allem interessanten Grundidee, deren Umsetzung mich jedoch nicht ganz überzeugen konnte.

Noah will nach Hause
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Meinung:

Janie liebt ihren 4-jähringen Sohn Noah über alles. Früh schon war ihr klar, dass er etwas Besonderes ist.
Doch irgendwie läuft alles aus dem Ruder. Noah hat Angst vor Wasser, lässt sich nicht ...

Meinung:

Janie liebt ihren 4-jähringen Sohn Noah über alles. Früh schon war ihr klar, dass er etwas Besonderes ist.
Doch irgendwie läuft alles aus dem Ruder. Noah hat Angst vor Wasser, lässt sich nicht baden oder waschen. Er hat Albträume,
aus denen er regelmäßig schreiend erwacht und erzählt im Kindergarten Geschichten, die definitiv nicht wahr sein können: Dass er mit Waffen gespielt hat und ihn jemand so lange unter Wasser gedrückt hat, bis er keine Luft mehr bekam zum Beispiel...
Aber das schlimmste für Janie ist, dass er immer häufiger zu ihr sagt, dass er nach Hause zu seiner anderen Mama möchte!
Was ist nur los mit Noah - ist er krank?
Ein Psychologe denkt, er könnte vielleicht schizophren sein! Janie macht sich im Internet selbst auf die Suche nach möglichen Lösungen und stößt hierbei auf Jerome, der behauptet, Erfahrungen mit Kindern zu haben, die –gerade in jungen Jahren- Erinnerungen an ein früheres Leben haben. Könnte das möglich sein? Das wäre definitiv eine angenehmere Antwort als Schizophrenie!
So macht sie sich auf die Suche nach Hilfe und Lösungen für ihren Sohn, die in immer weitere Ferne zu rücken scheinen.

Für mich war die Idee zu dieser Geschichte wirklich interessant und sie beinhaltet ein paar schöne Denkansätze zum Grübeln. Das hat mir viel Spaß gemacht.
Auch der Schreibstil ist angenehm und lässt sich gut lesen.
Besondere Mühe hat sich die Autorin bei der Ausarbeitung der Charaktere gegeben. So erfahren wir nach und nach deren Geschichte, Hoch- und Tiefpunkte ihres Lebens sowie ihre Sorgen und Ängste.
Leider liegt darin für mich auch der Hund begraben. Was gut gemeint und liebevoll ausgearbeitet ist, verursachte für mich Längen und einen –für ein derartiges Buch, dass stark auf Emotionen und Mitgefühl abzielt- vermutlich nicht gewünschten Effekt:
Ich konnte mich absolut nicht in die Charaktere einfühlen, mit ihnen leiden, hoffen oder ähnliches, dafür waren es einfach zu viele und bei jedem davon noch massig Details dazu.
Jeder für sich gesehen hat eine absolut tiefgründige, emotionale Story, aber auf das ganze Buch gesehen… Sorry, das war mir einfach zu viel. Schade, denn es ist thematisch wirklich spannend und faszinierend!
Zusätzlich zu diesem Kritikpunkt habe ich ehrlich gesagt auch noch ein Problem mit Noah. Ja, es ist ein 4-jähriger Junge und ja, es geht ihm nicht gut. Aber beim Leser kommt eigentlich immer nur eine quengelnde, heulende Nervensäge an.
Ich weiß, dass das so nicht beabsichtigt ist, aber die Punkte, warum Janie ihren Sohn dermaßen liebt, als der kleine, pummelige, quirlige, lachende und herzerwärmende Bub der er ist, kamen bei mir leider nicht an.

Alles in allem bleibt dieses Buch für mich eine nette Lektüre für Zwischendurch mit einer tollen und vor allem interessanten Grundidee, deren Umsetzung mich jedoch nicht ganz überzeugen konnte.