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Veröffentlicht am 03.04.2022

Zurück im Move District

Fly into my Soul
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Inhalt

Jahrelang war Mackenzie nicht in New York, nicht nachdem sie nach einem Eklat mit ihren damaligen Freunden nach Los Angeles gezogen ist. Jetzt ist sie zurück und ist eine erfolgreiche Influencerin. ...

Inhalt

Jahrelang war Mackenzie nicht in New York, nicht nachdem sie nach einem Eklat mit ihren damaligen Freunden nach Los Angeles gezogen ist. Jetzt ist sie zurück und ist eine erfolgreiche Influencerin. Wegen einer Kooperation soll sie einige Wochen in ihrer Heimatstadt verbringen und durch ihre Choreographien die beliebte Sportmodemarke Blanks vertreten. Nichts lieber als das, denn Mackenzie lebt fürs Tanzen und zeigt genau das am Liebsten auf ihrem Kanal. Auch wenn ihre Managerin lieber etwas Anderes sehen würde und sie in eine andere Richtung schieben will. Bei dem Dreh eines der Werbeclips lernt Mackenzie Brody kennen. Der Kameramann ist anders als alle die sie je kennengelernt hat. Denn anstatt neugierig auf sie und ihren Beruf zu sein, scheint es, als könne Brody Mackenzie mit nichts als Abscheu anblicken. Aber wieso? Schließlich hat sie nichts falsch gemacht. Also warum ist Brody so abweisend? Und warum fühlt sich Mackenzie trotz seiner Art so sehr zu ihm hingezogen?

Meine Meinung:

Nach zwei Büchern von Maren Vivien Haase bin ich so langsam an ihren Schreibstil gewöhnt. Ich finde ihn ganz angenehm und flüssig zu lesen, allerdings ist er gleichzeitig auch etwas anstrengend, weil sie wirklich sehr ausführend und detailreich erzählt. Vor allem was Filme und Serien angeht.

Das Cover finde ich toll und sehr passend zu den vorherigen Bänden. Ich hab die rosane Farbe und finde es das schönste der Reihe.


Meine wirklich größte Schwierigkeit, die ich mit dem Buch hatte war Hauptperson Mackenzie. Ich konnte leider überhaupt keine Bindung zu ihr aufbauen und fand sie wirklich anstrengend und nervig. Ich weiß nicht genau woran es lag, vielleicht an ihrer öfter überdramatischen Art. Ich konnte nach einer Zeit nur noch die Augen verdrehen. Es wirkte, als würde die Autorin zwanghaft versuchen Mackenzie zu einer schlagfertigen, selbstbewussten Bad Ass Protagonistin werden lassen, die über allem steht und sich wortgewandt zu verteidigen weiß. Einfach sie selbst ist, aber für mich war sie eher vorlaut und sehr unverschämt. Vor allem ihr Umgang mit Brody. Die Tatsache, dass sie nicht einfach akzeptieren kann, dass nicht jeder sie von Anfang an mag und vergöttert konnte sie einfach nicht akzeptieren. Menschen haben Gründe dafür und sich jemanden aufzudrängen und ihn vom Gegenteil überzeugen zu wollen geht für mich einfach nicht. Sie wirkte zudem auch echt naiv, was vor allem bei ihrem Umgang mit ihrem Management zu beobachten war. Ihre uneinsichtige und kindische Art, hat mir am Ende auch noch den Rest gegeben. Das einzig Positive, das man bei ihr gesehen hat war, dass man ihre Liebe zum Tanzen erkennt und man auch sieht, dass sie Social Media ganz gerne macht. Dort hat man auch ihre Wandlung erkannt. Mein Fall war sie leider gar nicht.

Brody dagegen war mir um Welten sympathischer. Auch wenn ich bei ihm das Gefühl hatte, ihn nicht wirklich gut kennenzulernen. Ich hätte mir wirklich gewünscht, dass es eine Sicht von ihm gibt, denn das hätte mich näher gebracht. Das hatte ich bereits bei den ersten zwei Bänden kritisiert. Allerdings fand ich das, was man mitbekommen hat wirklich super. Ich mochte es, dass wir mit ihm einmal keinen Tänzer hatten sondern jemanden, der eher am Rand steht. Seine Begeisterung fürs Filmen hat man einfach bemerkt. Seine Gefühlslagen konnte ich im gesamten Buch sehr gut nachvollziehen und mich auch das ein oder andere Mal mit ihm identifizieren. Seine Abneigung gegenüber Mackenzie konnte man durch seine Erklärungen nachvollziehen und auch andere Reaktionen. Man merkt, dass es ihn mitnimmt und die Erklärung fand ich sehr plausibel und emotional. Während mit Mackenzie mit ihrer Reaktion und ihren Gedanken am Ende eher enttäuscht hat, konnte ich Brody und seine Handlungen Reaktionen sehr gut nachempfinden.


Maren Vivien Haase entführt uns wieder nach New York und ich kann sagen, dass mir die Rückkehr in die Stadt bzw. die Clique sehr leicht gefallen ist. Der Handlungsort passt perfekt und wenn die Autorin etwas kann, dann ist es eindeutig ihre Liebe zum Tanzen in ihren Büchern Ausdruck zu verleihen. Man merkt, dass es der Autorin Spaß macht vom Studio und allem außen rum zu erzählen.

Auch der Social Media Aspekt der Geschichte, der mich vor allem sehr neugierig hat werden lassen, fand ich super verarbeitet. Man hat einen kleinen Blick hinter die Kulissen bekommen. Sowohl von dem Schönen als auch der Schattenseite, die sich in Form von Mackenzies Managerin gezeigt hat. Mir stand zeitweise der Mund offen, wenn ich von den Telefonaten und Forderungen gelesen habe. Diese Dreistigkeit und Gemeinheit und Mackenzies Unmächtigkeit etwas dagegen zu tun, hat die Handlung etwas spannender und dramatischer werden lassen.

Mit der Liebesgeschichte zwischen Brody und Mackenzie hatte ich leider so meine Schwierigkeiten. Sie war zwar schön geschrieben, aber ich fand sie holprig. Nicht nur der Anfang, der durch die einseitige Abneigung geprägt war, sondern vor allem weil ich keinen Grund für das Interesse und Gefühle finden konnte. Sie war auf einmal da und ich konnte nicht nachvollziehen warum. Ihre Beziehung war langsam, mit ein paar Hin und Hers, was mich überhaupt nicht stört, aber bei mir kam kein Gefühl zwischen den Beiden auf. Der Funke ist einfach nicht übergesprungen.

Ein Punkt, der zwar klein ist, der mich aber gleichzeitig auch sehr stört war die Sache wie mit Mackenzies Rückkehr umgegangen ist. Über sie wurde in den ersten Bänden schon geredet und es wurde erklärt, was los ist. Dafür, dass sie mitschuldig als Austins und Dax großen Streit war und eigentlich nur Wut und Enttäuschung zurückgelassen hat, war das Zusammentreffen fast schon fad und langweilig. Es wurde komplett unter den Teppich gekehrt und das fand ich nach den Vorgängern und den dortigen Erklärungen etwas seltsam. Es war auf einmal Friede, Freude, Eierkuchen und ich kann persönlich nicht verstehen, wie so ein wichtiges Thema innerhalb von zwei Sätzen geklärt werden kann und danach unter den Teppich gekehrt wird, als wäre nie etwas passiert. Das fand ich wirklich schwach.

Das Buch konnte mich echt ganz gut unterhalten, obwohl ich Kritikpunkte habe, aber das Ende hat dem allen einen kleinen Dämpfer verpasst. Es war überdramatisch und schnell. Und ich konnte Mackenzie leider echt nicht nachvollziehen oder unterstützen. Nach ihren Äußerungen war sie bei mir ziemlich unten durch.



Fazit

Ich fand Fly into my soul ganz unterhaltend, habe aber ein paar Kritikpunkte. Es war auf jeden Fall ein bisschen besser als Band 2, kommt aber keineswegs an Band 1 heran. Das Buch konnte mich allerdings nicht wirklich von sich überzeugen und blieb okay. Der männliche Protagonist ist mir, wie in allen Bänden der Reihe, zu charakterlos und ungreifbar. Und von Mackenzie und ihrer kindischen, nervigen Art will ich erst gar nicht wieder anfangen.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.02.2022

Schwacher zweiter Teil

Like Fire We Burn
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Inhalt

Vor zwei Jahren kehrt Aria ihrer Heimat Aspen den Rücken zu. Auf der Suche nach dem Verlust des Schmerzes den ihr ihr Freund Wyatt verpasst hat, nachdem er sie betrogen hat. Jetzt ist sie zurück, ...

Inhalt

Vor zwei Jahren kehrt Aria ihrer Heimat Aspen den Rücken zu. Auf der Suche nach dem Verlust des Schmerzes den ihr ihr Freund Wyatt verpasst hat, nachdem er sie betrogen hat. Jetzt ist sie zurück, um ihrer kranken Mutter in ihrem Bed & Breakfast zu helfen. Immer noch nicht ist sie über Wyatt hinweg und immer noch fühlt sie den Schmerz und den Verrat so stark, wie am ersten Tag. Nichts will sie lieber, als endlich damit abzuschließen auch wenn sie, immer wenn sie ihn sieht, auch von den starken Gefühlen für Wyatt überwältigt wird. Aber anstatt dass Wyatt Aria in Ruhe lässt, versucht er sie nach all den Jahren wiederzugewinnen. Denn Wyatt bereut nichts mehr als den Fehler, den er begangen hat und der ihm all das Gute gekostet hat, das er in seinem Leben in den Händen hielt. Aria weigert sich, zu tief sitzt der Schmerz und der Vertrauensverlust. Und alles scheint besser, als sie auf ihrer Halloween Party einem neuen Mann begegnet. Aria hat die Hoffnung Wyatt endlich vergessen zu können und eine Freundschaft mit ihm aufzubauen. Aber wird das Feuer, das zwischen ihnen lodert wirklich so leicht zu löschen sein? Vor allem wenn Wyatt nicht daran denkt, seine große Liebe aufzugeben.


Meine Meinung:

Genau wie schon bei Band 1 hat mich der Schreibstil wieder sofort ans Buch gefesselt. Ayla Dade beginnt mit ihrem poetischen und gefühlvollen Schreibstil wirklich, eine meiner liebsten Autorinnen zu werden. Auch hier wurden Wörter wieder perfekt gewählt und die Balance zwischen einem lustigen und tiefgründigen Schreibstil perfekt gefunden.

Ich liebe das Cover sehr. Von seinem Titel passt es einfach perfekt zum Cover. Es ist rot, leuchtend und feurig. Dabei glitzert es echt auch noch auf wunderschöne Weise, dass man sich nur darin verlieben kann.

Auf Aria und Wyatt und ihre Geschichte habe ich mich schon während meines heißgeliebten Band 1 gefreut. Sie klang so gefühlvoll, so schmerzhaft und trotzdem toll. Die Charaktere machen auch in Band 2 genau diesen Eindruck und ich mochte Beide sehr gerne. Wenn man sie sich als einzelne Personen anschaut, zu ihnen zusammen und meinem Eindruck davon später mehr.

Aria hat mich von Seite 1 an geflasht und sehr mitgerissen. Sie ist eine wirklich intensive Protagonistin, denn ihre Gefühle bestehen eigentlich nur aus Schmerz und Trauer. Ihre Einsamkeit, ihre tiefen Gefühle und vor allem ihr Unglücklich sein waren einfach immer im Vordergrund und sind während des gesamten Buches nicht verschwunden. Sie war niedergeschlagen und traurig und ihre Gedanken kreisten um nichts anderes als um das, was sie verloren hat. Sie ist verletzt, am Boden zerstört und weiß nicht, wie sie aus ihrem Tief herauskommen soll in dem sie jetzt schon seit zwei Jahren steckt. Ich habe so sehr mit ihr gelitten, einfach weil man gemerkt hat wie sehr sie alles bedrückt und wie sehr sie sich wünscht, damit abschließen zu können um glücklich zu werden. Genau das hab ich mir gewünscht, dass sie glücklich wird, wieder fröhlicher und lebensfroh wird. Diese Wandlung hat sie auch ein bisschen geschafft. Erst nicht besonders sichtbar, einfach weil ihr Schmerz wegen der Vorkommnisse mit Wyatt einfach präsent war, aber doch sichtbar. Sie hat es geschafft nicht mehr ganz so traurig zu sein und hat wieder angefangen zu leben und zu lachen. Sie war auf einmal nicht mehr das hoffnungslose Mädchen, das komplett von Wyatt zerstört wurde, sondern eine starke und mutige Frau.

Wyatt, den man in Band 1 als lustigen Partyfreund kennenlernt bekommt in Band 2 eine tiefgründige Persönlichkeit, die durch seine Empfindungen eine menschliche und reale Seite entpuppt. So unbeschwert wie man ihn anfangs kennenlernt ist er keinesfalls. Denn er ist ein Mann, der eigentlich nur noch Schmerz, Kummer und Sorge in sich trägt. Ich finde es immer wieder interessant wie sehr man sich in Menschen täuschen kann, wenn sie eine Fassade aufbauen und das konnte man auch bei ihm sehr gut beobachten. Wenn man seine Sicht der Dinge nicht kennenlernt dann wirkt er viel unbeschwerter. Trotz seiner Sorge und seines Kummers, die sich beide auf Aria und vor allem auch seine Schwester richten, habe ich seine hoffnungsvolle Seite wirklich sehr bewundert. Er findet in jeder Situation, scheint sie noch so aussichtslos zu sein, etwas positives zu finden. Er war so voller Hoffnung und Gewissheit, dass er es schafft seine große Liebe zurückzugewinnen was ich wirklich erstaunlich fand. Man bemerkt seine Schuldgefühle, seinen Schmerz und vor allem seine Liebe, die er gegenüber Aria hat. Wyatt ist wirklich einzigartig. Verletzlich und romantisch und gleichzeitig voller Schmerz, Witz, Positivität und Energie. Auch was seine zweite große Liebe das Eishockeyspielen betrifft. Diese Storyline habe ich auch sehr gerne beobachtet. Ich muss allerdings auch sagen, dass ich trotz der ganzen Liebe, die ich für Wyatt empfinde, nie ganz vergessen konnte dass er Aria betrogen hat. Meine Liebe hat sich dadurch sehr vermindert. Ich hatte es immer im Hinterkopf und konnte ihm nie gänzlich vertrauen wegen dem, dass er getan hat.

Ich habe mich in diesem Buch in so viele Charaktere verliebt. Harper, die im ersten Teil so unnahbar und kalt wirke war hier ein ganz anderer Mensch, den ich gerne weiter kennenlernen will. Camila, Wyatts Schwester macht auf mich einen starken aber doch zerbrochenen und einsamen Eindruck auf mich und ich will nichts lieber, als ihre Geschichte zu lesen. Und dann sind da noch Paisley und Knox, die ich in Band 1 so wahnsinnig gerne verfolgt habe und in deren Liebesglück ich geschwelgt habe. Nur Gwen mochte ich nicht so gerne, was aber vor allem an den Hintergründen der Handlung und die Sichtweise von Aria gelegen hat. Es gibt allerdings etwas, was ich gegen Ende sehr interessant finde und über das ich gerne mehr erfahren würde.


Es war so wunderbar zurück nach Aspen zu kommen. Fast wie Heimkehren. Die Stadt hat von Anfang an wieder ihren besonderen und zauberhaften Charme versprüht weswegen wieder eine große Wohlfühlatmosphäre aufkam.

Ich muss echt überlegen, was ich zu diesem Buch sagen soll. Und ich bin wirklich so zwiegespalten während ich diese Rezension schreibe. Das Buch hat mich nicht nur wieder an einen meiner Lieblingsorte entführt, sondern hat auch individuelle und besondere Charaktere. Trotzdem stört mich vor allem eines an diesem Buch extrem. So extrem, dass dieses Thema die Freude am Buch etwas vermindert wurde.

Und das ist das große Thema: Cheating. Der Betrug von Wyatt an Aria, der ein so großes Thema im gesamten Buch einnimmt und wie eine drohende, schwarze Wolke über allem anderen hing. Ich fand es echt übel. Nicht nur das Thema an sich, sondern vor allem wie damit umgegangen wurde und wie es in die Handlung eingeflossen ist. Denn eigentlich baut die ganze Handlung darauf auf. Aria, die Wyatt nicht mehr vertrauen kann und schmerzhaft verletzt wurde. Wyatt, der sich irgendwie die Hälfte der Zeit keiner großen Schuld bewusst ist und meint, sie müssten weitermachen. Dass ich Wyatt deswegen nicht 100%ig lieben konnte, weil ich in ihm einen Betrüger gesehen habe, hat meinen Lesespaß ziemlich gemindert. Und eigentlich ist es nicht nur das, sondern auch wie mit dem Thema umgegangen wird.

Arias Reaktion ihm nicht zu verzeihen und seine Erklärungen nicht anzuhören sind ihre freien Entscheidungen und nach einem Betrug meiner Meinung nach auch vollkommen legitim. Allerdings wurde ihre Handlung zu Mitschuld am Ende der Beziehung. Ich könnte mich so ärgern, denn anstatt selbst zu akzeptieren, dass Wyatt schei*e gebaut hat, hat er Ausflüchte gesucht um sich selbst nicht schlecht zu fühlen. Allgemein fand ich seine Reaktion auf seinen Betrug schlecht geregelt. Seine Erklärung war wirklich lächerlich und ich konnte ihm in dieser Hinsicht keine Sympathie entgegenbringen. Das Thema hat das Buch für mich leider verdorben und überschattet.

Das ist so schade, weil mich ansonsten fast alles glücklich gemacht hat. Es gab eine wirklich interessante Handlung und ich habe die Szenen des Stadtlebens sehr genossen. Auch alles was mit dem Bed & Breakfast und Wyatts Eishockey zu tun hatte, fand ich unterhaltend und sehr spannend. Ich habe beim Eishockey wirklich mitgefiebert und mit ihm und seinen Problemen mitgefühlt und gehofft, dass alles wieder in Ordnung kommt.

Ich bin echt traurig, dass ich Aria und Wyatt wegen meinen Problemen mit dem Thema nicht mein ganzes Herz schenken konnte. Denn das, was zwischen ihnen ist und in diesem Buch beschrieben wurde, ist der Inbegriff tiefer, starker und allesverzehrender Gefühle. Ich bin überrascht wie gefühlvoll die Beziehung der Beiden war. Neben dem Schmerz den man gefühlt hat, war da vor allem Liebe und Verzweiflung das wiederzubekommen, was sie verloren haben. In jeden Gedanken, jedem Gefühl, jeder Geste hat man genau diese Gefühle entdeckt und ich habe mitgefühlt. Es war süß, es war romantisch (wirklich solche Romantik, solche tiefen und wahren Gefühle will jeder in seinem Leben entdecken), eigentlich perfekt. Ich würde sie trotz aller Wiederstände. Fehler und Probleme als Seelenverwandt beschreiben.

Das Ende fand ich echt seltsam. Es hat für mich überhaupt nicht gepasst, vor allem nach den Ereignissen in den vorherigen Kapiteln. Es kam überstürzt und als hätte man 2 wichtige Kapitel verpasst. Es war plötzlich, etwas unlogisch und sehr gehetzt. Als müsste man eben schnell noch ein Happy End zaubern und alles gut werden lassen, obwohl es eigentlich nicht passt.



Fazit

Nach einem wirklich wundervollen ersten Band eine eher enttäuschende Fortsetzung. Es hatte ein paar tolle Elemente und die Romantik war auf den Prunkt gebracht. Tolle Charaktere, aber ein alles Überschattendes Thema, das meiner Meinung besser behandelt hätte werden können. Es war okay, was mir wirklich das Herz bricht, weil Wyatt und Aria eine Liebe haben, der ich gerne mein ganzes Herz schenken würde. Ich hoffe ja sehr, wir können noch einmal nach Aspen zurückkehren und Charaktere, die mich neugierig gemacht haben bekommen ihre eigene Geschichte.

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Veröffentlicht am 09.02.2022

Gute Fantasyelemente

Die Macht des goldenen Blutes
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Inhalt
Seit ihrer Geburt wird das Blut von Prinzessin Anthea für den Schutz ihres Reiches eingesetzt. Mit ihren magischen Kräften hält sie dadurch die dunklen Mächte zur Grenze des veterischen Waldes zurück. ...

Inhalt
Seit ihrer Geburt wird das Blut von Prinzessin Anthea für den Schutz ihres Reiches eingesetzt. Mit ihren magischen Kräften hält sie dadurch die dunklen Mächte zur Grenze des veterischen Waldes zurück. Dass Anthea weder zu dazu noch zu jeder anderen Lebenslage Mitspracherecht hat, kennt sie nicht anders. Und so wird auch ihre Hochzeit für sie arrangiert. Mit Marius könnte sie es nicht schlimmer treffen und Anthea blickt mutlos in die aufgezwungene Zukunft in der sie keinen anderen Wert als eine willenlose, aufopfernde Puppe. Doch dann geschieht das unglaubliche. An ihrem Hochzeitstag wird die königliche Kutsche überfallen und Anthea vom Sohn des Bösen Salis geraubt. Dieser soll die Prinzessin zu seinem Meister bringen, damit er Aurasis nach all den Jahren endlich vernichten kann. Allerdings hat keiner der Beiden damit gerechnet, dass sie sich so unter die Haut gehen könnten. Und dass hinter Reavs Fassade eigene Dämonen lauern, die den dunklen Krieger belasten. Am allerwenigsten Anthea.

Meine Meinung:
Der Schreibstil von July Winter hat mir ganz gut gefallen. Er ist sehr angenehm und macht das Lesen sehr leicht. Man kommt schnell in das Buch hinein und ganz ohne Verständnisprobleme durch das Buch durch.
Das Cover finde ich ganz okay. Es hat schon etwas, allerdings finde ich es ein bisschen seltsam, dass Reav darauf mit schwarzen Haaren abgebildet ist und er im Buch anders beschrieben wird. Wäre ein schönes Extra gewesen es zusammenpassend zu gestalten. Ich finde Menschen auf Covern nie besonders schön, aber ich finde dass die Gegensätze von Licht und Dunkelheit doch ganz gut darauf ersichtlich sind.

Mit Protagonistin Anthea wurde ich leider im gesamten Buch überhaupt nicht warm. Der erste Eindruck von ihr war mir ganz sympathisch, aber je mehr man von ihr mitbekam desto schneller ist dieser Eindruck für mich verflogen. Zurück blieb für mich nur noch eine anstrengende junge Frau. In ihrem Königreich hat sie nichts zu sagen und eine Rolle spielt sie für den späteren Thronwechsel auch nicht. Wie in fast jedem Fantasyroman in dem Frauen für nichts anderes gebraucht werden als für Nachwuchs und als Vorzeigeobjekt. Umso mehr Wert wird von der Autorin darauf gelegt, dass Anthea eine andere Waffe entwickelt: die Macht der Worte. Anthea hat zwar keine Macht was Handlungen angeht, aber sprechen darf sie. Und das tut sie viel. Manchmal viel zu viel. Anthea muss alles ansprechen, alles ausdiskutieren und wirkte für mich nach einiger Zeit einfach nur gewollt schlagfertig. Dazu passt ihre zurückschreckende Art dann aber gar nicht. Denn wenn irgendwer auf die Idee kommt Anthea mal etwas zu sagen ist von ihren lauten Worten auf einmal nichts mehr übrig und sie ist auf einmal das wehrlose Opfer der Geschichte. Es war so anstrengend und nervig zu beobachten und ich konnte nach einiger Zeit nur noch die Augen verdrehen wenn sie gesprochen hat. Erst große Reden schwingen und dann keine Taten folgen lassen. Ihre Durchsetzungskraft und auch ihre Willensstärke waren für mich die eine Toastbrots. Nicht vorhanden also. Ihr einziger Pluspunkt ist ihre Magie, die sie etwas interessanter und bedeutungsvoll werden lässt.
Mit Reav konnte ich mich da schon mehr anfreunden. Er sollte als der dunkle und böse Krieger erscheinen, der alles für seinen Meister tun würde. So zumindest wirkt er nach außen. Dass man gleich zu Beginn erfährt, dass es überhaupt nicht so ist, fand ich super. Da war kein So-Tun-Als-Ob und eine eigener Gedankengang „Hey, es ist falsch was ich tue“ nein, er wusste es und es war erfrischend. Es gibt andere Gründe warum er tut, was er tut und die waren für mich verständlich. Sein innerer Konflikt war toll geschrieben und für mich das gesamte Buch über greifbar. Mich hat sein Zwiespalt sehr berührt und ich habe mit ihm mitgefiebert. Seine Wandlung kann man hautnah miterleben und sie ist realistisch. Ich hätte gerne etwas mehr über seine Beziehung mit seinem Meister Silas erfahren, denn das hätte echt ganz cool werden können, aber das ist mein eigener Geschmack. Auch sonst konnte er mich von sich überzeugen und ist mein Liebling in diesem Buch. Die große charakterliche Überraschung war für mich allerdings nicht wirklich überraschend. Ich habe schon nach wenigen Kapiteln gewusst, was Sache ist. Es war ganz schön, aber nicht wirklich etwas vollkommen Neues.

Die Welt in der „Die Macht des goldenen Blutes“ spielt fand ich sehr interessant und spannend konzeptiert. Nicht nur Anthea, als Retterin und angeblich Gottgeweihte, auch die Feindschaft zwischen Elfen & Menschen, die im Exil lebenden Elfen, sondern auch die ganze Story warum Silas, das Reich zerstören will. Die Geschichte hat mich mitgerissen und neugierig werden lassen. Das Magiekonzept finde ich wahnsinnig spannend und auch den veterischen Wald als Handlungsort. Mit noch ein paar Seiten mehr wäre sie noch etwas greifbarer geworden.
Das Tempo des Buches hat mich ein wenig gestört, denn es erschien mir etwas holprig. Einige Handlungen fand ich viel zu lang, bei anderen hätte etwas mehr Ausführung besser gepasst. Vor allem der Anfang bis zur Entführung war ausführlich und genau beschrieben. Bis etwas passiert ist war ein Drittel des Buches rum und für mich kam der Rest dadurch etwas gehetzt rüber. Als müsste man noch viel Inhalt in das restliche Buch quetschen. Die gemeinsame Reise ist der wohl größte Punkt. Das ganze Buch spielt innerhalb weniger Tage und alles ist sehr plötzlich passiert. Die Liebesgeschichte wirkte auf mich deswegen etwas unrealistisch und überstützt. Anthea misstraut ihm vollkommen und am nächsten Tag ist sie neugierig auf ihn und spricht über beginnende Gefühle. Für mich ist das der Funke nicht übergesprungen, auch weil ich Anthea nicht leiden konnte. Aber die Geschwindigkeit hat da auf jeden Fall mit reingespielt.
Die sonstige Handlung fand ich aber unterhaltend. Es war spannend, abenteuerlich und ich fand auch Silas Grund, das Reich zu zerstören ganz plausibel. Die Geheimnisse, die aufgedeckt wurden waren gut durchdacht, für mich allerdings auch nicht wirklich schockierend. Jeder, der Fantasy liest kann sich denken, was wann aufgedeckt wird. Ich fand es aber auch ehrlich nicht schlimm, da man gemerkt hat dass die Autorin alles gut miteinander verbunden hat. Sie hat solide Fantasy Elemente in ihre Geschichte eingebaut.
Gegen Ende gab es etwas mehr Action und Spannung, die zwar wieder vorhersehbar war, das Buch aber insgesamt gut abgeschlossen hat.

Fazit
Ein solides Fantasy Buch. Es ist nicht unbedingt etwas Neues und mich haben ein paar Dinge gestört, aber es war okay. Ich konnte mich nicht wirklich in die Handlung fallen lassen, mag aber die Grundidee und einige Wendungen im Buch gerne.

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Veröffentlicht am 09.01.2022

Tolles Setting, enttäuschende Charaktere

The Sky in your Eyes
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Inhalt
Elíns Selbstbewusst war noch nie so am Boden wie jetzt. Fülliger ist sie schon ihr ganzes Leben lang, aber wenn jede Diät nicht hilft und Sport auch nichts bringt gewöhnt man sich daran. Weh tun ...

Inhalt
Elíns Selbstbewusst war noch nie so am Boden wie jetzt. Fülliger ist sie schon ihr ganzes Leben lang, aber wenn jede Diät nicht hilft und Sport auch nichts bringt gewöhnt man sich daran. Weh tun die Lacher und spitzen Bemerkungen trotzdem. Und nachdem, was ihr Ex-Freund gesagt hat sieht Elín nichts, was ihr im Spiegel sonderlich gefallen würde. Wäre sie nur ein bisschen schlanker, dann wäre alles besser. Den Kochkurs, den sie kurzentschlossen gebucht hat will sie eigentlich nicht mehr machen, denn ein dickes Mädchen, das kocht ist sofort der Mittelpunkt des Geschehens. Und doch entschließt sie sich dazu, denn kochen ist das, was sie immer schon machen wollte. Wenn auch nur heimlich und als stilles Hobby. Umringt von wunderschönen, schlanken Frauen trifft sie auf Jón, der ganz anders ist als es schein. Jón, der sich seltsamerweise ausgerechnet für sie interessiert. Aber meint es ein attraktiver Kerl es wirklich ernst mit Elín? Auch wenn sie die Anziehungskraft nicht leugnen kann und Jón sie immer wieder zum Lachen bringt, kann Elín sich nicht auf ihn einlassen. Zu groß ist die Angst, wieder zu vertrauen und sich von jemandem berühren zu lassen. Denn noch einmal wird sie den Fall nicht durchstehen.

Meine Meinung:

Kira Mohn wird wirklich sehr gehyped in der Buchbubble und umso gespannter war ich auf das Buch. The sky in your eyes war mein erstes Buch der Autorin und ich war während des Lesens wirklich gefesselt. Der Schreibstil ist herrlich. Sehr emotional, romantisch und tiefgehend.
Ich liebe das Cover. Die Nordlichter, die einem sofort ins Auge springen und perfekt zum Handlungsort passen. Die Berge, das Meer und den Schnee. Einfach wunderschön und stimmig.

Elín hat mich von der ersten Seite an gecatcht. Ihre Gedanken sind sehr tiefgründig, emotional und düster. Ihr Gewicht und ihre Selbstzweifel sind permanent spürbar und in ihrem Hinterkopf. Deswegen ist sie anfangs auch eine sehr ruhige und kopflastige Person, die in jede Geste, jedes Lächeln etwas hinein interpretiert. Durch ihre Erzählungen der Vergangenheit ist das aber auch verständlich und ich fand es wahnsinnig interessant, wie sich daraus eine durchaus selbstbewusst erscheinende Frau entwickelt hat. Der Abgrund zwischen der denkenden Elín und der, die wie sie sich nach außen präsentiert sind wirklich groß und schnell ersichtbar. Mir tat sie oftmals echt leid und ich habe mir echt gewünscht, dass sie die Selbstzweifel loswird und zu ihrem Körper steht. Ihre Wandlung hab ich deswegen sehr gerne miterlebt, auch wenn sie sehr lange auf sich warten lässt. Nach einer gewissen Zeit steckte man in einem Hamsterrad und ihre Gedanken und Gefühle haben sich immer wieder wiederholt. Sie war deswegen auch irgendwann sehr nervig und anstrengend, weil sie sich im Kreis gedreht hat und nicht wirklich etwas getan hat, außer sich zu bemitleiden. Gegen Ende kam die Power Frau aus ihr heraus und sie hat ein paar tolle Entscheidungen getroffen, die Anstrengung die sich im Laufe des Buches aufgebaut hat ist für mich aber geblieben.
Jón hätte ein so cooler Charakter sein können. Er hatte diese tollen Eigenschaften einer netten und aufbauenden Love Interest. Er war zuvorkommend, lustig und charmant und hat die Handlung echt aufgelockert. Allerdings war er mir viel zu blass. Er hatte keine wirkliche eigene Persönlichkeit und seine Geschichte wurde meiner Meinung nach fast vollkommen ignoriert. Er hat ein paar Vergangenheitsdramen bekommen, aber die Tiefgründigkeit und Eigenheit ist für mich nicht vorhanden. Es kam mir eher so vor, als hätte die Autorin eine unterstützende und aufbauende Figur gebraucht, um Elín zu helfen. Mehr auch nicht. Er war verständnisvoll und immer für sie da. Stand mit Rat und Tat zur Seite und war die Love Interest, die nur da war um Elín ein bisschen aufzubauen und zu zeigen, dass sie selbst an sich glauben soll. Ich war echt wahnsinnig enttäuscht.

Das Buch hat mich nicht nur wegen dem Cover sofort gecatcht, sondern vor allem wegen dem coolen und einzigartigen Handlungsort. Ich fand es super interessant, dass das Buch in Island spielt und man als Leser etwas von der Insel mitbekommt. Es kommen verschiedene Handlungsorte auf der Insel vor und ich habe gar nicht genug von der Ortsbeschreibung bekommen. Man hatte sofort Berge, Eis und das Meer vor Augen und ich hab mich echt wohl gefühlt.
Was ich auch toll fand, war der Aspekt des Kochkurses, der einen großen Teil des Buches einnimmt. Jón und Elín lernen sich dort nicht nur kennen, auch im weiteren Verlauf der Handlung ist er ein fester Bestandteil. Es kam eine ganz andere Stimmung in den Szenen auf und ich fand es echt super, dass man beim Lesen gleichzeitig noch so viel über vegane Ernährung und das Kochen lernen konnte. Die Rezepte waren cool und ich hatte das ständige Bedürfnis etwas zu essen.
Auch die wichtigen Themen, um die es sich im Buch dreht waren gut und emotional geschrieben. Body Positivity ist in den Zeiten von Social Media extrem wichtig und ich mochte es, dass die Autorin versucht hat, dem Leser die Message mitzugeben dass jeder wunderschön ist. Trotzdem hätte ich es mir vielleicht etwas emotionaler und ergreifender gewünscht. Elíns Gedanken waren wirklich sehr bewegend, aber die Dynamik war mir persönlich zu langsam und es hat sich viel wiederholt. Eine Positivität hat man nicht wirklich bemerkt, sondern eher den ständigen Selbstzweifel. Gegen Ende hat man versucht das noch rumzureißen, aber für mich war das einfach etwas sehr lang zu negativ. Die Wandlung kam für mich deswegen auch sehr abrupt und unrealistisch.
Die Beziehung der beiden hätte toll sein können, aber für mich hatte sie etwas von einer Zweckgemeinschaft weil Jón keinen Charakter hatte. Der Funke ist nicht ganz übergesprungen, aber es gab ein paar süße und romantische Szenen.

Fazit
Mein erster Roman von Kira Mohn und ich bin eher so semi – begeistert. Ich fand es ganz okay und die Themen, die verarbeitet wurden sind wichtig, aber für mich nicht tiefgehend genug bearbeitet worden. Elín war ein interessanter Charakter, aber Jón konnte mich gar nicht gefangen nehmen. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich Band 2 „The sea in your heart“ (ET: 12.04.2022) lesen werde.

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Veröffentlicht am 20.09.2021

Warum der Hype?

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue
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Inhalt
Bete nie nach Einbruch der Dunkelheit zu den Göttern. Addie Larue soll 1714 endlich heiraten. Für eine Frau gehört es sich einen Mann zu finden und Kinder zu bekommen. Aber Addie möchte ein anderes ...

Inhalt
Bete nie nach Einbruch der Dunkelheit zu den Göttern. Addie Larue soll 1714 endlich heiraten. Für eine Frau gehört es sich einen Mann zu finden und Kinder zu bekommen. Aber Addie möchte ein anderes Leben führen. Voller Neugier und Liebe zur Kunst ist sie erfüllt und will nichts lieber als ein selbstbestimmtes Leben außerhalb ihres kleinen Dorfes kennenzulernen. Am Tag ihrer Hochzeit bleibt ihr nur die eine Möglichkeit: sie verschwindet in den naheliegenden Wald und betet. Nicht zu Gott, sondern den Göttern an die ihre alten Freundin Estelle glaubt. Dabei macht Addie einen großen Fehler. Als die Nacht angebrochen ist, die Dorfbewohner nahe sind, schließt Addie einen Pakt mit einem Gott der Dunkelheit. Ist es der Teufel? Er verspricht ihr eine Ewigkeit für ihre Seele. Unwissend, dass jeder der sie sieht sie im nächsten Augenblick vergessen wird, nimmt Addie an. Und so beginnt Addies Reise durch die Geschichte. Einsam, verzweifelt und anfangs ängstlich durchlebt sie Krankheiten, Revolutionen und Kriege. Bis sie im Jahr 2014 Henry begegnet. Selbst am Boden geschieht das Unglaubliche. Er erinnert sich an Addie. Und auf einmal ist sie nicht mehr allein…

Meine Meinung:
Das unsichtbare Leben der Addie Larue war mein erstes Buch von V.E.Schwab. Die Autorin wird ja von vielen geliebt und ich war schon sehr lange gespannt darauf eines ihrer Bücher zu lesen. Der Schreibstil hat mich anfangs aber nicht wirklich gut gefallen und ich habe lange gebraucht bis ich damit zurecht gekommen bin. Dann hat er mir aber gut gefallen. Er ist wirklich sehr poetisch. Mich haben manchmal die Zukunftsaussichten etwas gestört, aber das liegt an meinem Geschmack.
Das Cover gefällt mir nicht besonders gut. Die englischen Ausgaben sind wahnsinnig schön und das Deutsche ist dagegen so, wtf? Die Farbe geht ja noch, aber für mich sieht das Cover aus wie das eines seltsamen High Fantasy Romans in der Magie und Glaskugeln eine Rolle spielen. Mit dem Inhalt hätte man sich echt was Besseres ausdenken können.


Bei den Charakteren bin ich sehr zwiegespalten.
Addie mochte ich wirklich gerne. Ihre Geschichte wird in unterschiedlichen Zeitaltern gezeigt und somit sieht man auch perfekt die Wandlung, die sie über Jahrhunderten macht. Anfangs, vor dem Pakt, ist sie ein ganz normales Mädchen, das zeichnen liebt und eigentlich nicht besonders begeistert über ihr Leben als Frau auf dem Lande ist. Man bemerkt, dass sie eigentlich lieber ein selbstbestimmtes Leben führen will. Später ist sie verzweifelt, traurig, wütend. Alles Emotionen, die man als Leser durch ihre Geschichte und die Vorkommnisse verstehen kann. Aber sie wird mutiger und selbstbewusst. Und nach 300 Jahren erkennt man nur wenig von der ängstlichen Addie. Das hat mir gut gefallen. Ihre Ängste und ihre Einsamkeit waren permanent spürbar und haben es mir als Leser wirklich manchmal nicht leicht gemacht. Eine starke und liebenswerte Protagonistin, die auch ziemlich aufopferungsvoll sein kann.
Henry, der Mann der sich an Addie erinnert. Eigentlich sollte ich ihn mögen, denn er liebt Addie. Allerdings war er für mich eher unsympathisch. Man bekommt viel aus seiner Sicht mit, aus seinem Leben und daher erfährt man auch von seinen psychischen Problemen. Das ist auch gut, allerdings war Henry mir ein bisschen zu depressiv. Das soll jetzt nicht böse klingen. Aber er hat das ganze Buch runtergezogen und ich fand ihn auch abgesehen davon nicht wirklich ansprechend. Er konnte mich einfach überhaupt nicht für sich gewinnen und irgendwie konnte ich deswegen auch Addies und Henrys Beziehung nicht wirklich in mein Herz schießen. Seine Geschichte, die erzählt wurde fand ich außerdem ziemlich trocken, fast schon langweilig und ich hab oft nachgeschaut wie lange das Kapitel denn noch geht.
Luc, der Teufel. Ich mag es zwar nicht, was er Addie angetan hat, aber Luc war für mich der wohl interessanteste Charakter. Man wusste nicht, was ihn bewegt. Er trat zwar öfter auf, aber gekannt hat man ihn nie und Addies Beziehung zu ihm war natürlich schwierig, voller Wut und Hass. Und trotzdem hab ich zwischen den zwei viel mehr Gefühl gespürt als zwischen Henry und Addie im Buch. Auch wenn es eher Hassgefühle waren. Ich habe mich nach dem Auftauchen von Luc gesehnt, denn das versprach Aufregung, Gefühl und neues Wissen. Ich war gegen Ende sogar etwas überrascht wie sich seine Beziehung zu Addie verändert hat, denn das habe ich so nicht kommen sehen. Er war mysteriös, geheimnisvoll und dunkel. Und hat wirklich für Spannung und Drama im Buch gesorgt.

Das Buch wird ja vor allem in Amerika ziemlich gehyped. Ich habe es unzählige Male auf Instagram gesehen, auf TikTok und alle haben von einem gefühlvollen Buch mit tollen Charakteren geredet. Ich war dementsprechend aufgeregt und hatte hohe Erwartungen. Ich war nach dem Lesen nicht wirklich niedergeschmettert, aber doch enttäuscht. Ich fand es nämlich nicht so besonders.
Vor allem der Anfang war langweilig. Anders kann man es nicht sagen. Es hat ewig gedauert bis etwas Spannendes passiert ist. Das waren die Vergangenheitsrückblicke, die aber auch ihre Längen hatten. Die Gegenwart war so langsam. Es wurde viel erklärt, man hat viel von Addies Alltag kennengelernt und für mich ist es irgendwie in Zeitlupe abgelaufen. Ich musste das Buch oft weglegen, weil ich mit meinen Gedanken abgeschweift bin. In der Handlung ist nichts passiert und ich hatte ständig in Gedanken, dass ich wahrscheinlich Wochen brauche um es fertig zu lesen.
Das hat dann zum Glück nicht gestimmt. Ab Abschnitt 2 ist es besser geworden. Zumindest ein wenig. Das Tempo war immer noch das einer Schnecke und die Gegenwart fand ich nie besonders gut. Aber die Vergangenheit hat dem Buch viel Gutes gebracht. Die Handlungen der Gegenwart waren eher langsam. Das Ganze spielte bis kurz vor Schluss innerhalb von 3 oder 4 Tagen, was ich etwas seltsam fand. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich Henry nicht mag.
Die unterschiedlichen Vergangenheitsrückblicke habe ich geliebt. Für mich haben sie Schwung, Spannung und vor allem Inhalt in das Buch gebracht. Und Gefühl. Verzweiflung, Angst, Wut. Das alles war für mich vor allem in den Kapitel der Vergangenheit gegeben und da waren sie auch wirklich überwältigend. Es gab so viel zu entdecken und durch Luc auch wirklich interessante und fesselnde Dialoge. Es ist einfach Schwung aufgekommen.
Zum Ende hin wurde ich überrascht. Es hat an Dynamik gewonnen, es sind Dinge geschehen mit denen ich niemals gerechnet habe. Die große Frage, die ich mir die ganze Zeit gestellt habe war natürlich, warum Henry sich an Addie erinnern kann. Und die Auflösung hat mich wirklich und wahrhaftig überrascht. Auch die Handlung und der Fortgang der letzten 100 Seiten war irgendwie schwungvoll und spannend. Das Ende hat mir dann sogar das Herz gebrochen und ich musste weinen. Obwohl ich den Inhalt davor nicht so gut fand.

Fazit
Für mich war Addie Larue okay. Ich verstehe leider auch den Hype nicht, denn wirklich gefühlvoll ist es nicht wirklich. Es gab tolle Stellen, die interessant waren und Gefühle in mir wachgerufen haben. Meist war es aber wirklich keine Handlung mit vielen Längen. Addie ist ein toller Charakter und auch Luc hat mich überzeugt. Die Hauptbeziehung, die wahrscheinlich überzeugen sollte, hat für mich einfach nicht gepasst und 0 Gefühle hervorgerufen. Muss man meiner Meinung nach nicht unbedingt gelesen haben, aber Geschmäcker unterscheiden sich natürlich. Wer gerne Geschichten in unterschiedlichen Zeitebenen mag, kann es gerne mal ausprobieren. Die Kapitel waren nämlich auch echt gut.

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