Profilbild von CaroW

CaroW

Lesejury Star
offline

CaroW ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit CaroW über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.07.2018

Nicht nur ein spannender Krimi!

Zartbittertod
0

Die Geschichte:
Mia möchte einen Artikel über ein altes Familienfoto schreiben. Welches würde da besser passen, als das mit dem riesigen Nashorn aus Schokolade und ihrem Vorfahr Jakob Arnholt drauf? Da ...

Die Geschichte:


Mia möchte einen Artikel über ein altes Familienfoto schreiben. Welches würde da besser passen, als das mit dem riesigen Nashorn aus Schokolade und ihrem Vorfahr Jakob Arnholt drauf? Da muss doch eine spannende Story hinter stecken! Sie beginnt Nachforschungen anzustellen und fragt auch ihre Mutter nach dem Bild. Sie berichtet, dass Jakob in der Kolonialzeit aus Namibia nach Lüneburg gekommen ist. Zusammen mit seinem weißen Lehnherrn hat der kleine schwarze Junge ein Schokoladengeschäft gegründet. Bis er irgendwann seine eigene Familie gründete, nach Meißen zog und dort seine eigene kleine Chocolaterie eröffnete. Das Geschäft führen heutzutage Mias Eltern und sie selbst liebt die Schokolade über alles. Doch wer war dieser ominöse und unfreundlich dreinblickende Lehnherr? Darüber hüllt sich ihre Mutter in Schweigen. Nur einen Namen erwähnt sie mit Abscheu: Herder. Dessen Nachkommen besitzen mittlerweile einen riesigen Schokoladenkonzern. Mit ein paar Fundstücken vom Dachboden, die einmal Jakob gehört haben, im Gepäck macht Mia sich auf den Weg nach Lüneburg um Antworten auf ihre Fragen zu bekommen. Doch dort angekommen jagt ein Unglück das nächste und Mia gerät immer mehr in Mittelpunkt der fragwürdigen Ereignisse. Welchem schrecklichen Familiengeheimnis ist sie da nur auf die Spur gekommen, dass derjenige, der es geheim halten will, sogar über Leichen geht?

Meine Meinung:


Dieses Buch ist nicht nur einfach ein Krimi, sondern auch eine tolle Aufarbeitung der Geschehnisse während der Kolonialzeit. Ich kann natürlich nicht beurteilen, inwiefern sich das alles historisch belegen lässt, aber das liegt unter anderem auch daran, dass man sich in der Schulzeit im Geschichtsunterricht kaum mit der Kolonialzeit beschäftigt. Zumindest nicht aus deutscher Perspektive. Es werden immer die großen Kolonialmächte Frankreich und England angeprangert und im Nebensatz wird erwähnt, dass Deutschland auch irgendwann mal nach Afrika gefahren ist. Das war´s. Dieses Buch zeigt, dass da deutlich mehr war und dass die deutschen Soldaten teilweise ganze Eingeborenen-Stämme ausgelöscht haben. Ich finde die Autorin schildert das sehr eindrucksvoll, denn sie hat ihre Geschichte mit Zitaten aus echten Briefen aus dieser Zeit gespickt, die die Mentalität der damaligen Deutschen widerspiegelt. Das gute an dem Buch ist, dass es trotz der historischen Hintergründe ein Jugendkrimi bleibt, der sehr spannend erzählt ist. Man könnte es, ein Buch das unterhält und gleichzeitig bildet, nennen. Und es besteht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen beidem.
Diese Aspekte haben mir wirklich gut gefallen. Der gute Schreibstil der Autorin hat das ganze nur noch spannender gemacht und die gute Komposition der beiden Elemente – Thriller und Historie – unterstützt.
Dennoch ist mir ein Aspekt etwas zu kurz gekommen. Es gibt nämlich einen männlichen Charakter, der Mias Interesse weckt. Doch diese Liebesstory ist nicht wirklich authentisch und hätte meiner Meinung nach auch weggelassen werden können. Denn es war irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes.
Trotz des kleinen Kritikpunkts hat mich der Roman von Elisabeth Hermann überzeugt und ich kann ihn jedem weiterempfehlen, der ein bisschen was Neues (und Erschreckendes) über die deutsche Geschichte lernen will und dabei gut von einem Krimi unterhalten werden möchte.

Veröffentlicht am 02.04.2018

Leider etwas schwacher erster Teil.

Talon - Drachenzeit
0

Der Inhalt:
Ember und Dante befinden sich in der Assimilierungsphase. Sie sind Drachen und müssen lernen, sich in Menschengestalt an das menschliche Verhalten anzupassen. Einen Sommer lang dürfen sie in ...

Der Inhalt:


Ember und Dante befinden sich in der Assimilierungsphase. Sie sind Drachen und müssen lernen, sich in Menschengestalt an das menschliche Verhalten anzupassen. Einen Sommer lang dürfen sie in Cresent Beach verbringen, surfen, die Sonne genießen und Menschen kennenlernen. Dabei müssen sie das Geheimnis, dass sie Drachen sind, gut bewahren und sich an alle Regeln und Vorschriften von Talon halten. Doch dann taucht Garret auf, ein Mensch, der Embers Herz schneller schlagen lässt. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen. Dabei sind Drachen doch gar nicht in der Lage menschliche Emotionen zu empfinden, oder doch? Als wäre das nicht schon kompliziert genug, trifft sich Garret auch noch aus völlig anderen Gründen mit Ember. Denn er gehört zum Georgsorden und hat den Auftrag, den Drachen in Cresent Beach ausfindig zu machen und zu eliminieren. Das kann nicht gut gehen. Im Gegenteil: Es wird sogar richtig gefährlich.

Meine Meinung:


Der erste Band ist eine schöne Einführung in die Reihe. Das Tempo der Geschichte ist relativ langsam und es passiert nicht sonderlich viel Spannendes. Durch den flüssigen und gut lesbaren Schreibstil der Autorin lässt sich das Buch dennoch an einem Stück lesen. Außerdem will man immer weiterlesen, weil die Kapitel abwechselnd aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden. Man erfährt die Geschichte aus der Sicht von Ember, Dante, Riley und Garret. Das macht den Aufbau des Buches dann doch etwas spannender, auch wenn in der Storyline nicht so sonderlich viel passiert. Wen der erste Teil nicht vollends überzeugen konnte, den kann ich verstehen. Aber ich würde jedem raten, unbedingt auch den Rest der Reihe zu lesen!

Veröffentlicht am 20.02.2018

Die Geschichte wird im Laufe des Buches immer spannender und fesselnder!

Hundert Lügen
0

Die Geschichte:
Manon und Kris sind Geschwister. Als Kinder waren sie immer unzertrennlich. Doch ein sogenanntes Sommercamp zerstört ihre friedliche Kindheit und die gesamte Familie. Seitdem versuchen ...

Die Geschichte:


Manon und Kris sind Geschwister. Als Kinder waren sie immer unzertrennlich. Doch ein sogenanntes Sommercamp zerstört ihre friedliche Kindheit und die gesamte Familie. Seitdem versuchen Kris und Manon jeder auf seine eigene Weise damit fertig zu werden. Doch alle beide sind eher weniger erfolgreich dabei. Kris versucht gegen sein inneres Monster anzukämpfen und Manon hat zwischendurch einfach aufgegeben zu kämpfen. Doch jetzt ruft ihr gemeinsamer Vater sie wieder zusammen, denn sie werden bedroht. Von wem kommen diese Drohbriefe? In der kaputten Familie traut niemand niemandem und so beschuldigen sich alle gegenseitig. Doch vielleicht bringen diese Drohungen endlich Licht ins Dunkel? Immerhin wissen Manon und Kris gar nicht wirklich viel über das Sommercamp aus ihrer Kindheit. Steckt da etwa mehr dahinter als gedacht?

Meine Meinung:


Ich brauchte am Anfang relativ viel Zeit um in die Geschichte reinzukommen und mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Aber mit der Zeit hat mir das Buch immer besser gefallen. Der Schreibstil passt gut zum restlichen Stil des Buches und die Geschichte ist richtig spannend geworden. Anfangs war sie etwas langatmig, aber sie hat mich dann dich in ihren Bann gezogen. Ich würde euch gerne mehr erzählen, aber dann würde ich euch zu viel vom Inhalt verraten. Macht euch einfach auf ein paar Überraschungen und drastische Ereignisse gefasst.
Ich hatte auch ein paar Schwierigkeiten mit den beiden Protagonisten Kris und Manon. Die sind leider auch bis zum Ende geblieben. Ich konnte keine richtige Bindung zu ihnen aufbauen. Dennoch waren es gut aufgebaute Charaktere, die logisch und nachvollziehbar gehandelt haben. Komischerweise hat mir die Figur des Vaters am besten gefallen. Sie ist sehr gut durchdacht und birgt einige moralische Konflikte in sich. Leider kann ich euch auch an dieser Stelle nicht mehr verraten. Ich will euch schließlich nicht den Lese-Spaß nehmen!

Veröffentlicht am 20.02.2018

Ein aktuelles Thema, das gut aufgearbeitet wird, aber einige Schwächen aufweist.

Die Braut
0

Die Geschichte:
Anna ist fünfzehn und zurzeit in einer schwierigen Lebenslage. Ihr Vater ist vor ein paar Monaten gestorben und sie kommt mit ihrer Trauer nicht wirklich zurecht. Ihre Mutter ist da auch ...

Die Geschichte:


Anna ist fünfzehn und zurzeit in einer schwierigen Lebenslage. Ihr Vater ist vor ein paar Monaten gestorben und sie kommt mit ihrer Trauer nicht wirklich zurecht. Ihre Mutter ist da auch keine sonderlich große Hilfe, im Gegenteil: Wegen ihrer eigenen Trauer scheint sie Anna nur als Klotz am Bein wahrzunehmen und sie manchmal regelrecht zu vergessen. Da ist Anna froh, dass ihr in dieser schwierigen zeit wenigstens einer zur Seite steht: Abu Salam. Sie hat ihn zufällig über das Internet kennengelernt und er scheint sie zu verstehen und sie so zu akzeptieren wie sie ist. Er ist Moslem, genau wie ihre beste Freundin Kayla, und so beginnt sich Anna immer mehr für den Islam zu interessieren. Das einzige, was einer Beziehung zu Abu Salam im Wege steht ist, dass er in Syrien für den IS kämpft. Für Anna steht fest: Sie möchte nicht von ihm getrennt bleiben und so schnell wie möglich zu ihm nach Syrien reisen. Denn Zuhause gehen ihr sowieso alle nur auf die Nerven und ihr neuer Glaube an Allah wird ihr den richtigen Weg weisen. Und überhaupt, wenn sie erstmal bei Abu Salam ist, wird alles gut. Da ist sie sich sicher.

Meine Meinung:


Meine Empfehlung zu diesem Buch: Lest es, aber lest vorher bloß nicht den Klappentext! Es ist total schade, dass Annas Flug nach Syrien dort schon angekündigt wird, obwohl er erst im letzten Drittel des Buches stattfindet. So verdirbt es ein bisschen die Spannung, weil man schon vorher weiß, worauf es hinauslaufen wird. Trotzdem ist dieses letzte Drittel der spannendste Teil des gesamten Buches. Und für mich hätte er gerne noch etwas ausführlicher sein können.
Am Anfang musste ich mich etwas an den Schreibstil gewöhnen. Er entspricht, meiner Meinung nach, nicht ganz dem, wie sich Jugendliche unterhalten und Whats Apps schreiben. Allerdings passt es zu Annas naiven Verhalten. Es ist einfach kaum vorstellbar, dass es immer noch Jugendliche gibt, die trotz Medienberichterstattungen und Aufklärungen in der Schule, auf die Seelenfänger des IS´ reinfallen. Aber mit Anna hat die Autorin eine prototypische Jugendliche geschaffen, stellvertretend für alle, denen sowas schon passiert ist oder noch wird. Sie ist das typische Beuteschema für den IS. Sie hat gerade eine schwierige Zeit zuhause, hat den schweren Verlust eines geliebten Menschen zu verarbeiten und sehnt sich einfach nach jemandem, der sie versteht und noch wichtiger: liebt. Genau diese Situation nutzt Abu Salam aus. Er verspricht ihr, dass sie Zuversicht im Glauben und ihn Allah finden wird und, dass er sie liebt. Ich bin der festen Überzeugung, dass man Halt und Zuversicht im Glauben finden kann und dass es dabei egal ist, in welcher Religion man danach sucht. Das, was die ganze Sache gefährlich Macht sind die Liebesversprechungen, die Anna und anderen Mädchen gemacht werden. Welches 15-jährige Mädchen sehnt sich nicht nach einem schönen, starken Typen, der sie beschützt und versteht? So kann sich Abu Salam Anna gefügig machen und ihr das Gefühl geben, dass alle Entscheidungen und Wünsche ihre eigenen wären. Denn schließlich will sie ihm gefallen.
Ich finde dieses brisante und aktuelle Thema wird in dem Buch gut herausgearbeitet und es wird unterstrichen, wie wichtig die Aufklärung über Religionen im Allgemeinen und dem IS im Besonderen ist. Bei Anna fängt alles damit an, dass sie keine Ahnung vom IS hat und sehr wenig über andere Religionen weiß. Obwohl sie am Ende den falschen Weg geht, zeigt das Buch, dass der Umgang mit anderen Religionen durchaus spannend und schön sein kann. Zum Beispiel wenn Kayla ihre Freundin mit zum Tag der offenen Tür ihrer Moschee nimmt. Anna ist für diesen friedlichen Umgang leider schon zu blind, denn sie will schließlich ihrem Abu Salam gefallen.
Meine abschließende Meinung zu diesem Buch ist: Es thematisiert ein sehr aktuelles Thema und trägt dazu bei, das Bewusstsein der Jugendlichen für andere Religionen im positiven Sinne zu weiten. Gut ist hierbei, dass Annas Weg zu einem anderen Glauben sehr ausführlich beschrieben wird. Allerdings hat das Buch durchaus seine Schwächen. Der Schreibstil ist eher unpassend und das Ende wäre noch ausbaufähig gewesen. Vielleicht hätte dem Buch sogar ein anderes Ende ganz gutgetan, also ich meine kein Happy End. Denn nicht jedes Mädchen, das sich vom IS verführen lässt, wird gerettet. Auf der anderen Seite ist das Buch dadurch auch für jüngere Leser geeignet, was auch von Vorteil ist. Je mehr Jugendliche dieses Buch erreicht, desto besser!

Veröffentlicht am 26.11.2017

Verrückte, aber coole Idee!

Infiziert (Bd.1)
0

Die Geschichte:
Kais kleine Schwester Callie ist vor einem Jahr entführt worden und seitdem verschwunden. Shay war damals die letzte Person, die sie gesehen hat, doch das fällt ihr erst jetzt, nach einem ...

Die Geschichte:


Kais kleine Schwester Callie ist vor einem Jahr entführt worden und seitdem verschwunden. Shay war damals die letzte Person, die sie gesehen hat, doch das fällt ihr erst jetzt, nach einem Jahr, auf als sie eine Vermisstenanzeige entdeckt. Sie informiert Kai und zusammen machen sich die beiden auf die Suche nach Callie. Doch dann bricht eine Grippe in Schottland aus, an der viele Menschen sterben. Schnell wird den beiden klar, dass dies keine normale Grippe ist. Und damit haben sie Recht. Aus Callies Sicht erfährt man, wo die Grippe ihren Ursprung hat. In einem Forschungslabor unter der Erde. Dort werden Menschen festgehalten und als Versuchskaninchen missbraucht. Auch Callie wurde da gefangen gehalten, infiziert und getötet. Jetzt existiert sie als Geist weiter und erlebt mit einiger Genugtuung, wie das Forschungslabor zerstört wird. Denn sie weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was diese Zerstörung für schreckliche Folgen haben wird.

Meine Meinung:


Ganz schön verrückt. Das war mein erster Leseeindruck von den ersten 50 Seiten. Dass Callie als Geist weiterexistiert war doch erst etwas verstörend. Aber im Laufe der Geschichte bekommt sie eine ganz wichtige Rolle und man ist froh, dass sie noch dabei ist. Diese Verrücktheit passt außerdem zu der Autorin Teri Terry. Ich war auch von den anderen Büchern, die ich von ihr gelesen habe (Book of lies und die Gelöscht-Trilogie) beeindruckt und sie hat mich immer mit ihren ausgefallenen Ideen überzeugen können. So auch diesmal. Diese Geistersache ist im ersten Moment komisch, aber wenn man es sich überlegt, dann ist sie doch irgendwie cool. Tja, die Idee ist zwar super, aber leider hat mich der erste Teil von der Gestaltung her noch nicht ganz überzeugen können. Der Anfang ist gut und stimmig, aber der Mittelteil zieht sich etwas in die Länge und das Ende ist nicht der Showdown, den ich mir vorgestellt hatte. Im Laufe der Geschichte hatte ich so viele Vermutungen in Bezug auf die mysteriöse Krankheit und ich hätte es gut gefunden, wenn man immerhin das eine oder andere anspricht. Außerdem blieb der Böse, der hinter all dem steckt anonym und ich weiß immer noch nicht, ob meine Vermutungen zu ihm richtig sind. Da mich das ganz schön Verrückt macht, werde ich wohl auch den nächsten Teil lesen. Und ich freue mich schon darauf zu erfahren, wie es mit der Krankheit weitergeht.
Damit kein falscher Eindruck entsteht, möchte ich nur kurz klarstellen: Ich finde das Buch wirklich gut, es lässt sich super durchlesen und man will zu jedem Zeitpunkt wissen, wie es weitergeht. Das einzige, was mir gefehlt hat, ist die Spannung. Aber ich bin überzeugt, dass die dafür im zweiten Teil umso gewaltiger ist!