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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.06.2019

Aufrüttelnd, erschreckend und wertvoll

Die Nickel Boys
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Elwood wächst bei seiner Großmutter auf, nachdem seine Eltern abgehauen sind, um ihr Glück in der weiten Welt zu finden. Er ist klug, wissbegierig und möchte immer mehr lernen und erfahren. Doch ist es ...

Elwood wächst bei seiner Großmutter auf, nachdem seine Eltern abgehauen sind, um ihr Glück in der weiten Welt zu finden. Er ist klug, wissbegierig und möchte immer mehr lernen und erfahren. Doch ist es für ihn Anfang der 1960er Jahre nicht einfach in dieser Welt als schwarzer Teenager zu leben, die durch die Bürgerrechtsbewegung sich erst sehr langsam und verhalten verändert. Doch dank seines Fleißes wird ihm angeboten, das College zu besuchen. Beseelt macht er sich auf den Weg zu seiner ersten Unterrichtseinheit, kommt jedoch nie am College an, sondern wird beim Trampen gefangen genommen und kurzer Hand in die Besserungsanstalt Nickel Academy gesteckt. Was Elwood dort erwartet, ist das pure Grauen.

Nach Underground Railroad ist „Die Nickel Boys“ mein zweiter Roman des Autors.
Und wie auch die Geschichte der Sklavin Cora, so ging mir die fiktive Geschichte um Elwood unter die Haut. Ich wappnete mich für die Schrecken dieses Buches und doch wurde mir passagenweise immer wieder übel auf Grund der Ungerechtigkeit, die Elwood ertragen muss., des Hasses, der durch die Seiten sickert und der Gräueltaten, die den Nickel Boys angetan wurden.
Wieder gelingt es dem Autor, einen Roman zu schreiben, den ich für unglaublich wertvoll halte. Das Buch dient auf keinem Fall der Unterhaltung, sondern soll aufrütteln, wachrütteln, für ein tieferes Verständnis und Miteinander sorgen und erneut zeigen, wie ungerecht unsere Welt ist beziehungsweise war und wie sie nie wieder werden soll.
Zugegeben, ich hatte wie auch schon bei Underground Railroad ein paar Probleme beim Folgen der Geschichte. Ich konnte das Buch einfach nicht in einem Rutsch durchlesen, ich brauchte Pausen, um etwas Abstand zu gewinnen und die Schrecken etwas verklingen zu lassen. Dadurch fiel es mir nicht immer leicht, die einzelnen Personen und Namen gezielt zuzuordnen. Viele der Nebencharaktere wurden mir auch zu ungenau eingeführt, ich konnte sie nicht ganz zu fassen kriegen, waren sie doch eher schwammig bis gar nicht beschrieben. Dann wieder wurden Nebencharaktere eingeführt, die Seite um Seite an Handlungsraum bekamen, für mich in der Situation aber eher nebensächlich wirkten. Hier hätte es mir besser gefallen, wenn alle Nebencharaktere in angemessenem Umfang vorgestellt worden wären. Da es auch ein paar Sprünge in der Zeit gab, brauchte ich immer ein paar Sätze Anlauf, um zu verstehen, wo der Leser sich nun auf der Zeitachse befindet.
Den Schreibstil von Colson Whitehead finde ich interessant, jedoch kann ich ihm nicht immer viel abgewinnen. Viele Sätze wirken so abgehackt, dass nicht immer ein guter Lesefluss entstand. Auch wurden Konflikte, Probleme und interessante Themen oftmals nur ganz kurz erwähnt, dann genauso schnell wieder fallengelassen und nie wieder aufgenommen. Schade, ein paar Ausführungen mehr hatten mir gut gefallen!
Dann jedoch war ich wieder froh über diesen nicht bildhaften Schreibstil. Vor allem die Schilderungen der Grausamkeiten waren kurz und prägnant ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Denn dies war wirklich nicht nötig, hatte ich als Leser dank seines Schreibstils ein klares Bild vor Augen.
„Wenn alle wegsahen, waren auch alle Mittäter“, dieser Satz hat es mir wirklich angetan. Colson Whitehead steht mit seinen Büchern dafür, eben nicht mehr wegzusehen, sondern aufzuarbeiten und ein besseres Miteinander anzustreben und umzusetzen. Und genau deshalb bin ich auch bei diesem Buch wieder der Meinung, dass es sich für jeden lohnt, dieses Buch zu lesen!

Veröffentlicht am 18.02.2019

Unglaublich schön gestaltetes, lehrreiches Kinderbuch

Ein Affe an der Angel
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Darko, Tierforscher und Entdecker, ist ein wahnsinnig liebevoller Protagonist, dem ich auf seinen Abenteuern nur zu gerne folgte.
Denn Darko trifft immer wieder die spannendsten Tierarten und erlebt die ...

Darko, Tierforscher und Entdecker, ist ein wahnsinnig liebevoller Protagonist, dem ich auf seinen Abenteuern nur zu gerne folgte.
Denn Darko trifft immer wieder die spannendsten Tierarten und erlebt die erstaunlichsten Abenteuer. Und dafür braucht er nur sein Tierlexikon (und viel Fantasie).
Mit viel Charme vermittelt Darko Wissen über einzelne Tiere, das dem ein oder anderen vermutlich noch nicht bekannt war. Selbst ich als begeisterte Hobbyzoologin konnte etwas mitnehmen (denn Spinnen sind nicht so ganz mein Fall, die Radlerspinne hingegen wurde so schön dargestellt, dass ich gleich mehr über sie in Erfahrung bringen musste). Es werden auch Verhaltensweisen der Tiere aufgezeigt und wie sich diese auf uns Menschen übertragen lässt. So begleitet Darko zum Beispiel Ameisen, die neben dem Stau in dem er mit seiner Mutter festsitzt eine Ameisenstraße bilden und erläutert mit ihnen, warum es eigentlich auf Ameisenstraßen keinen Stau gibt und was die Menschen in der Hinsicht falsch machen.
Auch der Umgang mit Tieren wird toll thematisiert und ein wenig der tadelnde Zeigefinger erhoben (der Waldelefant fänd es für die Umwelt nämlich viel besser, wenn alle das Fahrrad statt dem Auto nehmen würden).
Das Buch enthält drei Geschichten, die jeweils in kurze Kapitel eingeteilt sind.
Da Darko in der Stadt wohnt, spielen sich auch zwei der Geschichten dort ab. Ich fand es erfrischend, etwas über einen Tierforscher in der Großstadt zu lesen und denke, dass sich viele kleine Forscher so sehr gut mit Darko identifizieren können.
Die Zeichnungen sind wunderschön und passen sehr gut zu der Geschichte. Sie eignen sich auch toll zum Suchen von Gegenständen wie zum Beispiel Wimmelbilder.
Ich hoffe sehr, dass dies nicht das letzte Abenteuer von Darko war, denn der kleine Tierforscher hat es mir sehr angetan.

Ich vergebe 4.5 Sterne. Ein wirklich wunderbares Buch für kleine Entdecker, das sich gut zum gemeinsamen Lesen eignet.

Veröffentlicht am 21.01.2019

Sehr starker zweiter Teil

Das Heer des Weißen Drachen
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Der weiße Drache wurde erweckt und ist bereit, sich die Menschheit zu unterwerfen. In einer Welt, die droht auseinander zu brechen, versuchen Clay, Lizanne und Hilemoore ihr möglichstes, um die Katastrophe ...

Der weiße Drache wurde erweckt und ist bereit, sich die Menschheit zu unterwerfen. In einer Welt, die droht auseinander zu brechen, versuchen Clay, Lizanne und Hilemoore ihr möglichstes, um die Katastrophe zu verhindern und den weißen Drachen aufzuhalten. Dabei verschlägt es sie in die entferntesten Winkel der Welt oder auch in das gefürchtetste Gefängnis ihrer bekannten Welt. Aber gibt es überhaupt einen Weg, den Weißen zu stoppen?

Der erste Teil der Draconis Memoria Reihe konnte mich durchweg überraschen und überzeugen und bekam vollkommen verdiente 5 Sterne.
Nach einem so grandiosen Start wartete ich natürlich ganz gespannt auf den zweiten Teil und setze hohe Erwartungen in ihn.
Die Erwartungen wurden vollkommen erfüllt, an etlichen Stellen sogar noch übertroffen.
Gekonnt mischt Ryan wieder Fantasy- und Steampunk-Elemente miteinander und schafft schon wie im ersten Teil eine ganz eigene Atmosphäre.
Die verschiedenen Handlungsstränge verwob er gekonnt miteinander und überrascht sogar noch mit einem weiteren, vollkommen verblüffenden Strang. Die Einbringung von diesem gefiel mir wirklich außerordentlich gut und brachte eine vollkommen neue Perspektive mit in die Geschichte ein.
Der Schreibstil ist auch außerordentlich gut, so eben, wie man es von dem Autor gewohnt ist.
Die Charaktere konnten mich allesamt von sich überzeugen. Keiner ist ein farbloses Blatt, jeder von ihnen detailreich ausgearbeitet und gut beschrieben. Mit Lizanne hat Ryan eine wirklich tolle junge, unabhängige Frau geschaffen, der ich nur zu gerne auf ihrem Weg folgte.
Der Leser erhielt nochmals tiefe Einblicke in die Welt der Drachen und der Verwendung von Produkt. Außerdem erfährt er viel mehr über die Geschichte der Länder und Fragen, die im ersten Band aufgeworfen wurden, werden teilweise nach und nach beantwortet.
Der erste Band fühlte sich mehr nach einer Schatzsuche an, die mich durchweg unterhalten konnte, jedoch auch etliche langatmige Passagen hatte. Auch der zweite Teil enthält solche Passagen, die auf keinen Fall schlecht sind, nur etwas Fahrt aus der Handlung nehmen. Dadurch, dass das Buch nun aber mehr und mehr strategisch wird und die Charaktere allesamt in große Abenteuer verstrickt sind, war das Lesetempo bei diesem Teil ein ganz anderes und ich verkroch mich zwei Tage lang regelrecht in dem Buch. Der Spannungsbogen ist konstant gehalten, nimmt zum Ende hin noch einmal rapide zu und lässt den Leser mit so vielen Plottwists und offenem Mund zurück.

Ich vergebe 4.5 Sterne für diesen sehr starken zweiten Band und fiebere nun dem dritten sehr entgegen.

Veröffentlicht am 23.05.2018

Auschweifende Dekadenz im Kenia der 20er Jahre

Kenia Valley
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Theo verlässt mit seiner Familie Schottland, um nach Kenia zu ziehen, wo sein Vater für die Eisenbahn arbeiten wird. In Kenia angekommen trifft der Vierzehnjährige auf Freddie, einen charismatischen, gutaussehenden ...

Theo verlässt mit seiner Familie Schottland, um nach Kenia zu ziehen, wo sein Vater für die Eisenbahn arbeiten wird. In Kenia angekommen trifft der Vierzehnjährige auf Freddie, einen charismatischen, gutaussehenden und charmanten junger Mann und seine Partnerin Sylvie, die so wunderschön ist und Theo vom ersten Augenblick an verzaubert. Das für Theo exotische Paar führt ihn ein in ihre Welt voller alkoholgetränkten Nächte, berauschenden Partys und moralischer Verwerflichkeit im Happy Valley Set.

Mir hat die Geschichte rund um Theo wirklich gut gefallen.
War das erste Drittel noch voller bunten und berauschenden Partys, die mich an Gatsby erinnerten, so änderte sich der Erzählton im weiteren Verlauf des Buches. Der Erzählton wurde ernster, die Politik nahm eine große Rolle ein. Diese Mischung gefiel mir außerordentlich gut. An sich lese ich in dem Genre nicht sehr viel, umso gespannter war ich natürlich was mir die Geschichte um Theo so erzählen könnte und ob sie mir eventuell das ein oder andere Thema etwas näher erläutern würde. Und ich wurde wirklich nicht enttäuscht.
Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen, obwohl ich in vielen Handlungen und Aussagen mit den meisten nicht übereinstimmen kann. Doch vor allem Sylvie gefiel mir als Kunstfigur außerordentlich gut.
Theo ist kein Held, nicht außergewöhnlich oder hat Rückgrat. Er ist ein Mitläufer, will allen gefallen, lässt sich zu sehr blenden und denkt nicht selber nach. Doch eben dies funktioniert in dieser Geschichte außerordentlich gut. Sympathie habe ich nicht viel für ihn entwickeln können, doch ich wollte seiner Geschichte unbedingt folgen, so berauscht war auch ich teilweise von dem dekadenten Kreis rund um Sylvie und Freddie.
Super sympathisch fand ich hingegen Theos jüngere Schwester Maud, die sich über die Zeit der Geschichte hinweg zu einer starken jungen Damen mausert, die für andere einsteht und gegen die Ungerechtigkeit im Land vorgehen möchte.
Freddie hingegen ist ein Blender. Passagenweise habe ich gedacht, dass dies der interessanteste Charakter in einem Buch ist, das ich dieses Jahr gelesen habe. Nur um dann festzustellen, dass ich hinter Theo her stapfe und mir eigene Gedanken um Freddie machen sollte. Und schon wurde der Schleier gehoben, der Freddie umgab und ich sah seine Handlungen auf eine andere Art und Weise. Großes Lob an der Stelle an die Autorin!
Und dann wäre da natürlich noch Sylvie. Die eigentlich alles im Leben hat und doch nicht genug bekommt. Die ihre eigenen Kinder nicht beachtet, einen sie innig liebenden Mann ignoriert, Chaos stiftet und nur an sich denkt. Und doch ist sie so aufregend, dass ich sie gerne einmal selber getroffen hätte.
Mir war zu Begin nicht bewusst, dass Freddie und Sylvie wohl auf realen Personen existieren. Dies habe ich dank anderer Rezensionen auf der Plattform Goodreads erfahren.
Die Charaktere waren wirklich gut ausgearbeitet. Sie waren nicht flach gestalten, hatten alle Ecken und Kanten, eine gewisse Tiefe, keiner ging je unter. Selbst viele der Nebencharaktere verblassten nicht oder waren nur Mittel zum Zweck.
Kat Gordon hat mit ihrer Art zu schreiben eine ganz zauberhafte Atmosphäre geschaffen. Überall schwang ein bisschen Afrika mit im Hintergrund und ich konnte mich gedanklich absolut in das Setting hineinversetzen.
Auch die 20er Jahre hat die Autorin treffend (zumindest für mich als Laien) beschrieben, sodass ich mich dank des wunderbaren Schreibstils im geschaffenen Bild von Kenia verlieren konnte.
Sehr gut gefallen haben mir auch die vereinzelten Schilderungen von Flora und Fauna, bei denen auch ich als großer Biologiefan etwas lernen konnte, wie zum Beispiel woher das Dikdik seinen Namen hat.
Ich bin kein Coverkäufer, sträube mich auch manches Mal, es überhaupt zu erwähnen. Doch an dieser Stelle muss ich einmal meine Begeisterung über dieses wundervolle Cover zum Ausdruck bringen. Ich finde es einfach traumhaft!

Ich vergebe 4.5 Sterne. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich in einem mal etwas anderen Setting der 20er Jahre verlieren möchte, der ein bisschen Gatsby-Feeling sucht oder der ein bisschen sich in Afrika verlieren möchte.

Veröffentlicht am 09.02.2018

Familie und Meer

Eine Insel zwischen Himmel und Meer
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Am Strand einer kleinen Insel der Elizabeth Islands vor Cape Cod wird ein Boot angespült. Der einzige Passagier ist ein kleines Baby mit einer Feder als Muttermal auf der Wange. Osh, der auf der Insel ...

Am Strand einer kleinen Insel der Elizabeth Islands vor Cape Cod wird ein Boot angespült. Der einzige Passagier ist ein kleines Baby mit einer Feder als Muttermal auf der Wange. Osh, der auf der Insel lebende Mann, nimmt das Baby auf, gibt ihm den Namen Crow und zieht das Mädchen als seine Tochter groß.
Mit inzwischen zwölf Jahren hat Crow von Osh alles gelernt, um sich selber ernähren auf und von der Insel zu können und sich im Leben zu behaupten. Doch sie weiß, dass Osh nicht ihr leiblicher Vater ist und so versucht sie zu erfahren, woher sie eigentlich kommt.


Es könnte nur eine Geschichte sein, in der es um die Identitätssuche von Crow geht. Doch im Hintergrund steht noch so viel mehr, was auf vergleichsweise wenig Seiten untergebracht wurde.
Unter den Inselbewohnern kam schon bei Crows Ankunft der Verdacht auf, sie würde von Penikese – einer weiteren Insel der Elizabeth Islands - stammen und behandelten Crow wie eine Aussätzige. Denn auf Penikese wurde Anfang des 20. Jahrhunderts eine Leprastation errichtet. Ganz wunderbar hat die Autorin diese unterschwellige Abneigung eingeflochten nd zeigt dem Leser, wie sehr die Abneigungen Einzelner zu einer gemeinsamen Abneigung anschwillt, so dass jeder Crow meidet. Und wie sehr kleinere Schmerzen zusammengenommen einen großen ergeben. So schwingt im Hintergrund immer eine gewisse Form der Gesellschaftskritik mit.
Außerdem handelt die Geschichte von der (für mich) wichtigsten Sache im Leben: Familie.
Denn eine Familie muss nicht immer aus den leiblichen Verwandten bestehen. Es ist wie auch Heimat ein Gefühl. Und dieses Gefühl spürte ich in jeder Zeile.


Die Charaktere muss man einfach lieben. Sie wurden alle so wunderbar liebevoll von der Autorin gestalten und haben sich schon nach wenigen Seiten in mein Herz geschlichen.
Allen voran natürlich Crow, die einfach durch und durch ein so guter Mensch ist, dass man sich wahrlich eine Scheibe von ihr abschneiden kann. Doch Crow ist auch mutig, wissbegierig, erfindungsreich. Ohne je zu dick aufzutragen, gelingt es der Autorin dem Leser dies alles glaubwürdig zu präsentieren.
Osh und Miss Maggie sind die besten Begleiter, die sich ein Leser nur wünschen kann. Sie sind interessante Nebencharaktere mit ihren eigenen Macken und eigenen Geheimnissen. Ich wollte immer mehr und mehr von ihnen erfahren.
Auch die weiteren eher im Hintergrund stehenden Nebencharaktere waren nie farblos und blass, sondern besaß eine ganz eigene Ausstrahlung. Was auf so wenig Seiten bezogen wahrlich ein kleines Meisterwerk ist.


Der Schreibstil gefiel mir sehr gut. Phasenweise stimmte er mich sehr melancholisch und ließ mich mich selber wegträumen. Hin ans Meer auf eine kleine Insel mit salzverkrusteten Haaren und Sand zwischen den Zehen. Dann jedoch lockte er mich wieder fort und fesselte meine Aufmerksamkeit auf Feinheiten, die zusammengenommen auf ein großartiges Finale hoffen ließen.
Nie war der Erzählstil zu schnell, dass man nicht mehr hinterherkam bei all der Spannung, noch war er zu langsam, dass man das Buch aus der Hand hätte legen wollen. Das Buch hatte eine sehr angenehme Länge und ich konnte es in einem zügigen Tempo beenden. Dabei jedoch bin ich nie durch die Geschichte gerast, denn der Schreibstil fesselte mich wirklich so, dass ich der Geschichte nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch meine volle Konzentration schenken konnte.


Ich vergebe 4.5 Sterne. Das Buch hat mich sehr gut unterhalten können, hat mir Platz gegeben, um dem Alltag zu entfliehen und mit Crow das Salzwassser auf der Haut und den Wind in den Haaren zu spüren. Empfehlen kann ich dieses Buch nicht nur jungen Lesern, sondern auch Erwachsenen, die eine Geschichte um eine starke, unabhöngige Protagonistin schätzen.