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Veröffentlicht am 04.08.2022

Du hast angeblich jemandem ermordet, aber du kannst dich an den Zeitpunkt nicht mehr erinnern

Verschollene Erinnerung: Erkennst du die Wahrheit?
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Auf der norwegischen Insel Flekkerøya wird ein Ferienhaus gestürmt und der Besitzer, der Immobilienmakler Thore Albertsen wird festgenommen. Seine Ehefrau Lana ist verschwunden, das Bett ist voller Blut ...

Auf der norwegischen Insel Flekkerøya wird ein Ferienhaus gestürmt und der Besitzer, der Immobilienmakler Thore Albertsen wird festgenommen. Seine Ehefrau Lana ist verschwunden, das Bett ist voller Blut und auf der Tatwaffe werden Thores Fingerabdrücke gefunden. Es scheint klar zu sein, dass Thore Lana ermordet hat. Doch dieser kann sich an den Zeitpunkt der Tat nicht erinnern. Ist er wirklich schuldig?


Der Schreibstil von Drea Summer ist wirklich gut. Ich konnte alles verstehen und es gab keinerlei Unklarheiten.

Da die Geschichte relativ kurz ist, habe ich es nicht geschafft, eine wirkliche Bindung zu Thore aufzubauen, was ich aber nicht weiter schlimm finde, da die Beobachtung von außen auf das Geschehen auch gut ist. Außerdem wird nicht nur alleine aus Thores Sicht erzählt.

Was ich wirklich gut an der Geschichte finde, ist, dass ich die ganze Zeit mitgerätselt habe, wie Lanas Mord abgelaufen ist und wer jetzt dafür verantwortlich ist. Alle paar Kapitel habe ich meine Theorie über den Haufen geschmissen und mir eine neue ausgedacht. Aber das Ende kam echt unerwartet. Ich hatte zwischendurch mal etwas Ähnliches im Sinn, aber das war nicht genau das, was am Ende herauskam.

Leider lässt mich das Ende auch ein bisschen unbefriedigt zurück. Ich hätte mir ein abschließenderes Ende gewünscht, nicht eins, das so plötzlich kommt.


Insgesamt ist der Thriller "Verschollene Erinnerung" von Drea Summer ein relativ kurzer, aber sehr spannender Thriller, bei dem ich die ganze Zeit mitgerätselt habe.

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Veröffentlicht am 28.07.2022

Überzeugender Auftakt zu einer Trilogie

Legend - Fallender Himmel
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Im Jahr 2130 ist der westliche Teil der USA Die Republik geworden und kämpft gegen den östlichen Teil. In Los Angeles lebt die fünfzehnjährige June Iparis. Sie ist hochbegabt und eine der vielversprechendsten ...

Im Jahr 2130 ist der westliche Teil der USA Die Republik geworden und kämpft gegen den östlichen Teil. In Los Angeles lebt die fünfzehnjährige June Iparis. Sie ist hochbegabt und eine der vielversprechendsten Soldaten der Republik. Day lebt auch in Los Angeles, allerdings in den Slums. Er ist der meistgesuchte Verbrecher der Republik und muss sich Tag für Tag alleine auf der Straße Durchschlagen und versucht dabei, nicht von der Regierung gefasst zu werden. Als bei einem Überfall von Day Junes Bruder ums Leben kommt, will sie Rache an Day nehmen und macht sich auf die Suche nach ihm.


Marie Lus Art und Weise, die Geschichte von Day und June zu erzählen, ist wirklich sehr gut. Ich konnte alles nachvollziehen, was passiert ist, genauso, wie ich die Gefühle und Gedanken der beiden Hauptpersonen verstehen konnte. Die Autorin beschreibt mit ihren Worten sehr gut die Welt, in der Day und June leben, sodass Bilder in meinen Kopf entstanden sind und ich mir wirklich gut vorstellen konnte, wie alles dort aussieht.

Die beiden Sprecher, Julian Greis, der die Kapitel aus Days Sicht liest, und Patrycia Ziolkowska, die die Kapitel aus Junes Sicht liest, lesen beide gut die Geschichte vor. Beide schaffen es, mit ihren Stimmen die Gefühle der Hauptpersonen gut wiederzugeben.

Die beiden Protagonisten, Day und June, sind mir beide sympathisch, obwohl June mir am Anfang etwas arrogant vorgekommen ist, gefiel sie mir nach und nach besser.

Das Einzige, was mir nicht so gut gefallen hat, ist, dass das Buch im Jahr 2130 spielt. Die Technik, die aber erwähnt wird, wirkt nicht so, wie ich mir die Technik in mehr als 100 Jahren vorstelle. Die Handlung könnte so schon 2060 spielen.


Insgesamt ist der erste Teil der Legend-Trilogie ein wirklich guter Auftakt, der Lust auf die nächste Teile macht.

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Veröffentlicht am 04.07.2022

Eine zerstückelte Leiche auf zwei Länder aufgeteilt

Grenzfall - Der Tod in ihren Augen
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Alexa Jahn fängt neu bei der Kripo Weilheim an. Doch direkt an ihrem ersten Tag werden sie und ihre Kollegen zum Brauneck in Lenggries gerufen: Eine Frau hängt tot an einer Felswand. Doch beim genaueren ...

Alexa Jahn fängt neu bei der Kripo Weilheim an. Doch direkt an ihrem ersten Tag werden sie und ihre Kollegen zum Brauneck in Lenggries gerufen: Eine Frau hängt tot an einer Felswand. Doch beim genaueren Betrachten der Leiche fällt auf, dass sie angenähte Beine aus Stroh hat. Kurz darauf tauchen am Achensee in Österreich weitere Leichenteile auf. Da sich Alexas Vorgesetzter unglücklich verletzt, muss sie nun die Sonderkommission leiten und mit dem österreichischen Polizisten Bernhard Krammer zusammenarbeiten, der aber ziemlich desinteressiert wirkt. Schafft es Alexa also alleine, den Mörder zu fassen?


Der Schreibstil von Anna Schneider hat mich wirklich gefesselt und ich wollte immer weiterlesen, um herauszufinden, wie es weitergeht. Man könnte sich auch wirklich alles gut vorstellen, was passiert.

Vor allem mag ich die Idylle der Alpen. Sie wirken so ruhig, aber wenn dann ein Mord geschieht, sind sie sehr bedrohlich für mich. Auch wenn ich manchmal die Orte, in denen die Geschichte spielt, verwechselt habe, hilft die Karte vorne im Buch. Die Polizeiarbeit wirkt, soweit ich das einschätzen kann, im Vergleicht zu anderen Krimis, die ich gelesen habe, ebenfalls glaubwürdig und realistisch.

Das Ende habe ich so nicht kommen gesehen, auch wenn man ab einem bestimmten Punkt ei n paar Vorahnungen hat, die aber sicherlich nicht exakt mit dem Ende übereinstimmen.
Insgesamt ist mit „Grenzfall - Der Tod in ihren Augen“ Anna Schneider ein sehr guter Auftakt zu einer neuen Reihe gelungen!

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Veröffentlicht am 03.07.2022

So eine Thriller habe ich mir schon lange gewünscht!

Keiner sagt die Wahrheit
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Eines Nachts taucht plötzlich Rufus' Ex-Freund Sebastian auf und will mit ihm reden. Kurz darauf ruft auch noch seine Halbschwester April an, die ihn bittet, zu kommen. Da Rufus kein Auto hat, bietet Sebastian ...

Eines Nachts taucht plötzlich Rufus' Ex-Freund Sebastian auf und will mit ihm reden. Kurz darauf ruft auch noch seine Halbschwester April an, die ihn bittet, zu kommen. Da Rufus kein Auto hat, bietet Sebastian an, ihn zu fahren. Bei April angekommen, finden die beiden sie blutüberströmt und mit einem Messer in der Hand neben ihrem toten Freund. Sie schwört, dass sie ihn nicht ermordet hat und fleht Rufus und Sebastian an, herauszufinden, wer ihn umgebracht hat. Doch keiner von ihnen ahnt, in was für eine Gefahr sie sich in dieser Nacht begeben.

Als ich durch Zufall auf dieses Buch gestoßen bin, habe ich sofort gedacht, dieses Buch muss ich haben! Ich lese gerne Thriller und in diesem Genre fehlt es mir an Repräsentation von Mitgliedern der LGBTQ+ Community. Deswegen freue ich mich sehr darüber, einen Thriller mit nicht-heterosexuellen Hauptpersonen gefunden zu haben.

Deswegen auch ein Lob an den Autor: Er schafft es, einen Mord, eine Coming-out Geschichte und einer Lovestory zu verbinden. Denn wie man es sicher am Klappentext erahnen kann, es wird eine Liebesgeschichte geben, die aber erst relativ spät beginnt und auch nicht zu viel Platz einnimmt.


Der Schreibstil von Roehrig ist auch relativ gut. Man kann Rufus' Gefühle oftmals nachvollziehen. Allerdings habe ich am Ende einen Teil nicht wirklich verstanden, weswegen ich die Seite nochmals lesen musste, das kann aber auch nur daran gelegen haben, dass ich eine wichtige Stelle überlesen habe.

Das Ende konnte mich nicht wirklich überraschen, aber während des Lesens habe ich immer wieder überlegt, wer jetzt Aprils Freund ermordet hat und neue Theorien aufgestellt.

Das ganze hat mich ein bisschen an One of us is Lying von Karen McManus erinnert, da bei beiden immer wieder neue Geheimnisse enthüllt werden, die die eigene Sicht auf den Mord ändert.

Nicht nur über die Hintergründe zum Mord erfährt man während der Geschichte immer mehr, sondern auch über die Beziehung zwischen Rufus und Sebastian.

Trotz einiger kleinen Mängel bekommt dieses Buch fünf Sterne von mir. Ich empfehle Keiner sagt die Wahrheit von Caleb Roehrig allen Leuten, die Bücher von Karen M. McManus lieben!

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Veröffentlicht am 03.07.2022

Besser als der erste Teil!

Paganinis Fluch
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Der Direktor der staatlichen Waffenkontrollbehörde von Schweden, Carl Palmcrona wird erhängt in seiner Wohnung aufgefunden. War es Selbstmord? Oder Mord? Kurz darauf wird ein Boot auf gefunden, mit einer ...

Der Direktor der staatlichen Waffenkontrollbehörde von Schweden, Carl Palmcrona wird erhängt in seiner Wohnung aufgefunden. War es Selbstmord? Oder Mord? Kurz darauf wird ein Boot auf gefunden, mit einer Toten an Bord, die Besitzer fehlen. Kommissar Joona Linna und seine Kollegin Saga Bauer vom Staatsschutz übernehmen diesen Fall. Während sie nach den Besitzern den Bootes suchen, finden sie schon bald eine Verbindung zu dem toten Palmcrona...


Ich muss wirklich sagen, den zweite Teil der Reihe finde ich viel besser als den ersten. Bei beiden ist die Handlung sehr vielschichtig: Im Buch passiert viel, viel mehr, als nur auf dem Cover steht, der Klappentext kratzt nur an der Oberfläche. Bei diesem Buch war es so, dass die Tiefe der Geschichte sich aber wirklich auf die "Hauptstory" fokussiert - es werden kaum "Nebenstories" angesprochen. Ich liebe es, wie das Autorenpaar neue Handlungsstränge anfängt, und diese nach kurzer Zeit zu dem großen ganzen der Geschichte hinzukommen. Das ist wirklich sehr gut gemacht.

Erst im Nachhinein ist mir aufgefallen, warum das Buch so heißt, wie es heißt und das ist ebenfalls gut gemacht, denn Paganini und seine Geigen werden erst in einer tiefer liegenden Schicht thematisiert.

Der Schreibstil von Lars Kepler ist wieder sehr angenehm. Man kann der Handlung immer bestens folgen.

Besonders interessant finde ich den Kommissar Joona Linna. Er scheint ein wirklich sehr guter Kommissar zu sein, aber man hat bisher relativ wenig über ihn selber privat erfahren, aber das Ende deutet schon an, dass dies im dritten Teil thematisiert wird. Darauf bin ich wirklich gespannt, das Ende lässt großen Interpretationsspielraum.

Die Action-Szenen finde ich am diesem Buch wirklich gut gelungen: Sie sind unfassbar spannend und man will immer weiter lesen. Dadurch bekommt das große ganze der Geschichte nochmal einen anderen Aspekt neben dem ganzen logischen Kombinieren und dem Spannungsaufbau.

"Paganinis Fluch" ist ein wirklich sehr gut gelungener, zweiter Teil der Reihe um den Kommissar Joona Linna, der seinen Vorgänger definitiv übertrifft!

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