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Veröffentlicht am 21.11.2022

Es begann mit einem geschmacklosen Witz

HIVE - Tödlicher Code
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Früher waren die sozialen Netzwerke chaotisch, die Menschen haben sich gegenseitig beleidigt. Doch dann würde der Hive eingeführt, der Ordnung in sozialen Netzwerken wiederherstellt. Denn wenn jemand einen ...

Früher waren die sozialen Netzwerke chaotisch, die Menschen haben sich gegenseitig beleidigt. Doch dann würde der Hive eingeführt, der Ordnung in sozialen Netzwerken wiederherstellt. Denn wenn jemand einen anderen bloßstellt, dürfen die anderen Menschen ihn im echten Leben bestrafen - durch sogenannte Hive-Mobs. Als Cassie nach dem Tod online einen geschmacklosen Witz macht, wird sie plötzlich vom Hive-Mob verurteilt und gehört zu den bekanntesten Personen der Welt.

Insgesamt bin ich mit diesem Buch nicht so ganz warm geworden. Die Idee ist gut, Teile der Umsetzung auch, aber andere sind echt nicht gut gelaufen.
Die Idee finde ich gut und interessant, auch die Idee des Hives ist originell. Allerdings wurde das schlecht umgesetzt. Die ganzen Erklärungen zum Hive habe ich erstmal überhaupt nicht verstanden.
Der Schreibstil ist ganz okay, allerdings finde ich die Teile aus der Perspektive von Cassies Mutter Rachel unnötig. Sie tragen nichts zur Handlung bei. Außerdem wäre für mich eine Erzählung aus der Ich-Perspektive besser gewesen.
Cassie als Hauptfigur stehe ich auch etwas kritisch gegenüber: Eigentlich ist sie ganz sympathisch, aber auf mich wirkt ihre Charakterbeschreibung so oberflächlich, nicht so, als wäre sie ein gut ausgearbeiteter Charakter.
Spannung ist in diesem Buch definitiv vorhanden. Es gibt sehr spannende Actionszenen, aber generell ist es einfach spannend, weil man mitfiebert, ob der Hive-Mob Cassie jetzt findet oder nicht.
Eine Sache, die mir auch noch nicht gut gefallen hat, ist die Liebesgeschichte. Sie ist so gestellt und unrealistisch, sie treffen sich einmal in der Schule, dann, Wochen später hacken sie drei Stunden gemeinsam und plötzlich sind sie ineinander verliebt. Das ist einfach unrealistisch.

Insgesamt kann ich diesen Science-Fiction Thriller für Jugendliche nur drei Sterne geben. Das liegt daran, dass Dinge einfach nicht gut erklärt werden und der Schreibstil nicht so gut ist. Außerdem wirkt die Liebesgeschichte nicht realistisch. Allerdings beruht das Buch auf einer guten Idee und es ist spannend.

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Veröffentlicht am 06.11.2022

Der Serienmörder Jurek Walter

Der Sandmann
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Eines Tages taucht ein junger Mann auf einer Eisenbahnbrücke mitten im Winter auf. Er und seine Schwester wurden vor dreizehn Jahren von Jurek Walter entführt. Dieser sitzt jedoch in dem Hochsicherheitstrakt ...

Eines Tages taucht ein junger Mann auf einer Eisenbahnbrücke mitten im Winter auf. Er und seine Schwester wurden vor dreizehn Jahren von Jurek Walter entführt. Dieser sitzt jedoch in dem Hochsicherheitstrakt einer Psychiatrie. Somit steht fest, dass Jurek Walter einen Komplizen hat. Der Fall wird neu aufgerollt, weil Joona Linna und seine Kollegen hoffen, die Schwester des Mannes noch lebend zu finden. Deswegen lässt Joona seine Kollegin Saga Bauer in die Psychiatrie einzuweisen, mit der Hoffnung, dass er ihr den Aufenthaltsort verrät.

Wie auch in den anderen Teilen der Reihe ist der Schreibstil der Autoren sehr knapp und wenig persönlich. Dadurch wird die Handlung aber schnell vorangetrieben. Der Scheibenstil erzeugt auch eine sehr düstere Stimmung, die diesmal noch extremer wirkt als in den vorigen Büchern. Diese düstere und fast schon depressiv wirkende Stimmung gefällt mir nicht so gut.
Gut an diesem Buch finde ich, dass man Saga Bauer besser kennenlernt. Sie spielt eine wichtigere Rolle als in den Büchern bisher. Joona wird nochmal von diesem Fall persönlich berührt: Sein ehemaliger Kollege ist wegen Jurek Walter gestorben und seine Familie müsste vor ihm flüchten. Da spürt man seine Emotionen deutlich.
An sich finde ich den Fall sehr spannend und das Ende lässt noch auf weitere spannende Fälle hoffen. Allerdings ist es diesmal nicht wie in den anderen Teilen so, dass der anfängliche Sachverhalt nur die Spitze des Eisbergs ist. Es verbirgt sich kaum mehr hinter dem Fall, als am Anfang dargestellt wurde. Das hat mich etwas enttäuscht.

Insgesamt hat mir Der Sandmann nicht so gut gefallen wie die anderen Teile. Der Fall ist diesmal nicht so vielschichtig und die Stimmung sehr düster. Trotzdem bringt das Ende noch viel Spannung auf und lässt mich auf weitere spannende Fälle hoffen.

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Veröffentlicht am 19.08.2022

Wer Angst hat, ist raus

Panic – Wer Angst hat, ist raus
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Panic ist ein Spiel für High School Abgänger in einem kleinen Dorf in den USA, bei dem man teils lebensgefährliche Challenges meistern muss, um am Ende das Preisgeld zu gewinnen. Heather hätte nie wirklich ...

Panic ist ein Spiel für High School Abgänger in einem kleinen Dorf in den USA, bei dem man teils lebensgefährliche Challenges meistern muss, um am Ende das Preisgeld zu gewinnen. Heather hätte nie wirklich vor, an Panic teilzunehmen, aber sie braucht das Preisgeld, um ihrer ständig betrunkenen Mutter zu entkommen. Dodge wusste schon immer, dass er bei Panic teilnehmen und gewinnen wird. Doch ihn interessiert das Preisgeld nicht, das einzige was er will, ist Rache.

Die Geschichte wird aus der Er/Sie-Perspektive von Heather und Dodge erzählt, wobei Heather immer ein bisschen mehr im Vordergrund steht. Der Schreibstil von Lauren Oliver ist okay. Bei den spannenden Stellen könnte ich leider nicht immer alles verstehen. Die ganzen Zeitsprünge sind für mich sehr unverständlich gewesen. Ich habe oft nicht wirklich verstanden was in der Zwischenzeit passiert ist, auch wenn das in der Zeit Passierte oft noch wiederholt wird.
Die Idee finde ich wirklich spannend, aber auch sehr gnadenlos. Leider sollte es einige überraschende Enthüllungen geben, die mich aber selber nicht sonderlich geschockt haben. Die Handlung ist außerdem sehr oberflächlich. Die einzigen spannenden Stellen sind die Challenges, der Rest ist einfach absolut langweilig und handelt von den persönlichen Problemen der beiden Protagonisten.
Noch eine Sache, die mir nicht gefällt, sind die beiden Hauptcharaktere. Ein bisschen Sympathie konnte ich noch für Heather aufbringen, aber Dodge war mir echt unsympathisch. Außerdem sind die Charaktere generell sehr blass und oberflächlich gestaltet. Ich konnte weder zu Heather, noch zu Dodge eine Bindung aufbauen.

Insgesamt ist Panic von Lauren Oliver ein mittelmäßiger Jugendroman über eine gefährliche Challenge, aber auch über Freundschaft und Familie, den man nicht unbedingt gelesen haben muss.

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Veröffentlicht am 28.07.2022

Kampf für die eigene Freiheit

Little Brother – Aufstand
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Das größte Hobby von Marcus Yallow ist Hacken und er ist wirklich gut darin. Eines Tages verüben Terroristen einen Anschlag auf San Francisco und er und seine Freunde sind leider in der Nähe des Tatorts. ...

Das größte Hobby von Marcus Yallow ist Hacken und er ist wirklich gut darin. Eines Tages verüben Terroristen einen Anschlag auf San Francisco und er und seine Freunde sind leider in der Nähe des Tatorts. Deswegen werden sie von der Heimatschutzbehörde festgenommen und tagelang gefangen gehalten. Als sie entlassen werden, hat sich San Francisco in einen Überwachungsstaat verwandelt. Marcus will das so nicht hinnehmen und kämpft dagegen an.


Die Idee, dass Jugendliche sich gegen einen Überwachungsstaat wehren, ist nicht neu. Das besondere an Little Brother ist aber, dass die Handlung sehr realistisch wirkt und es in der nahen Zukunft spielt.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Marcus erzählt und somit werden einem gut seine Gefühle dargelegt. Cory Doctorows Schreibstil ist gut, ich habe immer alles verstanden. Leider ist es aber so, dass in dem Roman oft technische Begriffe vorkommen. Zwar wurden diese erklärt, aber ich habe oft selber nicht wirklich verstanden, sie genau sie nun funktionieren. Das finde ich nicht gut, der Autor hätte die technischen Details besser erklären sollen.

Ich konnte oft die Ideen und Vorstellungen von Marcus nicht verstehen. Die Heimatschutzbehörde hat ihm Unrecht getan, indem sie ihn mehrere Tage lang gegen seinen Willen festgehalten hat. Aber warum hackt Marcus danach einfach die Parkausweise von mehreren Autos und fälscht die Daten? Warum tut er etwas Illegales, wenn er doch friedlich dagegen demonstrieren kann? Dann kann ich auch die Heimatschutzbehörde etwas verstehen, wenn sie Marcus und seine Freunde für Terroristen halten.


Insgesamt hat mich der erste Teil der Little-Brother-Trilogie nicht so ganz überzeugt, was zum größten Teil daran liegt, dass ich die Hauptperson Marcus nicht immer nachvollziehen kann.

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Veröffentlicht am 07.07.2022

Der 5. Fall für das Sonderdezernat Q

Erwartung DER MARCO-EFFEKT
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Marco ist 15 Jahre alt und lebt bei einem Clan, angeführt von dem brutalen Zola. Er geht nicht zur Schule und muss mit anderen Jugendlichen tagsüber in Kopenhagen betteln oder Taschendiebstahl begehen, ...

Marco ist 15 Jahre alt und lebt bei einem Clan, angeführt von dem brutalen Zola. Er geht nicht zur Schule und muss mit anderen Jugendlichen tagsüber in Kopenhagen betteln oder Taschendiebstahl begehen, um Geld zu verdienen. Wer nicht genug verdient, bekommt abends Schläge vom Clan. Eines Tages beschließt Marco, wegzulaufen und stößt dabei auf einen Toten, der von Clan ermordet wurde. Daraufhin wird er gnadenlos vom Clan verfolgt, die ihn deswegen tot sehen wollen.
Das Sonderdezernat Q bekommt ein neues Mitglied: Gordon Taylor, mit dem Carl Mørk überhaupt nicht klar kommt. Gleichzeitig stolpert Rose durch Zufall über einen Vermisstenfall von vor ein paar Jahren: Der Mann verschwand kurz nach einem Afrikaaufenthalt. Das Sonderdezernat Q beginnt zu ermitteln...

Ich habe das Gefühl, dass Jussi Adler Olsen die Ideen ausgehen. Dieser Fall war sehr langweilig, weil man eigentlich schon von Anfang an wusste, wer wofür verantwortlich ist und nur darauf wartet, dass Carl Mørk & Co das herausfinden. Außerdem braucht die Story sehr lange, um wirklich in Fahr zu kommen: Zuerst beschäftigt sich das Sonderdezernat Q mit einem ganz anderen Fall.
Mir erscheint es auch unrealistisch, dass sowohl Marco, ein Fünfzehnjähriger und René Eriksen mehrmals Profikillern entkommen können.
Es gibt aber auch positive Punkte: Mir gefällt es, dass Rose in diesem Fall als Ermittlerin wirklich mitermittelt statt nur Sachen vom Büro aus zu recherchieren.
Ich hoffe, dass der 6. Teil interessanter und spannender wird.

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