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Veröffentlicht am 20.12.2022

Düster und Empowering

Anatomy
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Wie der Titel vermuten lässt, ist Anatomy eine Geschichte über die Liebe und die Medizin; oder auch die Liebe zur Medizin. Das Buch handelt von der 17-jährigen Lady Hazel Sinnett, deren grösster Traum ...

Wie der Titel vermuten lässt, ist Anatomy eine Geschichte über die Liebe und die Medizin; oder auch die Liebe zur Medizin. Das Buch handelt von der 17-jährigen Lady Hazel Sinnett, deren grösster Traum es ist, Chirurgin zu werden. Dieser bleibt ihr als Frau im Edinburgh des frühen 19ten Jahrhunderts allerdings verwehrt. Frauen werden prinzipiell nicht in Vorlesungen geduldet, weshalb Hazels einzige Möglichkeit darin besteht, sich allein auf die königliche Ärzteprüfung vorzubereiten. Dabei beweist sie bewundernswerte Willensstärke und unermüdlichen Ehrgeiz.

Diese Eigenschaften, gepaart mit ihrer Fürsorglichkeit und ihrem Mut machen sie zu einer faszinierenden Protagonistin, mit der ich von der ersten Seite an mitgefiebert habe. Der flüssige und äusserst bildhafte Schreibstil hat den Rest getan und eine wundervoll düstere Atmosphäre geschaffen. Es war unglaublich leicht, sich in der Geschichte zu verlieren und ich habe die Reise in die engen Gassen, Friedhöfe und das chirurgische Theater Edinburghs sehr genossen.

Trotz einer tatsächlichen Liebesgeschichte wurde Hazels Leidenschaft für die Medizin nie in den Hintergrund gerückt. So gab es immer wieder spannende Szenen von Sektionen und Operationen, die ich sehr gerne gelesen habe. Mein einziger Kritikpunkt knüpft allerdings genau an diese Teile an: Es gab einige Aspekte, die nicht in den historischen Kontext passen und wo die Geschichte bereits in den Fantasy-/Sci-Fi-Bereich übergehen. Dies wäre für mich nicht nötig gewesen, denn Spannung gab es auch ohne reichlich.

Dennoch bin ich zutiefst angetan von der Geschichte. Ich habe das Buch von der ersten bis zur letzten Seite verschlungen und in vollen Zügen genossen. Diese Geschichte über Emanzipation und die Stärke von Frauen kann ich wärmstens weiterempfehlen und ich bin nur allzu gespannt auf Teil zwei.

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Veröffentlicht am 12.09.2022

Jahreshighlight und absolute Empfehlung

Dark Sigils – Was die Magie verlangt
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In einer Welt, in der Magie begrenzt und gefährlich ist, kämpft die 18-jährige Rayne damit um ihre Freiheit und ihr Überleben. Einzig mithilfe von kostbaren Artefakten, den Sigils, ist es ihr möglich die ...

In einer Welt, in der Magie begrenzt und gefährlich ist, kämpft die 18-jährige Rayne damit um ihre Freiheit und ihr Überleben. Einzig mithilfe von kostbaren Artefakten, den Sigils, ist es ihr möglich die Magie zu bündeln und sich zu Nutzen zu machen. Als ihre jedoch Kraft ausser Kontrolle gerät und droht, Rayne zu töten, gibt es nur eine Person, die ihr helfen kann. Von dieser wird Rayne vor die Wahl gestellt; Leben oder Freiheit? Denn ist sie einst mit einem der mächtigen Dark Sigils verbunden, gibt es kein Zurück mehr.

Von der ersten Seite an hat die Geschichte mich gepackt und nicht mehr losgelassen. Anna Bennings Schreibstil ist wunderbar und der Inbegriff von fesselnd. So wollte ich bloss das erste Kapitel lesen, habe allerdings erst nach über achtzig Seiten mit dem «Reinlesen» aufgehört (und das auch nur, weil ich einen Termin hatte).
Die einzigartige Welt Mirrorlondons wird bildhaft beschrieben und als Lesende wurde ich fliessend in das System eingeführt. Mit London bzw Mirrorlondon als Hauptlocation ist das Setting gut gelungen und ergänzt die mystisch-düstere Atmosphäre perfekt.

Die Geschichte sowie die Charaktere sind lebhaft und spannend und mit Rayne habe ich von Beginn an mitgefiebert. Sie ist eine starke, trotzige und äusserst eigenwillige Protagonistin, mit der ich mich gut identifizieren konnte, und deren zynische Kommentare mich öfters zum Schmunzeln gebracht haben.
Ihre erste richtige Unterhaltung mit Adam war für mich ein absolutes Highlight. Die Chemie zwischen den beiden hat von Anfang an gestimmt und obwohl die Lovestory mir teilweise ein wenig zu dominant geworden ist, ist sie herzerwärmend beschrieben.

Auch die restliche Besetzung ist gut gelungen. Anna Benning hat ein gutes Händchen dafür, einzigartige Figuren zu erschaffen. Besonders Lily und Dina – beide absolut badass – sind mir ans Herz gewachsen. Aber auch Cedric, Matt und sogar Celine habe ich im Laufe der Geschichte liebgewonnen. Umso mehr freue ich mich darauf, sie alle im zweiten Teil wiederzusehen, insbesondere nach diesem Ende…

Dieser mehr als gelungene Urban-Fantasy-Auftakt ist ein wahrer Pageturner. Wortgewandt, bildhaft und hundertprozent, vollkommen fesselnd entführt uns Anna Benning in ein London der Zukunft voller Geheimnisse, Intrigen und Magie. Ein Jahreshighlight und eine grosse Empfehlung an alle Fantasyleser*innen.

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Veröffentlicht am 08.08.2022

As catching and mysterious as its predecessor

Family of Liars. Wie wir Lügner wurden. Lügner-Reihe 2 (Auf TikTok gefeierter New-York-Times-Bestseller!)
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The prequel to the twisting mystery “We were liars” plays several decades earlier and is about another generation of the Sinclair family. They too have secrets and they too have been lying, pretending ...

The prequel to the twisting mystery “We were liars” plays several decades earlier and is about another generation of the Sinclair family. They too have secrets and they too have been lying, pretending to be fine for way too long. It’s a speciality of the Sinclair family, and so the truth is spoken for the first time decades later, when Carrie, the oldest Sinclair daughter, tells the story to the ghost of her dead son.

As I devoured “we were liars” in a single sitting, I was accordingly excited to read this book. I didn’t quite remember all the names and details of the previous novel, but luckily that wasn’t necessary. As soon as I started reading, I was caught up in the unique atmosphere of Beechwood Island once again.

E. Lockhart’s writing is concise but still, she managed to effortlessly draw me into the mysterious past of the Sinclair sisters. Even though I had more suspicion about what to expect this time, E. Lockhart’s unreliable storytelling held several surprises.

The characters in the story weren’t easily lovable, still, the author made it possible to feel a certain kind of sympathy for them, even the worst ones. There wasn’t a good or bad, still – or maybe because of it – I felt with the characters.

The mysterious secret itself maybe wasn’t as unexpected as in “we were liars”, but this didn’t make the book less enjoyable. E. Lockhart understands to give the reader a sense of unease, which makes one wonder and is so addictive that one can barely stop reading.

This is a quick and catching read, that will keep you hooked from the first line to the last. With its beach vibe, it’s the perfect summer holiday read.

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Veröffentlicht am 01.07.2022

Brillant - Ein absoluter must read!

Das Lied des Achill
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Jeder kennt den berühmten Achilles, den größten Krieger aller Zeiten. Aber nur wenige kennen Achilles den Sohn, Achilles den Schüler oder Achilles den Liebhaber. Und so erzählt Madeline Miller in diesem ...

Jeder kennt den berühmten Achilles, den größten Krieger aller Zeiten. Aber nur wenige kennen Achilles den Sohn, Achilles den Schüler oder Achilles den Liebhaber. Und so erzählt Madeline Miller in diesem atemberaubend schönen Buch seine Geschichte aus einem neuen Blickwinkel und erzählt uns von dem Menschen hinter dem berühmten Helden.

Als ich anfing, dieses Buch zu lesen, war ich unglaublich aufgeregt, aber auch ein wenig ängstlich, denn ich bin ein Fan von Mythen und habe ein Faible für Details. Zum Glück gab es keinen Grund für meine Bedenken. Nach nur etwa fünf Seiten (ich übertreibe nicht ) war ich bereits von dem Buch begeistert. Der Schreibstil ist poetisch und malerisch, aber trotzdem sehr leicht zu lesen. Ich musste mich zwingen, nicht alles in einem Zug zu lesen, um das Buch richtig genießen zu können.

Auch die Charaktere waren brillant. Keiner von ihnen war perfekt, vor allem nicht Achilles, aber gerade das machte ihn menschlich und damit liebenswert. Wir lernten eine andere Seite von Achilles kennen als die, die normalerweise dargestellt wird, und ich habe mich Hals über Kopf in diese Seite von ihm verliebt;)

Die Geschichte selbst wurde jedoch aus der Sicht von Patroklos erzählt. Das ermöglichte es dem Leser, die andere Seite des Trojanischen Krieges zu sehen, was ich persönlich ebenfalls unglaublich interessant fand. Die Beziehung zwischen Achilles und Patroklos war ein absolutes Highlight der queeren Literatur. Ich habe sie so geliebt und wollte wirklich nicht, dass die Geschichte endet, weil ich wusste, wie sie ausgehen würde. Wenn ich an die beiden denke, werde ich immer an ihre Zeit in Chirons Höhle denken und nicht an das, was danach kam.

Das Einzige, was man beim Lesen bedenken sollte, ist, dass es sich um eine Nacherzählung handelt und daher einige Details von den Geschichten abweichen, die wir vielleicht kennen. Aber das schmälert nicht die atemberaubende Schönheit dieses Buches, das ich allen nur empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 09.01.2022

Düster, fesselnd und mitreissend - Ein wahrer Pageturner!

Verity
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Eindruck

Wow! Was für ein Buch. Düster, fesselnd und absolut mitreissend erzählt Colleen Hoover diese Geschichte, die ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Es ist ihr meisterhaft gelungen, eine Atmosphäre ...

Eindruck

Wow! Was für ein Buch. Düster, fesselnd und absolut mitreissend erzählt Colleen Hoover diese Geschichte, die ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Es ist ihr meisterhaft gelungen, eine Atmosphäre zu schaffen, die einem Gänsehaut verursacht hat.
Wir erleben die Geschichte aus Perspektive der Jungautorin Lowen Ashleigh, die für die Starautorin Verity Crawford, die nach einem schweren Unfall nicht mehr ansprechbar ist, eine Bestseller-Reihe beenden soll. Dafür besucht sie deren Heim, um sich bestmöglich in Verity hineinzuversetzen und vorzubereiten.
Immer wieder wird die aktuelle Handlung von Kapiteln aus der unveröffentlichten Autobiographie Veritys unterbrochen, die Lowen bei ihrer Suche nach Hinweisen zu der Bücherreihe gefunden hat.
Die beiden Perspektiven haben sich perfekt ergänzt, sodass die Spannung langsam, aber stetig gestiegen ist. Es war wie ein Sog, der mich dazu getrieben hat, immer weiterzulesen.

Handlung

Im Gegensatz zu Colleen Hoovers anderen Büchern steht nicht allein eine Liebesgeschichte im Vordergrund. Zwar spielt die immer intimer werdenden Beziehung zwischen Jeremy, dem Mann von Vertiy, und Lowen eine grosse Rolle, wird aber immer wieder durch Veritys eigene Geschichte und der Aufklärung der Vergangenheit unterbrochen.
Besonders spannend fand ich, wie die Ansicht auf das Geschehen sich immer weiter geändert hat, während wir mehr über das Vergangene erfuhren. Immer wieder hat man gedacht, man wüsste, was nun als nächstes kommt, wurde dann aber durch eine Steigerung überrascht. Die Handlung hat perfekt mit der, immer beunruhigender werdenden Atmosphäre harmoniert.

Charaktere

Lowen ist eine äusserst glaubhafte Protagonistin, mit der man stark mitgefühlt hat. Ihr Innenleben war so nachvollziehbar, dass ich irgendwann das Gefühl hatte, ihre Gedanken und Ängste hätten sich mit meinen eigenen vermischt. Dies war einer der Gründe, wieso ich mich der Geschichte so nah gefühlt habe und mich das Geschehen auch so mitnehmen konnte. Lowens ständige Unruhe hat sich auf mich übertragen, sodass ich während des Lesens zusehends selbst nervöser wurde und verunsicherte Blicke über meine Schulter geworfen habe.
Jeremy ist eine unglaublich liebenswürdige Person, die man einfach mögen muss. Ihn umgab diese beruhigende Ausstrahlung und sobald er in der Nähe war, war die Angst für eine Weile gebannt, man konnte wieder kurz durchatmen. Für Lowen wird er zum Felsen in der Brandung und das Gefühl der Sicherheit, das sie in seiner Anwesenheit empfindet, überträgt sich auch auf den Lesenden.
Verity selbst war zu Beginn ein grosses Fragezeichen. Die Gefühle, die ich ihr gegenüber empfunden habe, sind schwer zu beschreiben, besonders, wenn man nicht allzu viel spoilern will…
Sie war jedenfalls alles andere als eine angenehme Zeitgenossin. Ihre Beschreibung empfand ich als beängstigend realistisch. Durch die Kapitel, in denen sie von ihrer Sicht auf ihr Leben und ihr Vergangenheit erzählt hat, bekam man einen unheimlich genauen Eindruck von ihr, im wahrsten Sinne des Wortes.
Das Zusammenspiel der verschiedenen Perspektiven und Sichtweisen der Charaktere war wirklich grossartig und auch die Figuren selbst waren äusserst komplex.

Fazit

Ein unglaubliches Buch, das mir durch und durch ging. Es zeigt einem die tiefen Abgründe der menschlichen Psyche und erschafft eine düstere, spannungsgeladene Atmosphäre. Von der ersten Seite an hat es mich gepackt und bis zur letzten festgehalten. Bis zum Ende konnte es sich immer weiter steigern.

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