Profilbild von Fernwehwelten

Fernwehwelten

Lesejury Star
offline

Fernwehwelten ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Fernwehwelten über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.08.2019

Eine nette Geschichte, die mich aber nicht begeistern konnte

Was für immer bleibt
0

Nachdem ich in der letzten Zeit auch oftmals abseits meines Lieblingsgenres Fantasy fündig geworden bin, hatte ich beschlossen, mich wirklich bewusst an andere Bücher zu wagen. Immerhin kann sich der eigene ...

Nachdem ich in der letzten Zeit auch oftmals abseits meines Lieblingsgenres Fantasy fündig geworden bin, hatte ich beschlossen, mich wirklich bewusst an andere Bücher zu wagen. Immerhin kann sich der eigene Geschmack ja durchaus nochmal ändern, oder nicht?
„Was für immer bleibt“ sollte für mich einer dieser Versuche sein, gehört die Geschichte doch nicht unbedingt standardmäßig in mein Leserepertoire.
Die Protagonistin Gracie hat einen Autounfall, der sie das Gedächtnis kostet. Sie findet sich plötzlich in einem Leben wieder, das sie nicht als das ihre erkennt. Den Druck zu vieler Entscheidungen, die getroffen werden müssen, und fehlender Erinnerungen auf ihren Schultern spürend, flüchtet Gracie auf die verlassene Blumenfarm ihrer Mutter und lässt neben ihren Freunden und ihrem Job auch ihren Verlobten Blake zurück. Verzweifelt versucht Gracie, sich in ihrem Leben und mit ihrer eigene Person zurechtzufinden. Wird sie den Neustart schaffen oder dorthin zurückkehren, wo das Leben größtenteils aus Erinnerungen anderer gebaut wird?
Das Cover hat mir auf Anhieb gefallen und passt, wenn ich es nun im Nachgang betrachte, auch gut zu der Geschichte. Die sanfte Art der Gestaltung findet sich auch in den Kapitelanfängen und allgemein im Schreibstil der Autorin wieder. Man kann das Buch leicht herunter lesen, weshalb es sich super für die Stunden nach einem anstrengenden Arbeitstag eignet. Zu der Atmosphäre im Buch kommt man immer gern zurück, weshalb man immer schnell zwischen die Zeilen zurückkehren kann. Die Charaktere waren mir größtenteils sympathisch und die Kulisse malerisch! Wie man schon beim Klappentext und Cover vermuten kann, spielen Blumen in diesem Buch immer wieder eine Rolle und es hat mir ungemein gut gefallen, wie die Autorin dieses Thema eingeflochten hat. Zwischendurch glaubte ich selbst fast, die Pfingstrosen zu riechen.
So viele positive Dinge und trotzdem bekommt das Buch von mir nur 3 Sterne. Für mich war leider schon sehr früh vorherzusehen, wohin sich das ganze entwickeln wird – weshalb ich eigentlich in jeder Szene nur nach Hinweisen gesucht habe und stellenweise schon fast genervt darauf gewartet habe, dass sich meine Vermutung bestätigt. Außerdem waren mir die Reaktionen mancher Charaktere auf den Gedächtnisverlust der Protagonistin schleierhaft – vor allem die Handlungen der besten Freundin empfand ich stellenweise als nicht nachvollziehbar.
Dadurch, dass ich so früh ahnte, wie das Buch ausgehen würde, fehlte es mir zwischendurch an Spannung, was dann dafür sorgte, dass sich die Geschichte etwas gezogen hat.
Alles in Allem kam das Buch somit für mich leider nicht über 3 Sterne heraus. Es ist eine wirklich nette, stellenweise berührende und atmosphärische Geschichte, die mich aber schlichtweg nicht überraschen oder aus den Socken hauen konnte.

Veröffentlicht am 17.07.2019

Hm, schwer... Schwer...

Disney Villains 1: Die Schönste im ganzen Land
0

Jeder kennt Schneewittchen. Die schöne Prinzessin, gepeinigt von ihrer Stiefmutter. Nur wenige kämen auf den Gedanken, dass die böse Hexe einst selbst eine liebenswürdige Frau gewesen sein könnte. Doch ...

Jeder kennt Schneewittchen. Die schöne Prinzessin, gepeinigt von ihrer Stiefmutter. Nur wenige kämen auf den Gedanken, dass die böse Hexe einst selbst eine liebenswürdige Frau gewesen sein könnte. Doch Disney betont in seinem Werk „Die Schönste im ganzen Land“, dass die Entwicklung eines Menschen von seinem Leben abhängig ist.

Wer gerne hinter die Kulissen einer altbekannten Geschichte schauen und den behütenden Nebel eines Kindermärchens lichten möchte, ist in dem Auftakt der „Villains“-Reihe von Walt Disney definitiv richtig. Erstmalig setzt die Geschichte nicht in den jugendlichen Jahren Schneewittchens ein, sondern weitaus früher – als die böse Stiefmutter noch niemand anders war, als die zweite Frau des Königs und ein liebevolles Elternteil für ihre Stieftochter.
Die Autorin Serena Valentino schafft es, dem Leser Sympathien für die Königin zu entlocken, obwohl er weiß, wie die Geschichte endet. Es scheint nur egal zu sein – denn am Anfang des Buches begegnen wir nicht der eifersüchtigen, böswilligen Hexe, sondern einer liebenden, verunsicherten, jungen Frau. Mit ihr zusammen treten wir eine Reise an, die beweist, was Schicksalsschläge dem Charakter antun können.
Während ich nicht glaube, dass der Inhalt des Buches für Kinder geschaffen wäre, ist es der Schreibstil durchaus, gleicht er einem Märchen durch seine kurzen Sätze und zauberhaften Beschreibungen doch sehr. Auch die schrittweise Entwicklung der Stiefmutter ist mir positiv aufgefallen, da man spüren konnte, wie sie dem Sog des Bösen immer weiter erlag.
Was ich als schade empfand, war die fehlende Spannung. Natürlich legt die Geschichte im Verlauf der Seiten und mit dem Anstieg des Bösen an Tempo zu, doch war der Ablauf für mich gänzlich vorherzusehen – auch Aspekte, die man nicht aus dem Originalmärchen kannte. So konnte bei mir trotz der interessanten Idee und der guten schreiberischen Leistung keine großartige Leselust aufkommen. Einem Disneyfan würde ich das Buch aber trotzdem empfehlen, weil man sich die Grundzüge der Geschichte nicht entgehen lassen sollte – und, wenn wir mal ehrlich sind, das Cover im Regal einfach super aussieht!

Veröffentlicht am 23.06.2019

Notes from the Upside Down? Naja....

Notes from the upside down
0

„Notes from the 80s“ wäre meines Erachtens nach der passendere Titel gewesen. Ich bin ein riesiger Stranger Things-Fan und obwohl das Buch im Klappentext bereits angekündigt hat, die Einflüsse der Serie ...

„Notes from the 80s“ wäre meines Erachtens nach der passendere Titel gewesen. Ich bin ein riesiger Stranger Things-Fan und obwohl das Buch im Klappentext bereits angekündigt hat, die Einflüsse der Serie zu diskutieren, fühle ich mich nach dem finalen Zuklappen, als hätte ich mehr über Spielberg und Stephen King erfahren, als über Stranger Things selbst. Ganz zu schweigen von den vielen anderen Namen, die ich längst wieder vergessen habe. Gut, ich bin nicht in den 80ern groß geworden, die waren schlichtweg vor meiner Zeit, aber trotzdem finde ich es schade, dass das Buch eher einer Lobeshymne an dieses vergangene Jahrzehnt gleicht als einer Diskussion über Stranger Things.
Ich hätte gerne mehr über die Schauspieler erfahren, über deren Auswahl und Entwicklung und deren Umgang mit dem einschlagenden Erfolg der Serie. War dieser Erfolg eigentlich erwartet oder kam er überraschend? Was sagen die Entwickler dazu? Ist es kurios für Millie Bobby Brown, sich selbst als Funko Pop Figur im Laden zu finden? Wie war das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Generationen am Set und wie lang wurde eigentlich gedreht? Fanden die jungen Darsteller die Dreharbeiten gruselig? Alles Fragen, deren Antworten mich wesentlich mehr interessiert hätten, als die Auflistungen diverser Songs, Anspielungen, Hintergründe. Ein Kapitel darüber wäre meiner Meinung nach interessant gewesen, aber stattdessen besteht das Buch zu schätzungsweise 65% aus diesen Dingen.
Um zum Positiven zu kommen: Die restlichen 35% haben mir gut gefallen. Wir reisen an der Hand des humorvollen Schreibstils durch alle Folgen und werden auf neue Aspekte aufmerksam gemacht. Außerdem wird das Durchsprechen der Folgen durch spaßige Quizfragen oder kuriose „DIY“-Rezepte und Kostüme aufgelockert. Dieser Teil des Buchs hat mir auch wirklich Freude bereitet, sodass wir alles im allem bei einer 3 Sterne Bewertung auskommen, die für mich aber zwischendurch schon an den 2,5 gekratzt hat. Ich persönlich habe einfach etwas anderes erwartet.

Veröffentlicht am 04.06.2019

Krimis + Fanatsy = Muss klappen...?

Die Flüsse von London
0

Der erste Teil der Reihe rund um "Peter Grant" nimmt den Leser mit auf eine Reise vom London, wie wir es kennen, in ein London, das beseelt ist mit Magie und sowohl der Faszination als auch dem Schrecken, ...

Der erste Teil der Reihe rund um "Peter Grant" nimmt den Leser mit auf eine Reise vom London, wie wir es kennen, in ein London, das beseelt ist mit Magie und sowohl der Faszination als auch dem Schrecken, den sie auslösen können.
Peter Grant ist zunächst nichts weiter als einer von vielen frischgebackenen Police Constables. Nicht einmal ein besonders guter. Er lässt sich schnell ablenken und verliert sich in den erträumten Luftschlössern. Eine Tatsache, die ihm die Aussicht auf eine würdevolle und gute Zukunft bei der Londoner Polizei wohl durchaus verbaut hätte, wenn er nicht eines Tages einem Mann über den Weg läuft, der nichts anderes ist als ... ein Geist. Ja, ein Geist. Peter mag es am Anfang selbst nicht glauben, doch wenn man einem durchscheinenden Wesen gegenübertritt, das offensichtlich einer anderen Zeit entsprungen ist und gemäß den eigenen Recherchen längst verstorben sein soll, dann darf man wohl durchaus von einem Geist sprechen. Und von diesem Moment an beginnt für Peter ein Werdegang bei der Londoner Polizei, den er sich so wohl niemals vorgestellt hätte: Er wird im Kampf gegen böswillige Magie der erste Zauberlehrling Londons seit 50 Jahren.

Ich liebe Krimis. Ich liebe Fantasy. Da war es für mich zunächst so einfach wie 1+1=2. Ich würde dieses Buch auch lieben.
Am Anfang schien auch genau das einzusetzen. Ben Aaronovitch nimmt seinen Leser nach und nach mit in eine Welt, von der viele Freigeister wohl schon Dutzende Male gehofft haben, dass sie vor unser aller Augen verborgen existiert. Zauberlehrling sein und das auch noch im Namen des Gesetzes, in der wunderschönen Stadt London? Hut ab, ich war definitiv neidisch auf Peter Grant. Ohne zu zögern hätte ich mit ihm getauscht. Dann jedoch geriet der malerische Part der Magie für mich in den Hintergrund, machte der Gefahr Platz, die ebenfalls in ihr schlummert - und keine Sekunde später befindet man sich schon auf einer halsbrecherischen Hetzjagd, in einem Fall, der so kompliziert ist, dass ich zwischendurch nicht mehr wusste, wo mir der Kopf stand. Es wurde zu viel. Zu viele Charaktere, zu viele Beschreibungen. Absätze, die eigentlich überflüssig waren, es dem Leser durch ihre Anwesenheit aber schwerer machten, dem Erzählten zu folgen. Zwischendurch habe ich wirklich einzelne Satzreihen übersprungen, da sie keine Bedeutung hatten und mich auch nicht weiter interessiert oder gar gefesselt haben. Nicht falsch verstehen: Die Geschichte ist spannend, interessant und ein bisschen wie ... huh, ein Mix aus Harry Potter und CSI? Das Drumherum macht es einem zwischendurch nur schwer, dem Ganzen zu folgen, was auch Grund für die zwei Sterne Abzug ist. Ich finde leider, dass es der Story die Dynamik und dem Leser die Motivation gibt, wenn man zwischendurch nicht mehr versteht oder begreift, WOFÜR man eigentlich gerade etwas liest. Oder was es überhaupt mit dem Fall zu tun hat. OB es was mit dem Fall zu tun hat. Ich frage mich so oder so bereits, ob das im nächsten Buch der Reihe wohl genauso sein wird. Es steht bereits in meinem Bücherregal, und auch wenn ich mich durch's erste zwischendurch etwas zwingen musste, wird es definitiv gelesen.
Fazit demnach: Wer Krimis, London, verrückte Charaktere und Fantasy mag, der ist hier genau richtig. Man sollte sich nur bewusst machen, dass man ein wenig Durchhaltevermögen und Biss mitbringen muss, um sich durch die Zeilen zu schlagen. Die Geschichte ist es aber wert.

Veröffentlicht am 04.06.2019

Theoretisch genau mein Fall..

Zeitenzauber - Die magische Gondel
0

Schwierig, schwierig, schwierig. Fangen wir mit den Tatsachen an:

Im ersten Teil von "Zeitenzauber" lernen wir zunächst die Protagonistin Anna kennen, die ihre Sommerferien in Venedig verbringt. Für ...

Schwierig, schwierig, schwierig. Fangen wir mit den Tatsachen an:

Im ersten Teil von "Zeitenzauber" lernen wir zunächst die Protagonistin Anna kennen, die ihre Sommerferien in Venedig verbringt. Für die geschichtlichen Aspekte, die ihre motivierten Eltern in die Reise einbringen wollen, interessiert sie sich nicht. Facebook, Musik und die Liebesprobleme ihrer Freundin sind wesentlich spannender. Ihre Prioritäten so gesetzt zu haben, bereut Anna jedoch ziemlich, als sie durch einen verrückten Zufall (Ha, wer glaubt schon an Zufälle?!) eine spontane Zeitreise antritt und sich schließlich im Venedig des Jahres 1499 wiederfindet. Dass das Leben damals ganz anders abgelaufen ist, zeigt sich schnell - ist allerdings nichts gegen die Tatsache, wie verwinkelt das Leben als Zeitreisender ist, wenn man sich um Machtspielchen und Liebessorgen kümmern muss...
Vor einigen Jahren habe ich von Kerstin Gier die Edelstein-Trilogie gelesen, die mir unfassbar gut gefallen hat. Zugegeben waren meine Erwartungen dementsprechend auch recht hoch, als ich mich mit diesem Buch nun erneut an das Thema Zeitreisen gewagt habe. Leider konnten meine Hoffnungen nicht gänzlich erfüllt werden: Eine Konkurrenz zur Edelstein-Trilogie war dieses Buch rein qualitativ gesehen in meinen Augen nicht. Meiner Meinung nach fehlte es den Charakteren an Tiefgang, man erfährt keine Geschichten, die als Antrieb für die unterschiedlichen Ziele gelten, und lernt ohnehin jede einzelne Person eher oberflächlich kennen. Auch der romantische Teil des Buchs erscheint mir irgendwie unausgereift, sodass die Beziehungen schließlich eher wie Schulhofschwärmereien wirken. Ich frage mich jetzt noch, wo genau die Gefühle jeweils herkamen, denn viel mehr als ein paar geschwungene Degen, kleine Witze und Äußerlichkeiten kamen eigentlich nicht zum Vorschein. Ich hoffe wirklich, dass sich das in den Folgebänden noch ändert.
Weiterhin ging mir persönlich dann und wann der Spannungsbogen flöten. Eva Völler nimmt den Leser wirklich mit in das Venedig aus dem Jahr 1499, erklärt viel und versucht die Vergangenheit so verständlich wie nötig zu machen, aber leider machte genau das das Buch an manchen Stellen langatmig und es passiert über viele Seiten kaum etwas, außer der morgendliche Besuch des Abtritts und das Beklagen darüber, dass weder Deo noch richtiges Shampoo existieren.
ABER (!) nach all den Dingen, die ich nun bemängelt habe und die das Buch in meiner Wertung eben auch zwei Sterne gekostet haben, kommen wir jetzt zum positiven: Zeitenzauber mag nicht mit der Edelstein-Trilogie konkurrieren können, ist aber trotzdem ein Buch, das man ohne Frage locker nebenher auf der Couch lesen kann. Als entspannter Zeitvertreib ist es wirklich klasse, erst Recht wenn man vielleicht ein Herz für Italien hat. Ich war selbst erst im Sommer des letzten Jahres in Venedig und musste dann und wann tatsächlich schmunzeln, weil Eva Völlers Beschreibungen ein kleiner Weckruf meiner Urlaubserinnerungen waren. Außerdem, sind wir mal ehrlich, die Idee des "Translators", der neumodische Worte automatisch in die der damaligen Zeit verwandelt, ist schon echt cool. War auch mal ein neuer Aspekt beim Thema Zeitreisen.
Ich kann eigentlich zum Abschluss nur sagen: Wer ein Buch sucht, das ohne viel Grübelei und auch gut zur Entspannung nach einem ereignisreichen Tag gelesen werden kann, wenn der Kopf schon etwas müde ist, der wird mit Zeitenzauber sicherlich seine Freude haben. Ich kann die Fakten natürlich nicht überprüfen, aber man bekommt eine wirklich klare und unbeschönigte Vorstellung vom damaligen Venedig, gepaart mit ein paar politischen Machtkämpfen und einer Prise Romantik. Vielleicht haben wir ja Glück und im nächsten Teil legt nicht nur die Story an Tempo sondern auch die Charaktere an Tiefgang zu.