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Veröffentlicht am 21.04.2024

Die Schattenwelt von Nimmerland erwacht erneut - Was führt der einstmals so quirlige Peter im Schilde?

Wendy, Darling – Dunkles Nimmerland (mit gestaltetem Farbschnitt)
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Wer kennt nicht die ursprüngliche Geschichte rund um den pfiffigen Jungen, der auf den Namen Peter Pan hört?

J. M. Barrie erweckte den Jungen, der nie erwachsen werden wollte, und hauchte ihm vor sehr ...

Wer kennt nicht die ursprüngliche Geschichte rund um den pfiffigen Jungen, der auf den Namen Peter Pan hört?

J. M. Barrie erweckte den Jungen, der nie erwachsen werden wollte, und hauchte ihm vor sehr langer Zeit Leben ein.

A. C. Wise greift in ihrem aktuellen Roman "Wendy, Darling - Dunkles Nimmerland" die ursprüngliche Geschichte auf und erzählt diese dann mit einem gewissen Zeitversatz weiter.

Wo früher Peter die Hauptrolle in der Erzählung übernahm, gibt es in der Erzählung von Wise eine andere Sichtweise bzw. Perspektive auf die Sicht der Dinge. Dreh- und Angelpunkt der Storyline ist hierbei nun Wendy, die nach ihrer Rückkehr aus ihrem ersten Nimmerland-Abenteuer, dann erwachsen geworden ist und mittlerweile eine eigene Familie hat.

Wer sich also bis dato immer gefragt hatte, was wird wohl aus Wendy und ihren Brüdern geworden sein bekommt hier aus allererster Hand eine wirklich beeindruckende wie auch gleichzeitig sehr düstere Geschichte vorgesetzt.

Peter, wenn auch nicht mehr in der Hauptrolle, ist hier allerdings dennoch wieder prominent am Werk. Schlussendlich ist er es, der Wendy abermals mit ihrer Vergangenheit in Nimmerland und danach konfrontiert, als er ihre Tochter eines Abends stiehlt.

Die große Kunst von A. C. Wise ist es, die unterschiedlichen Szenerien aus dem ursprünglichen Original mit der nun sich anschließenden Fortsetzung sehr eng und fein zu verweben. Die Stilistik ist sehr ausgeprägt von einer bildhaften Sprache, die einen selbst in dieses Setting hineinzieht und bis zum Schluss nicht mehr loslässt. Die Bilder, die dabei im Kopf entstehen sind einmalig und wirken doch sehr real.

Wendy wird in diesem speziellen Plot sehr extrem mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert. Diese besteht dann eben nicht nur aus dem abenteuerlichen Ausflug nach Nimmerland sondern besitzt so viele andere sehr dunkle und dystopisch anmutende Facetten, die man beim Lesen erstmal verdauen muss. Durch verschiedenen zeitlichen Perspektiven nähern wir uns als Leser immer mehr Wendy hinzu, die dabei selbst einem harten Konfrontationskurs unterzogen wird. Dabei wird der Charakter immer bildhafter und man spürt förmlich die eigene Zerissenheit und Verletzlichkeit von Wendy.

Die hellen wie auch dunklen Schatten ihrer eigenen Vergangenheit holen sie urplötzlich ein und nichts ist mehr so rosarot, wie es vielleicht vorher schien. Wendy muss sich ihrer eigenen Vergangenheit wie auch ihren ureigenen Ängsten stellen und dabei über sich selbst hinauswachsen, will sie ihre Tochter Jane aus den Fängen des listigen Peters befreien.

Dieser Roman ist in meinen Augen so viel mehr als nur eine bloße "Fortsetzung" des ursprünglichen Nimmerland-Abenteuers. Der Plot geht viel mehr in die Tiefe, als man vielleicht zunächst gedacht hätte. Der Charakter von Wendy ist unheimlich tiefgründig aufgebaut. Es lohnt sich, diesen wirklich zu ergründen. Auch der nicht alternde Peter erscheint hier in einem ganz neuen Licht. Summa summarum eine tolle und lesenswerte Fortsetzung, die uns nach Nimmerland zurückführt und uns ganz andere Perspektiven auf die Welt zeigt. Wer dann beginnt zwischen den Zeilen zu lesen, erlebt ein äußerst tiefgründiges Buch, das noch sehr lange im Gedächtnis bleiben wird.

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Veröffentlicht am 16.04.2024

Nanu, was krächzt denn da in den Baumwipfeln über unseren Köpfen? - Ist über den Wolken dann wirklich die Freiheit so grenzenlos?

Das geheime Leben der Tiere (Wald) - Revier der Raben
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Wir outen uns in der Buchreihe "Das geheime Leben der Tiere" im Lebensraum Wald hier gleich als Wiederholungstäter. Dies liegt einzig und allein an der großen und ganz besonderen Gabe der Autorin Vanessa ...

Wir outen uns in der Buchreihe "Das geheime Leben der Tiere" im Lebensraum Wald hier gleich als Wiederholungstäter. Dies liegt einzig und allein an der großen und ganz besonderen Gabe der Autorin Vanessa Walder, die es immer wieder aufs Neue fertig bringt unsere Herzen für die Natur direkt vor unserer Haustür im Sturm zu erobern.

Daher lag es für uns dann auch sehr nahe, dem Ruf Walders zu folgen. Wir packten unser kleines Daypack, schnürten unsere Stiefel fest und folgten den sehr markanten Spuren in die Wälder hinein und dort erwartete uns dann urplötzlich wieder dieses ganz besondere Lied der Wälder. Hört ihr es vielleicht auch bereits?

Doch dann wurde dieses Lied unterbrochen von einem Krächzen, das über unseren Köpfen hinweg schallte. Schnell wechselten wir die Perspektive und sahen hinauf zu den Baumwipfeln und entdeckten die schwarzen Kolkraben mit ihrem schillernden Gefieder.

So schillernd wie das Gefieder der großen Vögel ist, so facettenreich präsentiert sich diese Geschichte, die einfach sehr genial und vor allem kindgerecht zusammengesponnen ist.

Wir sind durch die drei Vorgängerbände von Walder allerdings auch bereits sehr verwöhnt gewesen und dachten zunächst, wie dies die Autorin dann nochmals toppen möchte. Walder schafft hier wieder das Unmögliche und zaubert abermals ein sehr real wirkendes Habitat, das einer BBC-Naturdoku in wirklich Nichts nachsteht.

Die sehr bildhafte Sprache würde bereits ausreichen um das Kopfkino in Gang zu setzen. Wie bereits bei den Vorgängerbüchern werden die Texte dann gelegentlich durch schwarzweiße Illustrationen von Simona M. Ceccarelli ergänzt. Diese perfekt aufeinander abgestimmte Symbiose zwischen Text und Bild machen dann dieses Kinderbuch zu einem richtig tollen Leseerlebnis sowie zu einem echten Abenteuer in der Natur.

Jetzt könnte man zunächst denken, was es denn Spannendes über Raben zu erzählen gibt. Lasst euch dazu einfach überraschen! Durch die Erzählung werdet ihr nach dem Lesen sehr viel aufmerksamer eure nächste Umwelt wahrnehmen und vielleicht auch bewusster beobachten. Im ganz normalen stressigen Autopilotenmodus ist unsere eigene Sichtweise häufig sehr eingeschränkt und wir sind kaum mehr für die Natur und die unterschiedlichen Lebewesen darin empfänglich. Vanessa Walder lässt dieses zunächst eingeschränkte Blickfeld sehr schnell weiten und brachte uns die kleinen Wunder in der Natur vor Ort nahe.

Wenn ich persönlich an meine eigene Kindheit zurück denke kommen mir als Wissensbücher zuvorderst die damalig verbreiteten WAS IST WAS-Bücher in den Sinn. Die Buchreihe hier ist ein, nach unserer Meinung, komplett anderes (höheres) Level der Wissensvermittlung. Das Genre Edutainment für Kinder trifft es wohl am besten, da die Bücher einfach so nebenbei unheimlich viele Fakten zu dem Lebenraum der Raben sowie den Raben selbst präsentieren. Flankiert bzw. eingebettet werden diese ganzen Details dann in eine unheimlich packende Story rund um eine Rabenfamilie, die für viel Aufsehen sorgt.

Am Ende des Buches wartet quasi schon standesgemäß eine Art "Making of" bzw. "Behind the scenes". Dort erläutert Walder dann nochmals, was wirklich fiktiv im Buch ist und was auf der Wirklichkeit basiert. Dadurch wird das Buch dann nochmals richtig rund.

Wir begleiteten in der nun kompletten Reihe des Lebensraumes Wald eine Wölfin, Bären, Füchse und nun noch die Könige der Lüfte, die Raben. Am Ende der Buchreihe blicken wir mit einem weinenden und einem lachenden Auge wehmütig auf die erlebten Abenteuer zurück. Hätten wir einen Wunsch frei, so würden wir uns weitere Ausflüge in den Wald wünschen. Das Lied dort verstummt doch nie und ist so vielstimmig geprägt. Da gäbe es bestimmt noch so viele Geschichten, die erzählenswert wären. Liebe Vanessa, wir persönlich würden uns sehr freuen, wenn du uns mit weiteren Bänden überraschen würdest. Wir folgen dir gerne auch weiterhin auf Schritt und Tritt.

Den Oscar für Kinderbücher gibt es leider nicht, sonst würden wir diesen ganz gerne an Vanessa Walder vergeben. Wir können allerdings aus unserem tiefsten Herzen heraus eine absolute Leseempfehlung für eine spannende KINDERBUCHLESEPERLE im Bereich der Wildlife-Kinderbücher, die uns als Familie eine ganz besondere Lesezeit bereitet hat, aussprechen.

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Veröffentlicht am 16.04.2024

Wenn eine Teenie-Schulfete urplötzlich so richtig eskaliert - "Tag der offenen Tür" in Dunkelnest für interessierte Monster und deren Jäger

Mein geheimes Leben als Monsterjäger – Warum du niemals an einem Riesenwurm hängen solltest
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Die Autorin Iris Genenz setzt ihren "Ghostbuster" Charly Hartnuss erneut in Szene und schickt diesen im zweiten Band "Mein geheimes Leben als Monsterjäger – Warum du niemals an einem Riesenwurm hängen ...

Die Autorin Iris Genenz setzt ihren "Ghostbuster" Charly Hartnuss erneut in Szene und schickt diesen im zweiten Band "Mein geheimes Leben als Monsterjäger – Warum du niemals an einem Riesenwurm hängen solltest" der "Monsterjäger"-Buchreihe erneut in Szene.

Für uns ist Charly mit allen seinen Ecken und Kanten kein wirklich Unbekannter. Wir durften bereits das erste monstermäßige Abenteuer mit ihm durchleben und hatten sehr viel Spaß daran. Der nun vorliegende zweite Band lässt sich sicherlich auch alleine lesen, macht aber mit dem Vorwissen aus dem ersten Band und vor allem der dortigen Charakterenwicklung dann einfach noch mehr Spaß. Deshalb geben wir ganz klar die Empfehlung ab, die Bände und der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Was eingangs des Buches etwas nach "La Boum - Die Fete" anmutet eskaliert dann sehr schnell und Charly muss des erneut mit allerlei Monstern aufnehmen und die Welt bzw. seine Heimat Dunkelnest retten.

Die Story selbst ist geschickt gestrickt. Sie zog uns sehr schnell ins Geschehen hinein. Die Schulfete als Aufhänger fanden wir persönlich auch eine sehr schöne Idee, denn Charly hat dort dann ein ganz besonderes Auge auf seinen Schwarm Dalia gerichtet und möchte dieser näher kommen. Schnell wendet sich dabei das Blatt und Charly sichtet ein Monster in der Erdbeerbowle und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Als dann auch noch urplötzlich seine Eltern wie vom Erdboden verschluckt sind, spitzt sich die außergewöhnliche Lage nochmals dramatisch zu.

Die Sogwirkung der Geschichte hat uns durchweg gut gefallen. Schnell verfing die Storyline bei uns mit ihrem charmant-chaotischen und vor allem witzigen Helden Charly und nimmt unheimlich Drive auf. Einmal angefangen, kann man das Buch quasi kaum mehr zur Seite legen, da man wissen möchte, welchen Schritt Charly dann wohl als nächstes unternimmt.

Auf Leseinteressierte warten unzählige skurrile, lustige und schaurig schöne Momente, die Charly mit seinem Freund Martin sowie den aus dem letzten Band bereits bekannten Monsterjägern Béron und Epona bewältigen muss. Garniert wird das Abenteuer mit allerlei neuen Monstern, die man gesehen haben muss/will. Chapeau vor so viel Phantasie.

Die im Buch enthaltenen Monster werden dann am Ende des Buches nochmals im sogenannten Beastbook näher charakterisiert.

Einziger Wermutstropfen für uns ist folgender Umstand, dass der Bogen der Story nicht zurück zur eingangs präsentierten Schulfete führt und Dalia im weiteren Verlauf der Geschichte kaum mehr ein Rolle für Charly spielte, obwohl er so für sie schwärmte. Hier hätten wir uns persönlich dann für das Finale dann zumindest einen Hinweis erwartet bzw. vielleicht sogar auch nochmals explizit eine Szene mit Dalia und Charly selbst.

Summa summarum eine starke Fortsetzung mit sehr viel Drive, neuen Monstern und einigen neuen Details zu den Mitwirkenden. Wer Band eins bereits durchgesuchtet hat kommt um den zweiten Band nicht herum. Wer einfach nur monstermäßigen Spaß haben möchte ist hier genauso willkommen und erlebt ein Abenteuer der ganz besonderen Art. Wird Charly Hartnuss abermals die Welt bzw. besser gesagt Dunkelnest vor den sehr listigen Monstern retten können?

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Veröffentlicht am 01.04.2024

Lebe lieber ungewöhnlich! - Ein 12. Geburtstag, der urplötzlich komplett zu eskalieren droht

Nic Blake - Die Prophezeiung der leuchtenden Welt
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Was die Autorin Angie Thomas mit ihrem aktuellen Kinderroman "Nic Blake - Die Prophezeiung der leuchtenden Welt" abliefert ist alles andere als gewöhnlich oder langweilig, wie wir beim Lesen schnell feststellen ...

Was die Autorin Angie Thomas mit ihrem aktuellen Kinderroman "Nic Blake - Die Prophezeiung der leuchtenden Welt" abliefert ist alles andere als gewöhnlich oder langweilig, wie wir beim Lesen schnell feststellen mussten.

"Herzlich willkommen in der Welt der Manifestoren!" so oder so ähnlich würde uns Nic Blake wohl begrüßen, wenn wir ihr persönlich begegnen würden.

Dreh- und Angelpunkt des Plots ist nämlich das Mädchen Nic, das zu den Ungewöhnlichen gehört, allerdings in der Welt von uns Otto-Normalos oder besser gesagt der Gewöhnlichen alleine bei ihrem Vater heranwächst.

Als ihr zwölfter Geburtstag ansteht hofft Nic darauf endlich mehr von ihrem innig geliebten Vater über ihre besondere Gabe zu erfahren und wie sie diese anwenden kann. An ihre Mutter hat sie leider keine großen Erinnerungen, da diese sie und ihren Vater sehr frühzeitig verlassen hat.

Was auf den ersten Blick vielleicht nun recht schräg von der Konstellation anmutet, ist von Angie Thomas sehr clever gewählt. Wer keine Berührungsangst vor den Ungewöhnlichen, den Manifestioren, hat wird sehr ausführlich in deren besondere Welt nach um nach eingeführt. Auch die Hintergründe zu Nics Familie werden immer wieder beleuchtet und hier wird auch das Bild immer mehr klarer, je weiter man mit dem Buch voranschreitet.

Mit dem zwölften Geburtstag steht dann allerdings leider keine richtig große Sause an, sondern vielmehr bricht fast sprichwörtlich die Welt auf Nic Blake ein. Die Ereignisse überschlagen sich und nichts ist mehr, wie es vorher war bzw. schien. Das teilweise mysteriöse, magische wie auch sehr rasante Abenteuer des Trio infernale nimmt unheimlich Fahrt auf und riss uns auf jeder einzelnen Seite dann gehörig mit.

Die rasante Hatz nach einem Relikt der Vergangenheit entspinnt nach um nach immer wieder neue Details und auch unvorhergesehene Wendungen, die das Leseerlebnis insgesamt sehr kurzweilig gestalten. Man ist auf Schritt und Tritt direkt beim Geschehen dabei und begleitet quasi die drei Freunde Nic, Alex und JP als wäre man an ihrer Seite. Mit viel Charme, Witz, Magie und Verve zieht Angie Thomas hier wirklich alle Register.

Summa summarum wird das Buch innerhalb der Zielgruppe der ab zehnjährigen Lesenden aus unserer Sicht gut ankommen, da die unterschiedlichen Charakteren und deren Handlungen sehr gut nachvollziehbar sind, die Story selbst einfach fantastisch erzählt wird und die ganzen mysteriösen Umstände die Spannung bis zum Schluss hoch halten.

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Veröffentlicht am 25.03.2024

Die Gärtner mit dem grü... äh Guerilla-Daumen

Der Wald
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Die mir bis dato noch unbekannte Autorin Eleanor Catton greift in ihrem aktuellen Roman "Der Wald" ein auf den ersten Blick sehr spannend wirkendes Zeitgeistthema auf.

Die Kontrahenten im vorliegenden ...

Die mir bis dato noch unbekannte Autorin Eleanor Catton greift in ihrem aktuellen Roman "Der Wald" ein auf den ersten Blick sehr spannend wirkendes Zeitgeistthema auf.

Die Kontrahenten im vorliegenden Ökothriller könnten unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite die Guerilla-Gardening-Gruppe Birnam Wood rund um Mira und ihre Mitstreiter. Als Counterpart zu den vorgenannten Ökoaktivisten wirkt der Milliardär Robert Lemoine.

Mir fiel der Einstieg extrem schwer in diesen für mich eher außergewöhnlichen Plot. Catton zeichnet die verschiedenen Charakteren sehr akribisch und detailliert und dies zieht sich seitenweise über die komplette erste Hälfte des Buches. Für mich zog sich dieser Teil dann vergleichbar wie Kaugummi in die Länge. Nicht, dass ich an den Charakteren kein Interesse gehabt hätte, allerdings fehlt mir gerade hier anfänglich dann irgendwie der Drive und die Story dümpelte für mich leider eher nur so dahin. Gerade hier hätte ich mir dann viele Kürzungen gewünscht, um im eigentlichen Thema voranzukommen.

Hier ist echte Ausdauer sowie Hartnäckigkeit gefragt gewesen, denn zwischenzeitlich dachte ich auch bereits an einen vorzeitigen Abbruch des Buches.

Wer bis zum Schluss hin durchhält, wird dann mit einem Finale Furiosum, das einem richtig filmreifem Spektakel gleicht, ein klein wenig entschädigt. Das Buch gipfelt in einer Situation, die ich persönlich so während des sehr behäbigem Beginns nicht ins Kalkül gezogen hätte. Mehr möchte ich hier dazu allerdings nicht verraten.

Für mich ist der Roman leider viel zu unausgewogen durch den sehr zähen Start, als dass er mich richtig gefesselt hätte. Licht und vor allem die Schatten sind für mich persönlich zu deutlich spürbar gewesen. So wurde für mich der Lese-Ausflug nach Down Under dann doch eher zur Geduldsprobe, obwohl ich mich auf einen durchweg spannenden Ökothriller gefreut hatte.

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