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Veröffentlicht am 11.11.2022

Ein berauschender Roman, der die Roaring Twenties im Berliner Großstadtgewimmel erlebbar macht.

Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein großer Rausch
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Beschreibung

Magda Fuchs ist im Großstadtleben angekommen und hat sich in Berlin eingelebt. Ihre Arbeit als Polizeiärztin genügt jedoch nicht, um über die Runden zu kommen, gerade jetzt, da die Inflation ...

Beschreibung

Magda Fuchs ist im Großstadtleben angekommen und hat sich in Berlin eingelebt. Ihre Arbeit als Polizeiärztin genügt jedoch nicht, um über die Runden zu kommen, gerade jetzt, da die Inflation das Geld täglich mehr auffrisst. Mit ihrer eigenen Praxis als Gynäkologin erhofft sie sich genügend Zubrot zu verdienen, jedoch steht für sie in erster Linie, ihre Hilfe an Frauen weiterzugeben, die diese dringend notwendig haben.

Während Magda bei der Arbeit in ihrer Praxis immer wieder an die Grenzen ihrer Moral getrieben wird, stellt sie und Kommissar Kuno Mehring ein brutaler Mord an einer jungen Mutter vor eine große Herausforderung. Die Angriffe auf junge Frauen, die sich auf der Straße durch die schwere Zeit durchschlagen, haben zugenommen und durch einige Vorfälle zieht sich ein Muster, dass einen Serientäter nahelegt. Ohne Motiv tappt die Polizei jedoch im Dunkeln und die Aufklärung hat keine hohe Priorität…

Meine Meinung

Der zweite Band der Romanreihe um »Polizeiärztin Magda Fuchs« des Autoren-Ehepaars unter dem Pseudonym Helene Sommerfeld knüpft direkt an die Handlung von »Das Leben, ein ewiger Traum« an und schon nach wenigen Seiten fühlt man sich wieder in das lebendige Berlin der aufregenden 1920er Jahre versetzt.

Das Schicksal von Hauptprotagonistin Magda Fuchs wird zwar fokussiert vorangetrieben, aber auch die Entwicklung der Medizin-Studentin Celia bekommen ihren Raum zur Entfaltung. Außerdem werden auch wieder Magdas Pensionsmitbewohnerinnen, die angehende Schauspielerin Doris Kaufmann und Journalistin Erika Hausner sowie Magdas Freundin, die Fürsorgerin Ina Dietrich eingebunden. Durch die Betrachtungen der Leben der unterschiedlichen Frauen erhält man einen ausschweifenden Blick auf die Licht- und Schattenseiten des Berliner Lebens in den 1920er Jahren.

Das neue Jahr 1922 bringt auch gleich einen spannenden Fall für Magdas Freund, Kommissar Kuno Mehring, mit sich, denn eine Serie von Angriffen auf junge Frauen scheint auch nicht vor Doris Kaufmann Halt zu machen. Während Kuno und seine Kollegen versuchen aus den Fällen des ›Schlitzers‹ schlau zu werden, schwebt über allem die Inflation, welche die Ärmsten der Stadt in ausweglose Not treibt.

Auch Magda spürt das Geld, kaum verdient, auch schon wieder zwischen ihren Fingern zerrinnen, dabei wünscht sie sich so sehr eine strahlende Zukunft mit Kuno. Ihre tägliche Arbeit konfrontiert sie mit den Nöten von Frauen, die sie zum äußersten treiben, ungewollten Schwangerschaften und der Problematik bei Aufklärung und Verbreitung von Verhütungsmitteln. Immer öfter sieht sie sich dem Wunsch von Schwangerschaftsabbrüchen gegenüber, die sie nicht mit ihrer Einstellung vereinbaren lassen, auch wenn sie das Dilemma sieht und gerne helfen möchte. Vor diesem Hintergrund stellt sie sich auch die Frage, ob sie selbst eine Mutterschaft in dieser Zeit überhaupt anstreben sollte.

Celia genießt die neu gewonnene Freiheit nach dem Tod ihres Mannes in vollen Zügen und stürzt sich neben ihrem Medizinstudium und der Arbeit als Hilfsschwester in der Charité zu gerne ins glamouröse Nachtleben der Großstadt. Zudem reift ihre Liebe zu Edgar, dem Sohn eines der reichsten und einflussreichsten Männer seiner Zeit, wobei sie ihre Träume und Ziele als eigenständige Frau nicht wieder aufgeben möchte.

»Das Leben, ein großer Rausch« steht dem ersten Teil von Helene Sommerfelds Trilogie in nichts nach und lässt einen noch tiefer in die Schicksale unterschiedlicher Frauen eintauchen, die selbstbewusst ihren Weg suchen. Eine absolute Leseempfehlung für alle, die gerne über starke Frauen in den goldenen zwanziger Jahren lesen möchten und Fans der Serie ›Babylon Berlin‹.

Nach dem ersten Band wurde das Format von Klappbroschur auf ein etwas kleineres Taschenbuchformat abgeändert und auch das Design angepasst. Die gute Nachricht, auch der erste Band ist nun in diesem chicen Design erhältlich.

Fazit

Ein berauschender Roman, der die Roaring Twenties im Berliner Großstadtgewimmel erlebbar macht und das Schicksal unterschiedlicher Frauen in den Vordergrund rückt.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 15.02.2022

Veröffentlicht am 11.11.2022

Dieses Buch ist für alle, die schon immer einen Blick hinter den Spiegel von Alice im Wunderland werfen wollten

Die Erfindung von Alice im Wunderland
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Meine Meinung

Eines meiner liebsten Bücher ist der Nonsens-Roman »Alice im Wunderland« aus dem 19. Jahrhundert von dem Mathematikprofessor Charles Lutwidge Dodgson, der unter dem Pseudonym Lewis Carroll ...

Meine Meinung

Eines meiner liebsten Bücher ist der Nonsens-Roman »Alice im Wunderland« aus dem 19. Jahrhundert von dem Mathematikprofessor Charles Lutwidge Dodgson, der unter dem Pseudonym Lewis Carroll seine phantastischen Erzählungen über ein kleines Mädchen, das wundersame Dinge erlebt, veröffentlichte.

Da sich Charles Lutwigde Dodgson nicht nur für das Erzählen von Geschichten interessierte und gerne Zeit mit der Familie des Dekans, insbesondere seiner Tochter Alice Liddell, verbrachte und sich sehr für die Fotografie begeisterte, gibt es einige Bilder aus dieser Zeit. Peter Hunt geht in seinem Sachbuch »Die Erfindung von Alice im Wunderland« den Hintergründen der Geschichte bis zu ihrer Entstehung auf den Grund.

Begonnen bei Dodgsons Inspirationsquelle Alice Liddell über die zeitgenössischen Einflüsse bis hin zu politischer Satire, die man in der Handlung des Romans finden kann, eröffnet Peter Hunt für mich einen ganz neuen Blick auf die geliebte Geschichte über die wundersamen Abenteuer des kleinen Mädchens, die nicht nur etwas für junge Leserinnen und Lesern ist, sondern auch für Erwachsene. Sicherlich werde ich nun bei erneuter Lektüre des Romans einiges mit anderen Augen betrachten!

Die Ausführungen von Peter Hunt werden nicht nur durch Fotografien aus der Zeit angereichert, sondern auch noch von den Illustrationen von Dodgsons befreundeten Künstler John Tenniel, der für die Originalillustrationen der Alice-Bücher verantwortlich ist, untermalt.

»Die Erfindung von Alice im Wunderland« ist eine empfehlenswerte Lektüre, die sich durch die anschauliche Auseinandersetzung mit dem Text und seiner Zeit auszeichnet und von Peter Hunt auf eine leicht zugängliche Art und Weise aufbereitet wurde.

Fazit

Dieses Buch ist für alle, die schon immer einen Blick hinter den Spiegel von Alice im Wunderland werfen wollten, ein absolutes MUSS, denn Peter Hunt dröselt die verschiedenen Einflüsse in Lewis Carrolls Kinderklassiker auf (auch wenn vieles davon lediglich Vermutungen sind).

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 13.02.2022

Veröffentlicht am 11.11.2022

»Gullivers Reisen« von Jonathan Swift ist eine Geschichte für die ganze Familie

Gullivers Reisen
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Beschreibung

Mit einem unersättlichen Reisefieber in den Knochen verschlägt es den Mediziner Lemuel Gulliver als Schiffsarzt auf so manchen Kahn. Gleich bei seiner ersten Reise endet er nach einem Unwetter ...

Beschreibung

Mit einem unersättlichen Reisefieber in den Knochen verschlägt es den Mediziner Lemuel Gulliver als Schiffsarzt auf so manchen Kahn. Gleich bei seiner ersten Reise endet er nach einem Unwetter als Schiffbrüchiger auf der Insel Liliput, welches von zwergenhaft kleinen Menschen und Tieren bevölkert ist. Aufgrund seiner erschreckenden Größe nehmen ihn die Inselbewohner gefangen. Nach diesem ersten Abenteuer kehrt der Arzt um einige Erfahrungen reicher nach England zurück, doch schon bald reizt ihn erneut das Fernweh und die nächste Schiffsreise lockt. Die hohe See treibt Lemuel Gulliver dieses Mal zum Land Brobdingnang, dem Land der Riesen, und auch hier drohen dem Gentleman erneut große Gefahren und jede Menge Absurditäten.

Meine Meinung

Vor etwas weniger als dreihundert Jahren veröffentlichte Jonathan Swift seinen satirischen Abenteuerroman »Gullivers Reisen«, der sich bis heute großer Beliebtheit erfreut und in zahlreichen Versionen in Romanform, als Hörspiel bzw. Hörbuch oder auch in filmische Szenen gegossen zu genießen ist. Kurzum, ein Klassiker, den man einfach gelesen haben muss.

Im Knesebeck Verlag ist kürzlich eine wunderschöne Schmuckausgabe mit prachtvollen Illustrationen des Künstlers Robert Ingpen erschienen, welche leider nicht alle vier Abenteuer enthält, sondern nur die ersten (und auch bekanntesten) Reisen des Lemuel Gulliver, die ihn auf die Insel Liliput und im Reich der Riesen auf dem Land Brobdingnang anspülen.

Allerdings ist es ein absolutes Highlight, die von Robert Ingpen beeindruckend bebilderte Geschichte mit teils großformatigen Illustrationen über eine Doppelseite hinaus zu erleben und durch die großartige Darstellung der Abenteuer hautnah in das Geschehen einzutauchen.

Eigentlich werden die Schiffsreiseabenteuer des Lemuel Gulliver eher als Roman für Kinder und Jugendliche verstanden, allerdings steckt vielmehr eine satirische Betrachtung der Gesellschaft der damaligen Zeit im Fokus, die den Text von Jonathan Swift auch interessant für erwachsene Leserinnen und Leser macht. Die altertümliche Sprache und verschachtelte Satzkonstruktionen versprühen zudem eine nostalgische Note, die für eine wunderbare Atmosphäre sorgt, aber die Zugänglichkeit der Geschichte für Kinder erschwert. Zum Vorlesen eignet sich das Werk auf jeden Fall schon alleine durch die stimmungsvollen Bilder und für Kinder fragliches lässt sich dabei auch gleich erklären, ansonsten würde ich das Buch eher Jugendlichen und Erwachsenen empfehlen.

Über die Abenteuer auf Liliput und Brobdingnang, wo Gulliver sich zuerst als Riese unter Zwergen und dann in umgekehrter Rolle als Winzling unter Kolossen wiederfindet, möchte ich nicht zu viel verraten. Für unseren Helden wird es auf jeden Fall lebensgefährlich, er lernt die verschiedenen Völker näher kennen und versucht zu helfen, wo er nur kann. Dabei lauern so manche Irrungen und Wirrungen und auch vor Intrigen und Verrat ist Gulliver nicht sicher.

Fazit

»Gullivers Reisen« von Jonathan Swift ist eine Geschichte für die ganze Familie und eignet sich in der von Robert Ingpen illustrierten Variante bestens zum Verschenken oder sich selbst beschenken.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 19.01.2022

Veröffentlicht am 11.11.2022

Eine bestechende Comicadaption von Gullivers drittem Abenteuer! Gerne mehr davon.

Gullivers Reisen: Von Laputa nach Japan (Graphic Novel)
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Meine Meinung

Der Romanstoff von Jonathan Swift über den Arzt und Abenteurer Lemuel Gulliver sind weltbekannt, Bertrand Galic hat in künstlerischer Zusammenarbeit mit Paul Echegoyen in »Gullivers Reisen: ...

Meine Meinung

Der Romanstoff von Jonathan Swift über den Arzt und Abenteurer Lemuel Gulliver sind weltbekannt, Bertrand Galic hat in künstlerischer Zusammenarbeit mit Paul Echegoyen in »Gullivers Reisen: Von Laputa nach Japan« die dritte Reise des berühmten Titelhelden in ein ansprechendes Comicformat gebracht.

Eigentlich hatte Lemuel Gulliver nach seinen Erlebnissen mit den Winzlingen auf der Insel Liliput und den Riesen von Brobdingang seiner Familie versprochen, sich häuslich einzurichten. Doch die Reiselust liegt dem Engländer im Blut und so kann er dem Angebot des Kapitän Robinson nicht widerstehen und heuert bei ihm als Schiffsarzt an.

Die Reise geht nach Ostindien und wie es das Schicksal so will fällt Gulliver eines Tages, während er einen Auftrag des Kapitäns ausführt, Piraten zum Opfer und er strandet an einem vermeintlich einsamen Archipel. In eindrucksvollen Bildern, die zu einem großen Teil ganz ohne Text auskommen, erzählen die stimmungsvollen und sanfte Striche von Paul Echegoyen davon, wie Lemuel Gulliver, angetrieben von seinem Lebenserhaltungstrieb, versucht an Nahrung und einen Unterschlupf zu kommen und des Nachts von Albträumen geplagt wird.

Eines Tages erscheint am Himmel die riesige fliegende Insel Laputa, welche von einem ungewöhnlichen Volk bewohnt wird, das zwar äußerst gebildet scheint, aber deren Aufmerksamkeit schnell nachlässt, sodass Kinder mit Säckchen durch einen Schlag ins Gesicht für Konzentration sorgen. Der König von Laputa ist Gulliver wohlgesinnt und so taucht der Engländer mithilfe eines Mentors in die fremde Sprache, Sitten und Gebräuche der Bevölkerung ein.

Für den König Laputas sind Kommunikation und Austausch das oberste Gebot, denn nur so kann eine gute Demokratie funktionieren. Doch was sich Lemuel Gulliver tatsächlich offenbart, ist die Unterdrückung der am Boden lebenden Bevölkerung, die im wahrsten Sinne des Wortes im Schatten der gehobenen Gesellschaft auf der fliegenden Insel lebt. Nach einiger Zeit ist Gulliver so sehr mit dem Leben auf Laputa vertraut, dass ihn die Langeweile plagt und so beschließt er auf Anraten seines Mentors zu einem seiner Freunde nach Lagado zu reisen.

Eine eigenartige Welt der Wissenschaften, Technik, Sprachen und Künste breitet sich vor Gulliver aus, die an Verrücktheit kaum zu übertreffen ist. Das zeichnet sich hervorragend in den dargebotenen Bildern ab, die unmögliche Architektur mit den abwegigsten Forschungseinrichtungen zeigen. Ein vortreffliches Chaos, geboren aus den spezifizierten Antrieben einzelner Bereiche ohne Sinn und Verstand für das Ganze. Dieses Durcheinander lässt Gulliver schnell aufbrechen und so führt ihn sein Heimweg über die Insel Glubbdubdrib, wo ein Zauberer herrscht, der längst vergangene Seelen für eine bestimmte Zeitspanne zurück ins Leben rufen kann, Luggnagg, wo er auf das Volk der Struldbrugs trifft, die von einer eigentümlichen Unsterblichkeit gesegnet bzw. verflucht sind und Japan.

Komik und Sozialkritik nehmen in »Gullivers Reisen« von Jonathan Swift einen großen Raum ein und genau dieser Punkt wurde auch in dieser Comicadaption von Bertrand Galic sehr gut herausgearbeitet. Außerdem haben mir die Illustrationen von Paul Echegoyen mit ihren verschnörkelten Details, die sich perfekt in den Rahmen der Geschichte einfügen, unheimlich gut gefallen. Etwas schade finde ich allerdings, dass in dieser Ausgabe nur das dritte Abenteuer Gullivers verarbeitet wurde, welches bei weitem nicht so bekannt ist wie seine Begegnung mit den Liliputanern und den Riesen. An sich ist das ein toller Ansatzpunkt, aber der Vollständigkeit halber hätte ich mir gewünscht, dass alle Reisen im gesamten erzählt werden.

Fazit

Eine bestechende Comicadaption von Gullivers drittem Abenteuer! Gerne mehr davon.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 19.01.2022

Veröffentlicht am 11.11.2022

Diese Seuchen-Dystopie, die die Natur verändert, spielt mit Steampunkelementen und überzeugt alleine schon durch bombastische Bilder.

Terra Prohibita. Band 1
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Meine Meinung

Denis-Pierre Filippi und Patrick Laumond entführen die Leserschaft im ersten Band ihrer dystopischen Comic-Serie »Terra Prohibita – Patient Null« in eine Welt, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts ...

Meine Meinung

Denis-Pierre Filippi und Patrick Laumond entführen die Leserschaft im ersten Band ihrer dystopischen Comic-Serie »Terra Prohibita – Patient Null« in eine Welt, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts von einer Seuche befallen ist, welche Flora und Fauna extrem verändert haben. Die überlebenden Menschen leben in beeindruckenden Himmelsstädten und der Boden ist überdeckt von mysteriösen Pflanzen, die den Forschern noch so manche Rätsel aufgeben.

Denis-Pierre Filippi vermengt in der Story eine klimatische Apokalypse mit einer Kriminalgeschichte vor einem Setting, das durch Steampunkelemente eine nostalgische Note verströmt. Die Verquickung der einzelnen Handlungsstränge über den Wissenschaftler und kaltblütigen Mörder Dorian Singer, Inspektor Melville, der dem Mörder auch gegen politischen Gegenwind auf der Spur ist und die Privatdetektivin Valérie Kerveillan. Die Umstände führen die unterschiedlichen Charaktere zusammen und so schließen sie sich zu einer Zweck-Allianz zusammen, bei der die Parteien jedoch unterschiedliche Ziele verfolgen.

Die Fäden, aus der die Geschichte geknüpft wurde, lassen so einige Fragen offen und aufgrund der schnellen Einführung des Personals konnte ich noch zu keinem Charakter eine größere Verbindung herstellen, sodass das Geschehen leider etwas distanziert bleibt. Dafür gibt es jede Menge Actionszenen und ein wundervolles Setting. Alleine schon das atemberaubende Artwork von Patrick Laumond ist absolut sehenswert! Ich konnte mich gar nicht satt sehen an der detailliert ausgearbeiteten Architektur, den schwebenden Städten und der farbenprächtigen Flora und Fauna sowie den Dampfmaschinen und Kostümen im Steampunkstil.

Einziger Wermutstropfen an diesem Serienauftakt sind die losen Zusammenhänge, welche sich hoffentlich in der nächsten Ausgabe besser zusammenfinden. Ich bin auf jeden Fall gespannt, zu erfahren, wohin die Reise führen wird!

Fazit

Diese Seuchen-Dystopie, die die Natur verändert, spielt mit Steampunkelementen und überzeugt alleine schon durch die bombastischen Illustrationen von Landschaft und Architektur. Die Zusammenhänge der Story lassen allerdings noch etwas Luft nach oben frei.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 12.01.2022