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Veröffentlicht am 18.03.2021

Solider Vampir-Horror

Vampire State Building. Band 1
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Meine Meinung:

Splatter, Horror und monströse Vampire – das Ganze gezeichnet von Charlie Adlard, dem Zeichner von »The Walking Dead«. Das Szenario zum ersten Band der »Vampire State Building« Dilogie ...

Meine Meinung:

Splatter, Horror und monströse Vampire – das Ganze gezeichnet von Charlie Adlard, dem Zeichner von »The Walking Dead«. Das Szenario zum ersten Band der »Vampire State Building« Dilogie liefert das Schreiber-Duo Ange und Patrick Renault.

Als Setting dient die atemberaubende Kulisse von New York City mit seinen eleganten Wolkenkratzern und dem stetig pulsierenden Leben. An einem verhängnisvollen Abend trifft sich der US-Soldat Terry mit seinen Freunden auf der Aussichtsplattform des 1931 erbauten Empire State Building, um sich vor seinem Afghanistan Einsatz von ihnen zu verabschieden.

Nachdem man Bekanntschaft mit der Clique geschlossen hat und sich von dem zauberhaften Blick auf die Skyline losreißt, nimmt der 56 Seiten umfassende Comic zusehends an Fahrt auf. Vampireske Kannibalen schleichen sich im Empire State Building ein und ziehen auf der Suche nach ihrem Meister eine Schneise der Vernichtung durch die gut besuchten Etagen des eleganten Gebäudes, wobei sie Angst und Schrecken unter den Menschen verbreiten. Einzig Terry, dessen Clique sich durch das Durcheinander der aufkommenden Panik verloren hat, scheint einen kühlen Kopf zu bewahren. Natürlich hat diese terrorverdächtige Infiltration längst die Polizei auf den Plan gerufen und so wechseln die Panels zwischen der sich zuspitzenden Lage im Gebäude und der Einsatztruppe.

Eine Linguistin des Polizeiteams erkennt in den archaischen Lauten der Vampir-Monster eine Mischung der Indianersprachen aus den Stämmen der Mohawks und Kwakiutl und kann durch ihr Sprachverständnis für die Sondereinheit wichtige Informationen übersetzen. Der Anführer des Vampir-Kollektivs betrachtet sich als Auserwählter der Hamatsa, einer uralten Sekte, deren Mitglieder Kannibalen waren und durch ein Initiationsritual in Vampire verwandelt werden sollten. Doch was wollen die Fanatiker dieses traditionellen Geheimbundes, die Götter anbeten und an einen heiligen Zyklus glauben, heute? Diese Frage wird hoffentlich im abschließenden Folgeband beantwortet…

Der erste Band von »Vampire State Building« bietet Action, Vampire und massenhaftes Opfersterben ähnlich einer Zombieapokalypse. Von der Story hätte ich mir allerdings zumindest eine bessere Ausarbeitung der Einflüsse aus der indianischen Tradition gewünscht. Stattdessen wird viel Zeit auf die Einführung von Charakteren gelegt, die das Autorenteam nur wenig später sowieso den Vampiren als Fraß vorwirft. Der Comic punktet bei mir durch die atmosphärischen und scharf gestochenen Illustrationen von Charlie Adlard, der Monster genauso beeindruckend in Szene setzt wie das spektakuläre Setting.

Fazit:

Solider Vampir-Horror, der in erster Linie durch Charlie Adlards Illustrationen überzeugt, storytechnisch aber noch etwas Luft nach oben hat.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 15.06.2020

Veröffentlicht am 18.03.2021

Weltgeschichte im Hinblick auf die Rolle der Frau

Weltgeschichte für junge Leserinnen
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Meine Meinung:

Kerstin Lücker und Ute Daenschel stellen in ihrem Werk »Weltgeschichte für junge Leserinnen« die Frage: Warum es nach 500 Jahren vielen immer noch schwer fällt, den so einfachen Gedanken ...

Meine Meinung:

Kerstin Lücker und Ute Daenschel stellen in ihrem Werk »Weltgeschichte für junge Leserinnen« die Frage: Warum es nach 500 Jahren vielen immer noch schwer fällt, den so einfachen Gedanken von Christie de Pizan zu akzeptieren, dass Frauen und Männer gleiche Fähigkeiten haben. In ihrem 560 Seiten umfassenden Werk versuchen die Autorinnen die Weltgeschichte zusammenzuraffen und dabei einige bekannte sowie viele mir bisher unbekannte Frauen und ihr Verdienst hervorzuheben.

Passenderweise ist auf dem türkisblauen Cover die Bronzestatue des »Fearless Girl« abgebildet, welche von der amerikanischen Bildhauerin Kirsten Visbal geschaffen wurde und vorerst zum Weltfrauentag 2017 gegenüber der Bullenstatue im Financial District in New York City aufgestellt wurde, um auf die Missstände von Frauen in der Geschäftswelt aufmerksam zu machen, mittlerweile stehen weitere Repliken der beliebten Statue in weiteren Städten.

Das Schreiben eines Sachbuches über die Weltgeschichte, die sich auch an junge Leser*innen richtet, ist sicherlich kein leichtes Unterfangen und kommt eher einem Mammutwerk gleich. In ihrem Werk behandeln Kerstin Lücker die wichtigsten Ereignisse in der Weltgeschichte Europas, Amerikas und Asiens in knappen und leicht verständlichen Kapiteln und verkürzen vieles dabei so stark, dass nur ein flüchtiger Eindruck entsteht und daher nicht immer etwas davon im Gedächtnis hängen bleibt. Die kurzen Abschnitte haben jedoch den wunderbaren Vorteil, dass sie sich wunderbar zum Vorlesen eignen. Sicherlich ist die »Weltgeschichte für junge Leserinnen« auch ein Buch, dass man immer wieder zum Nachschlagen zur Hand nehmen kann. Dabei sind einem das Inhaltsverzeichnis sowie ein Personenverzeichnis am Ende hilfreich.

Angefangen beim Urknall und der Entstehung der Erde über die Einteilung unseres 365 Tage umfassenden Kalenders durch die Ägypter, spielen in den Jahrhunderten vor allem Männer, die Geschichte geschrieben haben, eine Rolle, und diese werden in Lücker und Daenschels Buch mit feministischer Note natürlich nicht ausgespart. Außerdem wird die große Rolle der Weltreligionen, die sich in ihrer Feindlichkeit gegenüber Frauen erstaunlich wenig unterschieden, Kriege und Machtkämpfe um Territorien aufs Tableau gebracht. Nicht nur einmal hätte ich mir gewünscht, dass für eine bessere Visualisierung des Textes Kartenabbildungen und Illustrationen eingebunden worden wären.

Interessant wurde es für mich vor allen Dingen, sobald Frauen hervorgehoben wurden, die kaum bekannt sind. Wie z. B. die Gelehrte Ban Zhao, die 92 v. Chr. am Hof des chinesischen Kaisers Geschichtsbücher schrieb und in ihrer Schrift »Ermahnung an die Frau« auffordert, die Frauen sollten wie sie gebildet sein. Doch um die Männer nicht zu sehr zu verärgern fügte sie hinzu: »Natürlich nur, um dem Mann besser dienen zu können« oder die adelige Japanerin Mursaki Shikibu, die 1008 n. Chr. am kaiserlichen Hof in Heian-kyo den wohl allerersten Roman »Die Geschichte vom Prinzen Genji« schrieb.

Fazit:
Mit »Weltgeschichte für junge Leserinnen« können sich nicht nur junge Leserinnen einen Überblick, über die tief verwurzelte und untergeordnete Rolle der Frau und wie sich dennoch immer wieder durch ihre Stärke hervorgetan haben, verschaffen. Nicht immer war ich mir sicher, was mir die Autorinnen vermitteln wollen und so hätte eine gezieltere Fokussierung dem Gesamtwerk sicherlich gut getan.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 13.06.2020

Veröffentlicht am 04.06.2020

Ein Debüt mit Schwächen und Potenzial nach oben

Der Hof der Wunder
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Beschreibung

Paris 1823. Die Französische Revolution ist fehlgeschlagen, die Monarchie teilen sich die politischen Geschäfte der Stadt mit neun Gilden, die die kriminellen Vorgänge der Unterwelt regieren. ...

Beschreibung

Paris 1823. Die Französische Revolution ist fehlgeschlagen, die Monarchie teilen sich die politischen Geschäfte der Stadt mit neun Gilden, die die kriminellen Vorgänge der Unterwelt regieren. Als Azelma von ihrem Vater an Kaplan, den Obersten der »Gilde des Fleisches«, verkauft wird, schließt sich ihre jüngere Schwester Nina der Diebesgilde an. Auch ohne die Unterstützung der anderen Gilden macht es sich Nina zu ihrem Ziel, ihre Schwester aus den Fängen des Tigers zu befreien. Als Mittel zum Zweck spannt sie die junge und bildhübsche Waise Ettie ein, doch ihr Gewissen und die Hungersnot, die eine neue Revolution entfacht, fördern neue Bündnisse zutage…

Meine Meinung

Kester Grant legt mit ihrem historischen Fantasy-Roman »Der Hof der Wunder« ihr literarisches Debüt vor. Sie entführt ihre Leserinnen in die Hauptstadt Frankreichs und zeigt ein alternatives Szenario auf, wie die Geschichte hätte verlaufen können, wenn die Französische Revolution gescheitert wäre.

Kester Grant ist es fabelhaft gelungen mit einem düsteren Setting ein authentisches Bild der überwiegend armen Gesellschaft Frankreichs zu zeigen, und schonungslos den harten Alltag der Bevölkerung zu schildern. Die Herrschaft über die Unterwelt von Paris teilen sich neun Gilden, die sich regelmäßig im Hof der Wunder versammeln.

Während die Mitglieder der Monarchie sorgenfrei in ihrem Palast residieren verändert sich das Leben der jungen Nina schlagartig als ihre ältere Schwester Azelma von ihrem Vater an Kaplan, den Obersten der »Gilde des Fleisches«, verkauft wird, wo ein schreckliches Leben der hemmungslosen Ausbeutung und Prostitution auf sie warten. Nina bleibt nichts anders übrig, als sich der Diebesgilde anzuschließen und tief in die dunkle Welt Paris einzutauchen.

Mir hat die »dreckige« Seite mit all den düsteren Gilden den unheimlichen Obersten und den harten Straßenkämpfen gut gefallen. Grant gelingt es zudem mit ihrem Schreibstil die Szenen äußerst lebendig vor dem inneren Auge des Lesers entstehen zu lassen. Allerdings wäre ein Warnhinweis für alle Leser
innen die Probleme mit sexueller Gewalt haben, durchaus angebracht gewesen. Einen Überblick über die einzelnen Gilden zu erhalten gestaltet sich zu Beginn etwas mühsam, sicherlich hätte eine Übersicht zu den neun Gilden und den wichtigsten Protagonisten (welche es z. B. auf der Verlagsseite gibt) dabei geholfen, sich in der Welt etwas leichter zu Recht zu finden.

Die Autorin legt ein großes Augenmerk auf die Formung ihrer Romanheldin Nina, die zu einer kämpferischen und tapferen jungen Frau heranwächst, die sich von nichts so leicht unterbekommen lässt. Allerdings geraten neben dieser polarisierenden Protagonistin die Nebendarsteller sehr fade und unscheinbar. Außerdem hat sich mir nicht so recht erschlossen, warum gleich jeder junge Mann auf Nina stehen muss? Diese Tatsache empfand ich zu unrealistisch dargestellt.

Viel lieber hätte ich es gesehen, wenn die Autorin etwas mehr Zeit auf die ausführlichere Beschaffung der Nebenrollen verwendet hätte. Das Debüt von Kester Grant weist zwar einige Schwächen, aber dennoch steckte etwas in ihrer Geschichte, dass mich nicht mehr losließ.

Meine Erwartungen an »Der Hof der Wunder« waren sehr hoch, da die Autorin Motive aus Victor Hugos »Les Misérables« und Rudyard Kiplings »Das Dschungelbuch« miteinander vereint. Der Bezug zu den weltberühmten Klassikern ist eindeutig erkennbar, sei es anhand der Gilden oder anhand der Namen der Protagonisten. Auch die Grundkonstruktion von Kester Grants düsterem Paris des 19. Jahrhunderts hat mir ausnehmend gut gefallen, allerdings fehlte es etwas an Fantasy-Elementen und auch die Skizzierung der Protagonisten hätte etwas mehr Tiefgang gut gestanden. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt, ob die Autorin es im Folgeband schaffen wird die Defizite verschwinden zu lassen.

Fazit

Ein vielversprechendes Debüt, das sein Potenzial nicht ganz ausschöpft aber meine Neugier geweckt hat!

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.06.2020

Ein berührender und aufrüttelnder Roman über Geburt, Leben und Tod und das Aussterben einer ganzen Art.

Die Letzten ihrer Art
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Beschreibung

Der Zoologe Michail Alexandrowitsch Kowrow lebt in St. Petersburg zur Zarenzeit im 19. Jahrhundert, zusammen mit einem erfahrenden Wildtierfänger Wilhelm Wolff begibt er sich auf eine gefährliche ...

Beschreibung

Der Zoologe Michail Alexandrowitsch Kowrow lebt in St. Petersburg zur Zarenzeit im 19. Jahrhundert, zusammen mit einem erfahrenden Wildtierfänger Wilhelm Wolff begibt er sich auf eine gefährliche Expedition in die mongolische Steppe, um sich für seinen Zoo ein Exemplar des seltenen Takhi Urpferdes zu sichern.

Karin wächst in einem vom Zweiten Weltkrieg geprägten Deutschland zu einer Tierärztin heran, die sich später als Projektleiterin mit einer Herde der fast ausgestorbenen Przewalski-Pferde auf die Reise zu einem Naturschutzgebiet in der Mongolei macht um die Pferde dort auszuwildern.

Nachdem der Klimakollaps eingetreten ist leben Eva und ihre Tochter im Jahre 2064 auf ihrem Hof in Norwegen und versorgen sich so gut es geht selbst. Die meisten Tiere haben sie jedoch schon aufgegeben, doch Eva hält weiterhin daran fest ihre letzten Wildpferde mit den knappen Mitteln zu versorgen und über die Runden zu bringen.

Meine Meinung

Nach »Die Geschichte der Bienen« und »Die Geschichte des Wassers« reiht sich nun der dritte Band mit dem Titel »Die Letzten ihrer Art« nahtlos in die Reihe von Maja Lundes Klima-Quartett ein.

Wie bereits gewohnt bewegt sich Maja Lunde nicht nur in einer Zeitebene, sondern vereint gleich drei Geschichten aus drei unterschiedlichen Zeitaltern zu einem großen Ganzen. Die Perspektiven werden von den jeweiligen Hauptprotagonisten, dem Zoologen Michail (1881), der Tierärztin Karin (1992) und der Mutter und Hofleiterin Eva (2064) in der Ich-Form erzählt, wobei es sich bei Michail zum größten Teil um einen Reisebericht handelt und bei Evas Geschichte auch Briefe ihrer Tochter Isa das Erzähl-Geflecht durchbrechen.

Der Roman beginnt im Jahre 2064 in Norwegen, die Menschen leben nach dem kompletten Kollaps des Klimas in schlechten Verhältnissen: die Lebensmittel werden knapp, es gibt kaum noch Kraftstoff für Fahrzeuge und auch der Strom ist ein begrenztes Gut. Die Menschen in ganz Europa befinden sich auf der Wanderschaft um zu überleben. Im Gegensatz dazu verharrt Eva mit ihrer Tochter Isa tapfer auf ihrem Hof, wo sie standhaft die letzten Wildpferde versorgt. Eines Tages trifft sie auf eine Wanderin, die wir Leser*innen bereits aus »Die Geschichte des Wassers« kennen. Die Isolation der Menschen, die Klimaflüchtlinge auf den Straßen, dieses ganze dystopische Geflecht sorgt für ein unglaublich beklemmendes Gefühl.

Im Kontrast dazu steht die nächste Erzählebene, in der wir Michail Alexandrowitsch Kowrow begleiten. Er wurde im Jahr 1848 in Petersburg zu einer Zeit geboren, in der es Aufstände in Paris gab, in deren Folge König Luis-Philippe abdankte und sich Unruhen auch im übrigen Europa ausbreiteten. 1883 wurde von Przewalski ein Takhi entdeckt, woraufhin Michail in Kontakt mit dem bekannten Tierfänger Wilhelm Wolff trat. Durch eine erfolgreiche Expedition in die Mongolei erhofft er sich ein Takhi nach Petersburg zu bringen und dadurch die finanziellen Probleme des Zoos zu lösen.

Die Tierärztin Karin reist 1992 als Projektleiterin mit einer Herde Takhis in das Hustai Naturschutzgebiet in der Mongolei. Sie wird von ihrem Sohn Mathias begleitet, der nach seiner von Drogen gezeichnete Vergangenheit einen Neuanfang sucht.

Alle drei Erzählebenen werden durch das zentrale Thema der Wildpferde und deren Aussterben beherrscht und jede Ebene hält eine ganze Palette an komplexen Facetten bereit. Insbesondere das Zukunftsszenario hat mir ganz schön Gänsehaut bereitet und gleicht einem Warnruf, der auch von Klimaleugnern gehört werden sollte. Die Ressourcen unserer Erde sind erschöpfbar und welch vielfältigen Katastrophen der Menschheit durch ihr selbstgemachtes Verhalten drohen kann, zeigt Maja Lunde gekonnt in ihren Büchern auf.

Obwohl die einzelnen Geschichten sehr eindrücklich erzählt werden und jede Menge Emotionen mitmischen, konnte mich Lunde mit »Die Letzten ihrer Art« nicht ganz abholen. Ich hatte das Gefühl, dass in die einzelnen Erzählstränge zu viel hineingequetscht wurde und damit das wirklich Wichtige etwas aus dem Fokus gerückt wurde. Wie z. B. die problematische Homosexualität von Michail und den Schlenker in die Kindheit von Karin auf dem Gestüt des Nazi-Reichsmarschalls Hermann Göring. Dennoch bin ich unglaublich neugierig auf den Abschluss-Akt des Klima-Quartetts, den ich mir auf keinen Fall entgehen lassen möchte!

Fazit

Ein berührender und aufrüttelnder Roman über Geburt, Leben und Tod und das Aussterben einer ganzen Art. Leider sind die einzelnen Erzählungen etwas überladen und nehmen dem Ganzen die nötige Luft zum Atmen.

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Veröffentlicht am 08.01.2020

Der Abschluss einer besonderen Trilogie

Arthur ist gefährlich
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Meine Meinung

Der Abschlussband der Großstadt-Oasen Trilogie »Arthur ist gefährlich« war für mich am spannensten zu lesen. Nachdem man im zweiten Band die sechs Chronisten besser kennen lernte und diese ...

Meine Meinung

Der Abschlussband der Großstadt-Oasen Trilogie »Arthur ist gefährlich« war für mich am spannensten zu lesen. Nachdem man im zweiten Band die sechs Chronisten besser kennen lernte und diese mir ans Herz gewachsen waren, spannt Ralf Plenz in diesem Abschlussband einen spannenden Bogen auf einer weiteren Ebene. Dazu wird zwar auf Handlungsstränge aus dem zweiten Band zurückgeriffen, diese aber in einem anderen Licht beleuchet.

Die »Isokratiker« haben mit Problemen psychischer Natur zu kämpfen die sich z. B. in Alkoholmissbrauch auswirken. Unabhängig voneinander suchen sie Hilfe bei Therapeuten, denn in ihrer besonderen Freundesclique gilt nach wie vor die Regelung über keinerlei private Angelegenheiten zu sprechen was Beziehungen und natürlich auch Gesundheitsprobleme mit einschließt.

Durch die Perspektive der behandelnden Psychologin eröffnet sich in diesem Abschlussband ein zusätzlicher Blickwinkel auf das Jahr 1984, welche Erfolge und Niederlagen die »Isokratiker« zu verzeichnen hatten, welche Auswirkungen das auf sie selbst und ihr näheres Umfeld hatte und welchen Einfluss die Mystik des »geheimen« Freundschaftbundes auf aussenstehende Personen ausübt. Abschließend wird eine Brücke zur nächsten Generation, zu den der Kinder der »Isokratiker« geschlagen, die für meinen Geschmack im Verhältnis zu dem Blick auf die 80er Jahre etwas zu kurz gekommen ist.

Fazit

Eine besondere Trilogie, die eine alternative Generation zu den 80er Jahren abbildet und vor dem geistigen Auge lebendig werden lässt.

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