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Veröffentlicht am 21.03.2023

Eine beeindruckende Persönlichkeit!

Margarete Steiff - Teddybären und Kinderträume (Ikonen ihrer Zeit 7)
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Wer kennt sie nicht, die Steiff-Stofftiere? Selbst mir, die als Kind nie solch ein Bärchen besessen hat, war der Name selbstverständlich dennoch ein Begriff. Über die bemerkenswerte Frau hinter dem legendären ...

Wer kennt sie nicht, die Steiff-Stofftiere? Selbst mir, die als Kind nie solch ein Bärchen besessen hat, war der Name selbstverständlich dennoch ein Begriff. Über die bemerkenswerte Frau hinter dem legendären Unternehmen wusste ich hingegen bisher überhaupt nichts. Da ich ohnehin sehr gerne Romanbiografien lese, schien dieses Werk geradezu nach mir zu rufen.

Nach der Lektüre kann ich sagen: Ich ziehe ehrlich meinen Hut vor Margarete Steiff. Ihr unerschütterlicher Optimus und Pragmatismus machten mich sprachlos. Natürlich hat die Autorin die Story (insbesondere in puncto Romantik) ein wenig mit Fiktion angereichert, doch Fakt ist: Die junge Margarete sitzt im Rollstuhl, kann auch einen ihrer Arme kaum bewegen; ihre Eltern würden sie am liebsten durch eine Heirat absichern, ahnen allerdings, dass dies wahrscheinlich Wunschdenken bleiben wird. Für viele Menschen wäre all das Grund genug, in Selbstmitleid zu versinken. Nicht jedoch für Margarete.

Es ist kaum zu fassen, was sie - trotz ihrer gravierenden körperlichen Einschränkungen - geschafft hat. Sie akzeptiert tapfer ihr Schicksal, vertraut auf ihr Können und beweist unternehmerisches Geschick (- zu einer Zeit, in der insbesondere Letzteres für Frauen eher unüblich war), lässt sich nicht unterkriegen, bleibt stets ambitioniert und voller Tatendrang … und hört auf ihr Herz. Einfach nur beeindruckend!

Was den Schreibstil sowie den Aufbau der Handlung betrifft, muss ich ein winziges Sternchen abziehen, denn:

Trotz all meiner Sympathie und Bewunderung für Margarete und ihr Schaffen blieb eine gewisse Distanz zur weiblichen Hauptfigur bestehen.

Es las sich faktisch alles höchst interessant, stellenweise packten mich auch die Emotionen und ich musste ein paar Mal schwer schlucken, aber aufgrund diverser Zeitsprünge bzw. der Zusammenfassung bestimmter Lebensabschnitte hatte ich zwar riesengroßes Mitleid mit Margarete, kam gefühlsmäßig jedoch nicht vollkommen in der Geschichte an.

Der romantische Aspekt der erdachten Handlung wäre in meinen Augen gar nicht nötig gewesen, mich hätte z.B. viel mehr Margaretes Jugend (ihre Kindheit oder zumindest ihre Teenager-Jahre) interessiert - wir begegnen ihr immerhin, als sie bereits im Alter von Ende 20 ist.

Ein Lob für die Figurenzeichnung möchte ich dennoch aussprechen - die Nebenfiguren sind wunderbar in die Handlung eingebunden worden.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: 4 ✰ ✰ ✰ ✰

Trotz meiner obigen Kritikpunkte wird überdeutlich: Margarete Steiff war ein unglaublich feinfühliger, warmherziger Mensch und wild entschlossen, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Sehr gerne spreche ich eine Leseempfehlung für alle Fans von historischen Werken sowie von Romanbiografien aus.

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Veröffentlicht am 19.03.2023

Sehr niedliche Zeichnungen

Schlaf gut, kleiner Waschbär – ein Bilderbuch für Kinder ab 2 Jahren
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Der sechste Band der Buchreihe 'Die Abenteuer des kleinen Waschbären' ist ein entzückend illustriertes Bilderbuch für Kinder ab 2 Jahren.

Tja - was kann ich dem Klappentext, der bereits den gesamten ...

Der sechste Band der Buchreihe 'Die Abenteuer des kleinen Waschbären' ist ein entzückend illustriertes Bilderbuch für Kinder ab 2 Jahren.

Tja - was kann ich dem Klappentext, der bereits den gesamten Inhalt des Werkes wiedergibt, noch hinzufügen … ? (- Neben der Tatsache, dass die Buchseiten aus stabilem Material gefertigt sind, somit also nicht leicht einknicken = immer eine gute Voraussetzung bei Bilderbüchern … und dass die Zeichnungen, die sich farbenfroh über die Doppelseiten erstrecken, wirklich mega niedlich sind.)

Kurz überlegte ich, die Rolle der Glühwürmchen zu analysieren (- à la: 'Hilfsbereitschaft ist etwas sehr Schönes. Darf bzw. sollte man deshalb Fremden ungefiltert alles glauben und ihnen bereitwillig überallhin folgen, nur weil sie einem ihre Hilfe anbieten? Ist das nicht irgendwie auch ziemlich gefährlich? ' -), aber diesen düsteren Gedanken verwarf ich lieber ganz schnell. Nicht ausnahmslos jedes Kinderbuch muss schließlich zwingend dem Lernzweck dienen, es darf gerne auch einfach mal eine schöne Geschichte sein. Und theoretisch ist ja die Message, sich beim Spielen lieber immer rechtzeitig (= VOR Anbruch der Dunkelheit) auf den Heimweg zu machen, Lehre genug.

Die Einbindung des Glaubensaspektes gegen Ende der Geschichte - so sinnvoll ich diesen Punkt auch finde - passte für mich nicht zum Rest des Werkes. Es erweckte eher den Eindruck von 'schnell noch hinzugefügt' und hatte keinen Bezug zum vorherigen Handlungsverlauf. Wäre zuvor vielleicht Gottes Einfluss auf die Schönheit der Natur, auf die Artenvielfalt, etc. erwähnt worden, hätte der Hinweis gegen Ende in meinen Augen viel stimmiger und runder gewirkt. Schön formuliert waren die betreffenden Aussagen von Mama Waschbär natürlich dennoch:

"»[…] Das Licht ist stärker als jeder Schatten.«"

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: 4 ✰ ✰ ✰ ✰
Sehr süß! Aufgrund der großflächigen Zeichnungen und der relativ kurz gehaltenen Textpassagen ideal zum abendlichen Vorlesen geeignet.

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Veröffentlicht am 12.03.2023

Nicht mein Reihen-Liebling, aber trotzdem toll!

Die Wallflowers - Evie & Sebastian
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Ooooh, was hatte ich auf diesen Band der Wallflowers hingefiebert! Sebastian ist DER Bad Boy der damaligen Zeit (London, 1843) - charmant, aber berechnend, unwiderstehlich attraktiv, aber unberechenbar.

"Sebastian, ...

Ooooh, was hatte ich auf diesen Band der Wallflowers hingefiebert! Sebastian ist DER Bad Boy der damaligen Zeit (London, 1843) - charmant, aber berechnend, unwiderstehlich attraktiv, aber unberechenbar.

"Sebastian, Lord St. Vincent, war das komplette Gegenteil von ihrem Traumliebhaber. Er hatte nichts Liebenswürdiges, Sensibles oder auch nur im Entferntesten Jungenhaftes an sich. Er war ein Raubtier, das zweifelsohne gern mit seiner Beute spielte, bevor es sie tötete."

Und ausgerechnet ER (- nach dessen Liebeskünsten sich zahlreiche, mitunter verheiratete Frauen verzweifelt verzehren, für den sie bereitwillig ihre Ehre aufs Spiel setzen und sich ins Verderben stürzen -) und das unscheinbarste Mauerblümchen der liebenswerten Mädelsgruppe (- die verschüchterte, stotternde, sich stets im Hintergrund haltende Evie -) sollten sich ineinander verlieben? No way! Ich war gespannt wie ein Flitzebogen, ob und wie der Autorin diese Wendung gelingen würde.

Nach dem Teaser im Vorgängerband ahnte ich bereits, dass Evie weitaus tougher ist, als man ihr auf den ersten Blick zutrauen würde. Aufgrund der brutalen emotionalen (und körperlichen) Misshandlung, die sie seitens ihrer Familie erleben musste, blieb ihr kaum eine andere Wahl, als rational und bedacht nach der bestmöglichen Lösung = Fluchtmöglichkeit zu suchen.

"Sebastian begriff, dass sie keineswegs dumm war, auch wenn das Stottern viele Menschen täuschte. Sie war es gewohnt, unterschätzt, ignoriert und übersehen zu werden … und er ahnte, dass sie das wann immer möglich zu ihrem Vorteil nutzte. Das weckte seine Neugier."

Ich weiß nicht, warum - aber irgendwie fiel es mir bei diesem Band schwerer, in die Geschichte bzw. in das bisherige Hach-ist-das-schön-Feeling hineinzufinden. Der Einstieg catchte mich einfach nicht so recht - und das, obwohl ich beide Figuren total mochte UND natürlich wissen wollte, wie ihre Annäherung aussehen würde.

"Sie wirkte kaum älter als zwanzig, ihr Teint war frisch, und ihre Augen strahlten die Art von Unschuld aus, die ihn stets mit Verachtung erfüllte. Sebastian hatte Unschuld noch nie geschätzt oder gar bewundert."

Sebastian, der Evie immer bewusst ignoriert hatte, weil sie das krasse Gegenteil von dem Frauentyp verkörpert, den er normalerweise anziehend findet, wirft einen einzigen genaueren Blick auf sie und: Ta-daaa! Plötzlich erkennt er ihre Attraktivität und will mit ihr schlafen. Ich verstehe, dass es für den weiteren Storyverlauf nötig gewesen sein mag, früh die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen, doch diese Instant Attraction überzeugte mich anfangs nicht bzw. da diese Verbindung mich nicht erreichte, fiel mir das Mitfiebern schwer. Zum Glück legte sich das im Laufe der nächsten paar Kapitel schnell, sodass ich mich endlich vollends auf die Geschichte einlassen und mit dem ungleichen Pärchen per Kutsche zur Spontan-Hochzeit nach Gretna Green tuckern konnte.

Evie macht sich keinerlei Illusionen hinsichtlich des Mannes, "[…] der mit seiner goldenen Schönheit, den kalten eisblauen Augen und einem Mund, der für Küsse und Lügen gemacht zu sein schien, mehr als nur ein wenig einschüchternd wirkte. Er sah aus wie ein gefallener Engel, ausgestattet mit all der gefährlichen, männlichen Schönheit, die Luzifer sich ausdenken konnte. […] Natürlich würde St. Vincent ein schrecklicher Ehemann sein." Eine Liebesheirat wird es folglich nicht werden - eigentlich Grund genug für ein wenig Frust und Verdrossenheit. Allerdings gibt es gleich vier (!) Dinge, die Evie noch schwerer auf der Seele lasten. Ich betone: Vier Dinge, die für sie SCHLIMMER sind als die Aussicht auf ein Leben in einer lieblosen Ehe. Whaaat?!

1.) Ihr Vater liegt im Sterben. Okay, das ist wirklich ein gewaltiger Schicksalsschlag. Sie hatte ihn seit Ewigkeiten nicht besuchen dürfen und nun rennt ihr die Zeit davon.

2.) Ihre Sippschaft will sie zu einer Ehe mit ihrem widerlichen Cousin zwingen (Igitt! - Wenn schon unglücklich verheiratet, dann wenigstens mit einem Mann, den sie sich selbst ausgesucht hat, thank you very much.), um

3.) ihr Vermögen zu ergaunern (Frechheit! Geht’s noch?!),

… und last, but not least:

4.) Ihre Scheinehe mit Sebastian wird zwar all ihre Sorgen bezüglich der Punkte 2-3 lösen und ihr zudem ermöglichen, ihren Vater noch einmal sehen zu können, doch höchstwahrscheinlich wird dieser sonderbare Deal auch das einzig Wertvolle in Evangelines Leben zerstören: ihre Freundschaft mit den anderen Mauerblümchen. "Es gab keine Möglichkeit, dass Annabelle, Daisy oder Lillian – insbesondere Lillian – mit Evie befreundet bleiben würden, wenn sie erst einmal St. Vincent geheiratet hatte." Und niemand könnte es den Mädels verübeln; seriously, sie hätten tatsächlich jedes Recht der Welt, sich von Evangeline abzuwenden. Sebastian bringt es auf den Punkt: »[…] Muss ich Sie daran erinnern, dass ich letzte Woche versucht habe, eine Ihrer Freundinnen zu entführen und zu vergewaltigen?« Tja … da müssten die Mauerblümchen schon sehr, seeeehr verständnisvoll sein, um diese Verbindung zu tolerieren.

Keine rosigen Aussichten also für Evie. Hinzu kommt die Problematik um den schlecht laufenden Spielclub ihres Vaters. (Ganz recht, ihrem Vater gehört ein berüchtigtes Casino: "Das Jenner’s war ein Ort, an dem Londoner Gentlemen Glücksspiele, gutes Essen, starke Getränke und billige Huren genossen. Es herrschte eine extravagante Atmosphäre mit einem angenehmen Hauch von Schäbigkeit.")

Und dann wäre da noch ihre gewaltbereite Verwandtschaft, die gerade Gift und Galle spuckt.

Ganz schön viel Drama, oder? Find ich auch. Mir war das Drumherum dieses Mal einen Hauch zu viel, lenkte mich von der eigentlichen Love Story ab. ABER: Dennoch hatte ich unheimlich viel Freude mit der Lektüre!

Der Schreibstil war - bis auf die kleinen Startschwierigkeiten in den ersten Kapiteln - top: bildreich, detailliert, an den richtigen Stellen humorvoll und voller herrlicher Wortgefechte. Spicy Scenes gibt es auch wieder einige, inklusive etwas … joah, derberer Wortwahl. Hat mich persönlich nicht gestört, denn ich wusste ja im Vorfeld, dass mich hier heiße Szenen erwarten würden. Weiterhin gefiel mir, dass die Freundschaft der Mauerblümchen nicht zu kurz kam.

Nun bin ich super neugierig auf Daisys Geschichte, die in wenigen Tagen erscheinen wird, der Klappentext klingt sooo verheißungsvoll!

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: 4 ✰ ✰ ✰ ✰
Eine spannende Regency-Romance und ein absolutes Muss für alle Fans der Wallflowers (und des Genres). Wichtig: Es handelt sich um den dritten Band einer Reihe. Auch wenn ich selbst ständig quer in Buchreihen einsteige: Hier empfiehlt es sich wirklich, zunächst die vorherigen Werke zu lesen. (Do it! Es lohnt sich!)

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Veröffentlicht am 11.03.2023

Tolles Finale!

Gewitterleuchten
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Der Finalband von Anya Omahs Sturm-Trilogie hat mir ausgesprochen gut gefallen, sogar noch besser als "Nebelschimmer".

Es ist eine eher ruhige Enemies-to-Lovers-Geschichte, in der die Ereignisse von der ...

Der Finalband von Anya Omahs Sturm-Trilogie hat mir ausgesprochen gut gefallen, sogar noch besser als "Nebelschimmer".

Es ist eine eher ruhige Enemies-to-Lovers-Geschichte, in der die Ereignisse von der Anzahl her zwar überschaubar, dafür aber wunderbar packend und mit unheimlich viel Gefühl beschrieben worden sind. Insbesondere Leos Briefe an ihren verstorbenen Papa fand ich bewegend, diese Passagen trafen mich mitten ins Herz. Auch all die Szenen, in denen die Mädelsfreundschaft zwischen ihr, Calla und Lissa im Fokus stand, überzeugten mich hier mehr als in Band 2, wirkten runder, authentischer, eben wie Momente aus dem realen Leben.

Erzählt wird abwechselnd aus Sicht der beiden Hauptfiguren, wobei ich überrascht war, wie gut ich mich Leona hineinversetzen konnte, denn im Grunde haben die tough wirkende junge Frau und ich auf den ersten Blick wenig gemeinsam: Ich mag Gewitter, sie nicht. Sie kann backen, ich nicht. Sie liebt es, an Auto herumzuschrauben und kennt sich - nicht nur aufgrund ihres Studiums - hervorragend mit Fahrzeugen aus, während ich hingegen maximal die Automarke eines Wagens benennen könnte … wenn das Logo unübersehbar ist, hehe. (Wenn mich jemand fragen würde: 'Hey, welches Auto fährt Person XY?', würde meine Antwort wahrscheinlich lauten 'Ein rotes/schwarzes/großes/kleines/…' - you get the picture. Und wenn es um Menschen geht, die sich über ihre Autos definieren, halte ich es ohnehin wie Shania Twain: "Okay, so you've got a car || That don't impress me much".)

Aarons Beweggründe für sein Verhalten (als Kind) leuchteten mir total ein und tatsächlich tat es mir richtig leid, von seiner Vergangenheit zu lesen - auch wenn Leo selbst keine direkte Schuld traf, muss die Situation ziemlich hart für ihn gewesen sein. Irgendwie ging dieser Aspekt recht schnell unter, kaum dass er mal erwähnt worden war, was ich ein bisschen schade fand. Das große Geheimnis bzw. die Auflösung des Dramas hätte ebenfalls gerne noch einen Tick intensiver und ausführlicher ausfallen können. Apropos 'Auflösung' - das WG-Ende … schnüff! Bittersweet, aber sehr stimmig.

Ein großes Lob möchte ich noch für die Settingwahl (Lüneburg) sowie für die traumhaft schöne Gestaltung des Werkes aussprechen. Das Cover ist so ein Hingucker, erst recht in Kombination mit dem Farbschnitt. Einfach WOW!

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: 4 ✰ ✰ ✰ ✰
Ein gelungener Reihenabschluss, in welchem nicht ausschließlich die Love Story im Vordergrund steht, sondern auch ernste Themen aufgegriffen werden. Überhaupt hat Anya Omah mit dieser Trilogie eine anspruchsvolle New-Adult-Reihe geschaffen, die ich allen Fans von New-Adult-Romanen wärmstens ans Herz lege.

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Veröffentlicht am 21.02.2023

Würdiger Abschluss

Like Shadows We Hide
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Puh, wer mich kennt, weiß: Nur wenige Dinge regen mich so sehr auf wie Ungerechtigkeit. Da könnte ich aus der Haut fahren! … sowohl im realen Leben als auch bei Geschichten, in denen Charakteren Übles ...

Puh, wer mich kennt, weiß: Nur wenige Dinge regen mich so sehr auf wie Ungerechtigkeit. Da könnte ich aus der Haut fahren! … sowohl im realen Leben als auch bei Geschichten, in denen Charakteren Übles widerfährt (und es für die 'Bösewichte' keine bzw. in meinen Augen zu geringe Konsequenzen gibt).

Was die beiden Hauptfiguren betrifft: Harper und Everett haben in der Vergangenheit so einiges mitmachen müssen. Um es nett auszudrücken: Holy Shit. Im Nachhinein wundere ich mich nicht im Geringsten über Harpers anfänglich unterkühlt wirkende Art. Sie durchläuft eine bemerkenswerte Veränderung und ihre Stärke kann man nur bewundern. Everett mochte ich sogar noch mehr, ihn muss man einfach lieben.

Herrscht zwischen ihnen eine besondere Anziehungskraft: ja. Ging mir die romantische Annäherung teilweise etwas zu schnell: ja. Dennoch: Hauptsache, glaubwürdig - und hier legt die Autorin echt eine Punktlandung hin.

Was mir außerdem gut gefallen hat:

Die kleine Alaska ist einfach entzückend!

Das Thema Eiskunstlauf ist in angemessenem Maße präsent.

Den einzigartigen Schreibstil der Autorin empfand ich als noch angenehmer (im Vergleich zu den Vorgängern). Er war feinfühlig, triefte dieses Mal jedoch nicht vor Poesie. Nicht falsch verstehen - Dade versteht es durchaus, dieses besondere Stilmittel gekonnt zu nutzen, sie hat enormes Schreibtalent. Allerdings waren mir all die blumigen Formulierungen, überbordenden Beschreibungen und gedanklichen Ausschweifungen in den letzten Bänden - rein von der Anzahl her - stets einen Hauch too much gewesen. (Beziehungsweise: Sie passten meiner Meinung nach nicht ideal zu den teilweise recht heftigen, aufwühlenden Hintergrundstories der Figuren; ich glaube, in einem Roman ohne viel Drama hätten sie ganz anders, intensiver, bereichernder gewirkt, dort wären sie quasi die Kirsche auf dem Sahnehäubchen gewesen.) Aber im Finale der Reihe passte die poetische 'Dosis' prima.

Das Cover … come on! Spontan fällt mir keine andere Buchreihe ein, deren Cover mit der Aufmachung der Winter-Dreams-Werke mithalten könnte. Wun-der-schön!!

Einziger Wermutstropfen: Müssen denn in jedem Band der Reihe zwingend dermaßen düstere Elemente vorkommen? Ich verstehe den Gedanken, dass die Stories tiefgründig wirken sollen. Dass sie sich von anderen New-Adult-Werken abheben sollen. Alles fein. Doch hin und wieder hätte die Tragik auch etwas runtergefahren werden können, finde ich. Auch im finalen Band schwingt für meinen Geschmack etwas zu viel Negativität mit, zumal das Drama gegen Ende recht überladen (und zack, zack abgehandelt) rüberkam. Achtung: Unbedingt die Triggerwarnung beachten!

Nichtsdestotrotz: Es war toll, noch ein letztes Mal nach Aspen reisen zu können und die Eislauf-Clique wiederzusehen.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: 4 ✰ ✰ ✰ ✰

Der würdige Abschluss einer außergewöhnlichen NA-Reihe, der sicher viele Leser:innen dieses Genres begeistern und Winter-Dreams-Fans auf eine Fortsetzung hoffen lassen wird.

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