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Veröffentlicht am 07.12.2022

Pandemie!

Dann bleiben wir eben zu Hause! (Die Online-Omi 13)
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Auch Renate Bergmann, die Online-Oma, ist nicht sicher vor der Pandemie. Wie fast alle Menschen zieht sie sich zurück und lässt die Nachbarskinder einkaufen.

Kaffeetrinken im Rentnerverein oder schnell ...

Auch Renate Bergmann, die Online-Oma, ist nicht sicher vor der Pandemie. Wie fast alle Menschen zieht sie sich zurück und lässt die Nachbarskinder einkaufen.

Kaffeetrinken im Rentnerverein oder schnell zu Freundin Inge auf einen Kaffeeklatsch? Liegt alles nicht mehr drin, denn man soll ja zu Hause bleiben.

Renate Bergmann vertreibt sich die Zeit damit zu backen, Traumschiff zu gucken und ihren Neffen nach Hefe zu schicken.






Wieder hat Renate jede Menge Geschichten zur Hand, die sie freigebig mit uns Lesern teilt. Das kurze Büchlein mit 76 Seiten ist in ein bis zwei Stunden gelesen und unterhält gut. In diesem Buch ist Renate viel fokussierter und schweift weniger ab. Sie hat ja normalerweise Tendenz, vom Hundertsten ins Tausendste zu kommen.

Doch wie gesagt, hier bleibt sie länger beim Thema, was ich als wohltuend empfand. Die Pandemie mit all ihren klischeehaften Aktionen der Menschen, wie das raffgierige Kaufen von Toilettenpapier und Hefe, thematisiert Renate.

Sie zeigt sich auch verletzlicher und weniger streitlustig als in anderen Büchern, die ich schon gelesen habe. Die Online Omi gehört mit ihren 82 Jahren zu der Risikogruppe. Etwas, was sie zu schockieren scheint. Schön fand ich, dass dies nicht lächerlich gemacht wird. Renate appelliert auch an die Solidarität und bittet darum zusammenzustehen, auch wenn 1.50 Meter Abstand eingehalten werden soll.

Mich hat dieser Band gut unterhalten und mit «witzig» bis zu « nachdenklich machen» hat es alles dabei. Einzig die Rezepte, die im Text eingestellt wurden, empfand ich als «Seitenfüller» und hätten weggelassen werden können.

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Veröffentlicht am 27.11.2022

Eine Pilgerreise

Die Canterbury Schwestern
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Die Mutter von Che de Milan ist gestorben und hat in einem letzten Brief ihre Tochter gebeten, ihre Asche in Canterbury zu verstreuen. Die 48 Jahre alte Che soll dazu eine Pilgerwanderung mitmachen, so ...

Die Mutter von Che de Milan ist gestorben und hat in einem letzten Brief ihre Tochter gebeten, ihre Asche in Canterbury zu verstreuen. Die 48 Jahre alte Che soll dazu eine Pilgerwanderung mitmachen, so hat es sich Diana gewünscht.

Che schliesst sich einer Gruppe Pilgerinnen an und packt kurzerhand die Asche ihrer Mutter in den Rucksack. So marschieren sie zu zehnt von London nach Canterbury. Che, die sich erst gesträubt hat, beginnt nach und nach Freude an der gemeinsamen Wanderung zu finden.

Nach fünf Tagen erreichen die Frauen Canterbury müde, aber mit vielen Lebensgeschichten der anderen im Rucksack.




Zehn Frauen …das heisst zehn verschiedene Figuren, die alle gleichgestellt an der Handlung teilnehmen. Da ich ein schlechtes Namensgedächtnis habe, hatte ich Angst, dass ich die Damen ständig durcheinanderbringe. Diese Angst war unbegründet, denn die Autorin hat es hingekriegt, dass ich immer wusste, wer denn nun wer ist.

Kurze, aber prägnante Details der Figuren wurden so eingewoben, dass in der Hinsicht nichts schiefgehen konnte. Die Frauen sind grundverschieden im Alter, der Herkunft und mit ihren Lebensgeschichten. Eine nach der anderen erzählt eine prägende Geschichte aus ihrem Leben und diese werden mit dem Namen der jeweiligen Figur zu Beginn des Kapitels betitelt. Notfalls könnte man zurückblättern, aber wie gesagt, nötig war das bei mir nicht.

Themen in den Erzählungen sind Heirat und Liebe, Alzheimer, Krebs, Scheidung und immer wieder die Männer. Letzteres steht sehr im Fokus und so manches Mal habe ich mir gedacht, dass Frau jetzt mal das Thema wechseln könnte. Immer wieder liest man auch philosophische Gedanken, die mich nachdenklich gemacht haben.

Schön war, dass Frauen durch alle Altersgruppen dabei sind. So ist Becca, die junge Studentin die Jüngste und Silvia mit ihren 73 Jahren die Älteste der Gruppe.

Man spürt regelrecht, wie die Gruppe zusammenwächst. Vertieft wird dies noch durch die kursiv geschriebenen Gedanken von Che.

« Die Canterbury Schwestern», die sich übrigens im Buch ganz anders nennen (dieser Ausdruck war wohl nicht Titel – angemessen) ist ganz klar ein Buch, in dem sich alles um das weibliche Geschlecht dreht. Männer kommen, ausser in den Erzählungen der Frauen und in der Gestalt des Chauffeurs, der das Gepäck von Herberge zu Herberge kutschiert, fast keine vor. Che’s kleines Techtelmechtel im ersten Pub und mittendrin in einer Herberge zähle ich nun mal nicht. Dann zum Schluss… aber nein, das verrate ich nicht.

Che rebelliert erst gegen die Schnapsidee ihrer verstorbenen Hippie - Mutter, fügt sich dann und entdeckt, dass diese Reise nicht nur ihre Lebenssituation überdenken lässt. Die Pilgerreise zelebriert auch den Abschied von ihrer Mutter.

Ich war überrascht, wie tiefgründig teilweise die Gespräche sind und wie gut mich die Canterbury Schwestern unterhalten haben.


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Veröffentlicht am 14.11.2022

Viele Perspektivwechsel

Ein langes Wochenende
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Es soll ein verlängertes Wochenende unter Freunden werden, zu dem Emily, Jayne und Ruth einen Tag vor ihren Ehemännern anreisen. Edie, die vor kurzem Witwe wurde, hat abgesagt. Zu früh ist es, um ohne ...

Es soll ein verlängertes Wochenende unter Freunden werden, zu dem Emily, Jayne und Ruth einen Tag vor ihren Ehemännern anreisen. Edie, die vor kurzem Witwe wurde, hat abgesagt. Zu früh ist es, um ohne ihren verstorbenen Mann am traditionellen Wochenende teilzunehmen.

Paul, Mark und Toby werden am nächsten Tag in die zum Ferienhaus umgebauten Scheune der Elliot Farm anreisen. Deshalb ist die Panik gross, als ein Brief im Ferienhaus die Frauen erwartet. Darin steht nämlich geschrieben, dass einer der Ehemänner ermordet wurde.

Keiner der Männer ist erreichbar und schon bald eskaliert die Situation in der abgelegenen Scheune.




Ich benötigte einige Zeit, bis ich all die erwähnten und an der Handlung beteiligten Figuren sortiert hatte. Da sind erst mal die Vermieter der Scheune, in der die drei Frauen das Wochenende verbringen. Dann sind die drei Frauen, die jeweils verheiratet sind und über deren Männer oft gesprochen wird. Hier musste ich öfters überlegen, welcher Mann denn nun zu wem gehört. Immer wieder werden die Lebensumstände der einzelnen Pärchen erwähnt und es wird fleissig hin und her gewechselt.

Dazu kommt noch eine Freundin, Edi, die jüngst Witwe wurde und eine Tochter hat, die jedoch an dem Wochenende nicht teilnimmt. Das alles empfand ich als komplex und hat mir den Einstieg schwer gemacht. Ich kam und kam nicht in die Geschichte rein.

Doch auch gegen Schluss des Buches wird es hektisch. Denn praktisch auf jeder Seite werden die Figuren und ihre Lebensumstände gewechselt. Klar ist, dass die Geschichte von Perspektivwechseln und Figuren, die gleichberechtigt an der Handlung teilhaben, lebt. Trotzdem habe ich diese vielen Wechsel als hektisch und oft unübersichtlich empfunden.

Je länger man liest, je mehr die Geschichte voranschreitet, je mehr Verbrechen kommen an das Tageslicht. Verbrechen, die die Clique betreffen, aber auch einzelne Figuren. Im Mittelpunkt steht nämlich die «Gang», wie sie genannt wird, die sich seit der Schulzeit kennt und deren Frauen nun eine Zweckgemeinschaft durch die Freundschaft ihrer Männer bilden müssen.

Da ist Ruth, die als junge Mutter schwer an der Verantwortung für Baby Alfie, trägt. Ihre Flucht in den Alkohol wird eindrücklich beschrieben. Die Zweite im Bunde ist Jayne, die sich trotz wenig Selbstbewusstsein einen der attraktivsten Männer geangelt hat. Schlussendlich ist am Wochenende auch noch Emily dabei, die sehr viel jünger als die anderen Frauen und Ehemann Paul ist. Was sie unweigerlich in die Rolle des fünften Wagenrads drängt. Die zwischenmenschlichen Belange zwischen den drei Frauen empfand ich, gerade beim Einstieg in die Story, als zu viel Platz einnehmend.

Spannend empfand ich die immer wieder eingeschobenen Passagen, die in Ich Perspektive erzählt werden und deren Identität lange im Dunkeln bleibt. Diese Figur hat mich zum Rätseln animiert und meine Neugier angekurbelt. Denn sehr schnell wird klar, dass sie Böses vorhat.

Das ist das vierte Buch, das ich von der Autorin lese. Wieder hat mich der klare und schnörkellose Schreibstil überzeugt. Allerdings muss ich hier als Kritik anbringen, dass mir die Einführung der Figuren, sowie die Perspektivwechsel zu wenig strukturiert waren.

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Veröffentlicht am 07.11.2022

Konstruiert!

Mimik
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Hannah Herbst lebt mit Mann Richard, Sohn Paul und Stieftochter Kyra in Berlin und hat eine seltene Gabe. Sie kann in der Mimik ihrer Mitmenschen Gefühle, Aengste, aber auch Unsicherheiten lesen. Immer ...

Hannah Herbst lebt mit Mann Richard, Sohn Paul und Stieftochter Kyra in Berlin und hat eine seltene Gabe. Sie kann in der Mimik ihrer Mitmenschen Gefühle, Aengste, aber auch Unsicherheiten lesen. Immer wieder mal wird sie bei der Polizeiarbeit eingesetzt, denn sie kann sofort bestimmen, ob ein Täter lügt oder die Wahrheit sagt. Zusammen mit Fadil Matar von der Mordkommission und ihrer besten Freundin Telda Sahms, die in der Rechtsmedizin arbeitet, konnte sie schon manchen Täter überführen.

Als Hannah von einem Serientäter, der als "der Chirurg" bekannt ist, entführt wird, legt dieser ihr ein Video vor. Darin gesteht eine Frau den Mord an ihrer Familie. Hannah ist entsetzt, denn die Frau in dem Video ist sie selbst.



Das in Titel und Klappentext erwähnte Thema hat mich schon länger fasziniert. Mittlerweile gibt es ja auch Seminare, in denen man diese Kunst erlernen kann. Mimikresonanz, darüber habe ich schon gelesen und deshalb habe ich mich sehr gefreut, dieses spannende Thema in einer Handlung eingeflochten zu erleben. Leider wird jedoch Mimikresonanz nur sehr spärlich erwähnt und abgesehen von zwei, drei Passagen aussen vor gelassen. Ich hatte mir definitiv mehr erhofft und gewünscht. Ausser in ihrer Kindheit, als entdeckt wird, dass Hannah eine ...sagen wir ...Begabung dafür hat und in der Gegenwart, als sie versucht herauszufinden, was geschehen ist, gibt es wenig Berührungspunkte zwischen der Handlung und dem Thema.

Sebastian Fitzek hat ohne Frage wieder einen aussergewöhnlichen Thriller mit einem raffinierten Plot konstruiert. Ja, genau: konstruiert! Fitzek ist Fitzek und eine konstruierte Handlung gehört bei ihm wohl einfach dazu. Damit muss man als Leser rechnen. Oft werden den Figuren Dinge angedichtet, damit die Handlung aufgeht. So ist Fadils Frau krank und man findet Parallelen zu der Tat, die auch Hannah vorgeworfen wird.

Die Geschichte ist nicht chronologisch geordnet und springt zeitlich öfters hin und her. Oft empfand ich die Geschichte durch diese Zeitwechsel, zu denen auch noch Perspektivwechsel kommen, wirr. Immer wieder musste ich mich orientieren, wo genau der Autor nun mit der Handlung anknüpft.

Sehr schnell habe ich mich, genau wie die Protagonistin Hannah Herbst, gefragt, ob sie wirklich ihre ganze Familie umgebracht hat. Diese Frage hat mich durch das Buch getragen.

Etwas seltsam mutete die Zusammenarbeit zwischen Hannah und dem verurteilten und geflüchteten Serienmörder an. Auch hier hat Fitzek arg tief in die Kiste der konstruierten Handlung gegriffen. Natürlich gerät ausgerechnet Hannah an den Serientäter und zieht mit ihm los. Dann ist da noch ihre Freundin, die natürlich auch noch involviert sein musste und und und. Was nicht passt, wird passend gemacht. Der Autor hat so viele Gegebenheiten, Eigenarten und Zufälligkeiten den Figuren angedichtet, dass ich irgendwann gedacht habe, dass es nun genug sei. Gleich mehrere Figuren sind psychisch gestört. Hannah leidet nicht nur nach jeder Narkose unter langanhaltendem Gedächtnisverlust und ihr Leben lang unter Spektrophobie. Sie ist auch seit einem Erlebnis in der Kindheit tief traumatisiert und hat einen Vater, der als Psychiater arbeitet. Das neben der Sache mit der Mimikresonanz.

Für die Charakterisierung seiner Figuren hat der Autor ohne Zweifel ein gutes Gespür und sie überzeugen. Wie oben schon erwähnt, hätte ich mir gewünscht, dass Hannah vermehrt ihre aussergewöhnliche Wahrnehmung einsetzt und Gefühle in den Gesichtern liest.

Normalerweise sind die Thriller von Sebastian Fitzek auch bekannt für seine aussergewöhnlichen Cover. Mimik sticht da heraus, das Cover wirkt blass und fade.

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Veröffentlicht am 06.11.2022

Unvorhersehbar!

Die Wunschliste
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June ist voller Schuldgefühle, denn Marissa, eine entfernte Bekannte, stirbt durch ihre Schuld.

Als June eine Wunschliste von der Toten findet, beschliesst sie, die darauf notierten Punkte an Marissas ...

June ist voller Schuldgefühle, denn Marissa, eine entfernte Bekannte, stirbt durch ihre Schuld.

Als June eine Wunschliste von der Toten findet, beschliesst sie, die darauf notierten Punkte an Marissas Stelle zu erfüllen. Einige Punkte scheinen einfach, wie «küsse einen wildfremden Mann».

Die Liste enthält jedoch auch knifflige Aufgaben. So zum Beispiel «verändere das Leben eines anderen» oder «meinem Bruder zeigen, wie dankbar ich ihm bin».






Die Idee einer Liste, die von einer Figur abgearbeitet muss, ist ja in Büchern nicht unbedingt neu. Neu, oder jedenfalls von mir noch nie so gelesen, ist, dass eine Figur die Liste einer anderen Person abarbeitet. Zu Beginn hatte ich oft das Gefühl der Holprigkeit in der Handlung. Es schien so, als ob die einzelnen Punkte auf der Liste wie in Kurzgeschichten aneinandergereiht wurden. Verbindung war dabei jedoch immer June. Erst gegen Mitte des Buches wurde die Handlung flüssiger.

Die Aufgaben, die June an Marissas Stelle erledigen möchte, sind sehr vielfältig. Von einfach, über schwierig zu erfüllen, findet man einiges. Einige Aufgaben sind ganz schön kniffelig und bescheren June schöne, aber auch traurige Erlebnisse. Diese Geschichte ist keinesfalls nur eine Friede Freue Eierkuchen Story, sondern enthält auch tiefgründige Passagen.

Einige Abenteuer, die June durch diese Aufgaben auf der Wunschliste erlebt, hätten kürzer ausfallen dürfen. Dafür hätte die Autorin der Liebesgeschichte, die entsteht, mehr Raum geben können. Denn die wurde doch etwas rasch abgehandelt, nachdem der betreffende Mann immer mal wieder aufgetaucht ist während Junes Anstrengungen rund um die Wunschliste.

Gefallen hat mir, dass man lange Zeit nicht sicher ist, wer denn schlussendlich Junes Herz erobert. Es gibt da mehr als eine Möglichkeit und die Liebesgeschichte wird da unvorhersehbar.

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