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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2019

Ein toller Serienstart mit traumhaftem Setting

Sturmtochter, Band 1: Für immer verboten (Dramatische Romantasy mit Elemente-Magie von SPIEGEL-Bestsellerautorin Bianca Iosivoni)
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Sturmtochter - Für immer verboten ist der Auftakt einer Jugend - Fantasy Trilogie. Die erfolgreiche Autorin Bianca Iosivoni hat dazu ein traumhaftes Setting an den stürmischen Küsten Schottlands gewählt, ...

Sturmtochter - Für immer verboten ist der Auftakt einer Jugend - Fantasy Trilogie. Die erfolgreiche Autorin Bianca Iosivoni hat dazu ein traumhaftes Setting an den stürmischen Küsten Schottlands gewählt, was für mich nicht passender sein könnte, denn in der Geschichte geht es um fünf mächtige Clans, die mit ihren Gaben die Elemente beeinflussen können.


Die 17-jährige Ava ist eine beeindruckende junge Frau, die angetrieben aus ihrer Vergangenheit, nachts auf die Jagt geht.Sie jagt Elementare, was Wesen sind, die die Bewohner der schottischen Inseln bedrohen.Durch sie hat Ava vor vielen Jahren ihre Mutter verloren.Mit an ihrer Seite kämpft der attraktive und furchtlose Lance.Ihm kann Ava blind vertrauen.
Doch eines Tages geschieht etwas Unglaubliches.Ava entdeckt , dass sie die Kräfte des Wasser beherrschen kann und damit beginnt für sie eine neue Welt.Sie weiß nun, dass die fünf Clans mit ihren dazugehörigen Kräften existieren.

Eine tolle Geschichte mit Ava als sehr sympathische Protagonistin.Eine junge Frau, die sich furchtlos und kampfbereit allem stellt, was ihr gefährlich entgegen kommt.Auch die Nebenpersonen sind toll gewählt.Lance als Vertauter, aber dennoch mit so vielen Geheimnissen.Und Reid, der eher unsympathische Retter, einfach super interessant. Ein faszinierendes Spiel, was die Autorin mit uns Lesern spielt.Durch den von Bianca Iosivonis gewohnt tollen Schreibstil flog ich beim Lesen nur so durch die Seiten. Man möchte gerne alles auf einmal erfahren und muss sich aber natürlich mit kleinen Häppchen und einem super spannenden Aufbau der Geschichte abfinden.
Weder die Fantasy-Elemente noch der Gefühlsfaktor kommen in dieser Geschichte zu kurz.

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung für Sturmtochter 1 und ich freue mich schon sehr, bald die Fortsetzung zu lesen.

Veröffentlicht am 27.03.2019

Eine Geschichte, die den Glauben an das Gute im Menschen stärkt

Der Wal und das Ende der Welt
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St. Piran ist ein kleines verschlafenes Fischerdörfchen in Cornwall. Dort scheint die Hektik und der normale Alltagswahnsinn zu pausieren. Hier ist das aufregenste was passiert, eher das, was die gerade ...

St. Piran ist ein kleines verschlafenes Fischerdörfchen in Cornwall. Dort scheint die Hektik und der normale Alltagswahnsinn zu pausieren. Hier ist das aufregenste was passiert, eher das, was die gerade einmal 300 Menschen in ihren Erzählungen aus dem normalen Tagesablauf machen.
Doch an einem Morgen wird ein nackter Mann am Strand gefunden. Die hilfsbereiten Bewohner kümmern sich um ihn, ohne irgendwelches Zögern und irgendwelche Vorbehalte.
Unmittelbar nach der Rettung von Joe Haak strandet ein Finnwal. Aus einem Impuls heraus mobilisiert Joe alle Bewohner des Fischerdorfes um diesen Wal zu retten.
Dies ist der Anfang einer Geschichte, die von großer Menschlichkeit erzählt.Joe lebt eigentlich in London und ist dort beruflich an der Entwicklung von Computerprogrammen beteiligt, die der Firma, in der er beschäftigt ist, großen Gewinn bringen bringen soll. Doch das er in St.Piran strandet, gleicht eher einer Flucht, als einem Erholungs-Trip, denn er hat unglaubliches in Gang gesetzt.

Der angesehene Autor John Ironmonger hat mit seiner Erzählung von Joe und den Bewohnern des Fischerdörfchens mein Herz berührt.
Zwischendurch war mir, als wären all diese Menschen meine eigenen liebgewonnenen Nachbarn. Als würde ich selbst zu dieser starken Gemeinschaft gehören.
In der heutigen hektischen und computergesteuerten Welt schlummert doch immer im Hinterkopf, was alles Schreckliches passieren könnte, wenn dieses Netz und die Versorgung einmal zusammenbricht.
Was würde dies aus uns zivilisierten Menschen machen?

Wundervoll einfühlsam erzählt uns John Ironmonger die Geschichte von Joe Haak, einem Wal und einer starken Gemeinschaft, die viel Hoffnung und den Glauben an allem Guten auf der Welt hinterlässt.
Ein ganz großartiges Buch, welches ich absolut empfehlen kann.

Veröffentlicht am 02.03.2019

Ein Meisterwerk des Grauens

1793
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Auf 490 Seiten hat der schwedische Journalist Niklas Natt och Dag ein Meisterwerk erschaffen, was sich mit keinem anderen vergleichen lässt. Zu Recht sind ihm mit seinem historischen Thriller ...

Auf 490 Seiten hat der schwedische Journalist Niklas Natt och Dag ein Meisterwerk erschaffen, was sich mit keinem anderen vergleichen lässt. Zu Recht sind ihm mit seinem historischen Thriller "1793" viele Auszeichnungen zuteil geworden. Unter diesen ist auch der Schwedische Krimipreis für das beste Spannungsdebüt.

Man sollte sich von den schönen gold-glänzenden Farben auf schwarzem Grund, die dieses tolle Cover zeigt, nicht täuschen lassen. Denn die Geschichte ist alles andere als glänzend.
Sie ist grausam, schmutzig und total genial.

Man schreibt das Jahr 1793 in Stockholm. Die Befölkerung ist zu großen Teilen sehr arm und ihr Alltag wird vom Kampf ums tägliche Überleben in
dieser glanzlosen Stadt geprägt.
Eines frühen Morgens finden zwei Straßenkinder am Ufersaum des Fatburens die Überreste eines menschlichen Körpers. Diesen zu bergen holen sie den einarmigen Trunkenbold und Häscher Jean Michael Cardell aus einem Wirtshaus.
Cardell, auch Mickel genannt, macht sich noch vom Schnaps berauscht, mürrisch auf den Weg. Cardell hat bei seinem Einsatz im Krieg schon viel zu Gesicht bekommen, jedoch überschreitet dieser Fund auch seine schlimmsten Vorstellungen.Es ist klar, dass bei diesem nach Kloake stinkendem Bündel die Stadtwache informiert werden muss und die schwedische Polizei zum Einsatz kommt.
Es gibt einen Mann im Land, der gerade mit solch außergewöhnlichen Mordfällen häufig beauftragt wurde. Sein Name ist Cecil Winge. Der Jurist Winge ist ein ganz besonders schlauer Kopf, der sich etliche male bewiesen hat, wenn es um die Aufklärung ganz besonders prikärer Fälle ging.So ist er der Auserwählte für diesen Mordfall.
Jedoch läuft ihm in vielerlei Hinsicht die Zeit davon.Zum einen plagt ihn eine schlimme Krankheit. Er leidet an der Schwindsucht, die mitlerweile ein Stadium bei ihm erreicht hat, dass ihm beinahe alle Lebenskräfte fehlen.
Zum anderen wackelt der Stuhl seines Auftraggebers in der Behörde erheblich, so das Winge kaum Zeit bleibt die Identität des Toten, so wie die Umstände des Mordes aufzuklären.
So kommt es, dass Cecil sich die Hilfe des traumatisierten Veteranen Jean Michael Cardell erkauft.Es entsteht ein ganz besonders raffiniertes Ermittlungs-Team.

Aufgeteilt ist die Geschichte in 4 Teile, den Jahreszeiten des Jahres 1793 in Stockholm. Sie beginnt mit dem Herbst und springt für die Aufklärung des Mordes in die passende Zeit.
Der Schreibstil des Autors ist besonders anspruchsvoll und gerade die ersten 100 Seiten waren für mich alles andere als leicht zu lesen. Schwedische Namen von Orten, Gewässern oder Personen sind mir nicht so geläufig, so das sie zu dem historischen Schreibstil den Lesefluss einige male stocken ließen.Nach geraumer Zeit hatte ich mich daran gewöhnt und ich konnte kaum genug von der Geschichte bekommen.Sehr hilfreich habe ich auch die Stadtkarte am Anfang des Buches empfunden, zu der ich so etliche male zurückgeblättert habe.

Wer denkt, dass "1793" einfach nur ein Schweden-Krimi aus dem 18.Jahrhundert ist, der sollte sich nicht täuschen lassen.Besser würde die Bezeichnung Historischer-Thriller es auf den Punkt bringen. Denn diese Geschichte lässt nichts an Spannung und Grausamkeiten aus.Die Ekelgrenze in den Beschreibungen der Details ist sehr hoch angesetzt, so das man als Leser in einen Sog aus Gestank und Grauen gerät, dem man sich kaum entziehen kann.

Die Aufklärung des Falls ist ein Meisterwerk an Detektivarbeit mit der Genialität eines Traum-Ermittlerduos. Alles passte logisch zusammen und ergib abschließend das großartige Finale.

Ich bin absolut begeistert von "1793" , welches für Niklas Natt och Dag nur schwerlich zu wiederholen oder gar zu toppen ist.Ein einzigartiges Buch, mit ausgesprochem hohem Niveau an Recherche und Ausarbeitung. Eine Verfilmung dieser Geschichte würde ich mir wirklich sehr wünschen.
Eine absolute Leseempfehlung von mir für dieses Meisterwerk des Grauens und der Genialität an Ermittlungsarbeit.

Veröffentlicht am 10.02.2019

Ganz großes Kino

Liebes Kind
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Auf über 420 Seiten hat es Romy Hausmann geschafft, mich in ihrem Thriller-Debüt in eine Welt des Grauen zu entführen, aus der ich beinahe nicht mehr hinausgefunden habe. Ein Buch wie ein Film. So anschaulich, ...

Auf über 420 Seiten hat es Romy Hausmann geschafft, mich in ihrem Thriller-Debüt in eine Welt des Grauen zu entführen, aus der ich beinahe nicht mehr hinausgefunden habe. Ein Buch wie ein Film. So anschaulich, perplex und unbegreiflich erschreckend.

Die junge Studentin Lena wird Opfer einer Entführung.Ihr Peiniger hält sie über 14 Jahre gefangen in einer Hütte im Wald.Dort muss sie ihm Kinder gebären und ein Leben als sittsame und unterwürfige Frau und Mutter mit ihm führen.
Das Leben in dieser Hütte besteht für Lena und ihren Kindern aus zeitlich punktgenauen Regeln und Abläufen. Werden diese nicht eingehalten, folgt eine Bestrafung. Tageslicht gibt es für die Drei nicht und frischen Sauerstoff erhalten Sie über einen Luftzirkulationsapparat.
Dann kommt der Tag, an dem Lena die Flucht gelingt.

Die Geschichte ist aus den unterschiedlichen Perspektiven der einzelnen Personen geschrieben.In den Anfängen erfährt man so vieles über die Tochter Hannah, die eine völlig weltfremde Ansicht vom Leben hat. Das 13-jährige Mädchen ist ziemlich intelligent, jedoch ist es ihre anerzogene Art von der Richtigkeit der Abläufe in der Hütte, die einen an die Grenze des Fassbaren führen.
Ein sehr interessanter Charakter ist auch Lenas Vater, der über all die Jahre nicht aufgehört hat nach seiner Tochter zu suchen. Auch er hat eine schon beinahe kranke Art, seinen Weg auf der Suche nach seiner Tochter zu gehen und durchzusetzen.
Jeder Abschnitt endet so spannend, dass man meint es nicht auszuhalten zu können, bei dieser Person weiterzulesen und mehr zu erfahren.

Durchweg wird der Leser von "Liebes Kind" mit Häppchen von Informationen gefüttert, die allerdings lange Zeit kein Bild ergeben wollen.Man rätselt stellt sich Fragen und überlegt, wie manches sein kann. Jedoch liegt das eigentliche Ergebnis weit vom eigenen Vorstellungsbereich. Mit unvergleichlicher Raffinesse führt einen die Autorin zu einem genialen Abschluss.

Mein Fazit:
Mich wundert es nicht, dass die Filmrechte bereits optioniert wurden, denn dieses Buch ist ganz großes Kino. Für mich ist "Liebes Kind" einer der besten und raffiniertesten Thriller, die ich seit langem gelesen habe.
Romy Hausmann gesellt sich mit diesem Debüt direkt an die Spitze der Thriller-Autoren.
Bitte mehr davon!

Veröffentlicht am 31.12.2018

Dieses Buch trifft mitten ins Herz

Die Schneeschwester
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Schon wenn man dieses Buch in den Händen hält, kommt es einem vor, als hielte man Weihnachten pur feste. Das Cover schillert und glänzt in sattem rot, ist mit funkelndem Glitzer überzogen und der Mittelpunkt ...

Schon wenn man dieses Buch in den Händen hält, kommt es einem vor, als hielte man Weihnachten pur feste. Das Cover schillert und glänzt in sattem rot, ist mit funkelndem Glitzer überzogen und der Mittelpunkt bildet ein gerahmtes Foto zweier glücklicher Kinder. Einfach traumhaft schön.

Maja Lunde ist schon seit langem eine bekannte Autorin im Kinder und Jugendbuchbereich.Doch mit ihrem Start des Klima-Quartetts "Die Geschichte der Bienen" kam in über 30 Ländern der Riesendurchbruch. Nun durfte ich mit "Die Schneeschwester" wieder ein grandioses Meisterwerk von ihr lesen, was mit keinem Buch vergleichbar ist.
24 Kapitel begleiten durch die Adventszeit und sie sind so tief emotional, wie kaum eine andere Weihnachtsgeschichte.

Der 9-jährige Julian ist eigentlich ein ganz normaler Junge in einer ganz normalen Familie. Er lebte glücklich, fröhlich und mit viel Liebe umhüllt mit seinen beiden Schwestern in einem tollen Elternhaus.Bis eines Tages das unfassbare geschieht.Seine große Schwester Juni stirbt und mit ihr die Fröhlichkeit und der normale Familienalltag. Es ist als wären alle in ihrer Trauer gefangen und können sich nicht mehr daraus befreien.
Doch eigentlich sehnt sich Julian nach all diesen Dingen zurück und ganz besonders in der Weihnachtszeit. Diese Befreiung scheint jeddoch schier unmöglich, bis er eines Tages Hedvig kennenlernt. Sie ist wie ein wärmender Schneesturm und verkörpert alles an Lebenslust- und Freude, wie es eigentlich nur ein Weihnachtsengel kann. Doch auch Hedvig hat ein großes Geheimnis.

Es ist schwierig in Worte zu fassen, wie tief mich diese Geschichte berührt hat.Sie ist zauberhaft schön und gleichzeitig so traurig, dass ich die Tränen beim Lesen nicht zurückhalten konnte.Ich habe dieses Buch durch die aufwendig schön und Detail verliebten Illustrationen von Lisa Aisato erlebt wie ein Kind. Bei jedem Bild musste ich innegehalten, um es genau zu betrachten.

Dieses Buch hat mich wie ein Pfeil mitten ins Herz getroffen. Ich kann ihm gar nicht genug Sterne und Leseempfehlungen geben.
Ein großes Dankeschön an Maja Lunde für diese Geschichte