Profilbild von Jiskett

Jiskett

Lesejury Star
offline

Jiskett ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Jiskett über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.06.2017

Schwer zu bewerten

Black Rabbit Hall - Eine Familie. Ein Geheimnis. Ein Sommer, der alles verändert.
0

Es fällt mir schwer, "Black Rabbit Hall" zu bewerten. Es gab viel, das mich bei der Lektüre ein bisschen genervt hat, andererseits aber auch einiges, das ich mochte.

Auf der einen Seite war die Geschichte ...

Es fällt mir schwer, "Black Rabbit Hall" zu bewerten. Es gab viel, das mich bei der Lektüre ein bisschen genervt hat, andererseits aber auch einiges, das ich mochte.

Auf der einen Seite war die Geschichte gut aufgebaut. Ich mochte die Parallelen von Vergangenheit und Gegenwart und wie man nach und nach mehr über die Ereignisse nach dem Tod von Ambers Mutter erfahren hat, vor allem, nachdem Lorna einiges herausfand, das auf dramatische Geschehnisse hindeutete. Der Spannungsbogen war definitiv da und auch die Beschreibungen des ganz 'normalen' Lebens der Familie waren interessant. Die Charaktere waren ebenfalls gut ausgearbeitet; alle waren sehr unterschiedlich, hatten ihre Stärken und Schwächen und in der Kombination ergaben sich viele verschiedene Dynamiken, durch die die Handlung belebt wurde. Mir hat gefallen, wie beide Handlungsstränge zusammen gelaufen sind und das Ende war wirklich wunderschön.

Auf der anderen Seite hat die Handlung sich für mich stellenweise in die Länge gezogen und ich hatte das Gefühl, dass einiges hätte gekürzt werden können, ganz zu schweigen davon, dass fast alle Wendungen für mich vorhersehbar zu sein schienen (obwohl die falschen Fährten recht gelungen waren). Es war wie gesagt Spannung da, doch irgendwann konnten mich leider auch die Tragödien nicht mehr wirklich bewegen. Die Charaktere waren zwar gut ausgearbeitet, aber auch wenn einige von ihnen mir oft sympathisch waren, gab es keinen, zu dem ich bis kurz vor Schluss eine richtige Verbindung aufbauen konnte und viele habe ich sogar aktiv verabscheut, was aber wohl so beabsichtigt war.

"Black Rabbit Hall" ist definitiv kein schlechtes Buch. Es ist ein mehr als solider Familienroman, der genug Drama, Geheimnisse, Verwirrungen und auch schöne Momente bietet, um es zu einer angenehmen, wenn nicht sogar unterhaltsamen Lektüre zu machen. Leider hat die Geschichte mich aber nicht wirklich begeistert, weshalb ich letztendlich drei Sterne vergeben habe - den guten Durchschnitt.

Veröffentlicht am 12.05.2017

Solider Krimi

Schwarzer Sand
0

Auf "Schwarzer Sand" bin ich durch das wunderschöne Cover aufmerksam geworden - und dadurch, dass es ein Neuseeland-Krimi ist, da ich davon noch keinen gelesen hatte. Das Setting hat der Autor dann auch ...

Auf "Schwarzer Sand" bin ich durch das wunderschöne Cover aufmerksam geworden - und dadurch, dass es ein Neuseeland-Krimi ist, da ich davon noch keinen gelesen hatte. Das Setting hat der Autor dann auch sehr gelungen dargestellt und ich mochte die vielen Informationen über Neuseeland, die beiläufig in die Geschichte eingeflossen sind.

Der Schreibstil des Autors ist kurz und bündig und bringt die Dinge "auf den Punkt", was zusammen mit den kurzen Kapiteln dazu führt, dass man die Geschichte gut (und schnell) lesen kann. Dazu trägt natürlich auch der Fall bei, der sich schnell als komplizierter und verwickelter erweist, als man auf den ersten Blick denken könnte. Es gibt einige gelungene Wendungen und falsche Fährten, sodass der Fall durchgehend spannend und interessant bleibt. Allerdings muss ich sagen, dass es gerade gegen Ende ein bisschen verworren wurde, weil sehr viele Aspekte zusammengekommen sind und plötzlich viel hintereinander passierte. Die Auflösung an sich war stimmig und hat zu allen Anhaltspunkten und Entwicklungen gepasst, die zuvor fast schon bedeutungslos zu sein schienen, aber das Ende war für mich trotzdem ein bisschen unbefriedigend. Insgesamt ist der Fall jedoch gut konstruiert und dem Autor ist es gelungen, die Ermittlungsarbeit interessant darzustellen.

Inspektor Parnell, der Protagonist, war mir recht sympathisch, obwohl er sich nicht immer 'korrekt' verhält und er so einige Laster hat, denen er sich bewusst ist. Er ist direkt und dabei nicht immer freundlich, allerdings ist er in seinem Job sehr gut und hat natürlich auch gute Charaktereigenschaften. Der Leser erfährt einiges über seinen Charakter und bekommt auch Informationen über sein Privatleben, doch das spielt eher eine untergeordnete Rolle und findet quasi nebenbei statt. Der Fokus liegt klar auf dem Fall und den Ermittlungen, vor allem, weil das die Priorität ist, die Parnell selbst setzt. Ich weiß nicht, ob der Autor plant, eine Reihe um den Inspektor zu schreiben, aber falls ja, hoffe ich, mehr über den Protagonisten und seine Kollegen zu erfahren, die hier ein bisschen blass geblieben sind.

Fazit:
"Schwarzer Sand" ist ein solider Krimi mit einem gut ausgearbeiteten, packenden Fall und einem interessanten Protagonisten, über den man gerne mehr erfahren würde. Zwischendurch war die Geschichte ein bisschen verworren und das Ende war für mich unbefriedigend, doch insgesamt hat das Buch mir gefallen und ich würde weitere Bücher über Parnell lesen, falls der Autor sie schreiben möchte.
3,5/5 Sternen

Veröffentlicht am 10.04.2017

Kann nicht mit dem ersten Band mithalten

Rache und Rosenblüte
0

Da "Zorn und Morgenröte" ein Ende hatte, das für die Protagonisten eine schreckliche Situation bot, war ich natürlich neugierig, wie es weiter geht und wollte den zweiten und abschließenden Band sofort ...

Da "Zorn und Morgenröte" ein Ende hatte, das für die Protagonisten eine schreckliche Situation bot, war ich natürlich neugierig, wie es weiter geht und wollte den zweiten und abschließenden Band sofort im Anschluss lesen. Leider muss ich sagen, dass "Rache und Rosenblüte" mich nicht vollständig überzeugen konnte.

Gut gefallen hat mir wieder die Atmosphäre, die die Autorin erschaffen hat. Man hatte definitiv das Gefühl, in einem Märchen aus "1001 Nacht" zu sein, aber zugleich ist die Geschichte um Sharzad und Chalid etwas Neues und Eigenes. Die Momente zwischen den beiden fand ich auch in diesem Band schön, wobei sie mir ein bisschen zu kurz gekommen sind. In "Rache und Rosenblüte" wird den Nebencharakteren mehr Raum gegeben und man lernt sie besser kennen; auf der einen Seite ist das positiv, weil ihre Motivationen, Träume und Hoffnungen die Handlung bereicherten und die Möglichkeit boten, Vorkommnisse aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Auf der anderen Seite hätte mir ein größerer Fokus auf den beiden Protagonisten und dem Fluch, der das Reich bedroht, zugesagt, da dieser Aspekt es war, der den ersten Band so interessant und packend gemacht hat. Die Kriegsvorbereitungen und Einblicke in das Leben der anderen Figuren waren dabei keineswegs langweilig, sondern nur nicht das, was ich eigentlich lesen wollte. Dadurch war die Lektüre zwischendurch ein wenig frustrierend, obwohl mir beispielsweise das verstärkte Vorkommen von Magie sehr gefallen hat.

Die Handlung an sich ist wendungsreich und an einigen Stellen sehr emotional, gerade gegen Ende, als die Autorin noch einmal alle Register zieht und den Leser durch ein Wechselbad der Gefühle schickt. Der Epilog kam mir danach ein bisschen zu abrupt, da die unmittelbaren Konsequenzen der Ereignisse meiner Meinung nach direkt hätten erzählt werden sollen, aber ich mochte den eigentlichen Abschluss. Er erinnerte an die ursprüngliche Geschichte der Scheherazade und ihres Sultans, passte jedoch auch gut zu der Erzählung, die Ahdieh erschaffen hat.
Somit konnte der zweite Band meine Erwartungen nicht vollständig erfüllen und er bleibt für mich klar hinter "Zorn und Morgenröte" zurück, doch das Buch ließ sich sehr gut lesen und es gab einige Aspekte, die ich mochte. Deshalb vergebe ich 3,5/5 Sternen.

Veröffentlicht am 03.03.2017

Guter erster Band

Hüterin des Drachen
0

"Hüterin des Drachen" ist ein Buch mit einer interessanten, wenn auch teils ziemlich vorhersehbaren Geschichte. Es geht um Ping, ein Sklavenmädchen, das entdeckt, dass sie eine besondere Begabung hat - ...

"Hüterin des Drachen" ist ein Buch mit einer interessanten, wenn auch teils ziemlich vorhersehbaren Geschichte. Es geht um Ping, ein Sklavenmädchen, das entdeckt, dass sie eine besondere Begabung hat - sie hat das Potential zur Drachenhüterin. Zusammen mit Danzi, dem letzten kaiserlichen Drachen, und ihrer Ratte muss sie fliehen, um ihre Freiheit zu bewahren und dem Drachen zu helfen und dabei erleben die drei (sehr unterschiedlichen) Figuren einige spannende Abenteuer. Die Geschichte ist dabei, trotz der Präsenz der Themen 'Tod' und 'Sklaverei', kindgerecht geschrieben und auch der Schreibstil lässt sich leicht lesen, auch wenn er mir ein bisschen hölzern vorkam. Es gibt einige Wendungen, die mich überrascht haben, doch im Großen und Ganzen ist klar, worauf das Buch hinausläuft.

Gut gefallen hat mir das World Building. Die Autorin hat ihre Fantasy-Geschichte im China der Han-Dynastie angesiedelt und das, was sie von den historischen Hintergründen eingebaut hat, scheint mir authentisch zu sein. Auf jeden Fall bietet es einen hervorragenden Hintergrund für eine Erzählung um Drachen.
Ein Problem, das ich mit dem Buch hatte, ist, dass der Drache die meiste Zeit ziemlich leicht zu besiegen war; innerhalb der Handlung ergibt das Sinn, weil er geschwächt ist, aber trotzdem war es ein bisschen schade, dass die besonderen Kräfte dieser Wesen nicht richtig zur Geltung kommen konnten. Hoffentlich ist das im zweiten Band anders. Auch über Pings Vergangenheit, die bisher noch sehr geheimnisvoll ist, würde ich gerne mehr erfahren. Davon abgesehen ist die Handlung von "Hüterin des Drachen" in sich recht geschlossen, obwohl es noch offene Fragen gibt und das Ende einiges an Potential für die Folgebände bietet. Ich bin gespannt.
3,5/5 Sternen

Veröffentlicht am 03.03.2017

Unterhaltsam

Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens
0

"Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens" hat mir im Großen und Ganzen sehr gefallen. Ich mochte das Konzept, fand den Charakter 'Tod' faszinierend und die Mischung aus Humor und ernsten, zum Nachdenken ...

"Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens" hat mir im Großen und Ganzen sehr gefallen. Ich mochte das Konzept, fand den Charakter 'Tod' faszinierend und die Mischung aus Humor und ernsten, zum Nachdenken anregenden Themen ist gut gelungen... allerdings hatte ich ein großes Problem mit dem Protagonisten. Die meiste Zeit über war er mir sympathisch und da man ihn von frühester Kindheit an begleitet, lernt man ihn und seine Stärken und Schwächen gut kennen. Ich muss aber klar sagen, dass ich den Tod viel interessanter als ihn fand und in den Konflikten der beiden auch meist auf seiner Seite war, obwohl ich Martins Unglauben und Entsetzen natürlich sehr gut nachvollziehen konnte. Trotzdem ging er mir nach einer Weile ein wenig auf die Nerven und Teile seiner Lebensgeschichte waren für mich nicht wirklich unterhaltsam.

Davon abgesehen hat das Buch mich aber gut unterhalten und ich mochte die Botschaft, dass der Tod zum Leben gehört und man die Zeit genießen muss, die man hat. Dazu war die ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden Figuren sehr schön beschrieben und der Autor hat es geschafft, ein sehr ernstes Thema auch humorvoll darzustellen. Daher gibt es 3,5/5 Sternen.