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Veröffentlicht am 03.11.2016

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Das Paket
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Rezension zu Das Paket von Sebastian Fitzek

Titel: Das Paket
Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Droemer Knaur
Genre: Psychothriller
Preis: 19,99 €
Erscheinungsdatum: 26.10.2016
Isbn: 978-3426199206

Inhalt:

Seit ...

Rezension zu Das Paket von Sebastian Fitzek

Titel: Das Paket
Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Droemer Knaur
Genre: Psychothriller
Preis: 19,99 €
Erscheinungsdatum: 26.10.2016
Isbn: 978-3426199206

Inhalt:

Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet. Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen. Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt

Meinung:

Eigentlich wollte ich den neusten Fitzek in der nächsten Zeit gar nicht lesen. Doch kurz nach dem Erscheinungsdatum waren meine Timelines in den sozialen Netzwerken voller Bilder erfolgreicher Paketzustellungen. Und die positiven Stimmen wurden immer lauter. Dem musste ich dann einfach auf den Grund gehen. Die letzten drei Werke des Autors, allen voran „Noah“, konnten mich leider nicht mehr zu fesseln, wie es noch „Die Therapie“ oder „Der Seelenbrecher“ vermochten.

Ohne erst einmal auf den Inhalt einzugehen, muss ich die wunderschöne Aufmachung loben, die auch den recht hohen Preis zu rechtfertigen weiß. Es handelt sich (zumindest bei der Erstausgabe) um ein Taschenbuch mit verstärkter Vorder- und Rückseite, die aus Karton bestehen. Das Ganze kommt dann auch noch in einem Umverpackung, ebenfalls aus Karton daher, so dass das Gefühl des „Pakets“ noch deutlicher versprüht wird. Der Verlag hat sich hier anlässlich des 10-jährigen Autorenjubiläums von Fitzek wirklich ins Zeug gelegt, das muss man ihnen lassen. Doch wie immer fließt das Äußere nicht in meine Bewertung mit ein. :)

Ich hatte vor Beginn der Lektüre wirklich gebangt und gehofft, dass mich dieser neue Fitzek nicht enttäuschen mag. Und was soll ich euch sagen, die Seiten sind nur so dahin geflogen. Wäre ich nicht so verdammt müde gewesen, hätte ich ihn am gleichen Abend noch beendet. Fitzek zieht den Leser direkt wieder von den ersten Seiten an in menschliche und psychische Abgründe hinab. Er weiß durch geschickte Zeitwecksel sowie Cliffhanger am Ende der Kapitel Spannung zu erzeugen und bis zum Schluss des Romans aufrecht zu erhalten. Das Tempo ist, wie man es bei einem Fitzek gewohnt ist, recht hoch und verleitet dazu, „nur noch dieses eine Kapitel“ lesen zu wollen.

Immer wieder wurde ich mit neuen Fragen konfrontiert. Jedes Mal wenn ich glaubte, der Rätselslösung näher gekommen zu sein, überrasche er mich mit einer weiteren Wendung. Schnell war einfach nicht mehr klar, was Wahrheit oder Einbildung ist. Die Stimmung schwankt zwischen bedrückend, beängstigend und absurder Normalität hin und her. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Grauen er in ein so einfaches Setting verpacken kann. Der Schauplatz ist im Vergleich zu „Noah“ wieder ein Mikrokosmos und die dicken Buchdeckel täuschen eine längere Story vor. Doch waren es bislang immer seine „dünnen Bändchen“, die mich am meisten mitreissen konnten. Ich hoffe, dass er jetzt, wo er wieder auf seinen alten Wegen wandelt, weiterhin sich selbst treu bleiben wird. So kann man gespannt dem nächsten Titel entgegenfiebern. Den ein Problem gibt es bei „Das Paket“: Wenn es einem gefällt ist man so schnell durch, dass die Wartezeit bis zum nächsten Werk nur umso länger ist.

Fazit:

Mit „Das Paket“ liegt nun endlich wieder ein Fitzek vor, der mit den alten Werke mithalten kann. Ich war bis zur letzten Seite gefesselt. Es werden wieder viele falsche Fährten auslegt. Fäden gesponnen, die jedoch zum Schluss alle zusammenlaufen. Ich kann „das Paket“ nur allen ans Herz legen die auf Thriller stehen, die mit einem Katz und Maus spielen bis man selbst nicht mehr weiß, wer gut und böse, was wahr und was falsch ist. Es ist kein „Seelenbrecher“ oder eine „Therapie“, kommt aber schon wieder sehr nah daran. Und weil ich durch die Auslieferung dieses Pakets ein paar aufregende Lesestunden genießen konnte gibt es von mir 5 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 26.10.2016

Einmal Kaffee zum hier!

Liebe, Zimt und Zucker
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Rezension zu Liebe, Zimt und Zucker von Julia Hanel

Titel: Liebe, Zimt und Zucker
Autor: Julia Hanel
Verlag: Ullstein
Genre: Liebesroman
Preis: 9,99 €
Erscheinungsdatum: 09.09.2016
Isbn: 978-3548287881

Ich ...

Rezension zu Liebe, Zimt und Zucker von Julia Hanel

Titel: Liebe, Zimt und Zucker
Autor: Julia Hanel
Verlag: Ullstein
Genre: Liebesroman
Preis: 9,99 €
Erscheinungsdatum: 09.09.2016
Isbn: 978-3548287881

Ich bedanke mich bei Julia Hanel für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Ich habe es im Zuge einer Leserunde auf Lovelybooks.de gelesen.

Inhalt:

Marit zieht für ihre große Liebe extra von Hamburg in die Kleinstadt. Doch dann verlässt Tobias sie von einen Tag auf den anderen und Marit steht vor dem nichts. Spontan nimmt sie einen Job im Coffeeshop an, was eigentlich so gar nicht ihr Ding ist. Und während sie sich mit ihrem dauerentspannten Kollegen Moritz und den anderen skurrilen Kleinstadtbewohnern herumschlägt, tritt plötzlich ein ganz neuer Mann in ihr Leben. Als sie im Coffeeshop einen USB-Stick findet, macht sie sich auf die Suche nach dessen Besitzer. Mit Julian hat sie zunächst nur per E-Mail Kontakt, doch Marit merkt, dass sie mehr möchte. Von Julian, vom Leben.

Meinung:

Genau wegen Büchern wie diesen, bin ich über das Konzept der Leserunden dankbar. Ohne die Leserunde auf LB wäre ich wahrscheinlich nicht auf diesen Roman gestoßen, der mir wirklich viel Freude bereitet hat und den ich kaum aus der Hand legen mochte. Dies lag vor allem an dem wunderbar leichten und humoristischen Schreibstil der Autorin.

Direkt auf den ersten Seiten wird man in Marits verworrenes Leben geworfen. Nach einem erfolgreichen Uniabschluss zieht es sie vom schönen Hamburg in das beschauliche Altberg zu ihrer großen Liebe, dem dort ansässigen „Wurstkönig“ Toby. Seiner Familie gehört die wahrscheinlich größte Fleischproduktion im ganzen Umland und es gibt keine Wurstverpackung, von der aus sein Gesicht nicht den Kunden angrinst. Doch als Marit erste einmal angekommen ist stellt sie schnell fest, dass ihre Beziehung auf einer Lüge basiert.

„Warum sitze ich in diesem Moment nicht vor einem Stapel Bücher in der Bibliothek meiner Hamburger Universität und schreibe an den ersten Seiten meiner Promotion über die Darstellung der Liebe in Kafkas Romanen? Lange Geschichte. Sie beginnt mit Zimtschnecken und endet mit einer Tür, die sich vor meiner Nase schließt.“ - Seite 18

Auf dem Boden der Tatsachen angekommen und ohne Job oder feste bleibe heuert sie im einzigen Coffeshop der Stadt an. Hier begleiten wir sie bei ihrem täglichen Kampf mit lästigen Kunden und schrulligen Kollegen. Mir haben diese Anekdoten besonders gut gefallen. In letzter Zeit sind mir so viele Liebesromane untergekommen, in denen die Protagonistinnen außer ihrem Loveinterest kein Leben zu haben scheinen, dass mir diese scheinbaren Belanglosigkeiten eine wunderbare Abwechslung bieten konnten. Besonders, weil sie so voller Humor verpackt worden sind.

„Gleichzeitig spüre ich den kleinen Teufel auf meiner Schulter, der mir ins Ohr flüstert, dass ich nur neidisch bin, weil ich selbst kein Sozialleben mehr habe, seit mich der Wurstfänger von Altberg in sein Königreich gelockt hat.“ - Seite 85

Ich konnte mich gut in alle Personen hineinversetzen, auch wenn ich Marit gerne das ein oder andere Mal zur Vernunft aufgerufen hätte. Der Roman bietet jedoch alles, was ich mir für einen guten Liebesroman wünsche: Eine authentische Hauptcharakterin, an deren Entwicklung der Leser bis zum Schluss hin teilhaben kann. Liebevoll gezeichnete Nebencharaktere, die dem Buch seinen besonderen Charme verleihen und eine Liebesgeschichte, bei der zwar auf Kitsch verzichtet wurde, die jedoch ans Herz geht. Die Mischung aus Ich-Erzählung und E-Mailverkehr stehen in einem guten Verhältnis zu einander und geben dem ganzen einen schönen Rahmen. Auch wenn ich kein Fan einer Dreiecksbeziehung bin, wurde sie hier gut gelöst, da bis zum Ende hin nicht klar war, in welche Richtung das Ganze gehen wird. Ich war mir zeitweise nicht sicher, ob es überhaupt ein „Happy End“ für Marit geben könnte. Die Wende zum Schluss hin kam auch sehr unerwartet und brachte noch einmal Spannung in das Geschehen.

Gerne hätte ich manche Geschehnisse ausführlicher erlebt. Auch Marits Vorgeschichte in Hamburg hätte für meinen Geschmack noch mehr ausgebaut werden können. Wenn mir eine Geschichte gefällt, will ich halt immer ein wenig mehr davon haben.

Fazit:

„Liebe, Zimt und Zucker“ ist eine wundervolle kurzweilige Lektüre für graue Herbsttage, die man mit einem „Kaffee zum hier“ und einer Zimtschnecke an einem Abend durchlesen kann. Da ich bis auf manche Verhaltensmuster der Protagonistin nichts auszusetzen habe, bekommt der Roman von mir 5 Sterne.

Veröffentlicht am 12.10.2016

Sehr warm und gefühlvoll

Ein französischer Sommer
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Rezension zu Ein französischer Sommer von Jessica Blockmole

Titel: Ein französischer Sommer
Autor: Jessica Brockmole
Verlag: Diana
Genre: Gegenwartsliteratur/Liebesroman
Preis: 14,99 €
Erscheinungsdatum: ...

Rezension zu Ein französischer Sommer von Jessica Blockmole

Titel: Ein französischer Sommer
Autor: Jessica Brockmole
Verlag: Diana
Genre: Gegenwartsliteratur/Liebesroman
Preis: 14,99 €
Erscheinungsdatum: 08.08.2016
Isbn: 978-3453291812

Ich danke dem Bloggerportal der Random House Verlagsgruppe für das Übersenden des Rezensionsexemplars.

Inhalt:

1911. Die junge Clare wird nach dem Tod ihres Vaters von Schottland nach Frankreich geschickt. Allein in der Fremde findet sie Trost bei Luc, dem Sohn ihrer Gastgeber. Gemeinsam erleben sie einen unvergesslichen Sommer – bis Clare erneut aus ihrer Welt gerissen wird. Jahre vergehen, bevor sie nach Frankreich zurückkehrt. Doch der Krieg hat Lucs Leben unwiderruflich verändert. Ist die Liebe jenes Sommers stark genug, um wieder zueinanderzufinden?

Meinung:

Nachdem die fünfzehnjährige Clare ihren Vater verloren und außer ihrem Großvater, der sich immer noch auf Studienreisen befindet, niemanden mehr hat, wird sie zu einer befreundeten Familie nach Mille Mots gebracht. Als ihre Mutter die Familie verlassen hatte, war ihr Vater Clares einziger Anker im Leben, auch wenn er sich mehr um sich selbst sorgte, als um Clare.

„Die Welt mag kommen und gehen, aber die Sterne bleiben immer gleich.“ - Seite 15

Auf Mille Mots angekommen, merkt Clare erst einmal, wie sehr sich das bunte Frankreich doch von ihrer grauen Heimat Schottland unterscheidet. Mit der neuen Situation überfordert und von der Trauer bewältigt, ist es einzig der Sohn des Hauses, der neunzehnjährige Luc, der zu ihr durchdringen kann.

„Wer behauptet denn, Träume müssen praktisch sein? Wenn sie es wären, müssten wir sie nicht mitten in der Nacht verbergen.“ - Seite 25

Und so entsteht in diesem Sommer 1911 eine Freundschaft, die auch die kommenden dunklen Jahre überstehen wird. Ein zartes Band wird geknüpft, doch bevor es zu einer Romanze kommen kann, wird Clare aus ihrer neuen Heimat gerissen und hinaus in die Welt getragen.

„Es war ein kleiner Kuss, leicht wie ein Windhauch. Ich hatte Angst, sie in eine Million Stücke zu zerbrechen. Doch als ich zurückwich, lächelte sie, zum ersten Mal an diesem Tag.“ - Seite 131

„Ein französischer Sommer“ ist eine Geschichte, deren Sog ich mich nicht entziehen konnte. Er beginnt mit einer Leichtigkeit, die mich zusammen mit Clare und Luc durch die Wälder rund um Picardie ziehen ließ. Die Kapitel des Romans sind abwechselnd, aber nicht aufeinanderfolgend, aus der Sicht der beiden erzählt. Obwohl es sich hierbei um ein Werk handelt, dass in der Vor-und Nachkriegszeit von 1911 bis 1911 spielt, fand ich diese gewählte Erzählform sehr passend. Hierdurch erhält der Leser Einblick in beider Gefühlswelten und lernt die Charaktere von allen ihren Seiten kennen. Die Gefühle der beiden gingen mir direkt zu Herzen, ohne kitschig oder unrealistisch zu wirken.

Clare möchte wie ihre Mutter Künstlerin werden, auch wenn sie selbst kaum Vertrauen in ihre Arbeiten hat. Luc hingegen studiert, um später einmal unterrichten zu können. So unterschiedlich sie wirken, so viel haben sie unter der Oberfläche doch gemeinsam. Clare ist ein wirbelndes junges Mädchen und scheint kaum in die damalige Zeit zu passen und so fiel es mir nicht schwer, sie direkt ins Herz zu schließen. Lucs Geschichte entfaltet sich so richtig in den Jahren, seines Kriegsdienstes. Im Gegensatz zu so vielen anderen Loveinterests in ähnlichen Büchern ist dies auch seine Geschichte. Er ist kein stumpfer Statist, um den weiblichen Charakter besser da stehen zu lassen. Die Liebe seiner Eltern zu ihm und umgekehrt war etwas, um das ihn nicht nur Clare beneidet hat.

„Sie wird besser zurechtkommen als wir beide, wenn wir allein wären. Sie ist eisern.“ „Selbst eisen rostet.“ […] „Und es wird nur noch schöner von der Verwandlung.“ - Seite 189

Der zweite von fünf Teilen wird komplett durch die Briefe, die die beiden sich vor Kriegsbeginn und nach Clares Abreise schreiben, erzählt. Er beschreibt die Jahre dazwischen, ohne zu viel zu wollen aber auch, ohne etwas auszulassen.

Clare begleitet ihren Großvater auf seinen Dialektstudien durch Afrika und in der gleichen Zeit wird Luc eingezogen. Was sie beide in dieser Zeit auf die Distanz hin verbindet ist die Liebe zur Kunst und ihre Freundschaft, auch wenn ihre Briefwechsel nach und nach ersterben.

„Der Krieg war vorbei, doch was hatte er übrig gelassen?“ - Seite 315

Der Roman konnte mich sehr berühren und an einigen Stellen hat er mir Tränen in die Augen getrieben. Und doch wies er so viel Schönheit auf. Er ist ein wunderbares Zusammenspiel von liebevoll gezeichneten Charakteren sowie einer grandios erzählten Geschichte, die zumindest zum Ende hin auf einer wahren Begebenheit beruht. (Mehr dazu findet ihr in den Anmerkungen der Autorin am Ende des Romans). Es war eines jener Bücher, das man nur ungern beendet und von deren Charakteren man sich nicht verabschieden mag.

Fazit:

Die Zerrissenheit der Kriegsüberlebenden. Kunst, die verbindet. Zarte Gefühle. Eine starker weiblicher Hauptcharakter. Als dies und noch so viel mehr macht dieses Buch zu einer klaren Leseempfehlung von mir. „Ein französischer Sommer“ ist mein erster Roman von Blockmole, aber mit Sicherheit nicht mein letzter.

5 von 5 Sterne

Veröffentlicht am 05.10.2016

Wie Blüten im Wind

Wie Blüten im Wind
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Inhalt:

Trotz ihrer Unterschiede sind Mia und Lexi unzertrennlich. Ihre Freundschaft kann auch nicht dadurch erschüttert werden, dass sich Lexi in Mias Zwillingsbruder Zach verliebt. Bis Mia bei einem ...

Inhalt:

Trotz ihrer Unterschiede sind Mia und Lexi unzertrennlich. Ihre Freundschaft kann auch nicht dadurch erschüttert werden, dass sich Lexi in Mias Zwillingsbruder Zach verliebt. Bis Mia bei einem tragischen Autounfall ums Leben kommt. Denn Lexi, die ebenfalls im Wagen saß, verliert nicht nur ihre beste Freundin, ihre ganze Zukunft ist zerstört. Nur einer hält all die Jahre zu ihr – doch hat die Liebe zu Zach eine Chance?

Meinung:

Lexi hatte bis zu dem Zeitpunkt an dem sie zu ihrer Tante kam kein schönes Leben: Ihre Mutter starb aufgrund von einer Überdosis und hatte ihre Tochter aufgrund ihrer Probleme schon oft genug bei Pflegeeltern untergebracht. Auf der neuen Schule lernt sie Mia kennen und die beiden werden schnell unzertrennliche Freunde. Nur ihre Liebe zu Mia´s Zwillingsbruder Zach hält sie zunächst geheim, da sie ihre beste Freundin nicht verletzen möchte. Als die beiden sich jedoch später ihre Liebe gestehen bröckelt das Verhältnis zwischen Lexi und June - die Mutter der Zwillinge - das bis dato sehr herzlichen gewesen ist. Als Mia zu allem Übel auch noch bei dem alles verändernden Unfall ums Leben kommt muss sich Lexi zwischen Recht und Vernunft entscheiden. June ist getrieben von Hass und Selbsthass.

Um nicht zu spoilern belasse ich es bei der Beschreibung bis hier, da ab diesem Abschnitt der zweite wichtige Teil des Romanes anfängt. Erzählt wird die Story abwechselnd in der dritten Person durch June und Lexi.

Der Roman erzählt die Geschichte von echten Freundschaften und inneren Konflikten. Von Liebe und von Hass. Romane von Kristin Hannah begeistern mich nicht nur aufgrund ihres Erzählstils und ihrer Ausarbeitung der Charaktere. Es sind vor allem die unbequemen Themen an die sie sich heranzuwagen traut. Ihre Romane haben Tiefgang und zeigen die Welt wie sie nun mal ist: in den schillerndsten Grautönen, aber niemals schwarz-schweiß.

Fazit:

5 Sterne für "Wie Blüten im Wind"

Veröffentlicht am 05.10.2016

Ich kauf nix!

Ich kauf nix!
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Inhalt:

Hilfe! 34 Röcke - und nichts zum Anziehen? Ein fröhliches Plädoyer für Shopping-Enthaltsamkeit Für viele wäre es wohl die Höchststrafe. Die junge Wienerin Nunu Kaller macht es freiwillig: ein ...

Inhalt:

Hilfe! 34 Röcke - und nichts zum Anziehen? Ein fröhliches Plädoyer für Shopping-Enthaltsamkeit Für viele wäre es wohl die Höchststrafe. Die junge Wienerin Nunu Kaller macht es freiwillig: ein Jahr Shoppingboykott, ein Jahr ohne neue Kleidung, ohne neue Schuhe, Schmuck oder Taschen. Aber ein Jahr voll neuer Styling-Ideen, mit Spaß am Selbermachen - und jeder Menge neuer Lebensenergie. Mit Witz und ohne moralischen Zeigefinger erzählt Nunu Kaller in »Ich kauf nix!« von den Höhen und Tiefen ihres Selbstversuchs: von Momenten der Versuchung im Schilderwald unserer Sale!-Schnäppchen!-Alles-muss-raus!-Kultur, vom Spaß auf Kleidertausch- partys und Kämpfen mit »Mount McWäscheberg«, von Lust und Frust mit Stricknadel und Nähmaschine. Und sie geht auf die Suche nach Alternativen zum sozialen und ökologischen Wahnsinn, der mit dem Shoppen beim Textilschweden und Co. verbunden ist. Am Ende des Jahres wird sie natürlich wieder shoppen - und zwar gerne. Aber bewusster und mit gutem Gewissen.

Meinung:

Ich durfte dieses Buch im Rahmen einer Leserunde lesen und bedanke mich an dieser Stelle zunächst noch einmal dafür.

Ich freue mich über jeden, der hinter die Maschenerie der Kleider- und Lebensmittelkonzerne sowie Lobbys schaut. Der den Konsum hinterfragt und sich mit der Produktion der Waren und dem dahinterstehenden Leid auseiander setzt. Genau dies hatte sich Nunu vorgenommen und ihre Eindrücke zunächst in einem Blog und dann später mit diesem Buch vorgenommen. Genau genommen wollte sie eigentlich nur wieder Herrin ihres Kleiderschrankes werden, da sie in ihrer Wohnung schier in Kleidung versank, aber sie wollte mehr über die Produktion ihrer Suchtobjekte herausfinden.

Nunu hat einen angenehmen und humoristischen Schreibstil und ich könnte sie mir daher sehr gut als ChicLit-Autorin vorstellen. Neben den wizigen Passagen weißt sie auf die Misstände in den Näherein und auf die Ressourcenverschwendung hin, zeigt jedoch Alternativen auf und beginnt damit, ihren Lebensstil zu ändern. Sie hinterfragt Dinge, die sie vorher nie in Zweifel gestellt hätte und ich erkenne mich oft wieder, denn als ich vor einigen Jahren erst Vegetatierin und dann Veganerin geworden bin, habe ich viele Dinge ähnlich erlebt.

Gerne zitierte ich folgende Stelle:

Seite 168 weiter oben:
"Sag a mal, geht's noch? Spielst du dich jetzt als Moralapostel auf? Du kannst doch nicht erwarten, dass alle sofort den Textilschweden boykottieren, nur weil du drauf gekommen bist, wie scheiße es in der Kleidungsproduktion läuft?"

Wie gut kenne ich das nur... "Du bist ja nicht als Veganerin geboren worden, wie kannst du jetzt die Leute missionieren" und ähnliches musste ich mir schon anhören, wenn ich in der Stadt mit der Tierrechtsgruppe am Infostand gestanden bin. Es ist egal, wann bei einem Menschen das Umdenken in richtigung ethischere Lebensweise anfängt. Hauptsache es setzt überhaupt ein. Und wenn man einmal die Missstände da draußen real und ohne Verdrängungsmechanismus wahrgenommen hat, dann kann man Wut/Hilflosigkeit/Trauer [...] nicht einfach mehr so abstellen. Bei jedem Billigfetzen fragt man sich, welche Näherin da wohl drangesessen ist, bei jeder Ledertasche denkt man an die arme Kuh und an den Arbeiter, der später in der Gerberei die giftigen Gase einatmen musste. Man sollte in diesen Situationen keinen Stress produzieren sondern einfach weiter mit Fakten um sich schmeißen. Es wird immer wieder Diskussionen mit Leuten geben, die nur noch mit Schauklappen durch die Gegend laufen aber durch solche Menschen sollten man nicht von seinem Weg abkommen.

Passend dazu:

Seite 184, weiter unten:
"An dem Punkt gebe ich meistens auf. Aber ich verstehe schon: Sehr viel Interesse an meinen Vorhaben bestehte auch in dem voyeuristischen Wunsch, mich scheitern zu sehen."

Dies, + auf Fehler des Erklärenden hinweisen + anfangen beleidigend zu werden ist eine typische Reaktion von Leuten, die sich für nichts einsetzten, sich darüber aber bewusst sind und so deswegen ihr schlechtes Gewissen mit Beschimpfungen zu kaschieren versuchen. In Bezug auf das Verhalten von Omnivoren gegenüber Vegetariern/Veganer gibt es hierzu sogar schon Studien und die Situation lässt sich ganz leicht auf Umweltaktivisten und Menschenrechtler vs. Stinos projezieren.

Ob sie jedoch nach dem einem Jahr des Lernens und des Shoppingverbots direkt wieder mit dem Konsum angefangen hat oder nicht möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, das Buch soll sich ja schließlich noch oft verkaufen ;)

Fazit:

Ein witziger, kurzweiliger und tagebuchartiger Einblick in das Leben einer Frau, die dem Shoppingwahn ein Jahr lang entsagt (und vllt. auch länger??) hat.

5 von 5 Sterne