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Veröffentlicht am 09.10.2023

Lesenswerter Reihenauftakt mit ein wenig Luft nach oben

Unter falscher Flagge
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Inhalt:

Eine Firmenfeier an Bord einer Yacht findet ein jehes Ende, als vier bewaffnete, in Neoprenanzügen gekleidete Personen vom Wasser aus an Bord kommen. Sie bedrohen die Gäste und fordern deren Wertgegenstände. ...

Inhalt:

Eine Firmenfeier an Bord einer Yacht findet ein jehes Ende, als vier bewaffnete, in Neoprenanzügen gekleidete Personen vom Wasser aus an Bord kommen. Sie bedrohen die Gäste und fordern deren Wertgegenstände. Als die Tochter des Gastgebers sich zur Wehr setzt, eskaliert die Situation und der Gastgeber, niemand anderes als Baulöwe Teschner, wird von einer Kugel getroffen. Schon bald bekennt sich eine Gruppe Ökoaktivisten zu dem Überfall. Polizeitaucherin Svea Roth und ihre Kollegen vom LKA werden hinzugezogen und suchen in der Elbe nach der Tatwaffe. Was steckt hinter dem Überfall auf Teschner und seine Partygesellschaft? Und können die Täter geschnappt werden, bevor sie ihre nächste Aktion starten?

Meine Meinung:

"Unter falscher Flagge" ist der Auftakt zur Reihe um Polizeitaucherin Svea Roth. Sie taucht leidenschaftlich gern und hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Darüber hinaus ermittelt sie jedoch auch ganz normal als Ermittlerin beim BKA. Unterstützung bekommt sie dabei insbesondere von ihrem neuen Kollegen Jan Brixen. Nach einem eher verhaltenen Start verstehen die beiden sich zunehmend besser und wachsen als Team zusammen. Jedoch zeigt sich sehr schnell, dass Jan und insbesondere Svea privat einige Päckchen zu tragen haben. Für meinen Geschmack wäre hier weniger mehr gewesen, nichtsdestotrotz waren mir beide sympathisch.

Der Schreibstil des Autor ist angenehm zu lesen. Sowohl die Schauplätze, als auch die Tauchgänge sind sehr authentisch und bildhaft beschrieben. Neben Svea, aus deren Sicht der Hauptteil der Handlung erzählt wird, kommen weitere Charaktere zu Wort wie beispielsweise Brixen oder ein Teil der Täter. Dadurch bleibt die Story abwechslungsreich und spannend.

Der Plot des Buches hat mir insgesamt gut gefallen. Sehr schnell kommen Svea und ihre Kollegen einem Teil der Ökoaktivisten auf die Spur, doch es fehlen die Beweise. Das Buch hält einige spannende und actionreiche Szenen bereit, jedoch haben mir im Mittelteil die Wendungen gefehlt. Das Ende jedoch überrascht und ist dennoch stimmig.

Fazit:

Lesenswerter Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht. Im Mittelteil hätte ich mir mehr Wendungen gewünscht, nichtsdestotrotz hat mich das Buch von Anfang bis Ende gut unterhalten und spannende Lesestunden beschert. Ich bin gespannt auf Band 2!

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Veröffentlicht am 23.06.2023

Tödlicher Junggesellinnenabschied

One of the Girls
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Inhalt:
Anlässlich Lexis Hochzeit fliegt sie gemeinsam mit 5 Freundinnen zum Junggesellenabschied nach Griechenland. Dort wollen sie das Wochenende gemeinsam in einer wunderschön auf Klippen am Meer gelegenen ...

Inhalt:
Anlässlich Lexis Hochzeit fliegt sie gemeinsam mit 5 Freundinnen zum Junggesellenabschied nach Griechenland. Dort wollen sie das Wochenende gemeinsam in einer wunderschön auf Klippen am Meer gelegenen Finka verbringen. Doch die anfänglich gute Stimmung ist nicht von langer Dauer, denn zwischen den sechs Frauen schwelen Konflikte und nicht nur eine von ihnen scheint etwas zu verheimlichen...

Meine Meinung:

Ich kannte schon vorher einige Bücher der Autorin, die mir allesamt sehr gut gefallen haben, entsprechend gespannt war ich auf "One of the Girls", dessen Klappentext mit auf Anhieb begeistert hat.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und schon nach wenigen Seiten ist man als Leser mitten drin im Geschehen. Die Handlung wird abwechselnd aus Sicht der sechs Frauen erzählt, wodurch man einen Einblick in deren Gedanken- und Gefuhlwelt bekommt, sie allesamt besser kennen lernt, aber auch mehr über ihre Geheimnisse erfährt. Zu Beginn tat ich mich schwer sie auseinander zu halten, doch das ändert sich schnell, nicht zuletzt da die sechs so unterschiedlich sind. Trotzdem war ich mir sehr lange nicht sicher, wem von Ihnen zu trauen ist und wer eigentlich falsch spielt, was durchweg für Spannung gesorgt hat.

Der Plot ist gut konstruiert und bleibt lange undurchsichtig. Dank unvorhergesehener Ereignisse und Geständnisse bleibt bis zum Schluss unklar, auf was die Geschichte hinausläuft. Zwischenzeitlich hätte ich mir ein wenig mehr Action gewünscht. Dennoch war ich immer neugierig, wie es wohl weitergeht. Und vorallem gespannt, wer am Ende des Trips wohl als die aus dem Klappentext angeteaserte Leiche endet.

Fazit:

Ein spannender Roman über sechs sehr unterschiedliche Frauen und ihre Beziehung zueinander.

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Veröffentlicht am 17.04.2023

Mrs. Bradley "feiert" Weihnachten

Geheimnis am Weihnachtsabend
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Inhalt:

Mrs. Bradley, ihres Zeichen Amateurdetektivin, ist zu Weihnachtsbesuch bei ihrem Neffen Carey auf dessen Schweinefarm in Oxfordshire. Doch in der Nacht auf den ersten Weihnachtsfeiertag wird mitten ...

Inhalt:

Mrs. Bradley, ihres Zeichen Amateurdetektivin, ist zu Weihnachtsbesuch bei ihrem Neffen Carey auf dessen Schweinefarm in Oxfordshire. Doch in der Nacht auf den ersten Weihnachtsfeiertag wird mitten im Dorf eine Leiche gefunden. Der Tote besaß ein schwaches Herz und wurde augenscheinlich zu Tode gejagt. Der Legende zu Folge von niemand anderem als einem Geist, der angeblich am 24. Dezember um Mitternacht im Dorf umgeht. Doch Mrs. Bradley glaubt nicht an Geister und als kurz darauf eine zweite Leiche, totgetrampelt von einem Eber, gefunden wird, nimmt sie die Sache kurzerhand selbst in die Hand und macht sich auf die Suche nach dem Mörder.

Meine Meinung:

„Geheimnis am Weihnachtsabend“ ist Teil der über 60-teiligen Reihe der bekannten britischen Krimiautorin Gladys Mitchell mit der Amateurdetektivin und Psychiaterin Beatrice Adela Lestrange Bradley, kurz Mrs. Bradley, als Protagonistin. Erstveröffentlicht wurde die Geschichte bereits 1936. Nun wurde die Geschichte noch einmal komplett auf Deutsch noch einmal neu aufgelegt in einem wunderschönen Gewand.

Insgesamt lässt sich die Geschichte angenehm lesen. Die Sprache bzw. der Schreibstil der Autorin ist dem Alter der Geschichte geschuldet vielleicht etwas in die Jahre gekommen ist, aber zum Setting des Buches passend. Das Buch ist gespickt mit britischem Humor und Charme, sodass Fans klassischer britischer Kriminalromane hier sicherlich voll auf ihre Kosten kommen.

Mrs. Bradley, die Protagonistin des Buches, ist eine eigenwillige, skurrile ältere Dame, die es aber trotz ihres Alters noch faustdick hinter den Ohren hat. Es macht Spaß ihr bei ihren Ermittlungen über die Schultern zu schauen, nicht zuletzt, weil sie nicht auf den Mund gefallen ist und mit ihrer forschen Art andere gerne aus dem Konzept bringt, sodass diese sich um Kopf und Kragen reden. Zudem wird der Leser zum Miträtseln animiert, da Mrs. Bradley sehr gerne in Rätseln spricht. Auch die übrigen Charaktere des Buches sind eigentümlich, aber bilden zusammen ein sehr buntes und abwechslungsreiches Ensemble.

Die Krimihandlung ist eher ruhig und unaufgeregt, besitzt gerade im Mittelteil leider auch ein paar Längen, ist aber insgesamt gut konstruiert und weitestgehend spannend. Im Vordergrund stehen Mrs. Bradleys Nachforschungen, im Rahmen derer sie insbesondere Leute befragt oder vor Ort nach Hinweisen bzw. Beweisen sucht. Meiner Meinung nach wäre es der Spannung zuträglicher gewesen wenn die Handlung einen geringeren Zeitraum umfasst hätte. Trotzdem war ich insbesondere gegen Ende gespannt, wer hinter den Morden steckt und ob ich mit meinem Verdacht richtigliege.

Fazit:

Typisch britischer Kriminalroman aus den 1930er. Wer einen fesselnden Pageturner erwartet, wird hier sicherlich enttäuscht. Fans klassischer Kriminalromane mit britischem Humor und Spaß am Miträtseln kommen hier hingegen mit Sicherheit auf ihre Kosten.

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Veröffentlicht am 12.04.2023

Roadtrip mit einem Killer..?

NIGHT – Nacht der Angst
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Inhalt:

1991. Seit dem Mord an ihrer besten Freundin Maddie ist für Charlie nichts mehr wie es war. So beschließt sie, ihr Studium hinzuwerfen und nach Hause zu ihrer Großmutter zurückzukehren. Über das ...

Inhalt:

1991. Seit dem Mord an ihrer besten Freundin Maddie ist für Charlie nichts mehr wie es war. So beschließt sie, ihr Studium hinzuwerfen und nach Hause zu ihrer Großmutter zurückzukehren. Über das Schwarze Brett der Uni findet sie eine Mitfahrgelegenheit: Josh. Gemeinsam machen sie sich zu später Stunde auf den Weg nach Ohio, ein Roadtrip, der sie über einsame Highways führt. Und je länger Charlie mit Josh im Auto sitzt, desto mehr Zweifel kommen ihr an dem, was Josh ihr erzählt. In ihr keimt der Verdacht, dass er niemand anderes ist als der Campus-Killer, der Mörder ihrer besten Freundin Maddie. Wird Charlie die Nacht überleben? Und kann sie endlich herausfinden was Maddie in jener Nacht zugestoßen ist?

Meine Meinung:

"Night - Nacht der Angst" war mein erstes Buch des unter dem Pseudonym Riley Sager schreibenden, amerikanischen Autors. Schon der Klappentext verspricht spannende Lesestunden. Und tatsächlich hält das Buch genau dies für den Leser bereit.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven, überwiegend aber aus Charlies Sicht erzählt. Dadurch hat der Leser zum Teil einen Wissensvorsprung. Trotzdem weiß er ebenso wie Charlie sehr lange nicht, wem er überhaupt trauen kann. Das Setting ist gut gewählt, denn in der heutigen Zeit würde die Geschichte so aufgrund moderner Kommunikationsmittel wohl eher nicht mehr so einfach möglich sein.

Protagonistin Charlie ist spätestens seit dem Mord an ihrer besten Freundin schwer traumatisiert und psychisch angeschlagen, hat aber auch noch Weiteres mit sich herumzutragen, wie beispielsweise den Unfalltod ihrer Eltern. Sie leidet unter Psychosen, ist zudem ein großer Film-Fan und verliert sich in Tagträumen, was es nicht nur ihr sondern auch dem Leser schwierig macht zwischen Sein und Schein zu unterscheiden. Mir hat Charlie insgesamt gefallen und ich habe insbesondere zum Ende des Buches mit ihr mitgefiebert, auch wenn sie für meine Geschmack selbst weniger problembehaftet hätte sein können. Auch die anderen Charaktere des Buches sind gelungen - facettenreich und nur schwer durchschaubar.

Der Plot an sich ist spannend und fesselnd. Für meinen Geschmack ist die Handlung stellenweise etwas zu konstruiert. Trotzdem konnte mich das Buch durchweg sehr gut unterhalten und spätestens ab der Häfte so fesseln, dass ich es kaum aus der Hand legen mochte! Der Showdown am Ende ist packend und actiongeladen. Die schlussendliche Auflösung war zwar zum Ende hin zumindest zum Teil absehbar, ist aber dennoch gelungen.

Fazit:

Stellenweise etwas zu konstruiert, insgesamt aber trotzdem ein spannendes und kurzweiliges Lesevergnügen.

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Veröffentlicht am 02.01.2023

Neustart in Spechthausen

In den Wäldern der Biber
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Inhalt:

Nach der Trennung von ihrem Freund und der Kündigung ihres Jobs, der ihr keinen Spaß macht, flüchtet Alina aus Frankfurt zu ihrem Großvater aufs Land. Früher war sie oft in den Ferien dort, doch ...

Inhalt:

Nach der Trennung von ihrem Freund und der Kündigung ihres Jobs, der ihr keinen Spaß macht, flüchtet Alina aus Frankfurt zu ihrem Großvater aufs Land. Früher war sie oft in den Ferien dort, doch seit dessen Sohn, Alinas Vater, vor fast 20 Jahren starb, hat sie keinen Kontakt mehr zu ihm gehabt. Trotzdem nimmt ihr Großvater, der ganz alleine in einem renovierungsbedürftigen, etwas abseits gelegenen Haus wohnt, sie bei sich auf. In der dortigen Ruhe, weit weg vom Alltagsstress kann Alina Abstand zu ihrem bisherigen Leben gewinnen und neue Kraft sammeln. Zugleich kehren Alinas Erinnerungen an früher langsam zurück. Sie trifft alte Bekannte und verliebt sich nicht nur in die wunderschöne Natur…

Meine Meinung:

„In den Wäldern der Biber“ war mein erstes Buch der Autorin Franziska Fischer, aber sicher nicht mein letztes. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, die Charaktere sind herrlich normal und liebenswert und schon nach wenigen Seiten ist man als Leser ebenso wie Alina in dem kleinen Dorf angekommen und aufgenommen. Der Autorin gelingt es eine ganz eigene Stimmung zu verbreiten und man fühlt sich sofort wohl. Die bildhaften Beschreibungen des kleinen Dorfs Spechthausen, in dem die Zeit zum Teil stillzustehen scheint, ihrer Bewohner und des Dorflebens sind authentisch und haben mir sehr gefallen. Die Begeisterung für die Schönheit der Natur und ihrer tierischen Bewohner ist ansteckend und nicht nur der Leser, sondern auch die Protagonistin Alina verliebt sich in dieses wunderschöne Fleckchen Erde, auch wenn der Natur und insbesondere den Biber für meinen Geschmack etwas mehr Aufmerksamkeit hätte zuteil kommen können.

Der Plot ist eher unaufgeregt, stellenweise hätte ich mir fast ein wenig mehr Handlung gewünscht. Trotzdem konnte mich das Buch fesseln. Dies liegt nicht zuletzt an der Beziehung zwischen Enkelin und Großvater, deren Entwicklung mich sehr berührt hat. Zudem wird der Leser dazu angeregt, über sein eigenes Leben nachzudenken und vielleicht auch mal das eine oder andere zu hinterfragen. Das schlussendliche Ende des Buches ist in meinen Augen ein gelungener Abschluss dieses ruhigen, aber eindringlichen Romans.

Fazit:

Ein schöner, leiser, sehr angenehm zu lesender Roman zum Innehalten und Selbstreflektieren.

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